Scharlach

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2015
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Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit, kann jedoch auch im Erwachsenenalter auftreten. Sie wird durch häufig vorkommende Bakterien, den Streptokokken, verursacht. Scharlach geht mit hohem Fieber, einer Hals- bzw. Mandelentzündung sowie Hautausschlag einher. Weitere Symptome sind möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Scharlach?

Genau genommen ist Scharlach die Folge einer Vergiftung. Die verursachenden Bakterien der Gruppe Streptococcus pyogenes produzieren Toxine, also Giftstoffe, gegen die sich der Körper wehrt. Besonders Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter sind von Scharlach betroffen.

Scharlach wird mittels Gabe von Antibiotika behandelt, anderenfalls könnten die gefürchteten Spätfolgen auftreten. Dazu zählen beispielsweise Immunreaktionen wie rheumatisches Fieber oder bestimmte Autoimmunreaktionen. Eine Impfung gegen Scharlach gibt es noch nicht.

Ursachen

Scharlach wird durch Streptokokken verursacht. Das sind kugel- bis ellipsenförmige Bakterien, die sehr häufig vorkommen, aber in der Regel harmlos sind.

Bestimmte Streptokokken-Stämme können jedoch schwere Krankheiten auslösen. Im Falle von Scharlach sind dies Bakterien der Gruppe Streptococcus pyogenes, zu Deutsch: Eiter hervorrufende Streptokokken.

Diese Bakterien verursachen nicht nur akute Erkrankungen, die sowohl den Mund- wie auch den Rachenraum sowie die Haut befallen, sondern können auch gefährliche Folgeerkrankungen hervorrufen.

Aus diesem Grund ist Scharlach keine harmlose Erkrankung, die jedes Kind zwecks Immunisierung einmal durchgemacht haben muss, sondern gehört in die Hände eines Kinderarztes und sollte mit Antibiotika behandelt werden.

Mögliche Spätfolgen einer Scharlach-Erkrankung sind nicht nur rheumatisches Fieber, sondern auch mögliche Entzündungen des Herzens, des Gehirns oder der Gelenke. Auch die Nieren können Schädigungen davon tragen.

Es gibt verschiedene Stämme von Streptococcus pyogenes, weshalb ein Mensch auch mehrfach im Leben an Scharlach erkranken kann. Die eigentlich geltende lebenslange Immunisierung besteht nur für die Bakteriengruppe, die bereits eine Erkrankung ausgelöst hat.

Scharlach wird meist über eine Tröpfcheninfektion (etwa beim Husten oder Niesen) übertragen. Die Ansteckung kann auch über eine Kontaktinfektion, etwa verunreinigte Oberflächen, erfolgen.

Symptome und Verlauf

Die Symptome von Scharlach können recht unspezifisch sein. Typisch sind jedoch eitrige Mandel- oder Halsentzündungen, hohes Fieber sowie, im weiteren Verlauf, die typische Erdbeer- oder auch Himbeerzunge mit dem weißlichen Belag. Der Rachen ist entzündet und hochrot. In der Folge klagt der Patient besonders beim Schlucken über Halsschmerzen. Auch die Mandeln schwellen an und nehmen eine knallrote Färbung an, im weiteren Verlauf der Erkrankung können sie auch gelbliche Beläge aufweisen.

Die Zunge ist zu Beginn der Erkrankung weiß belegt, färbt sich jedoch später ebenfalls tiefrot. Dies wird auch als Himbeer- oder Erdbeerzunge bezeichnet. Weiterhin typisch sind auch Mundgeruch sowie ein feinfleckiger und rötlicher Hautausschlag, der seinen Anfang zumeist in der Achsel- und Leistenregion nimmt.

Die Patienten sind oft sehr blass. Ohne antibiotische Therapie ist Scharlach erst nach etwa drei bis vier Wochen ausgestanden. Im Anschluss schuppt die Haut oft. Eine Scharlach-Infektion kann sich auch nur auf die Gaumenmandeln beschränken. In diesem Fall spricht der Kinderarzt von einer Scharlach-Angina.

Diagnose

Der Kinderarzt diagnostiziert Scharlach in der Regel über die bereits beschriebenen Symptome wie etwa die himbeerrot gefärbte Zunge, den Hautausschlag sowie die gelblich belegten Mandeln. Auch angeschwollene und schmerzempfindliche Lymphknoten liefern einen ersten Hinweis auf Scharlach. Da diese Symptome jedoch recht unspezifisch sind und auch von einigen Viruserkrankungen hervorgerufen werden können - in diesem Fall wäre etwa eine Therapie mit Antibiotika nutzlos - muss zur Diagnosesicherung ein Test durchgeführt werden. Dazu entnimmt der Kinderarzt entweder einen Eiterabstrich von den Mandeln oder eine Blutprobe. Anschließend wird das Material in ein Labor übersandt, das den Erreger in einem Schnelltest nachweist.

Behandlung und Therapie

Wer an Scharlach erkrankt ist, erhält eine Antibiotika-Therapie über einen Zeitraum von 10 Tagen. Als besonders wirksam gegen Streptococcus pyogenes hat sich Penicillin erwiesen.

Patienten, die auf dieses Antibiotikum allergisch reagieren, bekommen stattdessen Cephalosporin, Roxithromycin oder Erythromycin.

Darüber hinaus sollten die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Scharlach-Erkrankung gemildert werden. Aus diesem Grund verschreibt der Kinderarzt auch Mittel, die das Abhusten des Schleims erleichtern sollen sowie fiebersenkende Medikamente.

Des Weiteren ist sehr viel Ruhe - vor allem Bettruhe - wichtig. Zudem sollte viel getrunken werden und die Raumluft möglichst feucht gehalten werden. Die beiden letzteren Punkte erleichtern das Abhusten und mildern die vor allem in der Nacht auftretenden Hustenanfälle.

Um etwaige Komplikationen oder Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen, führt der Kinderarzt zwei Wochen nach Krankheitsbeginn eine Urinprobe durch.

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Vorbeugung von Scharlach

Eine Vorbeugung von Scharlach ist nur bedingt möglich, da eine Impfung gegen Scharlach nicht existiert. Im Prinzip hilft nur, erkrankte Kinder möglichst lange von gesunden fern zu halten. Bei einer Behandlung mit Antibiotika endet die Ansteckungsgefahr etwa ein bis zwei Tage nach Therapiebeginn.

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