Abszess

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Dezember 2016
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Ein Abszess ist eine schmerzhafte Ansammlung von Eiter in einer so genannten Abszesshöhle. Ein Abszess kann sich an verschiedenen Körperstellen bilden. Je nach Größe, Ort und Beschwerdebild gilt ein Abszess als unbedenklich oder Gesundheitsrisiko. In jedem Fall sollte man die Diagnose einem Arzt überlassen. In der Regel wird die Eiteransammlung vom Arzt ambulant mit einem minimalen operativen Eingriff entleert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Abszess?

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Ein Abszess ist eine eitrige Entzündung die sich als Eiterkapsel vom umliegenden Gewebe abgrenzt. Hierbei handelt es sich im Grunde um ein Beutelchen mit einer Eiteransammlung umgeben von einer Schutzwand aus Granulationsgewebe.

Abszesse werden durch in die Haut eindringende Erreger (Bakterien) verursacht und können am gesamten Körper auftreten. Erkennen kann man einen Abszess an einer Schwellung und Rötung der Haut. Außerdem wird die Haut rund um den Entzündungsherd heiß.

Ursachen

Ein Abszess entsteht durch das Eindringen von Bakterien (meist Staphylokokken, Streptokokken), die durch minimale Verletzungen der Haut (z.B. Rasur) in den Körper gelangen, sich im Gewebe ansammeln und dort Entzündungen hervorrufen.

Abzesse können allerdings auch völlig ohne äußerlich erkennbare Gründe auftreten. Besonders anfällig für die Entstehung eines Abzesses sind alle Stellen am Körper, welche ständiger Reibung ausgesetzt sind. Dazu gehören etwa die Innenseiten der Oberschenkel, Achselhöhlen- und der Intimbereich.

Abszesse können außerdem als Reaktion auf einen im Körper befindlichen Fremdkörper - etwa einem Splitter - entstehen oder sich als Folge einer Operation oder dem Verabreichen einer Spritze bilden. Abszesse kehren meist nicht wieder. Tun sie es doch – als häufig gilt, wenn ein Abszess etwa drei Mal pro Jahr wieder kehrt - sollte der Arzt tiefer nach der Ursache der Abszessentwicklung forschen. In Frage kommt etwa eine Diabeteserkrankung.

Symptome und Verlauf

Ein Abszess ist meist schmerzhaft, es kann auch Fieber mit Schüttelfrost und erhebliches Unwohlsein auftreten. Ein ähnliches Krankheitsbild ergibt sich, wenn der Patient unter einem Furunkel leidet. Anders als beim Abszess werden die Beschwerden hier nicht durch Bakterien hervorgerufen, sondern durch die Entzündung eines Haarballens. Bei einer labortechnischen Untersuchung zeigt sich ein Anstieg der Entzündungswerte, also der beispielsweise der Leukozyten.

Diagnose

Wenn der Abszess sich direkt unter der Hautoberfläche befindet, ist die Diagnose nicht schwer. Solche oberflächlichen Abszesse zeigen typische Entzündungssymptome. Die jeweilige Stelle ist meistens gerötet und geschwollen. Sie fühlt sich zudem heiß an und reagiert empfindlich auf Druck. Zusätzlich können die Betroffenen Fieber und Schüttelfrost haben.

Die häufigste Ursache für einen Abszess ist eine Entzündung bakterieller Art. Zur Identifizierung des Erregers erfolgt ein Abstrich des Eiters.

Schwieriger ist die Diagnose bei tief liegenden Abszessen. Die sind von außen weder erkennbar noch ertastbar. Hat sich so ein Abszess an den Organen wie Niere oder Lunge gebildet, nutzt der Arzt zur Diagnose bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT oder Computertomografie. Darüber hinaus ist eine Untersuchung des Blutes im Labor sinnvoll, bei der nach Anzeichen für das Vorliegen einer Entzündung und nach Antikörpern gesucht wird.

Eine erhöhte Anzahl von Leukozyten und eine höhere Konzentration von C-reaktivem Eiweiß sind zusätzliche Anzeichen für die Diagnose.

Behandlung und Therapie

Wie ein Abszess behandelt wird, richtet sich nach seiner Größe. Kleine Abszesse werden in der Regel mit einer Zugsalbe behandelt. Die Salbe wird auf den Abszess aufgetragen und sie zieht quasi die Entzündung und den Eiter aus der Abszesshöhle heraus.

Größere Abszesse hingegen müssen chirurgisch behandelt werden. Hierbei wird der Abszess eröffnet und der Eiter vollständig herausgeschält. Anschließend sollte der Patient ein Antibiotikum einnehmen, um zu gewährleisten, dass die Bakterien vollständig bekämpft werden. Der Patient sollte – egal, welche Behandlungsmethode angewendet wird – nach dem Eingriff weiter beobachtet werden. Steigt die Körpertemperatur auf über 38 Grad, ist das ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Entzündung sich ausbreitet.

Der chirurgische Eingriff ist harmlos. Die Öffnung des Abszesses findet unter örtlicher Betäubung statt und dauert nur etwa 10 Minuten. Nach dem Eingriff wird der Patient recht schnell eine deutliche Verbesserung seines Zustandes verspüren. Das Druckgefühl rund um den Entzündungsherd lässt ebenso nach wie das Unwohlsein und die Schmerzen.

