Hustenanfall nachts

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Mai 2017
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Ein Hustenanfall nachts kann durch eine Erkältung, einen Infekt, Lungenbeschwerden oder andere Krankheiten hervorgerufen werden. Mit der Art der Grunderkrankung variiert auch die Intensität des Hustens. Dieser kann akut und auch chronisch werden. Allerdings steht eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, um dem Husten entgegen zu wirken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hustenanfall nachts?

Husten kann definiert werden als Reflex, der auftritt um Keime, Fremd- oder Schadstoffe über die Atemwege auszustoßen. Er wird durch eine Reaktion der Hustenfühler hervorgerufen. Hierbei handelt es sich um bestimmte Rezeptoren, die für den Hustenreflex verantwortlich sind. Bei einem Hustenanfall ist stets danach zu differenzieren wann, wie und warum er auftritt. Denn nicht jede Art von Husten spricht für dieselbe Form von Krankheit.

Hustenattacken gelten nämlich als eine der Grundformen der Kommunikation des menschlichen Körpers. Dieser teilt durch das Husten mit, dass etwas nicht stimmt. Dabei ist es zunächst egal, ob das Problem im eigenen Körper oder bloß in der momentanen Umgebung (z. B. zu trockene Raumluft) zu suchen ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Art des Hustens zu beobachten. Dieser kann trocken (in der Fachsprache: unproduktiver Husten) oder verschleimt sein. Im letzteren Fall versucht der Körper die Atemwege selbständig zu reinigen. Schließlich ist auch der Zeitpunkt, an dem es zum Hustenanfall kommt, von Bedeutung. So stellt sich etwa der Hustenanfall, der nachts auftritt, meist nicht ausschließlich als Raucherhusten dar. Vielmehr liegt der Verdacht überhöhter körperlicher Anstrengungen, Asthma oder eines Herzproblems nahe.

Ursachen

Weil der Husten eine der Standardantworten des Körpers ist, kann er viele Ursachen haben. Jede Atemwegserkrankung führt zu Husten. Es sind deshalb sowohl Infekte (z. B. Erkältung) als auch Lungenentzündungen oder chronische Erkrankungen (z. B. Krebs, Fibrosen oder Sarkoidose) als potenzielle Ursache in Betracht zu ziehen. Bei Kindern ist das Husten häufig ausgeprägter als bei Erwachsenen. Typisch für einen Husten, der vor allem nachts auftritt, ist eine Asthmaerkrankung. Diese ist durch akute Atemnot (Dypnoe) und starke Kurzatmigkeit gekennzeichnet.

Patienten berichten zudem über ein Engegefühl in der Brust sowie über Schwierigkeiten beim Ausatmen. Hierbei ist gelegentlich ein pfeifender Ton zu hören. Eine Lungenentzündung (medizinisch korrekt: Pneumonie) wird meist durch den bakteriellen Erreger Pneumokokken ausgelöst. Durch die Entzündung der Lungen kommt es auch nachts zu intensiven Hustenanfällen. Allerdings bleibt es nicht beim bloßen Husten. Weitere Symptome einer Pneumonie sind mittelstarkes bis hohes Fieber, allgemeines Unwohlsein und Schwächegefühle sowie Schüttelfrost.

Der Husten kann trocken (unproduktiv) oder verschleimt (produktiv) sein. Akute Infektionen können auch zu Atemnot führen. Kleinkinder bis zu zwei Jahren oder Menschen über 60 sollten geimpft werden. Am häufigsten ist der Husten auf eine Erkältung zurückzuführen. Diese kann auch nachts zu teils heftigen Hustenanfällen führen. Zurückzuführen ist die Erkältung auf verschiedene Viren, die sich im Nasen-Rachen-Bereich ansiedeln. Neben dem Husten berichten Patienten über Schnupfen, Halsschmerzen, einer verschlossenen Nase (schwere Nasenatmung) sowie heftiges Niesen.

Der Husten kann auch nach dem Abklingen der akuten Symptome noch einige Tage weiter bestehen. Sehr starke Hustenanfälle werden durch eine Bronchitis verursacht. Sie wird ebenfalls durch Viren ausgelöst und weist dieselben Symptome wie eine Erkältung auf. Hinzu kommen allerdings Fieber, angeschwollene Lymphknoten und Gliederschmerzen. Das Gesamtbild ähnelt dem einer Grippe, die ebenfalls zu Hustenanfällen in der Nacht führen kann.

Husten, der vorrangig nachts auftritt, kann auch ein Zeichen für eine Herzschwäche sein. Diese kann in die Entwicklung eines Lungenödems münden, was dazu führt, dass Flüssigkeit aus den Lungenbläschen hervortritt. Symptome sind eine laute Atmung und schaumiger Auswurf. Auch kann es durch eine Verengung der Bronchien zu graubläulichen Verfärbungen der Lippen, Nägel oder der Haut kommen. Aber auch dauerhaft erhöhter Zigarettenkonsum kann zu nächtlichen Hustenanfällen führen. Hierdurch versucht der Körper die Atemwege zu reinigen, weswegen der Husten meist produktiv ist. Er tritt dann aber nicht ausschließlich nachts auf, sondern auch über den Tag. Das gilt vor allem nach langjährigem Konsum.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einem Hustenanfall nachts kann es beim Auftreten bestimmter Symptome notwendig sein, einen Arzt zu rufen oder aufzusuchen. Wenn es bei einem nächtlichen Hustenanfall zu Atemnot, begleitender Panik, Beklemmungen, stark pfeifender Atmung oder blauen Lippen kommt, sollte im Zweifel der Notarzt alarmiert werden. Dieser kann entsprechende Medikamente verabreichen und eine erste Diagnose stellen.

