Lungenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juli 2016
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Die Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Ähnlich wie die Erkältung oder die Grippe tritt auch die Lungenentzündung vermehrt in der kalten Jahreszeit auf. Die Erkrankung äußert sich meist durch typische Beschwerden. Neben Husten, Fieber und Schüttelfrost können auch Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lungenentzündung (Pneumonie)?

Die Lungenentzündung, in der Medizin auch als Pneumonie bezeichnet, gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 300.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Besonders häufig betroffen sind kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit einem schwachen Immunsystem.

Meist beginnt eine Lungenentzündung mit plötzlich auftretenden Beschwerden. Schüttelfrost, Fieber und Husten sind die typischen Symptome bei einer bakteriellen Lungenentzündung - der Husten ist meist von einem Auswurf begleitet. Fieber mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius ist bei einer Lungenentzündung durchaus keine Seltenheit. Auch Schmerzen beim Atmen können bei dieser Erkrankung jedoch auftreten.

Lösen Viren die Lungenentzündung aus, sind die Symptome meist nicht so eindeutig zu bestimmen. Kopf- und Gliederschmerzen treten bei dieser Form der Lungenentzündung vermehrt auf.

Um eine Lungenentzündung zu diagnostizieren, wird der behandelnde Arzt zunächst Lunge und Herz abhorchen. Bestimmte Geräusche können dann schon oft auf eine Lungenentzündung hindeuten. Auch eine Röntgenuntersuchung wird häufig angestrebt - bei dieser wird der Arzt vermutlich Schatten auf der Lunge feststellen können.

Ursachen

Die weitaus häufigste Ursache für die Lungenentzündung sind Bakterien als Auslöser - hier am häufigsten auftretend sind die Pneumokokken, denen die Erkrankung auch ihren wissenschaftlichen Namen verdankt. Für etwa 70 Prozent der Erkrankungen sind diese Bakterien verantwortlich.

Darüber hinaus können aber auch Viren oder Pilze der Auslöser für die Lungenentzündung sein - in etwa 20 Prozent der Fälle ist dies der Fall. Diese Erreger dringen in die Lunge vor und verursachen dort eine Entzündung.

Übertragen wird die Lungenentzündung in der Regel durch die sogenannte Tröpfcheninfektion - dies geschieht insbesondere beim Husten oder Niesen. Somit kann man also sagen, dass die Lungenentzündung durchaus eine ansteckende Infektionskrankheit ist.

Darüber hinaus können aber auch giftige Gase diese Erkrankung auslösen und die Lunge angreifen.

Lungenentzündung (Pneumonie)

Symptome und Verlauf

Virale Lungenentzündung

Die virale Lungenentzündung wird auch als atypische Pneumonie bezeichnet, da sich ihre Symptome von denen der bakteriellen Lungenentzündung stark unterscheiden. So bricht die Krankheit insgesamt eher schleichend aus und verschlimmert sich über mehrere Tage hinweg. Typisch sind zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich wie bei einer Grippe. Hinzu kommen Schüttelfrost und ein lang anhaltender, quälender Husten, bei dem kein Auswurf festzustellen ist.

Betroffene leiden, anders als bei der bakteriellen Lungenentzündung, so gut wie nie an Atemnot oder Schmerzen beim Einatmen. Auch Fieber tritt bei der viralen Lungenentzündung weniger auf und wenn, dann steigt es nicht über 38,5 Grad. Der Patient fühlt sich insgesamt weniger krank als bei der durch Bakterien hervorgerufenen Pneumonie.

Der Krankheitsverlauf hängt stark von der Art der Viren und dem Zeitpunkt des Erkennens der Krankheit ab. Bei rechtzeitiger Aufnahme einer Behandlung besteht eine gute Chance auf vollständige Ausheilung. Da virale Lungenentzündungen aber häufig später erkannt werden, zieht sich der Krankheitsvelauf insgesamt länger hin.

Bakterielle Lungenentzündung

Die typischen Symptome der bakteriellen Lungenentzündung treten akut auf und verschlimmern sich mit der Zeit. Die Krankheit beginnt häufig mit Schüttelfrost, der bis zu einer Stunde andauern kann. Danach beginnt der Erkrankte zu husten und die Körpertemperatur steigt rasch an (Fieber). Der Husten geht in der Regel mit Auswurf einher, der erst rotbraun und später gelblich-grün verfärbt ist. Auch Halsschmerzen gehören zu den Symptomen einer bakteriellen Pneunmonie.