Der Eingriff verläuft in etwa so: Der Chirurg spaltet den Abszess, drückt den Eiter aus der Öffnung heraus und legt anschließend eine Drainage in die Wundhöhle. Die Wunde wird in der Regel nicht genäht, so dass das weitere Eindringen von Bakterien möglichst verhindert wird.

Im Anschluss ist es wichtig, die Wunde regelmäßig zu säubern bzw. die Verbände regelmäßig zu wechseln. Der Arzt zeigt dem Patienten, was zu tun ist. Egal, ob ein Abszess groß oder klein ist – der Patient sollte unbedingt vermeiden, den Abzess selbst zu behandeln.

Permanentes Herumdrücken kann schnell dazu führen, dass die Umkapselung der Abszesshöhle reißt und sich der Eiter ins Innere des Körpers ergießt. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch schwer zu behandeln und kann, wenn der hoch infektiöse Eiter in die Blutbahn gelangt, eine Blutvergiftung auslösen.

Die Abszessbehandlung geht bereits auf den griechischen Arzt Hippokrates zurück. Dieser lehrte schon zu seinen Lebzeiten den noch immer gültigen Satz: „Ubi pus, ibi evacua.“, was so viel heißt wie „Wo Eiter ist, dort entleere ihn.“.



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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Betroffende kommentierte am 08.02.2015 um 00:13 Uhr

Als heranwachsende, junge Frau musste ich leider Gottes des Öfteren Bekanntschaft mit schmerzhaften, unangenehmen, wiederkehrenden Abszessen machen. Die Ursache davon war angeblich das Rasieren. Nachdem ich dieses natürlich unterlassen habe, tauchten diese lästigen Anschwellungen mit Eiter immer wieder auf und ich hatte sogar erstmals einen Abszess an meinem Oberschenkel. Natürlich bin ich dann zum Hausarzt, der mich dann in ein Krankenhaus geschickt hat, gegangen. Dort meinen Abszess aufgeschnitten zu bekommen, war der reinste Horror. Ich bin kein wehleidiger Mensch, aber damals, selbst mit Betäubung, konnte ich nichts anderes als schreien. Die Tatsache, dass ich erstmals beschämt war in Unterwäsche vor vielen Ärzte zu liegen geriet in Vergessenheit, denn alles was mir durch den Kopf ging war dieser unglaublicher Schmerz der mich plagte. Ich konnte mich kaum davon abhalten dem Arzt die Hand wegzuschlagen. Seit diesem traumatischen Erlebnis vermeide ich es zum Arzt zu gehen, da ich weiß, dass so etwas wieder geschehen wird. Nun habe ich Fieber mit einer riesigen Eiterbeule an meiner Achselhöhle und ich hoffe nur - egal wie ekelhaft dies auch klingen mag – dass diese von allein platzt.

Tina kommentierte am 10.03.2015 um 16:56 Uhr

Mir ist am 18.01.15 ein Abszess am After entfernt worden. Danach wurde ich eine Woche vom Hausarzt verbunden. Dieser bemerkte dann, dass alles um den betroffenen Bereich herum noch ziemlich hart war und ich auch Schmerzen beim Sitzen habe. Heute war ich noch im MRT, weil es beim Sitzen immer noch weh tut. Sie stellten eine Entzündung fest. Diese war, trotz des Antibiotikums, noch nicht abgeheilt. Das Medikament sollte ich aber vor einer Woche absetzen. Morgen muss ich nochmal zum Krankenhaus und dann sehen wir weiter.

Steffi kommentierte am 21.03.2016 um 22:06 Uhr

Ich kämpfe mich schon seit 15 Jahren mit diesen CREMMLIN (so nenn ich die Abszesse) durch das Leben. Kein Arzt konnte bis jetzt die Ursache dafür finden. Mittlerweile mache ich mich nicht mehr verrückt und sitze die Zeit ab wenn mich jede zweite Woche ein neuer CREMMLIN mich. Zahlreiche OPs haben meinen Genitalbereich zu einem Narbenfriedhof verunstaltet. Ich bin froh, dass mein Mann damit kein Problem hat. Mir wurde geraten nicht mehr zu rasieren, hab ich dann so gemacht. Mir wurde geraten nicht mehr zu rauchen, hab ich drei Jahre geschafft. Mir wurde geraten keine Süßigkeiten mehr zu essen, hab ich auch getan. Mir wurde geraten nur noch Baumwollunterwäsche zu tragen, mach ich auch. Und was glauben Sie, hat es geholfen? Nein! Daher verzichte ich auf nix mehr, da es eh nicht klar ist woher diese CREMMLINS kommen. Ich rate jedem sich sein Leben nicht von diesen Scheißdingern einschränken zu lassen, die nehmen eh keine Rücksicht auf uns. Ich wünsche allen mit diesem Problem viel Glück und das es bald aufhört.

Maria kommentierte am 15.11.2016 um 15:16 Uhr

Ich hatte innerhalb von einem halben Jahr über zwanzig Abszesse! Die meisten mussten chirurgisch geöffnet werden, was sehr schmerzhaft war. Ich war am verzweifeln.Zuvor hatte ich noch nie einen Abszess.
Nach einer Odysee von Arztbesuchen wurde endlich die Ursache gefunden:
Es handelt sich um staphylokokkus aureus mit pvl-Gen! Der Infektiologe des Krankenhauses hat die Ursache herausgefunden.
Nach einer Sanierungswoche mit Basensalbe und Waschung bin ich endlich wieder abszessfrei.