Hustenanfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Juli 2017
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Ein Hustenanfall bezeichnet das reflexartige Ausstoßen von Luft unter Öffnung der Stimmritze. Der Husten ist immer eine Reaktion auf das Eindringen von Fremdkörpern oder störenden Substanzen in die Atemwegsorgane.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hustenanfall?

Ein Hustenanfall äußert sich in einem plötzlich auftretenden Hustenreflex infolge der Reizung von Nervenenden durch Fremdsubstanzen in den Atemwegsorganen. Dabei wird explosionsartig ein starker Luftstrom aus den Stimmritzen erzeugt, der dazu dienen soll, die Luftröhre oder die Bronchien zu reinigen.

Eigentlich ist der Husten, lateinisch auch als Tussis bezeichnet, ein ganz normaler Reflex, um die Atemwege von Substanzen freizuhalten, die dort nicht hingehören. Die Ursachen für das Eindringen der Fremdkörper sind jedoch vielfältig. Dieses Eindringen kann sowohl harmlose Gründe haben als auch krankhaft bedingt sein. Die Art des Hustenanfalls im Kontext zu anderen Symptomen kann dem Arzt oft Hinweise auf seine Ursache geben.

Ursachen

Auslöser eines Hustenanfalls können verschiedene Atemwegserkrankungen oder auch das Verschlucken von Fremdkörpern sein. Dabei unterscheidet man zwischen einem produktiven Husten und einem Reizhusten. Der produktive Husten ist in der Lage, durch infektiöse Prozesse gebildeten Schleim zu auszuwerfen. Ein Reizhusten äußert sich als trockener Husten ohne Auswurf.

Wichtige Ursachen für Hustenanfälle sind Lungenentzündungen, Bronchitiden, sonstige Atemwegsinfektionen, wie z. B. Keuchhusten, banale Erkältungskrankheiten sowie Asthma oder chronische Lungenerkrankungen (Lungenkrebs, COPD, Asbestose, Silikose u. a.).

Auch Herzerkrankungen können zu Hustenanfällen führen. Bei Infektionen sind die Beschwerden meist akut und verschwinden nach dessen Ausheilung in der Regel wieder. Werden die Hustenanfälle jedoch chronisch oder sind sie mit blutigem Auswurf verbunden, deutet das auf eine ernstere gesundheitliche Störung hin.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

In der Regel ist ein Hustenanfall harmlos. Dennoch kann er in einigen Fällen auf einen Notfall hinweisen. Dieser macht einen sofortigen Arztbesuch unumgänglich. Tritt ein Hustenanfall häufiger auf und verschlimmert sich zunehmend, sollte ein Mediziner konsultiert werden. Hinter einem Hustenanfall können ernst zunehmende Erkrankungen stecken.

Betroffene sollten in jedem Fall einen Arzt kontaktieren, wenn der Hustenanfall durch einen Auswurf begleitet wird, in dem sich Blut befindet. Handelt es sich ausschließlich um blutigen Auswurf , dann liegt ein akuter Notfall vor, der sofort intensiv-medizinisch behandelt werden muss.

Treten neben dem Hustenanfall hohes Fieber auf, ist ebenso rasch ein Mediziner auszusuchen. Das Gleiche gilt, wenn der Betroffene schlecht Luft bekommt oder starke Schmerzen im Brustkorb auftreten. Wenn der Hustenanfall länger als drei Wochen anhält, sollte ebenfalls ein Arztbesuch stattfinden. Grundsätzlich sollten Raucher oder Menschen mit einer Immunschwäche einen Mediziner aufsuchen, wenn sich Hustenanfälle bemerkbar machen. Nur so lässt sich die Ursache diagnostizieren und behandeln.

Diagnose und Verlauf

Besonders beim Auftreten von langwierigen, immer wiederkehrenden Hustenanfällen, ist eine Abklärung der Ursache durch einen Arzt notwendig. Im Zusammenhang mit einer normalen Erkältung treten häufig auch Hustenanfälle auf, welche aber nach dem Überwinden der Erkrankung meist wieder verschwinden. Im Zuge der Erkältung ändert sich der Charakter des Hustens. Zunächst besteht ein trockenes Reizhusten, welches sich mit der Zeit in einen produktiven Husten verwandelt.

Eine klare Färbung des Auswurfs deutet auf eine virale Infektion hin, wobei ein gelbgrün verfärbter Schleim eine bakterielle Ursache wahrscheinlich macht. Sollte sich jedoch ein chronischer Husten entwickeln oder der Husten sogar mit blutigem Auswurf verbunden sein, stecken dahinter andere Ursachen. Die Voraussetzung zur Diagnose der Erkrankung ist zunächst die Anamnese der Krankengeschichte, die der Arzt im Rahmen eines Patienten-Arzt-Gespräches aufnimmt. Dabei werden Vorerkrankungen und bestehende gesundheitliche Probleme in die Analyse mit einbezogen.

Durch Abhören der Lunge ist es weiterhin möglich, den Ort des Krankheitsherdes zu bestimmen. Bildgebende Verfahren, wie eine Röntgenuntersuchung, können dabei helfen, den Verdacht eines Lungenkrebses zu erhärten oder auszuschließen. Bei der Verdachtsdiagnose auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Asthma ist durch einen Provokationstest diagnostizierbar.

Eine Standardmethode zur Bestimmung von krankhaften Veränderungen des Bronchialtraktes ist die Bronchoskopie. Oft wird dabei noch eine Biopsie durchgeführt. Bei Verdacht auf Lungenerkrankungen, die das Bindegewebe betreffen, leistet die Computertomografie gute Dienste. Da nicht zuletzt auch ein gastroösophagealer Reflux zu Hustenanfällen führen kann, wird in Verdachtsfällen gegebenenfalls auch eine Gastroskopie angeordnet.

