Blut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Blut

Die Körperflüssigkeit Blut ist ein wesentlicher Faktor im Herz-Kreislauf-System. Blut erfüllt im menschlichen Organismus vor allem in den Bereichen Atmung, Transport von Stoffen und Infektionsabwehr eine Reihe von überlebenswichtigen Aufgaben.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Das rot gefärbte Blut (griechisch „Haima“, lateinisch „Sanguis“) ist der flüssige Inhalt vom Herzen sowie der zum Herzen hin führenden beziehungsweise vom Herzen weg führenden Blutgefäße (Adern beziehungsweise Venen).

Blut wird im Wesentlichen durch die mechanische Pumptätigkeit des Herzens in Verbindung mit der Funktion der Venenklappen durch das Herz-Kreislauf-System befördert. Die vor allem vom Körpergewicht abhängige Blutmenge beträgt bei einem Erwachsenen im Durchschnitt etwa fünf bis sechs Liter.

Anatomie

Hauptbestandteile des Blutes sind etwa zu gleichen Teilen Blutplasma (etwa 54 %) sowie Blutkörperchen und Blutplättchen (etwa 45% ). Ferner gehören in geringen Konzentrationen Salze, Hormone, Proteine, Enzyme und gelöste Gase zu den Blutbestandteilen. Im arteriellen Blut finden sich Zucker, Lipide und andere Nährstoffe, im venösen Bereich dagegen beim Stoffwechsel anfallende Produkte wie Harnstoff.

Blutplasma ist der zellfreie Blutbestandteil, in dem die zellulären Blutkörperchen schwimmen. Die Blutkörperchen werden in rote und weiße Blutkörperchen unterteilt. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind etwa 7,5 µm groß. Sie haben ein Membranskelett, sind scheibenförmig und bilden keinen Zellkern aus. Sie stellen die Hauptmasse der Blutkörperchen.

Die wie die Erythrozyten aus Stammzellen im Knochenmark gebildeten weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind zwischen 7 und 20 µm groß. Sie weisen je nach Aufgabe verschiedene Formen auf. Leukozyten sind komplexer aufgebaut als Erythrozyten und besitzen Zellkerne.

Ihnen fehlt allerdings im Gegensatz zu den Erythrozyten der Proteinkomplex Hämoglobin, der in den roten Blutkörperchen für die Bindung von Sauerstoff-Atomen verantwortlich ist. Das eisenhaltige Hämoglobin ist auch ursächlich für die Rotfärbung der Erythrozyten und damit für das Farbbild von Blut. Blutplättchen (Thrombozyten) sind mit maximal 3,0 µm Größe die kleinsten zellulären Bestandteile des Blutes und haben eine scheibenförmige Struktur.

Funktion

Blutentnahme

Zu den Hauptaufgaben des Blutes gehört die vor allem von den roten Blutkörperchen gewährleistete Sicherstellung des Sauerstofftransports von der Lunge in die Körperzellen und des Abtransport von Kohlendioxid aus den Zellen. Daneben versorgt das Blut die Zellen mit von Magen und Darm aufgenommenen Nährstoffen und entfernt beim Stoffwechsel entstandene Abfallstoffe wieder aus den Zellen.

Auch kommen dem Blut wichtige Funktionen unter anderem bei der Sicherstellung der lebensnotwendigen Konstanz des pH-Wertes im Körper zu. Durch ein kompliziertes „Abpufferung“ genanntes System biochemischer Vorgänge wird ein gleichmäßiger Blut-pH-Wert von 7,35 bis 7,45 gesichert.

Zu den Blut-Funktionen zählt daneben die insbesondere von Leukozyten getragene Abwehr von Krankheiten durch Bekämpfung von eingedrungenen Fremdstoffen. Ebenso gehört die Aufgabe, verletzungsbedingte Öffnungen im Körpergewebe durch Gerinnung wieder zu verschließen, zu den wesentlichen Blut-Funktionen.

Für die Blutgerinnungsprozesse sind vor allem die Blutplättchen von Bedeutung. Ferner werden durch in den Blutgefäßen vorhandene Enzyme Blutgerinnsel abgebaut und so Thrombosen verhindert. Der dauernde Blutkreislauf trägt entscheidend zur Aufrechterhaltung der notwendigen Körpertemperatur bei.

Blutbild lesen

Blutbild - Erklärung
Blutwert Normalwert Erläuterung
Hb-Wert (Hämoglobin) 12-18 g/dlMenge an roten Blutfarbstoff: Wert sinkt bei Eisenmangel
Leukozyten 4,1 – 9,8nlWeiße Blutkörperchen (Abwehrzellen): Wert steigt bei bakterieller Infektion (Entzündungen), Leukämie; Wert sinkt bei Virusinfekt (z.B.Grippe)
Blutzucker 70 – 99mg/dl (nüchtern)Glucosespiegel: Wert steigt bei Diabetes (Zuckerkrankheit); Wert sinkt bei gestörtem Blutzucker-Regelmechanismus (z.B. durch Diabetes, Übergewicht, Stress, Alkohol)
HKT-Wert (Hämatokrit) 35-52Vol%Maß für den Anteil fester Blutbestandteile (Zähigkeit des Blutes): Wert steigt bei Flüssigkeitsmangel; Wert sinkt bei Erkrankungen des Blutes
Blutsenkungs-Geschwindigkeit (BSG))Männer:<20mm; Frauen< 30mmm/Std.Blutsenkungsgeschwindingkeit: Wert kann ansteigen u.a. bei Entzündungen, Blutarmut, Schwangerschaft, Regelblutung

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Erkrankungen des Blutes

Bei der Untersuchung des Blutbilds lassen sich wichtige Hinweise auf eine Vielzahl von Erkrankungen feststellen. Blut kann aber auch selbst Feld von Erkrankungen und Beschwerden sein. Besonders ernste Blut-Krankheiten sind Anämie, Hämophilie und Leukämie.

Bei Anämie (Blutarmut) liegt ein Mangel an Hämoglobin beziehungsweise an roten Blutkörperchen vor. In Folge ist die Sauerstoffzufuhr gestört. Von Anämie betroffene Menschen leiden unter Luftknappheit und Kopfschmerzen, ermüden schnell und sind körperlich wenig belastbar.

Die auch „Bluterkrankheit“ genannte Hämophilie ist eine zu den Erbkrankheiten zählende Störung der Blutgerinnung. Von Hämophilie sind fast ausschließlich Männer betroffen. Bei den Betroffenen gerinnt das bei Verletzungen aus den Wunden austretende Blut nicht oder erst nach längerer Zeit. Unter Umständen können auch spontan Wunden aufbrechen, ohne dass es vorher zu einer Verletzung gekommen ist. Betroffen sind insbesondere die Gelenkregionen.

Die umgangssprachlich fälschlicherweise oft als „Blutkrebs“ bezeichnete Blutkrankheit Leukämie ist durch eine erhebliche Überproduktion von Leukozyten und deren Vorstufen gekennzeichnet. Durch diese Fehlentwicklung wird im Knochenmark die Blutbildung beeinträchtigt. Leukämie-Zellen können auch Organe wie Milz und Leber befallen. Dort führen sie zu erheblichen Funktionsstörungen oder sogar zu Funktionsausfällen. Die Symptomatik der in den meisten Fällen zum Tode führenden Leukämie ist überaus vielfältig und unspezifisch.

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