Atemnot

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Februar 2017
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Atemnot (Luftnot, Dyspnoe) ist der Zustand, in dem der Mensch nicht mehr wie gewohnt atmen kann und dadurch ein Sauerstoffdefizit entsteht. Atemnot ist auch als Luftnot, Sauerstoffmangel oder medizinisch korrekt als Dyspnoe bekannt. Erkrankungen der Atemwege gehören zu den Hauptursachen, die eine Luftnot auslösen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Atemnot (Dyspnoe)?

Bei der Atemnot oder Luftnot (Dyspnoe) fällt die Atmung schwer, die Lunge kann schmerzen und man bekommt erhebliche Angstgefühle. In schweren Fällen erleiden einige Organe sogar eine Unterversorgung mit Sauerstoff und die Sauerstoffsättigung des Blutes sinkt, wodurch nicht mehr alle Körperteile richtig versorgt werden können.

Begleiterscheinungen der Atemnot sind daher nicht nur die Angst vor dem Erstickungstod, der nicht zwangsweise drohen muss, sondern auch Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps. Die Atemnot selbst wird dabei meist als Zustand empfunden, in dem nicht genug Luft eingeatmet werden kann.

Schematischer Aufbau (Anatomie) der menschlichen Lunge.

Ursachen

Für eine Atem- bzw. Luftnot können verschiedendste Gründe in Frage kommen. Die leichte Atemnot kann beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Problemen auftreten. Der Körper ist mit Sauerstoff unterversorgt, da das Herz keine ausreichende Pumpleistung aufbringen kann - um mehr Sauerstoff zu bekommen, wird die Atmung angeregt und der Patient bekommt den Eindruck, sein Problem läge in fehlender Lungenleistung begründet.

Atemnot tritt aber auch bei nahezu jeder Erkrankung des Atmungssystems auf: Die Spanne der Möglichkeiten reicht von der einfachen Erkältung mit verstopfter Nase bis hin zu schweren Krankheiten wie Lungenkrebs.

Raucher leiden oft schon früh nach dem Beginn der Sucht unter Atemproblemen bis hin zur Atemnot, vor allem dann, wenn sie physisch beansprucht werden.

Beim so genannten Raucherhusten, ist die Atemnot ein ständiger Begleiter, da sie bereits beim Treppensteigen auftreten kann. Wenn keine körperliche Ursache der Atemnot erkennbar ist, liegt es nahe, dass sie an psychischen Problemen liegt. Bei der Depression kommt es beispielsweise zu einem Druckgefühl auf der Brust, das sich wie Atemnot anfühlen kann. Auslöser kann aber auch extreme Angst sein.

Krankheiten

Atemnot ist Leitsymptom zahlreicher Lungenerkrankungen.

Diagnose und Verlauf

Wenn sie beim Arzt wegen Atemnot vorstellig werden, wird er sie zunächst in einem systematichen Patientengespräch (Anamnese) z.B. nach Art, Dauer und Häufigkeit der Atembeschwerden befragen. Des Weiteren wird erfragt unter welchen Umständen (z.B. Belastung, Rauchen, Medikamenteneinnahme) und mit welchen Begleitsymptomen (z.B. Husten) die Beschwerden auftreten.

Nach der Befragung erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei wird der Brustkorb bzw. die Lunge des Patienten abgeklopft und abgehorcht. Der Arzt kann weitere Diagnoseverfahren wie Blut- oder Röntgenuntersuchungen anweisen. Auch Funktionsuntersuchungen der Lunge, EKG oder CT können eingesetzt werden, um schwere Grunderkrankungen auszuschließen. Atembeschwerden, die anfänglich nur bei starker Belastung auftreten, können (je nach Ursache), im weiteren Verlauf auch in Ruhe (z.B. Schlaf) auftreten.

