Eitrige Mandeln

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2016
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Eitrige Mandeln gehören zu fast jeder Mandelentzündung, die auch Tonsillitis oder Angina tonsillaris genannt wird. Damit wird eine entsprechend schmerzhafte und durch Eiter begleitete Entzündung der Gaumenmandeln oder auch Tonsillen verstanden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind eitrige Mandeln?

Die sichtbaren Gaumenmandeln liegen beidseitig im Rachenraum des Mundes hinter den Gaumenzäpfchen. Sie bestehen aus lymphatischem Gewebe. Sie haben als wichtige Aufgabe eine Abwehrfunktion gegen Keime, die durch Mund und Nase eindringen können.

Eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris) ist oft zunächst eine virale Infektion, der ein Befall mit Bakterien folgt. Diese Bakterien führen zu einer Vereiterung der Mandeln. Dabei sind sie gerötet und schwellen an. Auf den Gaumenmandeln erscheint ein weiß-gelblicher Belag, die Eiterstippchen. Übertragen durch Tröpfcheninfektion sind die Begleiterscheinungen eitriger Mandeln starke Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, Fieber und Erschöpfungsgefühl.

Ursachen

Ursache für die eitrige Mandelentzündung ist oft eine Tröpfcheninfektion. Viren werden durch Husten, Niesen, Küssen oder die Berührung mit infizierten Bereichen übertragen. Auch ein geschwächtes Immunsystem kann ein zusätzlicher Faktor sein. Überwiegend sind es Viren, die eine eitrige Entzündung der Mandeln auslösen. Bei einer bakteriellen Infektion sind es zumeist Streptokokken der Gruppe A. Aber auch andere Bakterien und Pilze können mögliche Erreger sein.

Eitrige Mandeln können isoliert auftreten. Sie können jedoch auch Symptom für einige andere Erkrankungen sein. Beispielsweise ist Scharlach eine Erkrankung, die immer auch die Mandeln entsprechend entzündet und einen Hautausschlag bewirkt. Auch eine Angina durch Tuberkulose, Diphterie oder Leukämie kann eitrige Mandeln hervorrufen.

Gesunde und entzündete Mandeln (Angina tonsillaris).

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eitriger Mandeln:

Ein typisches Symptom für eine Mandelentzündung sind schmerzhafte Schluckbeschwerden. Weiterhin kann sich hohes Fieber entwickeln und das allgemeine Befinden des Betroffenen ist deutlich geschwächt. Die Mandeln sind sichtbar deutlich angeschwollen, rötlich verfärbt und gereizt. Weiterhin ist der eitrige Belag der Mandeln zu erkennen. Der eitrige Belag kann verschiedene Formen aufweisen, er kann in Form von Streifen, Punkten oder als Fläche sichtbar sein.

Es kommt zu starken Beeinträchtigungen des Sprechvermögens. Die Sprache wirkt teigig. Beim Essen oder Trinken nimmt der Betroffene einen bitteren Nachgeschmack wahr. Auch bildet sich ein unangenehmer Mundgeruch. Es entsteht ein Engegefühl im Rachenbereich. Weiterhin können sich starke Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit ausbilden. Eine Schwellung der Lymphknoten am Unterkiefer ist möglich.

Eine akute Mandelentzündung gehört zu den häufigsten Gründen, warum eine allgemeinärztliche Praxis aufgesucht wird. Bei geeigneter Therapie wird sie innerhalb von zwei Wochen wieder folgenlos abheilen. Allerdings gibt es auch chronische Verläufe. Ist ein Patient länger als drei Monate von eitrigen Mandeln betroffen, so rät der Arzt oft zur Entfernung der Mandeln.

Diagnose

Die Diagnose eitriger Mandeln erfolgt zumeist aus den typischen Symptomen, die teilweise sehr klar erkennbar sind. Der Arzt kontrolliert den Mund des Patienten. Geschwollene Gaumenmandeln und entsprechender Eiterbelag gelten als hinreichendes Kennzeichen. Weiterhin wird der Arzt den Hals abtasten. Dieses Abtasten kann aufgrund der Schwellungen sehr schmerzhaft sein. Es handelt sich bei der Bestimmung des Krankheitsbildes häufig um eine einfache Blickdiagnose. Ist nicht sicher, ob es sich um eine chronische Entzündung handeln könnte, wird ein Rachenabstrich gemacht.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der eitrigen Mandeln ist abhängig vom Verlauf der Beschwerden. Zumeist werden im ersten Schritt schmerzsenkende und fiebersenkende Medikamente eingesetzt. Der Patient sollte nur Nahrung aufnehmen, die relativ weich ist und nur wenig gewürzt ist. Säfte können durch die in ihnen enthaltenen Säuren den Hals unnötig reizen. Deshalb macht es Sinn, auf sie zu verzichten.

Der Arzt wird empfehlen, möglichst viel zu trinken. Dabei sind gekühlte Getränke sinnvoll, da sie die Schluckbeschwerden lindern. Auch Eis kann als angenehm empfunden werden. Das Rauchen sollten Patienten mit eitrigen Mandeln meiden, da es zu unnötigen Reizungen führt. Weiterhin werden eitrige Mandeln in aller Regel mit Penicillin behandelt. Diese Antibiotika hemmen oder töten die Krankheitserreger und wirken damit positiv auf den Heilungsverlauf. Trotzdem kann sich zunächst das Schmerzempfinden noch verschlimmern.

Es ist auch möglich, dass sich eine Eiteransammlung (Abszess) entwickelt. Das kann passieren, wenn mit der Gabe von Antibiotika zu spät begonnen wird. Auch alte Hausmittel wie Halswickel können zur Genesung beitragen. Ist ein Patient häufiger von Mandelentzündungen betroffen oder entwickelt sich sogar eine chronische Entzündung, so wird der HNO-Arzt zur Tonsillektomie (Mandelentfernung) raten.

Dieser chirurgische Eingriff erfolgt zumeist stationär und wird unter Vollnarkose vorgenommen. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten. Dabei werden die Mandeln mit entsprechenden Instrumenten aus ihrem Bett entfernt und die Blutung gestillt.



Vorbeugung

Um eitrigen Mandeln vorzubeugen, sind eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an frischer Luft wichtig. Der Lebensalltag sollte so gestaltet sein, so dass das Immunsystem gestärkt wird. Auch sportliche Betätigung leistet einen wichtigen Beitrag.

Weiterhin ist es sinnvoll, nicht zu rauchen oder das Rauchen aufzuhören. Der Rachenraum muss immer ausreichend feucht sein. Ausreichend Wasser oder Tee zu trinken ist eine gute Vorbeugung. Da es sich häufig um eine Tröpfcheninfektion handelt, ergibt ausreichendes Händewaschen viel Sinn. Eitrige Mandeln sind sehr ansteckend. Deshalb Vorsicht im Umgang mit einem akut Erkrankten.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Linchen kommentierte am 04.11.2016 um 21:30 Uhr

Kann man bei eitrigen Mandeln auch Ibuprofen, statt Penicillin einnehmen?