Müdigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Müdigkeit

Müdigkeit ist eigentlich ein ganz normaler Zustand, der jedem vertraut ist, wenn er zum Beispiel die Nacht durchgefeiert hat und am nächsten Morgen nicht aus dem Bett findet. Müdigkeit kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. So ist zum Beispiel chronischer Schlafmangel häufig ein Grund für Antriebsschwäche, Abgeschlagenheit, Erschöfpung und Müdigkeit am Tage.

Inhaltsverzeichnis

Wann ist Müdigkeit krankhaft?

Den Begriff Müdigkeit verwendet man auch bei fehlender Energie, bei Lustlosigkeit und auch bei physischer und psychischer Überforderung. Aber auch diese Symptome sind nicht besorgniserregend, wenn sie nur hin und wieder zu beobachten sind.

Als krankhaft gilt die Müdigkeit dann, wenn sie zum Dauerzustand wird, ohne dass Schlafmangel vorliegt. Ebenfalls sind ständige Erschöpfung und das Bedürfnis, jederzeit ins Bett kriechen zu müssen, ein Hinweis auf krankhafte Müdigkeit.

Ursachen

Die Ursachen der Müdigkeit sind sehr vielseitig. Wenn wir unzureichenden Nachtschlaf, starke berufliche Überforderung oder hohe sportliche Belastung ausklammern, treffen wir auf eine ganze Palette von Müdigkeitssyndromen, die einer ärztlichen Diagnose und einer entsprechenden Behandlung bedürfen.

Müdigkeit kann vorliegen, wenn der Mensch an bestimmten Krankheiten leidet. So verursachen krankhafte Schlafstörungen wie die Schlafapnoe, bei der während des Schlafes kurzfristig die Atmung aussetzt, chronische Müdigkeit während des Tages.

Ernsthafte Erkrankungen wie die Schilddrüsenunterfunktion, bei der der Organismus auf Sparflamme arbeitet, die chronische Krankheit Diabetes mellitus oder Hepatitis und Herzerkrankungen können die Ursache von Müdigkeit sein.

Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder auch übermäßiger Alkoholkonsum können zu einem unnatürlichen Schlafbedürfnis führen. Schädliche Umwelteinflüsse werden ebenfalls hierfür verantwortlich gemacht. Aber auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Antidepressiva oder Antihistaminika, die bei Allergien eingenommen werden, können eine ungewöhnliche Müdigkeit hervorrufen.

Niemand sollte außergewöhnliche Ermüdungserscheinungen, krankhafte Erschöpfungszustände auf die leichte Schulter nehmen. Bei chronischer Müdigkeit sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Krankheiten mit Müdigkeit

Diagnose und Verlauf

Nahezu jede Krankheit kann müde machen. Der Körper signalisiert hiermit, dass er spezielle Unterstützung und vor allem Ruhe braucht. Bei verschiedenen Krankheiten ist das Begleitsymptom Müdigkeit jedoch besonders häufig zu beobachten.

In erster Linie zeigt Müdigkeit an, dass irgendetwas im Körper nicht stimmt und dass er sich gegen eine Unregelmäßigkeit wehrt. Dies kann beispielsweise eine beginnende Infektion sein. Jedoch begleiten Müdigkeitsgefühle als allgemeines Krankheitssymptom ganz verschiedene gesundheitliche Probleme. Besonders häufig klagen Betroffene bei bestimmten Krankheiten über Müdigkeit. Entzündungen, akute und chronische Infektionen sowie Blutarmut gehen vielfach mit großer Müdigkeit einher.

Dasselbe gilt für Personen, die häufig unter niedrigem Blutdruck oder Lungenerkrankungen leiden. Müdigkeit ist der Schmerz der Leber, so heißt ein Leitsatz in der Medizin. Entsprechend häufig klagen Personen unter Müdigkeit, deren Leber oder Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind. Auch bestimmte Autoimmunerkrankungen, Stoffwechsel- und Hormonstörungen können Müdigkeit als Begleitsymptom mit sich bringen. Ebenso können auch psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Burnout oder Depressionen, Grund für große Müdigkeit sein.

Hält Müdigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg an, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Ursachenforschung ist bei Müdigkeit der Schlüssel zur Genesung. Vielfach bleibt hierbei nichts anderes übrig, als den Betroffenen auf verschiedene mögliche Erkrankungen zu untersuchen. Nach dem Ausschlussverfahren kann diagnostiziert werden, welche Ursache hinter der Müdigkeit steckt.

Behandlung und Therapie

Unangenehme Müdigkeit während des Tages ist oft die Ursache eines unnormalen Schlafverhaltens. Jeder Mensch unterliegt einem individuellen Biorhythmus. Nicht jeder benötigt eine nächtliche Schlafdauer von sieben bis acht Stunden.

Besonders ältere Menschen kommen mit weniger Schlaf aus. Ihnen genügen oft fünf Stunden oder weniger, um tagsüber fit zu sein. Jeder sollte für sich sein gesundes Schlafpensum herausfinden. Auch zu viel Schlaf – das ist das Paradoxe – kann zur Müdigkeit am Tage führen.

Es gibt nun aber eine Vielzahl von Schlafstörungen, die behandelt werden sollten. Der Aufenthalt in einem Schlaflabor ist in diesem Falle sinnvoll. Hier werden die Ursachen für die chronische Müdigkeit ermittelt. Der Mediziner kann dann eine entsprechende Behandlung in die Wege leiten.

Liegt eine chronische Erkrankung vor, die ursächlich für die Müdigkeit ist, wird der Arzt diese natürlich therapieren. Nach erfolgreicher Behandlung wird auch die unnatürliche Müdigkeit verschwinden.

Bei chronischen Erschöpfungszuständen wirkt eine Kur Wunder. Umfassende Erholung, aber auch sportliche Belastungen wie Joggen oder Radfahren und entspannende Anwendungen zaubern oftmals die Müdigkeit fort.



Vorbeugung

Einfache und wirksame Verhaltensweisen beugen gegen die Müdigkeit vor. Die erste Bedingung ist ausreichender aber nicht zu langer Schlaf. Das Einnehmen von Mahlzeiten vor dem Schlafengehen sollte unterbleiben. Der Aufenthalt in frischer Luft, sportliche Betätigung und ein Abendspaziergang verhilft zum gesunden Schlaf. Die Wechseldusche am Morgen regt den Kreislauf an und man fühlt sich danach fit. Der Konsum von Alkohol, starkem Kaffee, schwarzem Tee vor dem Zubettgehen – all das sind Schlafkiller. Die chronische Müdigkeit, die durch eine Krankheit hervorgerufen wird, kann jedoch kaum vorbeugend behandelt werden. Hier ist der Arzt gefragt.

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