Lungenfibrose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2016
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Die Lungenfibrose ist ein Symptom, welches bei unzähligen Lungenkrankheiten im Endstadium auftritt. Grundsätzlich wird so eine Vernarbung des Lungengewebes bezeichnet; zurückzuführen ist diese auf eine Vermehrung des Bindegewebes im Lungengewebe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lungenfibrose?

Eine Lungenfibrose ist eine Erkrankung, die sich in der Regel nicht aufhalten oder rückgängig (irreversibel) machen lässt.

Im Allgemeinen wird damit eine Veränderung am Gerüst des Lungengewebes bezeichnet, in dessen Folge sowohl die Dehnbarkeit des Organs als auch das Lungenvolumen deutlich abnehmen.

Auch die Blutzirkulation im Lungenkreislauf ist deutlich beeinträchtigt, was wiederum schädlich für das Herz sein kann.

Dennoch können selbst Experten nicht einschätzen, wie hoch die Lebenserwartung ist, wenn man an einer Lungenfibrose erkrankt ist. Während einige Patienten nur noch wenige Jahre zu leben haben, können wieder andere trotz Lungenfibrose sehr alt werden.

Bei der sogenannten idiopathischen Lungenfibrose - also der Erkrankung, welcher keine genaue Ursache zugrunde liegt - sind die Prognosen besonders schlecht. In diesem Fall geben Ärzte den Patienten eine Lebenserwartung von weniger als fünf Jahren.

Anatomie der Lunge

Schematischer Aufbau (Anatomie) der menschlichen Lunge.

Ursachen

Die Lungenfibrose wird durch eine übermäßige Bildung körpereigener Bindegewebszellen am Lungengerüst hervorgerufen. Die verstärkte Zellbildung führt zu einer Vernarbung und mangelnder Dehnfähigkeit des Lungengewebes.

In mehr als 50 Prozent der Erkrankungen lässt sich der genaue Auslöser kaum feststellen - in diesem Fall sprechen die Mediziner von einer idiopathischen Lungenfibrose.

Als Ursache kommen jedoch zahlreiche Krankheiten in Frage. Dazu gehören chronische Entzündungen, Systemerkrankungen (Rheuma) oder Durchblutungsstörungen können durchaus eine Lungenfibrose auslösen.

Infektionen mit Viren, Pilzen oder Bakterien können als Auslöser für eine Lungenfibrose ebenso in Betracht gezogen werden wie bestimmte Medikamente.

Zudem können Schadstoffe, wie etwa Asbestfasern, Staubpartikel oder Zigarettenrauch, eine Lungenfibrose auslösen. Im höheren Alter steigt tritt diese Erkrankung deutlich häufiger auf.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen einer Lungenfibrose:

  • allgemeines Krakheitsgefühl
  • Blaufärbung von Lippen und Nägeln

Die Symptome der Lungenfibrose sind abhängig davon, inwieweit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Wassereinlagerungen in der Lunge, das sogenannte Lungenödem, sind meist ein erstes Zeichen einer Lungenfibrose. Weiteres Symptom einer Lungenfibrose ist die Atemnot, welche durch eine verminderte Dehnfähigkeit der Lunge entsteht. Vor allem die Lungenbläschen verändern sich zunehmend: ihre Wände nehmen an Dicke zu, was dazu führt, dass der Gasaustausch zwischen Luft und Blut stark behindert wird.

Die daraus resultierende Atemnot wird zunächst nur unter körperlicher Anstrengung bemerkt, im fortgeschrittenen Stadium aber bemerkt man diese Atemnot sogar im Ruhezustand. Trockener Husten, Fieber in Schüben sowie ein deutlicher Gewichtsverlust sind weitere Symptome einer Lungenfibrose.

Erst im weit fortgeschrittenen Stadium verfärben sich Haut und Schleimhäute blau - an Lippen und Fingernägeln bemerkt man diese Blaufärbung meist zuerst.

Diagnose von Lungenfibrose

Vor der Behandlung einer Lungenfibrose muss natürlich zunächst eine umfassende Untersuchung mit einer ausführlichen Patientenbefragung (Anamnese) und einer Schilderung der Beschwerden (Krankengeschichte) erfolgen.

Der Arzt kann die Lungenfibrose meist schon recht genau diagnostizieren, denn bereits beim Abklopfen und Abhorchen sind rasselnde Geräusche beim Einatmen in der Lunge festzustellen.

Im weiteren Verlauf kommen dann auch verschiedene bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen oder Computertomographien (CT) zum Einsatz, um eine eindeutige Diagnose zu stellen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, die baulichen Veränderungen der Lunge zu stoppen beziehungsweise aufzuhalten - rückgängig machen kann man diese allerdings nicht.

Die Therapie richtet sich in der Regel nach der zugrunde liegenden Ursache für die Lungenfibrose. Eingesetzt werden häufig Medikamente wie Immunsuppressiva oder Präparate mit Kortison unter gleichzeitiger Gabe von Sauerstoff (Sauerstofftherapie).

Nur in aüßerst schweren Fällen wird unter Umständen eine Lungentransplantation nötig.

Um einer Lungenfibrose, mit der irreversiblen Schädigung von Lungengewebe, vorzubeugen ist eine gesunde Lebensweise ist wohl die beste Maßnahme. Hierzu zählt neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung auch ausreichend Bewegung.

Genussmittel wie Alkohol oder Zigaretten sollte man - wenn überhaupt nötig - nur in Maßen zu sich nehmen oder besser noch ganz auf diese verzichten. Vor allem das Rauchen schadet der Lunge bekannterweise sehr. Auch giftige Gase und Staube - ein weiterer häufiger Auslöser für eine Lungenfibrose - sollten weitestgehend vermieden werden.



