Frühjahrsmüdigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2016
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Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet eine charakteristische Stimmungslage, die im Frühling von vielen Menschen typischerweise als ein Zustand von Schwächung erlebt und von Müdigkeit geprägt ist. Frühjahrsmüdigkeit wird nicht als diagnostizierbare Krankheit sondern vielmehr als ein Phänomen des jahreszeitlichen Wechsels angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Frühjahrsmüdigkeit?

Die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit tauchen vor allem in der nördlichen Hemisphäre in der Regel von Mitte März bis Mitte April auf und können abhängig vom Gesamtzustand einer betroffenen Person mehr oder weniger stark ausgeprägt sein.

Charakteristisch für die Frühjahrsmüdigkeit sind Müdigkeit trotz ausreichenden Schlafes, Empfindlichkeit gegenüber Wetterveränderungen, Schwindel, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, schmerzende Gelenke sowie ein gewisser Antriebsmangel.

Vor allem wetterfühlige Menschen sind von der Frühjahrsmüdigkeit viel öfter betroffen. Schlafforscher gehen davon aus, dass bis zu 70 Prozent der deutschen Bevölkerung unter Frühjahrsmüdigkeit leiden. Da vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck anfällig sind, betreffen die Symptome von Frühjahrsmüdigkeit eher Frauen als Männer und eher ältere Menschen als Jüngere.

Ursachen

Über die Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind sich die Mediziner und Schlafforscher nicht abschließend einig. In den meisten Fällen wird auf den Hormonhaushalt verwiesen. Demnach werden über den Winter hinweg die körpereigenen Reserven des "Glückshormons" Serotonin, dessen Produktion vom Tageslicht abhängig ist, erschöpft. So kann das „Schlafhormon" Melatonin verstärkt wirken und Frühjahrsmüdigkeit hervorrufen.

Gleichzeitig regelt der Körper im Frühjahr seinen Hormonspiegel nach und setzt Endorphine sowie die Sexualhormone Östrogen und Testosteron frei. Diese Umstellung stellt eine schwere Belastung für den Körper dar, der darauf mit einem Müdigkeitsgefühl, der typischen Frühjahrsmüdigkeit, reagiert. In den kälteren Monaten verlangsamt sich zudem der Stoffwechsel, wodurch die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung erschwert wird.

Vor allem in der Umstellungsphase benötigt der Körper jedoch mehr Vitamine und Proteine. Sind diese nicht vorhanden, reagiert das durch den Winter geschwächte Immunsystem auf den Energiemangel mit Frühjahrsmüdigkeit. Gleichzeitig verweisen Experten auf den Klimaumschwung im Frühling. So führen die steigenden Temperaturen zu einer Erweiterung der Blutgefäße und damit zu einem sinkenden Blutdruck mit Frühjahrsmüdigkeit.

Krankheiten

Typische Krankheiten der Frühjahrsmüdigkeit:

Diagnose und Verlauf

Erste Anzeichen für Frühjahrsmüdigkeit sind Appetitlosigkeit, ständige Müdigkeit, auch ein gewisse Verdrießlichkeit, die sich in ausdauernde Gereiztheit auswachsen kann. Im weiteren Verlauf einer Frühjahrsmüdigkeit stellt sich ein gewisses Gefühl von Schlappheit, mitunter auch Abgeschlagenheit ein.

Dies sollte im Laufe des Frühjahrs abklingen. Liegt kein Übergewicht oder ausgeprägter Konsum von Nikotin oder Alkohol vor und ist der Nachtschlaf ausreichend, sollte bei chronischer Müdigkeit jedoch ein ausführlicher Gesundheitscheck durchgeführt werden. Im Gegensatz zur harmlosen Frühjahrsmüdigkeit kann Müdigkeit auch auf tiefer liegende medizinische Ursachen deuten. Dazu gehören Anämie, Diabetes, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen, medikamentöse Nebenwirkungen oder Depressionen.

Behandlung und Therapie

Die Möglichkeiten, einer Frühjahrsmüdigkeit zu begegnen, sind vielfältig. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch ist immer empfehlenswert. Ausreichende Trinkmengen sowie die Vermeidung von Süßigkeiten und fetthaltigen Lebensmitteln entlasten den Stoffwechsel und wirken Trägheit und Frühjahrsmüdigkeit entgegen. Vitamine wie B12, B6, B1, B2, C und D sowie Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Magnesium und Kupfer heben den Energielevel.

Als Tonikum und Nahrungsergänzung zur Steigerung von Vitalität, mentaler und körperlicher Aktivität eignen sich Gelee Royal, Ginseng, Guarana sowie Goji Beeren. Gleichzeitig sind zur Vermeidung von Frühjahrsmüdigkeit eine gewisse Harmonisierung und Entspannung bei ausreichender Bewegung an frischer Luft angeraten, um Verstimmungen abzureagieren und das Wohlbefinden zu steigern.

Ebenso wie frische Luft vermögen auch lebhafte Farben bei der Auswahl der Kleidung oder der Zusammenstellung der Lebensmittel die Laune zu heben. Zur Bekämpfung der Frühjahrsmüdigkeit eignen sich homöopathische Arzneimittel. In der Regel empfiehlt sich die zweimal tägliche Einnahme von jeweils 5 Globuli in einer C 30 Potenz über einen Zeitraum von 2 - 3 Wochen hinweg.

Cinchona ist eines der besten homöopathischen Arzneimittel zur Behandlung einfacher körperlicher Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit, während sich calium phosphoricum eignet, wenn die Frühjahrsmüdigkeit bereits beim Erwachen verspürbar und mit Reizbarkeit, Überempfindlichkeit gegen Lärm, Kopfschmerzen und Schlafstörungen verbunden ist. Acidum phosphoricum ist angezeigt, wenn die Frühjahrsmüdigkeit von Gleichgültigkeit, Langsamkeit und Trägheit geprägt ist.



Vorbeugung

Eine stabile Gesundheit und ein gesunder Lebensstil sichern den Energiehaushalt des Körpers und sind die beste Basis, Frühjahrsmüdigkeit erst gar nicht aufkommen zu lassen. Eine ausgewogene Ernährung besteht aus frischem Obst und Gemüse, komplexen Kohlenhydraten, fettarmen Milchprodukten sowie moderaten Mengen an magerem Fleisch, Geflügel und Fisch. Der Konsum fettreicher Lebensmittel und Süßigkeiten sowie andauernder Stress und nervliche Belastung sollten so weit als möglich vermieden werden. Jegliche Art körperlicher Aktivität wie Qigong, Walking, Radfahren oder Schwimmen ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, Frühjahrsmüdigkeit vorzubeugen.

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