Reizbarkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. März 2015
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Reizbarkeit ist ein psychischer Zustand, in dem der Mensch intensiver und heftiger auf die Reize seiner Umgebung reagiert. Meist ist damit ein Zustand gesteigerter Erregbarkeit und Aggressivität gemeint, denn insbesondere in dieser Form schlägt sich Gereiztheit nieder. Nicht selten geht Reizbarkeit mit starken Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen einher.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Reizbarkeit (Gereiztheit, Erregbarkeit)?

Reizbarkeit ist ein Zustand, in dem der Mensch stärker auf alle möglichen Reize aus seiner Umgebung reagiert. Es kann sich dabei um Licht, Lärm, psychischen Stress oder auch nur um Berührungen handeln, meist ist aber ein psychischer Trigger der stärkste Reiz.

Im Zustand erhöhter Reizbarkeit fällt die Reaktion auf den einströmenden Reiz heftiger aus als sonst, der Betroffene reagiert beispielsweise aggressiv auf eine Bemerkung, die er normalerweise lockerer genommen hätte.

Es gibt daneben aber auch die physische Reizbarkeit: Mechanische Reize lösen dann stärkere Reaktionen als gewohnt im Körper aus und führen zu Reaktionen oder Schmerzen, die den Betroffenen wissen lassen, dass etwas nicht stimmt.

Ursachen

Eine physische Reizbarkeit hängt meistens mit einer Infektion zusammen. Der entzündete Körperteil reagiert stärker oder schmerzempfindlicher auf Reize der Umgebung, die er andernfalls nicht oder nur am Rande bemerkt hätte. Beispielsweise tränen die Augen bei Licht, wenn sie entzündet sind.

Als Nebeneffekt tritt Reizbarkeit auch durch körperliche Schmerzen aller Art auf, die bei jeder Erkrankung auftreten können. Psychische Reizbarkeit hingegen kann verschiedene Ursachen haben, die von einer körperlichen Erkrankung bis hin zu leichten oder schweren psychischen Auslösern reichen.

Häufig handelt es sich dabei lediglich um sporadischen Stress, allerdings werden auch einige schwerwiegende psychische Erkrankungen mit Reizbarkeit assoziiert.

Unverarbeitete Traumata, Depressionen oder andere verdrängte Erfahrungen, die einer Aufarbeitung bedürfen, äußern sich oftmals in Reizbarkeit und heftigen Reaktionen auf alltägliche Trigger, die beim gesunden Menschen keine so starke Reaktion provozieren dürften.

Auch Schlafstörungen können eine erhöhte Reizbarkeit hervorrufen, ebenso wie unangenehme körperliche Empfindungen, wie z.B. Hunger, Hitze oder Kälte (Unterkühlung) oder .

Häufig können auch hormonelle Störungen, wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion) (Jodmangel), das prämenstruelle Syndrom oder ein niedriger Serotoninspiegel zu einem Hormon-Ungleichgewicht führen.

Diagnose und Verlauf

Reizbarkeit ist nicht schwer zu diagnostizieren - gerade im physischen Bereich kann man sie jederzeit leicht nachvollziehen. Der Patient wird dazu dem Reiz ausgesetzt, auf den er übermäßig stark zu reagieren glaubt, und anschließend kann der Arzt nachvollziehen, ob tatsächlich Reizbarkeit vorliegt. Beispielsweise wird ein entzündetes Auge kurz dem Licht ausgesetzt, um zu testen, wie die körperliche Reaktion darauf ausfällt, da diese für die Diagnose ausreicht - oft ist jedoch schon dieser Schritt unnötig.

Psychische Reizbarkeit dagegen ist bereits schwieriger zu diagnostizieren, hierfür sind die Angaben der Menschen wichtig, die den Patienten gut kennen und wissen, wie er früher war. Einige Menschen sind ohne krankhafte Ursache leicht reizbar, andere hingegen entwickeln sich im Laufe mehrerer Monate und Jahre so, obwohl sie vormals ganz anders waren. Ein Psychologe kann aber auch eine Befragung durchführen, um festzustellen, ob der Verlauf schleichend oder akut gestaltet ist und ob es sich um eine erhöhte Reizbarkeit handelt oder nicht.

Behandlung und Therapie

Eine physisch erhöhte Reizbarkeit wird meistens nicht gesondert behandelt, da es sich hierbei um ein Symptom und nicht um eine eigenständige Erkrankung handelt. Je nachdem, wie unangenehm die Auswirkungen einer solchen Reizbarkeit sind, besteht allerdings die Möglichkeit, symptomatisch zu behandeln und zu versuchen, die Auswirkungen der Ursache in Grenzen zu halten.

Entspannungsübungen wie z.B. Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung sowie die Einnahme von pflanzlichen Beruhigungsmitteln (z.B. Baldrian) können helfen das Reizniveau zu senken.

Bei einer hormonell bedingten Störung (z.B. Erkrankungen der Schilddrüse, prämenstruelles Syndrom) kann die Verabreichung von Hormonen (Progesteron) oder der Ausgleich eines bestehenden Jodmangels (bei Schilddrüsenunterfunktion) die Symptome lindern.

Ohne eine Behandlung der Ursache sind die Erfolgschancen eher gering und es handelt sich nur um eine Unterdrückung eines Symptoms. Bessere Therapiemöglichkeiten gibt es bei der psychischen Reizbarkeit - die Behandlung beginnt mit der Erkennung der konkreten Ursache.

Der Psychologe wird sich hierfür mit dem Patienten befassen und ihn zu seiner aktuellen Situation befragen. Es geht darum, herauszufinden, woher die Reizbarkeit kommt und welche Therapie dementsprechend zur Besserung führen könnte.

Wenn es sich um Reizbarkeit durch alte, tief verwurzelte psychische Wunden handelt, müssen diese tiefenpsychologisch wieder aktuell gemacht, hervorgeholt und ausgeheilt werden.

Akute Ursachen hingegen sind leichter greifbar und man kann versuchen, als Patient selbst aktiv etwas an den aktuellen Lebensumständen zu ändern und dafür zu sorgen, dass die Ursache der erhöhten Reizbarkeit von alleine wieder verschwindet. Dadurch verschafft man sich in Zusammenarbeit mit dem psychisch geschulten Therapeuten ebenfalls Linderung und die Reizbarkeit wird sich langfristig minimieren.

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Vorbeugung

Reizbarkeit durch eine infektiöse Ursache kann man kaum verhindern. Man sollte sich in dieser Zeit von der Quelle des Reizes fern halten, um körperliche Reaktionen zu verhindern. Psychische Reizbarkeit kann man verhindern, indem man darauf achtet, sich genug Entspannung und Erholung zu gönnen, da andernfalls der Stress des Alltags dafür sorgt, dass man gereizt reagiert. Schlimmere psychische Wunden bedürfen der Hilfe eines Fachmanns, die man lieber jetzt als in vielen Jahren annimmt, wenn sich das Problem festgefahren hat und nicht mehr so leicht zu behandeln ist.

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