Komplikationen

Ein Hustenanfall kann ohne weitere auftretende Komplikationen ausheilen. In einigen Fällen führt ein Hustenanfall jedoch zu weiteren Beschwerden. Die Art und Schwere dieser Folgen ist dabei direkt abhängig von der Intensität und Ursache des erlittenen Anfalls. Hustenanfälle sind besonders belastend, wenn sie chronisch werden. Im Alltag führt immer wiederkehrender Husten beim Betroffenen zu Nervosität, innerer Unruhe und Gereiztheit. Dies kann zu negativen Folgen für das berufliche und soziale Leben des Patienten führen. Hustenanfälle können jedoch auch körperliche Komplikationen hervorrufen. Diese Folgen hängen direkt mit dem immer höher werdenden Druck zusammen, der bei ständigem Hustenreiz entsteht.

Häufige Komplikationen sind Kopf- sowie Brustschmerzen. Möglicherweise kommt es im weiteren Verlauf zu Einblutungen an den betroffenen Schleimhäuten. Dies geht mit weiteren Schmerzen einher. Hustenanfälle können zu Entzündungen im Rachen oder Hals führen. Schluckbeschwerden und Heiserkeit sind infolgedessen nicht selten. Vor allem bei Frauen können Hustenanfälle zu einer Harninkontinenz führen. Dies kann zu psychischer Belastung bis hin zu Depression führen.

Unbehandelt kann Husten auch einen Asthmaanfall auslösen. Ein weiteres Problem starker Hustenanfälle ist, dass unkontrolliert Magensäure zurückfließt. Sodbrennen und andere gastrointestinale Auffälligkeiten sind infolgedessen nicht auszuschließen. Bei sehr starken Hustenattacken besteht weiterhin die Gefahr eines Leisten- oder Zwerchfellbruchs. Im schlimmsten Fall können Hustenattacken zu einem sogenannten Emphysem des Mediastinums führen. Dieses liegt im Brustfell. Wenn es verletzt wird, gelangt Luft in diesen Raum und es kommt zu einer Verdrängung der Brustkorborgane. Weitere Symptome wie Atemnot können auftreten.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Hustenanfällen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Oft ist nur eine symptomatische Therapie notwendig, weil die zugrunde liegende Erkrankung von alleine ausheilt. Dabei sollten bei Reizhusten sogenannte Hustenstiller, wie z. B. Dextrometorphan, angewendet werden, um den quälenden Hustenreiz zu reduzieren. Ein produktiver Husten kann allerdings durch Schleimlöser, wie Acetylcystein, in seiner Aufgabe die Bronchien frei zuhusten, unterstützt werden. Somit wird auch der Heilungsprozess beschleunigt.

Wichtig ist weiterhin, viel Flüssigkeit aufzunehmen. Am besten kann das mit dem Trinken von Hustentees verbunden werden. So hat sich bei trockenem Reizhusten Malve oder Hibiskus bewährt, während Thymian- oder Fencheltee festsitzenden Schleim lösen können.

Auch eine Inhalation unterstützt oft das schnellere Abfließen des Schleims. Gutes Durchlüften des Raumes sollte gewährleistet sein, denn trockene Raumluft verstärkt oft den Hustenreiz. Wenn für die Hustenanfälle jedoch ernstere Erkrankungen diagnostiziert wurden, liegt der Fokus auf der ursächlichen, manchmal aber auch symptomatischen Therapie der Grunderkrankung.

Schwere bakterielle Infektionen der Lunge oder Bronchien werden mit Antibiotika behandelt. Nicht heilbare Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise COPD, werden zur Vermeidung von Hustenanfällen symptomatisch medikamentös zur Erweiterung der Bronchien behandelt.



Aussicht und Prognose

In den meisten Fällen tritt ein Hustenanfall nur temporär auf und verschwindet wieder von alleine. Nur in seltenen Fällen ist dabei ein ärztlicher Eingriff notwendig, um das Leben des Patienten zu retten. Der weitere Verlauf dieser Beschwerde ist allerdings stark von der Grunderkrankung abhängig, sodass ein allgemeiner Verlauf dieser Krankheit nicht vorausgesagt werden kann. Sollte der Hustenanfall durch eine Grippe oder eine Erkältung verursacht werden, so kann dieser in der Regel gut behandelt und eingeschränkt werden. Vor allem in der Nacht kann ein Hustenanfall sehr unangenehm sein und die Lebensqualität des Betroffenen deutlich verringern.

Falls der Hustenanfall durch Rauchen oder durch die Einnahme von Alkohol verursacht wird, so muss die Einnahme dieser Drogen abgesetzt werden. Damit können Folgeschäden und weitere Anfälle vermieden werden. Sollte der Betroffene schon über einen längeren Zeitraum rauchen, so können die Anfälle möglicherweise nicht vollständig eingeschränkt werden. Der weitere Verlauf hängt vom gesundheitlichen Zustand der Lunge und des Patienten ab. In einigen Fällen ist die Lebenserwartung des Patienten dadurch deutlich verringert. Bei gewöhnlichen Erkältungen kommt es allerdings stets zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von chronischen Hustenanfällen wird vorrangig die Vermeidung des Rauchens empfohlen, da das Rauchen der Auslöser verschiedener langwieriger Atemwegserkrankungen ist. Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems durch ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität ist hilfreich für die Reduzierung von Infektionskrankheiten der Atemwegsorgane. Kurzfristige akute Atemwegserkrankungen inklusive Hustenanfällen sind jedoch trotz gesunder Lebensweise nie völlig auszuschließen.

Bücher über Atemwegserkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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