Charakteristisch für die Erkrankung sind auch Schmerzen beim Einatmen, da von der Lungenentzündung meist auch das Lungenfell betroffen ist. In manchen Fällen kann die durch Bakterien hervorgerufene Lungenentzündung auch Sauerstoffmangel hervorrufen, der sich in einer bläulichen Verfärbung von Extremitäten und Gesichtspartie zeigt.

Die bakterielle Lungenentzündung verschlimmert sich erst akut, bevor eine Verbesserung eintritt. Allgemein verläuft sie meist schwerer als eine virale Lungenentzündung, da sich die Betroffenen kränker fühlen und der Körper geschwächt ist. Wichtig ist eine sofortige Behandlung, wenn die ersten Symptome auftreten.

Diagnose

Um eine Lungenentzündung zu diagnostizieren, kann der behandelnde Arzt unterschiedliche Methoden anwenden. Grundsätzlich wird meist eine Blutuntersuchung angeordnet. Mithilfe dieser kann eine Entzündung im Körper erkannt und bestimmt werden. Benutzt der Mediziner sein Stethoskop, um die Lunge des Patienten abzuhören, kann er in vielen Fällen Rasselgeräusche vernehmen, die typisch für eine Lungenentzündung sind. Sie entstehen durch die Atembewegungen der verklebten Lungenbläschen.

Um wirklich sicherzugehen, dass tatsächlich eine Pneumonie vorliegt, wird außerdem eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt. Auf dem Röntgenbild können gesunde Regionen der Lunge von den entzündeten farblich unterschieden werden. Während gesundes Gewebe auf dem Röntgenbild dunkel erscheint, fallen die veränderten Stellen in der Lunge durch ihre hellere Farbe auf.

Grundsätzlich kann eine Lungenentzündung mit diesen wenigen Untersuchungen diagnostiziert werden. Besteht auch nach dem Röntgenbild noch Unklarheit oder besteht der Verdacht auf einen komplizierten bzw. besonders schweren Verlauf der Erkrankung, können zusätzlich Ultraschallaufnahmen oder eine Computertomografie durchgeführt werden.

Auch eine Untersuchung des Sputums oder Bronchialsekrets kann hier hilfreich sein, um den im Körper vorhandenen Erreger genauer zu bestimmen. Eine Lungenbiopsie kann ebenfalls durchgeführt werden; dazu kommt es allerdings eher selten. Aufgrund der genauen Diagnose kann der behandelnde Mediziner zuverlässig die genaue Art der Lungenentzündung bestimmen und anschließend eine entsprechende Therapie einleiten.

Behandlung und Therapie

Mehr als die Hälfte der Patienten mit einer Lungenentzündung müssen im Krankenhaus behandelt werden. Hier kommen meist bestimmte Medikamente zum Einsatz, welche die Symptome der Lungenentzündung lindern sollen.

Bei einer durch Bakterien ausgelösten Lungenentzündung beispielsweise haben sich vielfach Antibiotika bewährt. Wurde die Lungenentzündung durch Viren ausgelöst, schlagen Medikamente in der Regel jedoch nicht sehr gut an. In manchen Fällen, etwa wenn eine Atemnot vorliegt, muss auch künstlich beatmet werden.

Grundsätzlich sollte man bereits bei den ersten Anzeichen einer Lungenentzündung einen Arzt aufsuchen. Dies gilt besonders bei Kindern und älteren Menschen - hier nämlich treten die meisten Komplikationen auf.

Bei Menschen mit einem starken Immunsystem und jungen Menschen wiederum verläuft die Lungenentzündung meist glimpflich. Wichtig ist es in dem Fall, sich zu schonen und ausreichend zu trinken, am besten eignen sich Wasser und ungesüßte Tees.



Vorbeugung

Gut schützen kann man sich vor einer Lungenentzündung mit einer speziellen Impfung. Besonders Kleinkinder bis zu einem Alter von zwei Jahren sowie Menschen ab 60 Jahre sollten diese Impfung unbedingt in Anspruch nehmen.

Auch für Menschen mit einer Immunschwäche, beispielsweise dem HIV-Virus, ist diese sogenannte Pneumokokken Impfung empfehlenswert. Ebenfalls kann man einer Lungenentzündung dadurch vorbeugen, dass man den Körperkontakt zu bereits infizierten Personen weitestgehend einschränkt. Besonders für Personen, die im Krankenhaus arbeiten, kann sich dies allerdings schwierig gestalten.

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