Behandlung und Therapie

Die Art der Behandlung von Atem- bzw. Luftnot ist abhängig von der eigentlichen Grundkrankheit. Bei Erkrankungen der Atemwege wird die Atemnot medikamentös oder operativ therapiert. Grundsätzlich können durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Arzneimittel (Kortison) helfen, die Atembeschwerden zu verbessern oder ganz zu beseitigen.

Patienten mit Asthma oder ähnlichen chronischen Atemwegserkrankungen werden beispielsweise mit Inhalatoren behandelt, die einen Wirkstoff zur Muskelentspannung direkt in die Luftröhre und Lunge bringen und so die oberen Atemwege öffnen. Auch zusätzlicher Sauerstoff, durch spezielle Beatmungsgeräte oder einfach durch ausreichend gelüftete Räume können das Atmen erleichtern. Bei zähem Schleim können schleimlösende Medikamente helfen wieder abzuhusten.

Operativ behandeln kann man dagegen Atemnot, die etwa durch Krebs oder Geschwüre hervorgerufen wird, indem man den Tumor entfernt und anschließend weiterbehandelt, um die Krebserkrankung zu heilen. Sobald die störende Wucherung entfernt wurde, lindert sich in der Regel auch die Atemnot von alleine.



Aussicht und Prognose

Bei Atemnot hängt die Prognose von der Art und Schwere der Beschwerden und der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Leichte Atembeschwerden können durch eine geeignete Therapie behandelt werden. Bei unzureichender Behandlung nehmen die Phasen der Atemnot dagegen zu und treten nicht mehr nur bei starker Belastung auf, sondern je nach Ursache auch in Ruhephasen. Atemnot aufgrund mangelnder Konditionen ist meist unproblematisch. Einfache Veränderungen in der Lebensführung versprechen eine deutlich Linderung der Beschwerden und damit einen äußerst positiven Verlauf. Eine akute Atemnot bedarf dagegen einer spezifischen Therapie, die möglichst zeitnah und umfassend durchgeführt werden muss.

Bei einer raschen Behandlung ist die Aussicht auf eine vollständige Genesung gegeben. Ist ein sofortiges Notfallmanagement nötig, hängt die Prognose auch davon ab, wie schnell Ersthelfer vor Ort sind. Liegt eine Bronchitis oder Lungenentzündung als Ursache vor, ist die Prognose in der Regel schlechter als bei einer allergiebedingten Atemnot, da Allergiker oft über Notfall-Set und Allergiepass verfügen, die eine rasche und geeignete Behandlung vor Ort erleichtern. Unter Umständen haben sich durch die Atemnot bereits Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Panikstörungen eingestellt, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Eine eindeutige Prognose kann aufgrund der vielen Einflussfaktoren allerdings nur von einem Arzt gestellt werden.

Vorbeugung

Um das unangenehme Gefühl der Atemnot zu verhindern, sollte man auf einen grundsätzlich gesunden Lebensstil achten. Rauch von Zigaretten oder anderen schädlichen Genussmitteln schadet zuerst den Atemwegen und kann dafür sorgen, dass man bei langjährigem Genuss schnell die ersten Atemprobleme bekommt.

Ferner ist auch viel Bewegung und Sport wichtig, da sie die Atemmuskulatur ebenso stärkt wie das Herz-Kreislauf-System und effektiv verhindert, dass eine Atemnot auftritt, da beide Systeme erkrankt sind.

Selbst den Krebserkrankungen, die Atemnot mit sich bringen, lässt sich vorbeugen, denn gerade Lungenkrebs entsteht vor allem bei Rauchern und Personen, die etwa bei der Arbeit schädlichen Chemikalien ausgesetzt sind. Der Arbeitsschutz sollte zur Verhinderung einer Erkrankung, die Atemnot mit sich bringt, zu jeder Zeit getragen werden.

Bücher über Lungenkrankheiten

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Später kommentierte am 08.08.2015 um 15:44 Uhr

Wenn ich schlafen gehe, sind die ersten 1 oder 2 Atemzüge die schlimmsten. Da bekomme ich kaum Luft. Danach geht es irgendwie. So ist das täglich.