Hustenanfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2016
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Ein Hustenanfall bezeichnet das reflexartige Ausstoßen von Luft unter Öffnung der Stimmritze. Der Husten ist immer eine Reaktion auf das Eindringen von Fremdkörpern oder störenden Substanzen in die Atemwegsorgane.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hustenanfall?

Ein Hustenanfall äußert sich in einem plötzlich auftretenden Hustenreflex infolge der Reizung von Nervenenden durch Fremdsubstanzen in den Atemwegsorganen. Dabei wird explosionsartig ein starker Luftstrom aus den Stimmritzen erzeugt, der dazu dienen soll, die Luftröhre oder die Bronchien zu reinigen.

Eigentlich ist der Husten, lateinisch auch als Tussis bezeichnet, ein ganz normaler Reflex, um die Atemwege von Substanzen freizuhalten, die dort nicht hingehören. Die Ursachen für das Eindringen der Fremdkörper sind jedoch vielfältig. Dieses Eindringen kann sowohl harmlose Gründe haben als auch krankhaft bedingt sein. Die Art des Hustenanfalls im Kontext zu anderen Symptomen kann dem Arzt oft Hinweise auf seine Ursache geben.

Ursachen

Auslöser eines Hustenanfalls können verschiedene Atemwegserkrankungen oder auch das Verschlucken von Fremdkörpern sein. Dabei unterscheidet man zwischen einem produktiven Husten und einem Reizhusten. Der produktive Husten ist in der Lage, durch infektiöse Prozesse gebildeten Schleim zu auszuwerfen. Ein Reizhusten äußert sich als trockener Husten ohne Auswurf.

Wichtige Ursachen für Hustenanfälle sind Lungenentzündungen, Bronchitiden, sonstige Atemwegsinfektionen, wie z. B. Keuchhusten, banale Erkältungskrankheiten sowie Asthma oder chronische Lungenerkrankungen (Lungenkrebs, COPD, Asbestose, Silikose u. a.).

Auch Herzerkrankungen können zu Hustenanfällen führen. Bei Infektionen sind die Beschwerden meist akut und verschwinden nach dessen Ausheilung in der Regel wieder. Werden die Hustenanfälle jedoch chronisch oder sind sie mit blutigem Auswurf verbunden, deutet das auf eine ernstere gesundheitliche Störung hin.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Besonders beim Auftreten von langwierigen, immer wiederkehrenden Hustenanfällen, ist eine Abklärung der Ursache durch einen Arzt notwendig. Im Zusammenhang mit einer normalen Erkältung treten häufig auch Hustenanfälle auf, welche aber nach dem Überwinden der Erkrankung meist wieder verschwinden. Im Zuge der Erkältung ändert sich der Charakter des Hustens. Zunächst besteht ein trockenes Reizhusten, welches sich mit der Zeit in einen produktiven Husten verwandelt.

Eine klare Färbung des Auswurfs deutet auf eine virale Infektion hin, wobei ein gelbgrün verfärbter Schleim eine bakterielle Ursache wahrscheinlich macht. Sollte sich jedoch ein chronischer Husten entwickeln oder der Husten sogar mit blutigem Auswurf verbunden sein, stecken dahinter andere Ursachen. Die Voraussetzung zur Diagnose der Erkrankung ist zunächst die Anamnese der Krankengeschichte, die der Arzt im Rahmen eines Patienten-Arzt-Gespräches aufnimmt. Dabei werden Vorerkrankungen und bestehende gesundheitliche Probleme in die Analyse mit einbezogen.

Durch Abhören der Lunge ist es weiterhin möglich, den Ort des Krankheitsherdes zu bestimmen. Bildgebende Verfahren, wie eine Röntgenuntersuchung, können dabei helfen, den Verdacht eines Lungenkrebses zu erhärten oder auszuschließen. Bei der Verdachtsdiagnose auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Asthma ist durch einen Provokationstest diagnostizierbar.

Eine Standardmethode zur Bestimmung von krankhaften Veränderungen des Bronchialtraktes ist die Bronchoskopie. Oft wird dabei noch eine Biopsie durchgeführt. Bei Verdacht auf Lungenerkrankungen, die das Bindegewebe betreffen, leistet die Computertomografie gute Dienste. Da nicht zuletzt auch ein gastroösophagealer Reflux zu Hustenanfällen führen kann, wird in Verdachtsfällen gegebenenfalls auch eine Gastroskopie angeordnet.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Hustenanfällen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Oft ist nur eine symptomatische Therapie notwendig, weil die zugrunde liegende Erkrankung von alleine ausheilt. Dabei sollten bei Reizhusten sogenannte Hustenstiller, wie z. B. Dextrometorphan, angewendet werden, um den quälenden Hustenreiz zu reduzieren. Ein produktiver Husten kann allerdings durch Schleimlöser, wie Acetylcystein, in seiner Aufgabe die Bronchien frei zuhusten, unterstützt werden. Somit wird auch der Heilungsprozess beschleunigt.

Wichtig ist weiterhin, viel Flüssigkeit aufzunehmen. Am besten kann das mit dem Trinken von Hustentees verbunden werden. So hat sich bei trockenem Reizhusten Malve oder Hibiskus bewährt, während Thymian- oder Fencheltee festsitzenden Schleim lösen können.

Auch eine Inhalation unterstützt oft das schnellere Abfließen des Schleims. Gutes Durchlüften des Raumes sollte gewährleistet sein, denn trockene Raumluft verstärkt oft den Hustenreiz. Wenn für die Hustenanfälle jedoch ernstere Erkrankungen diagnostiziert wurden, liegt der Fokus auf der ursächlichen, manchmal aber auch symptomatischen Therapie der Grunderkrankung.

Schwere bakterielle Infektionen der Lunge oder Bronchien werden mit Antibiotika behandelt. Nicht heilbare Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise COPD, werden zur Vermeidung von Hustenanfällen symptomatisch medikamentös zur Erweiterung der Bronchien behandelt.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung von chronischen Hustenanfällen wird vorrangig die Vermeidung des Rauchens empfohlen, da das Rauchen der Auslöser verschiedener langwieriger Atemwegserkrankungen ist. Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems durch ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität ist hilfreich für die Reduzierung von Infektionskrankheiten der Atemwegsorgane. Kurzfristige akute Atemwegserkrankungen inklusive Hustenanfällen sind jedoch trotz gesunder Lebensweise nie völlig auszuschließen.

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