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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

renate kommentierte am 10.11.2014 um 18:09 Uhr

Bei meinem Mann wurde 2012 Lungenfibrose festgestellt. Zunächst bekam er über ein Jahr lang Kortison, Acetylcystein und Azathioprin. Vor einem Jahr dann, wurde das Azathioprin abgesetzt, weil er eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bekam. Nun hat er vor einem Monat eine Endoxan-Therapie begonnen, die erste Infusion mit 750 mg. Seither geht es ihm sehr schlecht. Er hat Entzündungen, einen Pilz im Mund und kann nicht mehr essen. Zudem ist er ist sehr schwach und die zweite Therapie haben wir aufgrund seines Gesundheitszustandes absagen müssen. Nun schreibt der Arzt, dass die abgesagte Therapie die letzte mögliche Behandlungsmethode ist. Nun bin ich ganz verzweifelt und weiß nicht was das Richtige ist. Ich wäre sehr dankbar für einen Rat!

lotte kommentierte am 17.07.2015 um 09:42 Uhr

Mein Vater hat vor 6 Jahren (2009) nachdem er die Diagnose idiopathische Lungenfibrose erhalten hatte. Als er selbst bemerkte, dass das Kortison nicht half und es ihm schlechter ging, hat er jegliche Behandlung bis auf ACC verweigert. Seine Lebenserwartung wurde auf max. 3 Jahre eingeschätzt. Die hat er verdoppelt. Damals schon war die Krankheit weit fortgeschritten. Erst seit kurzem geht es ihm ziemlich schlecht. Seine Lippen und Hände sind blau. Er kann kaum sprechen. Laufen geht auch nicht mehr. Er isst 1x täglich und erbricht sich anschließend. Er ist auch zu stur um auf das Rauchen zu verzichten. Wir sind glücklich das er noch so lange bei uns geblieben ist. Aber wir merken, lange dauert es nicht mehr.

Klaus kommentierte am 01.12.2015 um 08:43 Uhr

Ich leide seit August an Kurzatmigkeit. Nach einem Krankenhausaufenthalt wurde eine Lungenfibrose vermutet. Nach einer starken Verschlechterung des Luftmangel (ich bin fast erstickt) bat ich den Hausarzt um ein Sauerstoffgerät. Nach erneuter Einweisung ins Krankenhaus wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und eine Lungenfibrose festgestellt. Nach einer Sauerstoffzufuhr besserte sich mein Zustand fast stündlich. Nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde habe ich endlich das gewünschte Sauerstoffgerät erhalten. Dieses benötige ich ca. 15 Stunden täglich. Mir geht es damit sehr gut. Ich bin auch bereits 89 Jahre alt. Könnte man in meinem Zustand auch wieder kleine Strecken mit dem Auto fahren?

heini kommentierte am 15.04.2016 um 18:29 Uhr

Bei meiner Frau (damals 43 Jahre alt) wurde im November 2011 die Diagnose SRIF, eine durch Rauchen verursachte interstitielle Lungenfibrose, festgestellt. Nachdem zunächst die hochdosierte Kortisontherapie ergebnislos war und auch eine Endoxan-Behandlung erfolglos war, nahm die Krankheit ihren Lauf. Selbstverständlich hatte meine Frau sofort mit dem Rauchen aufgehört. Erst im Laufe der letzten 1,5 Jahre zeichnet sich tatsächlich eine Besserung und Leistungssteigerung der Lungenfunktion ab und man konnte die Sauerstoffgabe von seinerzeit 8-12Liter/Min auf jetzt gerade noch 2-3 Liter senken. Die Grunderkrankung und die Begleiterkrankungen haben zur Pflegestufe II und Erwerbsunfähigkeitsrente geführt, aber man kann auch mit der Krankheit und trotz Schwerbehinderung noch ein liebevolles und erfüllendes Leben führen, auch wenn manche (gesunde) Menschen das kaum glauben wollen. Im Januar diesen Jahres sagte der Lungenfacharzt: "Sagen wir es mal so: Sie haben die Krankheit überlebt." Uns ist klar, das auch die Begleiterkrankungen sicherlich die Lebenserwartung stark kürzen, aber wir glauben dass wir noch mindestens 10 Jahre haben werden.

Thoamas kommentierte am 28.04.2016 um 17:12 Uhr

25 Jahre habe ich im Uranerzbergbau vor Ort gearbeitet und sicher jede Menge Radon und Gesteinsstaub geschluckt. Seit vielen Jahren habe ich jährlich die Lungenkontrolluntersuchung für Wismutbergleute. Nach 2x atypischer Lungenentzündung stellte man unabhängig von der Vorsorgeuntersuchung bei mir Ideopathische Lungenfibrose fest. Zur letzten Vorsorgeuntersuchung wurde diese Diagnose bestätigt, aber keine Behandlung eingeleitet. Ich bin der Meinung, der Staat will sich vor der Anerkennung von Berufskrankheiten drücken und eine unbekannte Ursache dafür ansetzen. In ein paar Jahren sind wir sowieso tot. Schon jetzt geht es mir Monat für Monat schlechter.

Adelbert kommentierte am 26.09.2016 um 18:09 Uhr

Bei mir wurde 2013 während einer OP am L4/5 eine Fibrose festgestellt,leider weiß ich nicht welcher Art die Fibrose ist. Kann die Fibrose durch einen zu großen Blutverlust oder eine Einklemmung der bluttransportierenden Arterien (z.B. durch eine Protrusion im L5/S1 Bereich entstehen? Meine Symptome sind: Schmerzen im gesamten linken Bein bis zum Fuß, einschließlich Pobacke der linken Seite, Luftnot, Schluckbeschwerden und Taubheit im rechten Bein.