Immunschwäche

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2014
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Die Bezeichnungen Immunschwäche, Immundefekt oder Immundefizienz nutzt der Mediziner synonym für die Beschreibung einer allgemeinen Erkrankung des Immunsystems. Eine Erkrankung des Immunsystems äußert sich dahingehend, dass ein Mensch anfällig für Infektionskrankheiten ist oder die eigentlich harmlosen Infekte einen unnatürlich heftigen Verlauf nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Immunschwäche?

Eine Immunschwäche ist im strengen medizinischen Sinne keine Krankheit; vielmehr wird der Begriff verwendet, wenn ein Patient eine auffallend starke Neigung hat, sich mit Infekten anzustecken oder aber wenn harmlose Infekte einen ungewohnt schlimmen Verlauf nehmen. Eine Immunschwäche ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Körper nicht genügend Abwehrkräfte entwickelt, um sich vor eindringenden Krankheitserregern ausreichend schützen zu können.

Dieser Zustand kann vorübergehend oder dauerhaft und irreversibel sein. Eine Immunschwäche wird eingeteilt in einen zellulären und einen humoralen Immundefekt. Bei einem zellulären Immundefekt sind die Abwehrzellen selbst, bei einem humoralen Immundefekt die Antikörper betroffen. Häufig liegt eine Kombination aus beidem vor; der Mediziner spricht dann von einer kombinierten Immunschwäche.

Eine Immunschwäche kann bereits seit Geburt bestehen, erworben oder medizinisch gewollt werden. Liegt eine Immunschwäche bereits ab Geburt vor, wird sie als primäre Immunschwäche bezeichnet, in allen anderen Fällen spricht der Mediziner von einem erworbenen Immundefekt. Bekannteste erworbene Immunschwäche ist eine Infektion mit dem Aids-Erreger HIV.

Ursachen

Die Ursachen für eine Immunschwäche können angeboren oder erworben sein. Der genaue Genort für einen primären Immundefekt konnte im Rahmen zahlreicher Forschungsarbeiten bereits identifiziert werden. Weit häufiger ist eine Immunschwäche erworben. Die wohl bekannteste erworbene Immunschwäche ist eine Infektion mit dem HI-Virus, dem Auslöser für die Immunschwächekrankheit AIDS.

Als weitere Ursachen für eine erworbene Immunschwäche gelten Erkrankungen des Rückenmarks. Liegt eine Rückenmarkserkrankung vor, so ist in der Regel die Blutbildung gestört - etwa bei einer Leukämie oder einer Neutropenie -, was im weiteren Verlauf zu einer Schwächung des Immunsystems führt.

Im Rahmen einiger umfangreicher medizinischer Therapien muss das körpereigene Immunsystem unterdrückt werden, etwa um nach einer Organtransplantation eine Abstoßung des neuen Organs zu vermeiden. Auch bei einer Krebstherapie ist mitunter das Abschalten des Immunsystems unabdingbar für den Erfolg der Therapie. In beiden Fällen spricht der Mediziner von einem iatrogenen Immundefekt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Immunschwäche:

Die Symptome einer Immunschwäche sind diffus und äußern sich zunächst darin, dass ein Patient häufiger an einer Infektion leidet als üblich ist. Eigentlich harmlose Infekte – z.B. eine Erkältung mit Husten- wachsen sich zu ernsthaften Erkrankungen aus, etwa zu einer Bronchitis oder gar einer Lungenentzündung.

Auch in Zeiten ohne Infekt - die im Anfangsstadium einer Immunschwäche noch relativ lang sein können - fühlt der Patient sich schlecht und ausgebrannt. Im späteren Verlauf werden die beschwerdefreien Phasen immer kürzer, der Patient leidet praktisch immer unter den für Infekte typischen Beschwerden wie Halsschmerzen und Ohrenschmerzen, Schnupfen, Husten oder Durchfall.

Medikamente schlagen nicht oder nur sehr gering an. Patienten, bei denen das Immunsystem komplett ausgeschaltet wurde, müssen vor Infektionen aller Art konsequent geschützt werden, z.B. durch das Tragen steriler Kleidung, da schon harmlose Infekte einen tödlichen Verlauf nehmen können.

Diagnose

Ein Arzt wird nach einer umfangreichen Anamnese und der Erfassung und Auswertung der Patientendaten einen Anfangsverdacht auf eine Immunschwäche entwickeln. Um seinen Verdacht zu erhärten, wird er einen Suchtest im Blut anregen.

Dazu wird dem Patienten Blut entnommen und im Anschluss labormedizinisch untersucht. Besteht bei einem Ungeborenen der Verdacht aufgrund einer familiären Häufung einen genetisch bedingten Immundefekt auszubilden, so kann über eine Fruchtwasseruntersuchung ebenfalls danach gesucht werden.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung einer Immunschwäche stehen einige Therapien zur Verfügung. Zunächst ist es wichtig, Menschen mit einer Immunschwäche gegen opportunistische Krankheitserreger zu schützen. Opportunistische Krankheitserreger sind solche Erreger, mit denen Menschen tagtäglich in Berührung kommen und die im gesunden Körper keine Krankheit auslösen.

Dem Patienten werden demnach begleitend antibakterielle und antimykotische Medikamente gegeben. Außerdem kann mittels einer Stammzellentherapie ein gesundes Immunsystem auf den Patienten übertragen werden. Des Weiteren kann - liegt ein Mangel an Antikörpern vor - Antikörper, welche aus Fremdblut gewonnen wurden, dem Patienten gegeben werden.

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Vorbeugung

Vor einem genetisch bedingten und angeborenen Immunschwäche kann ein Neugeborenes nicht geschützt werden. Auch dem Ausbilden eines Immundefekts aufgrund einer Erkrankung des Knochenmarks (z.B. Leukämie) kann der Patient nicht prophylaktisch begegnen.

Vor einem erworbenen Immundefekt gibt es hingegen einige Schutzmöglichkeiten. Darunter zählt das Vermeiden von Risikosituationen, die auch heute noch als maßgeblich für eine Infektion mit dem HI-Virus gelten (ungeschützter Geschlechtsverkehr, das Benutzen verunreinigter Spritzen).

Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Stress und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin ist ebenfalls hilfreich, den Körper gesund zu halten und vor einer Immunschwäche zu schützen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Schulz kommentierte am 10.01.2016 um 00:59 Uhr

Ich habe schon seit 6 Monaten Probleme mit der Blase. Da ich keine Antibiotika nehmen möchte, versuche ich seit 2 Monaten mit Granufink eine Besserung zu erreichen. Leider ohne Erfolg. Durch schon einmal erhaltene Antibiotika, welche nicht geholfen haben, bekam ich leider als Nebenwirkungen ein kaputte Zunge und Mundtrockenheit. Deshalb wollte ich keine Antibiotika mehr nehmen. Ich hoffe Sie geben mir einen guten Ratschlag.