Appetitlosigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2017
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Appetitlosigkeit beschreibt ein vermindertes oder völlig fehlendes Hungergefühl. Ein kurzzeitiges Empfinden, kein Essen zu sich nehmen zu wollen, kennt wahrscheinlich jeder von uns und ist eine völlig normale Erscheinung. Ein länger andauernder Appetitmangel kann jedoch viele verschiedene körperliche oder auch psychische Ursachen haben. Um ernste Grunderkrankungen auszuschließen, sollte bei anhaltender Appetitlosigkeit ein Arzt konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Appetitlosigkeit?

Was genau ist Appetitlosigkeit? Eine kurzzeitig und gelegentlich auftretende Appetitlosigkeit ist eine normale Reaktion, welche durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Vielleicht schmeckt das Essen einmal nicht oder ruft Ekel hervor.

Auch seelische Ursachen können für einen kurzzeitigen Appetitmangel verantwortlich sein. Stress oder Liebeskummer sind die häufigsten Auslöser für eine kurzzeitige Appetitlosigkeit. Handelt es sich jedoch um einen länger andauernden Appetitmangel, können ernsthafte körperliche oder tiefer gehende seelische Erkrankungen dafür verantwortlich sein.

Appetitlosigkeit kann sich als einfache Unlust zur Nahrungsaufnahme bis hin zur völligen Nahrungsverweigerung äußern. Eine länger andauernde Appetitlosigkeit sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen

Welche Ursachen gibt es für Appetitlosigkeit? Appetitlosigkeit kann viele physische und psychische Ursachen haben. Dabei kann sie sowohl als ein Symptom für verschiedene Erkrankungen, als auch ein Anzeichen für beginnende Krankheiten sein.

Psychischen Ursachen können Stress, Probleme in Familie oder Partnerschaft oder auch Depressionen sein. Auch Magersucht, Bulimie oder eine allgemeine Essunlust oder Nahrungsverweigerung bei älteren Menschen gehören dazu.

Bei den physischen Erkrankungen sind Magen-Darm-Erkrankungen die häufigste Ursache für Appetitlosigkeit. Dabei können die ursächlichen Erkrankungen von einer leichten Magenverstimmung über Reizmagen, Magenschleimhautentzündung oder Geschwüren, bis hin zu Krebserkrankungen des Magens oder Darms reichen.

Auch andere Krankheiten, zum Beispiel verschiedene Herzerkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Nierenschwäche können für einen mangelnden Appetit verantwortlich sein. Weiterhin kommen neurologische Erkrankungen, wie Demenz, als Ursache in Frage. Suchterkrankungen und verschiedene Medikamente lösen ebenfalls manchmal Appetitlosigkeit aus.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Appetitlosigkeit kann, besonders in außergewöhnlichen Situationen, ganz normal sein und ist allein noch kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Wenn die Appetitlosigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum anhält oder ein ungewöhnlich großer Gewichtsverlust auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam, um die Ursachen der Appetitlosigkeit ausfindig zu machen.

Ebenfalls kann es sinnvoll sein einen Arzt zu konsultieren, wenn weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen oder allgemeines Unwohlsein mit der Appetitlosigkeit einhergehen, da in diesem Fall auch schwerwiegende gesundheitliche Ursachen ausgeschlossen werden sollten. Ein Arzt kann den Ursprung der Krankheit finden, indem er verschiedene Fragen zu den Symptomen, der momentanen Lebensweise und möglichen Vorerkrankungen stellt und daraufhin körperliche Untersuchungen vornimmt.

Mit Hilfe der Ergebnisse kann der Arzt eine Diagnose stellen und wenn nötig auch den Besuch eines Spezialisten, zum Beispiel eines Psychologen oder eines Gastroenterologen empfehlen.

Wenn zunächst keine Ursache gefunden werden kann, wird Appetitlosigkeit häufig mit Medikamenten behandelt, um eine Gewichtsabnahme und Schwächung des Körpers zu vermeiden.

Diagnose und Verlauf

Der Verlauf einer Appetitlosigkeit und die Diagnose ihrer Ursachen kann von Fall zu Fall verschieden sein. Neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung und Blut- und Urinuntersuchungen sind weitere Informationen für die Diagnosestellung äußerst wichtig. Dazu gehören die Fragen nach möglichen Vorerkrankungen, zur Dauer der Appetitlosigkeit, zur Einnahme von Medikamenten oder auch eines eventuellen Gewichtsverlusts. Auch eventuell vorliegende psychische Ursachen können durch einen breit gefächerten Fragekatalog diagnostiziert werden. Sobald ein Verdacht auf eine bestimmte Ursache besteht, folgen weitere ärztliche oder psychologische Untersuchungen. Diese variieren je nach der vermuteten Ursache für die Appetitlosigkeit.

Eine kurzzeitig auftretende Appetitlosigkeit ist eine normale Erscheinung und ist in der Regel nicht besorgniserregend. Dauert der Appetitmangel jedoch länger an, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, damit eine genaue Diagnose erstellt werden kann. Häufig bestehen neben dem Appetitmangel weitere Beschwerden, welche weitere Hinweise auf die Ursache geben können.

