Sarkoidose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2016
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Die Sarkoidose, auch unter dem Begriff Morbus Boeck bekannt, ist eine relativ seltene Auto-Immun-Krankheit, die vorwiegend Lunge und Lymphknoten befällt. Die Erkrankung verläuft zunächst meist symptomfrei. Im fortgeschritttenen Stadium sind Atemnot, Husten und geschwollene Lymphknoten typische Symptome einer Sarkoidose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sarkoidose?

Die Sarkoidose wird nach ihrem Entdecker, dem Mediziner Dr. Boeck, auch das Boecksche Syndrom genannt. Diese Krankheit ist bis heute noch nicht abschließend erforscht. Als systemische Auto-Immunerkrankung zählt man sie zum rheumatischen Formenkreis.

Die Behandlung der Sarkoidose gehört in die Hände von Spezialisten wie Rheumatologen, Internisten und Lungenfachärzten. Daneben kann natürlich der Hausarzt begleitend behandeln. Die Sarkoidose ist eine chronische Krankheit und kann unbehandelt im Endstadium sogar zum Tode führen.

Ursachen

Die Gründe für diese Erkrankung sind bis heute nicht genau zu belegen. Man vermutet einerseits Schadstoffe in der Umwelt als Auslöser, forscht aber auch nach genetischen Ursachen.

Neueste Untersuchungen erhärten die These, dass bei einem Lungenbefall eine Schädigung der Atemwege voraus gegangen sein muss. Dafür kommen sowohl chemische Stoffe, aber auch Viren oder Bakterien in Frage.

Medikamentöse Behandlungen stehen ebenfalls im Verdacht, Sarkoidose oder der Sarkoidose ähnliche Bilder, die so genannten sarkoid-like lesions, auszulösen. Dazu gehört beispielsweise die Hepatitis C Behandlung mit Interferon und Ribavirin.

Auch Infektionskrankheiten wie das Pfeiffersche Drüsenfieber können eventuell für die Entstehung einer Sarkoidose verantwortlich sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Da die Sarkoidose im Anfangsstadium recht milde und symptomlos verläuft, wird sie oftmals erst sehr spät entdeckt. Typische Symptome sind häufig Atemnot, Husten und ein Druckgefühl im Oberkörper. Hinzu kommen Gelenkschmerzen und anhaltende Müdigkeit.

Im fortgeschrittenen Stadium einer Sarkoidose leidet der erkrankte Mensch an massiv geschwollenen, schmerzenden Lymphknoten, wie sie auch bei vielen Infektionskrankheiten vorkommen.

Fieber kann, es muss aber nicht auftreten. Sarkoidose verursacht Gewebeveränderungen, die so genannten Granulome. Besonders gefährlich für den Patienten ist der Befall der Lunge. Im Endstadium sind die Atemwege durch Stenosen praktisch wie abgeschnürt. Rheumaähnliche Entzündungen befallen die Gelenke, Muskeln und Sehnen.

Diagnose und Behandlung

Die endgültige Diagnose wird durch spezielle Blutuntersuchungen, einen Tuberkulin Test und Röntgenbilder bestimmt. Es sind auch Mischbilder mit anderen Autoimmunkrankheiten wie mit dem Löfgren-Syndrom, der Raynaudschen Krankheit oder dem Lupus Erythematodes beschrieben. Diese multiplen Erkrankungen sind besonders schwer zu therapieren.

Kompliziert zu behandeln ist außerdem der Befall des Gehirns und der inneren Organe sowie die Sarkoidose der Haut. Der betroffene Patient muss langfristig mit Kortison behandelt werden. Kortison ist ein Hormon, das der menschliche Körper in der Nebennierenrinde auch selbst bildet. Es kommt vor allen Dingen dann zum Einsatz, wenn der Mediziner die Autoimmunabwehr des Patienten unterdrücken muss.

Kortison wirkt auch stark entzündungshemmend, es hat aber massive Nachteile. Wird es langfristig eingesetzt, so treten schwere Nebenwirkungen und Veränderungen im Körper auf. Deshalb muss Kortison immer gezielt eingesetzt werden und darf nur so lange wie unbedingt nötig verordnet werden.

Die Beendigung der Behandlung erfolgt "ausschleichend", das bedeutet, dass die Dosis immer weiter herabgesetzt wird. Zum Einsatz kommen eventuell auch Malariamittel und entzündungshemmende Medikamente gegen rheumatische Beschwerden.



Vorbeugung

Einer Sarkoidose vorzubeugen wird relativ schwierig sein, solange man die eigentlichen Ursachen dieser Erkrankung nicht sicher kennt.

Ob das Leben in Industriegebieten die Entstehung der Sarkoidose begünstigt, kann ebenfalls nicht abschließend belegt werden.

Eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol helfen aber immer, schädliche Faktoren auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren.

Medikamente jeglicher Art sollten immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Aufenthalte in frischer Luft und sportliche Aktivitäten stärken den Körper und somit das Immunsystem. Im Verdachtsfall muss der Arzt aufgesucht werden.

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