Appetitlosigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Februar 2017
Gesundpedia.deSymptome Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit beschreibt ein vermindertes oder völlig fehlendes Hungergefühl. Ein kurzzeitiges Empfinden, kein Essen zu sich nehmen zu wollen, kennt wahrscheinlich jeder von uns und ist eine völlig normale Erscheinung. Ein länger andauernder Appetitmangel kann jedoch viele verschiedene körperliche oder auch psychische Ursachen haben. Um ernste Grunderkrankungen auszuschließen, sollte bei anhaltender Appetitlosigkeit ein Arzt konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Appetitlosigkeit?

Was genau ist Appetitlosigkeit? Eine kurzzeitig und gelegentlich auftretende Appetitlosigkeit ist eine normale Reaktion, welche durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Vielleicht schmeckt das Essen einmal nicht oder ruft Ekel hervor.

Auch seelische Ursachen können für einen kurzzeitigen Appetitmangel verantwortlich sein. Stress oder Liebeskummer sind die häufigsten Auslöser für eine kurzzeitige Appetitlosigkeit. Handelt es sich jedoch um einen länger andauernden Appetitmangel, können ernsthafte körperliche oder tiefer gehende seelische Erkrankungen dafür verantwortlich sein.

Appetitlosigkeit kann sich als einfache Unlust zur Nahrungsaufnahme bis hin zur völligen Nahrungsverweigerung äußern. Eine länger andauernde Appetitlosigkeit sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen

Welche Ursachen gibt es für Appetitlosigkeit? Appetitlosigkeit kann viele physische und psychische Ursachen haben. Dabei kann sie sowohl als ein Symptom für verschiedene Erkrankungen, als auch ein Anzeichen für beginnende Krankheiten sein.

Psychischen Ursachen können Stress, Probleme in Familie oder Partnerschaft oder auch Depressionen sein. Auch Magersucht, Bulimie oder eine allgemeine Essunlust oder Nahrungsverweigerung bei älteren Menschen gehören dazu.

Bei den physischen Erkrankungen sind Magen-Darm-Erkrankungen die häufigste Ursache für Appetitlosigkeit. Dabei können die ursächlichen Erkrankungen von einer leichten Magenverstimmung über Reizmagen, Magenschleimhautentzündung oder Geschwüren, bis hin zu Krebserkrankungen des Magens oder Darms reichen.

Auch andere Krankheiten, zum Beispiel verschiedene Herzerkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Nierenschwäche können für einen mangelnden Appetit verantwortlich sein. Weiterhin kommen neurologische Erkrankungen, wie Demenz, als Ursache in Frage. Suchterkrankungen und verschiedene Medikamente lösen ebenfalls manchmal Appetitlosigkeit aus.

Krankheiten mit Appetitlosigkeit

Wann zum Arzt?

Appetitlosigkeit kann, besonders in außergewöhnlichen Situationen, ganz normal sein und ist allein noch kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Wenn die Appetitlosigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum anhält oder ein ungewöhnlich großer Gewichtsverlust auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam, um die Ursachen der Appetitlosigkeit ausfindig zu machen.

Ebenfalls kann es sinnvoll sein einen Arzt zu konsultieren, wenn weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen oder allgemeines Unwohlsein mit der Appetitlosigkeit einhergehen, da in diesem Fall auch schwerwiegende gesundheitliche Ursachen ausgeschlossen werden sollten. Ein Arzt kann den Ursprung der Krankheit finden, indem er verschiedene Fragen zu den Symptomen, der momentanen Lebensweise und möglichen Vorerkrankungen stellt und daraufhin körperliche Untersuchungen vornimmt.

Mit Hilfe der Ergebnisse kann der Arzt eine Diagnose stellen und wenn nötig auch den Besuch eines Spezialisten, zum Beispiel eines Psychologen oder eines Gastroenterologen empfehlen.

Wenn zunächst keine Ursache gefunden werden kann, wird Appetitlosigkeit häufig mit Medikamenten behandelt, um eine Gewichtsabnahme und Schwächung des Körpers zu vermeiden.

Diagnose und Verlauf

Der Verlauf einer Appetitlosigkeit und die Diagnose ihrer Ursachen kann von Fall zu Fall verschieden sein. Neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung und Blut- und Urinuntersuchungen sind weitere Informationen für die Diagnosestellung äußerst wichtig. Dazu gehören die Fragen nach möglichen Vorerkrankungen, zur Dauer der Appetitlosigkeit, zur Einnahme von Medikamenten oder auch eines eventuellen Gewichtsverlusts. Auch eventuell vorliegende psychische Ursachen können durch einen breit gefächerten Fragekatalog diagnostiziert werden. Sobald ein Verdacht auf eine bestimmte Ursache besteht, folgen weitere ärztliche oder psychologische Untersuchungen. Diese variieren je nach der vermuteten Ursache für die Appetitlosigkeit.

Eine kurzzeitig auftretende Appetitlosigkeit ist eine normale Erscheinung und ist in der Regel nicht besorgniserregend. Dauert der Appetitmangel jedoch länger an, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, damit eine genaue Diagnose erstellt werden kann. Häufig bestehen neben dem Appetitmangel weitere Beschwerden, welche weitere Hinweise auf die Ursache geben können.

Behandlung und Therapie

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Die Behandlung der Appetitlosigkeit richtet sich immer nach der Ursache. Sind psychische Ursachen für den Appetitmangel verantwortlich, kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Tritt die Appetitlosigkeit aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung auf, werden meist Medikamente zur Therapie eingesetzt.

Aber auch eine Umstellung auf eine ausgewogene und magenschonende Ernährung, sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind wesentliche Faktoren, um die Appetitlosigkeit zu überwinden. Ist eine Krebserkrankung die Ursache, können Operationen, Chemo- oder Strahlentherapien zur Behandlung eingesetzt werden.

Prinzipiell sollte versucht werden, das Essverhalten wieder zu normalisieren. Dazu gehört auch genügend Zeit für die Zubereitung der Speisen und das Essen einzuplanen.

Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, dazu die Hilfe eines Ernährungsberaters oder Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus können verschiedene appetitanregende Medikamente dazu beitragen, den Appetit wieder anzuregen und so der Appetitlosigkeit entgegenzuwirken.



Vorbeugung

Gibt es Vorsorgemaßnahmen gegen Appetitlosigkeit? Tritt die Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung einer ursächlichen Erkrankung auf, ist es schwierig bis unmöglich einem Appetitmangel vorzubeugen. Generell sind jedoch eine ausgewogene, gesunde und regelmäßige Ernährung, sowie ausreichende Bewegung gute Vorsorgemaßnahmen gegen Appetitmangel. Auch die Vermeidung von Stress kann einer Appetitlosigkeit vorbeugen.

Bücher über Appetitlosigkeit

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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