Tritt ein Hustenanfall nachts in Verbindung mit Fieber, blutigem Auswurf und begleitet von allgemeiner Gewichtsabnahme auf, ist ebenfalls ein Arztbesuch angeraten. Lungenerkrankungen, wie beispielsweise die Lungentuberkulose oder auch ein Lungenkarzinom, müssen in einem solchen Fall ausgeschlossen werden.

Ein Hustenanfall nachts kann auch durch Sodbrennen verursacht werden, bei dem die Magensäure aus dem Magen hochsteigt. Je nach Ursache für dieses Sodbrennen sollte man mit einem Arzt über eine Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und den Verzicht auf Genussmittel sprechen. Bleibt es nicht bei einem Hustenanfall nachts, sondern tritt dieser Husten über einen längeren Zeitraum immer wieder auf, ist ebenfalls ein Arztbesuch erforderlich. Gerade wenn über einen längeren Zeitraum keine deutliche Besserung der Symptomatik auftritt, kann dies auf eine ernsthafte Lungenerkrankung hinweisen.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose erfolgt meistens durch den Hausarzt bzw. die Hausärztin. Im Gespräch wird versucht, die Ursache zu identifizieren. Von vornherein nicht in Betracht kommende Ursachen können durch die gezielte Erfragung von Begleitsymptomen sowie dem Zeitpunkt und der Art des Hustens ausgeschlossen werden. Auch die Farbe des Auswurfes ist von Relevanz. Denn vermehrter Auswurf sowie auffällige Verfärbungen sind Indizien für das Vorliegen einer Krankheit. So führt etwa eine Asthmaerkrankung zu lediglich geringen Mengen an Schleim, wohingegen mit Blut vermischter Schleim ein Anzeichen für eine Pneumonie oder Herzerkrankung ist. Allein hierauf kann sich allerdings keine Diagnose stützen.

Drängt sich der Verdacht einer bestimmten Erkrankung auf, wird deshalb ein technisches Diagnoseverfahren (z. B. Computertomographie (CT), Ultraschalluntersuchung, Bronchoskopie, Biopsie, PET-Untersuchung) notwendig sein. Auch die Einholung von Laborwerten wie z. B. Procalcitonin-Test (PCT-Test) ist ein übliches Mittel. Erkrankungen der Lunge werden durch einen Pneumologen behandelt. Chronische oder akute Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches durch einen HNO-Arzt.

Komplikationen

Bei Reizhusten ist besonders der nächtliche Hustenanfall typisch. Es handelt sich zwar meist um ein harmloses Symptom. Wenn der nächtliche Husten allerdings chronisch wird und jede Nacht zu Schlafstörungen führt, kann er zu einer Gefahr für die Gesundheit werden. Je nach zugrunde liegender Ursache kann er zusätzlich auch mit Atemwegsbeschwerden verbunden sein. Die Folgen von chronischen Schlafstörungen sind oft ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Reizbarkeit, Nervosität und psychische Instabilität.

Es können auch Depressionen oder Angststörungen auftreten. Angststörungen entstehen häufig aufgrund nächtlicher Hustenanfälle, die zusammen mit Atemwegsbeschwerden vorkommen. Die Atemwegsbeschwerden können als Erstickungsanfälle wahrgenommen werden und entwickeln damit zuweilen eine Angst vor dem Ersticken. Bei Kindern, die unter nächtlichem Husten leiden, sind unter Umständen Entwicklungsstörungen möglich, die sich in verminderter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit niederschlagen können.

Wenn das nächtliche Husten chronisch ist, liegt möglicherweise auch eine ernsthaftere Erkrankung zugrunde. So kann ein lang anhaltendes Reizhusten im Rahmen einer entzündlichen Erkrankung des Lungenparenchyms, einer sogenannten Sarkoidose, entstehen. Im ungünstigen Fall entwickelt sich daraus eine Lungenfibrose, bei der das Lungengewebe umgebaut wird. Neben den Hustenanfällen kommt es auch zu Atemwegsbeschwerden. Auch bei der COPD treten ähnliche Symptome auf. Wenn neben diesen Symptomen noch Fieber, blutiger Auswurf und Gewichtsverlust auftreten, dann kann es sich um Lungentuberkulose oder Lungenkrebs handeln.

Behandlung und Therapie

Atemwegsinfektionen werden sehr häufig mit Antibiotika therapiert. Dieses wirkt bakterizid und hilft damit, die Infektion zu bekämpfen. Häufig werden bei trockenem Husten auch hustenstillende Arzneien verordnet (z. B. Dextrometorphan oder Kodein). Für nächtliche Hustenanfälle ist das wichtig, um einen ruhigen Schlaf in ausreichenden Mengen zu ermöglichen. Denn Schlaf spielt eine wesentliche Rolle für die Heilung. Bei Erkältungsbeschwerden können Zinkpräparate die Heilungszeit reduzieren, weswegen diese ergänzend verabreicht werden. Gelegentlich kann auch die Durchführung einer sogenannten Atemphysiotherapie angezeigt sein. Hierbei lernen Patienten, ihre Atemmuskulatur gezielt zu entspannen, wodurch der nächtliche Husten gestillt bzw. dessen Auswirkungen minimiert werden können.



Vorbeugung

Husten, der durch Infektionen verursacht wird, kann vorgebeugt werden, indem die allgemeine Hygiene erhöht wird. Die Hände sollten regelmäßig und gründlich gewaschen sowie aus dem Gesichtsbereich ferngehalten werden.

Auch ist es wichtig, den Körper warm zu halten und viel zu trinken. Allergische Reaktionen werden durch Kontaktvermeidung der reizauslösenden Stoffe vermieden. Nikotinkonsum ist zu minimieren.

Bücher über Husten

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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