Schilddrüsenüberfunktion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. September 2016
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Bei der Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose liegt eine Überproduktion der Schilddrüsenhormone vor. Das Überangebot führt zu einer Reihe von überschießenden Krankheitserscheinungen. Typische Symptome sind anderem eine Halsverdickung, Gewichtsabnahme, Nervosität, Zittern und übermäßiges Schwitzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schilddrüsenüberfunktion?

Unter der Schilddrüsenüberfunktion versteht man die vermehrte Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Im Körper bewirken sie an vielerlei Stelle eine gesteigerte Empfindlichkeit verschiedener Organe, sodass bei der Schilddrüsenüberfunktion überschießende Reaktionen des Körpers auf die vermehrten Reize durch die Hormone vorliegen.

Gesteuert wird die Hormonproduktion des Körpers durch Regelkreise: Bei den Schilddrüsenhormonen handelt es sich um den thyreotopen Regelkreis. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion finden die ersten Störungen bereits im Gehirn statt, wo der Regelkreis durch Ausschüttung von Botenstoffen beginnt.

Ursachen

Auslöser der Schilddrüsenüberfunktion kann eine Autonomie verschiedener Teile des Organs sein.

Während die gesunde Schilddrüse in Abhängigkeit vom bereits vorhandenen Hormonspiegel neue Hormone produziert, tun die autonom gewordenen Teile dies auch dann, wenn ein ausreichender Wert im Blut vorhanden ist - es kommt zur Schilddrüsenüberfunktion.

Möglich ist auch eine autoimmune Ursache: In Frage kommen Morbus Basedow und Morbus Hashimoto. Die Schilddrüsenüberfunktion ist dann nur ein Symptom, nicht das Grundproblem.

Sehr selten handelt es sich um eine Überfunktion der Hypophyse, der Drüse im Gehirn, die den thyreotonen Regelkreis initiiert.

Ebenfalls selten ist die Schilddrüsenüberfunktion als Symptom eines paraneoplastischen Syndroms: Dieses beschreibt Begleiterscheinungen einer Krebserkrankungen, die nicht durch den Krebs selbst ausgelöst werden.

Symptome und Verlauf

Symptome einer Schilddrüsenerkrankung (Schilddrüsenüberfunktion).

Mögliche Symptome von Schilddrüsenvergrößerung:

Eine Schilddrüsenüberfunktion verläuft im bestenfalls subklinisch. Das bedeutet, dass die Erkrankung zwar vorliegt und die T3- und T4-Werte im Blut erhöht sind, doch es kommt zu keinen Symptomen und der Patient wirkt nach außen hin gesund.

Bei der latenten Schilddrüsenüberfunktion ist der TSH-Wert erniedrigt: Dieses Hormon ist die Vorstufe von T3 und T4. Bei der manifesten Schilddrüsenüberfunktion bemerkt der Patient Symptome: Dazu gehören Schweißausbrüche, schneller Herzschlag (Tachykardie) oder gar Herzrhythmusstörungen, Nervosität, Zittern, häufige Durchfälle und eine Verdickung am Hals (Struma).

Es sind weitere unspezifische Symptome möglich. Die Steigerung der Schilddrüsenüberfunktion ist die lebensbedrohliche thyreotoxische Krise, die einen klinischen Notfall darstellt und lebensbedrohlich ist.

Diagnose

Erster Untersuchungsschritt im Rahmen der Diagnostik einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Rahmen einer Blutuntersuchung. Typisch sind eine Erhöhung der sogenannten freien Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie ein zwingend niedriges Thyreoidea stimulierendes (Schilddrüsen stimulierendes) Hormon, das TSH. Im Rahmen der Beschwerdeschilderung durch den Patienten weisen insbesondere Nervosität, Herzklopfen, starkes Schwitzen, großer Durst und eine ungewollte Gewichtsabnahme auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin.

Nicht immer sind die hohen Schilddrüsenwerte auch der tatsächliche Auslöser für den Symptomkomplex der Schilddrüsenüberfunktion. Die Hyperthyreose kann beispielsweise auch auf der Grundlage eines Morbus Basedow entstanden sein. Um diese Erkrankung festzustellen beziehungsweise auszuschließen, wird der Arzt den Patienten nach Anfällen von Herzrasen fragen und ihn auf deutlich hervortretende Augäpfel sowie durch Abtasten und Sonografie auf eine vergrößerte Schilddrüse untersuchen. In einigen Fällen wird er auch eine Antikörperbestimmung oder nach einer Punktion die histologische Untersuchung des Schilddrüsengewebes veranlassen.

Neben bestimmten Medikamenten kann die Hyperthyreose auch durch eine Schilddrüsenautonomie verursacht sein. Hier kann bei der Szintigrafie durch die Gabe eines radioaktiven Kontrastmittels das Vorhandensein von sogenannten heißen Knoten diagnostiziert werden, das die Schilddrüsenautonomie als Grund für die Schilddrüsenüberfunktion diagnostisch sichert.

Behandlung und Therapie

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann medikamentös behandelt werden, um normale Laborwerte zu erreichen - heilbar ist der Zustand jedoch nicht. Zum Einsatz kommen Thyreostatika, die die Funktion der Schilddrüse hemmen und auf diese Weise langfristig die Schilddrüsenüberfunktion im Zaum halten. Ergänzende Medikamente können eingesetzt werden, um Symptome wie die Tachykardie in den Griff zu bekommen.

In manchen Fällen wird die Schilddrüse teilweise oder vollständig operativ entfernt: Bei Krebs ist das das Mittel der Wahl. Je nach Ergebnis der OP leidet der Patient danach nicht mehr an einer Schilddrüsenüberfunktion oder muss eine Hormonersatztherapie fortführen, um ein Wiederauftreten der Schilddrüsenüberfunktion zu verhindern.

Eine modernere Alternative zur Operation stellt heute die Radiojodtherapie dar, die allerdings eine Belastung für den Körper darstellt und daher für Schwangere nicht geeignet wäre.



Vorbeugung

Einer Schilddrüsenüberfunktion kann man nicht vorbeugen; wie fast alle Störungen eines Hormonregelkreises liegt die Schuld an der Erkrankung nicht beim Patienten selbst. Bei bekannter Schilddrüsenüberfunktion ist es jedoch wichtig, den Zustand zu beobachten, um Schlimmeres zu verhindern.

Es besteht ein permanentes Risiko der so genannten thyreotoxischen Krise, die einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt. Damit die Schilddrüsenüberfunktion nicht darin resultiert, sollte man regelmäßig den Arzt aufsuchen, um die Schilddrüsenwerte untersuchen zu lassen.

Auf diese Weise kann man sich sicher sein, dass die Medikamentendosis richtig eingestellt ist, um die individuelle Schilddrüsenüberfunktion in Schach zu halten. Symptomen der Schilddrüsenüberfunktion kann man zusätzlich mit Medikamenten vorbeugen.

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