Komplikationen

Appetitlosigkeit ist ein häufig vorkommendes Symptom, meistens bei Erkältungskrankheiten. Es kann allerdings auch durch eine große Reihe anderer Erkrankungen und selbst als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Wenn es zu Appetitlosigkeit kommt, dann aber meistens, wenn Patienten essen müssen, um sich zu stärken und die Heilung zu unterstützen. Schwerwiegende Komplikationen wie Gewichtsverlust, Unter- und Mangelernährung treten nur dann auf, wenn es sich um eine lang anhaltende Appetitlosigkeit handelt. Diese Form ist beispielsweise bei Krebspatienten in der Behandlung zu beobachten, wenn sich ihre Krebstherapie auf den Appetit auswirkt. Neben den körperlichen Ursachen der Appetitlosigkeit kommen aber such seelische Auslöser in Frage, die genauso in Komplikationen münden können.

Stress, psychische Belastungen durch Ereignisse im alltäglichen Leben, aber auch psychische Erkrankungen wie Essstörungen führen zu Appetitlosigkeit und letztlich auch dazu, dass zu wenig gegessen wird. Das wiederum mündet in Gewichtsverlust und je nach Zusammensetzung der noch aufgenommenen Nahrung möglicherweise in Mangelerscheinungen. Selbst, wenn diese an sich behandelt wurden, würden sie immer wiederkehren, bis die Ursache der Appetitlosigkeit behoben wurde. Der Zeitraum, bis Appetitlosigkeit zu Komplikationen führt, ist abhängig von Alter und allgemeinem Gesundheitszustand des Patienten. Wer gut genährt ist und nur sporadische Appetitlosigkeit verspürt, wird sie vermutlich ohne Schwierigkeiten verkraften - ein Kind oder älterer Mensch, der längerfristig unter ihr leidet, wird das schon eher spüren.

Behandlung und Therapie

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Die Behandlung der Appetitlosigkeit richtet sich immer nach der Ursache. Sind psychische Ursachen für den Appetitmangel verantwortlich, kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Tritt die Appetitlosigkeit aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung auf, werden meist Medikamente zur Therapie eingesetzt.

Aber auch eine Umstellung auf eine ausgewogene und magenschonende Ernährung, sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind wesentliche Faktoren, um die Appetitlosigkeit zu überwinden. Ist eine Krebserkrankung die Ursache, können Operationen, Chemo- oder Strahlentherapien zur Behandlung eingesetzt werden.

Prinzipiell sollte versucht werden, das Essverhalten wieder zu normalisieren. Dazu gehört auch genügend Zeit für die Zubereitung der Speisen und das Essen einzuplanen.

Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, dazu die Hilfe eines Ernährungsberaters oder Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus können verschiedene appetitanregende Medikamente dazu beitragen, den Appetit wieder anzuregen und so der Appetitlosigkeit entgegenzuwirken.



Prognose

Eine vorrübergehende Appetitlosigkeit ist in den allermeisten Fällen ohne Risiko und stellt sich nach einer Behandlung der Ursachen oder einer Veränderung der auslösenden Lebensumstände wieder ein. Dauert der Mangel allerdings an, sollte ein Arzt hinzugezogen werden, der die Diagnose und Prognose anhand typischer Verfahren relativ schnell stellen kann.

Meist liegt der Appetitlosigkeit eine harmlose Ursache zugrunde (z.B. eine Magen-Darm-Verstimmung) und kann durch entsprechende Therapiemaßnahmen gut und rasch behandelt werden. Liegt dem Appetitmangel dagegen eine schwere Erkrankung zugrunde, muss diese zunächst behandelt werden. Außerdem kommen mitunter Begleiterscheinungen hinzu, welche die Genesung verzögern können. Die Prognose hängt unter anderem davon ab, wie schwer diese begleitenden Beschwerden und die Appetitlosigkeit ausfallen und wie stark der Patient im Alltag eingeschränkt ist.

Bei psychischen Ursachen verspricht eine erfolgreiche Psychotherapie oft bereits eine positive Prognose, bei einer Krebserkrankung als Ursache kann der Verlauf aufgrund der diversen Einflussfaktoren nur schwer vorhergesagt werden. Generell ist Appetitlosigkeit jedoch relativ unproblematisch und kann nach der Diagnose durch einen Arzt meist ohne langzeitliche Folgen behandelt werden.

Vorbeugung

Gibt es Vorsorgemaßnahmen gegen Appetitlosigkeit? Tritt die Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung einer ursächlichen Erkrankung auf, ist es schwierig bis unmöglich einem Appetitmangel vorzubeugen. Generell sind jedoch eine ausgewogene, gesunde und regelmäßige Ernährung, sowie ausreichende Bewegung gute Vorsorgemaßnahmen gegen Appetitmangel. Auch die Vermeidung von Stress kann einer Appetitlosigkeit vorbeugen.

Bücher über Appetitlosigkeit

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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