Tröpfcheninfektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. April 2015
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Hauptursache für die Übertragung zahlreicher Infektionskrankheiten ist die Tröpfcheninfektion. Ein ausreicher Schutz vor einer Ansteckung ist nur selten realisierbar. Grundsätzlich helfen eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung, das Immunsystem zu stärken und somit die Gefahr einer Ansteckung durch Tröpfcheninfektion zu minimieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Tröpfcheninfektion?

Bei einer Tröpfcheninfektion werden Krankheitserreger durch Sekrettröpfchen übertragen, die aus den Atemwegen des Menschen stammen. Die Übertragung dieser Erreger, die sich häufig in der Mund- oder Nasenschleimhaut des Betroffenen befinden, erfolgt über die Luft. Auch Epidemien und Pandemien können durch Tröpfcheninfektionen hervorgerufen werden.

Ausschlaggebend für die Entstehung von Krankheiten, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, sind Viren oder Bakterien - Viren sind jedoch die häufigere Ursache. Durch sie werden vor allem grippale Infekte und die Influenza hervorgerufen.

Ursachen

Oftmals ist Husten oder Niesen Ursache für eine Tröpfcheninfektion. Die sich auf diese Weise lösenden Tröpfchen gelangen in die Luft und werden somit von Menschen, die sich im Abstand von ein bis drei Metern zum Betroffenen befinden, eingeatmet. Gelangen diese in die Nasen- oder Mundschleimhaut, besteht die Möglichkeit, dass sie sich vermehren. Die Folge: eine Infektion. Eine Übertragung kann auch durch Naseputzen und Sprechen erfolgen.

Vorsicht ist besonders in den kälteren Jahreszeiten geboten. Da in dieser Zeit viele Menschen betroffen sind, ist die Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr entsprechend hoch. Viele Kinderkrankheiten, u. a. Mumps, werden ebenfalls durch virale Tröpfcheninfektionen verbreitet.

Zu den Erkrankungen, die durch Bakterien verursacht werden, zählt die Form der Hirnhautentzündung (Meningitis), die durch Meningokokken entsteht. Auch Pneumokokken können mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden und bei einem Befall der Atmungsorgane eine Lungenentzündung hervorrufen.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Tröpfcheninfektion:

Die genaue Inkubationszeit einer durch Tröpfcheninfektion verursachten Erkrankung ist abhängig von der jeweiligen Krankheit. Dies gilt auch für die konkreten Symptome. Bei einem grippalen Infekt treten die ersten Anzeichen nach zwei bis acht Tagen auf.

Typisch sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und erhöhte Temperatur bzw. Fieber. Zugleich treten Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit auf. Eine Influenza weist ähnliche Symptome auf, hinzu kommen hohes Fieber und oftmals Kreislaufbeschwerden. Im Gegensatz zum grippalen Infekt ist die Influenza von plötzlich einsetzenden akuten Beschwerden geprägt. Grippale Infekte dauern in der Regel ein bis maximal zwei Wochen an.

Auch bei der Influenza verschwinden die Symptome nach maximal 14 Tagen. Durch virale Tröpfcheninfektion übertragene Kinderkrankheiten unterliegen jeweils einer eigenen Spezifik. So sind für Masern, Röteln und Windpocken vor allem Hautausschläge charakteristisch. Die meisten Kinderkrankheiten sind mit leichtem bis hohem Fieber verbunden.

Erkrankungen, die auf einer bakteriellen Tröpfcheninfektion beruhen, gehen ebenso mit Fieber einher. Typisch für die Meningokokken-Meningitis sind unter anderem Nackensteifigkeit, Erbrechen und Verwirrtheit. Die durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung ist neben Husten und Atemnot auch durch Schmerzen in der Brust und Auswurf geprägt.

Diagnose

Neben dem grippalen Infekt, der Influenza und den Kinderkrankheiten Masern, Röteln, Windpocken sowie Mumps wird auch Herpes simplex Typ 1 durch virale Tröpfcheninfektion übertragen. Erkennbar ist die Infektion an der Bildung von Bläschen auf der Haut. Herpes simplex Typ 2 wird dagegen nicht durch Tröpfcheninfektion, sondern durch sexuellen Kontakt übertragen.

Viral bedingt sind auch Ebola und SARS. Zu den durch Bakterien hervorgerufenen Krankheiten wird neben der Meningokokken-Meningitis und der Lungenentzündung auch Scharlach gezählt. Verursacht durch Streptokokken-Bakterien, tritt er meistens im Kindesalter auf. Dennoch können auch Erwachsene betroffen sein. Weitere Beispiele für Erkrankungen, die auf Bakterien beruhen und mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden, sind Diphtherie, Tuberkulose und Keuchhusten.

Behandlung

Bei der Behandlung einer durch Tröpfcheninfektion verursachten Erkrankung muss zunächst geklärt werden, ob sie durch Viren oder Bakterien hervorgerufen wurde. So sollten Antibiotika ausschließlich bei bakteriell bedingten Leiden verabreicht werden. Bei grippalen Infekten empfehlen sich je nach auftretenden Symptomen Hustenstiller, Hustenlöser, Nasentropfen und Nasensprays sowie schmerzstillende Medikamente.

Der Einsatz von Hausmitteln, insbesondere gegen Husten und Schnupfen, ist ebenso möglich. Wer an einer Influenza erkrankt ist, sollte zwingend Bettruhe einhalten. Um Begleiterscheinungen wie Husten und Schnupfen zu lindern, können ebenso entsprechende Medikamente und Hausmittel eingesetzt werden. Betroffene sollten zudem antivirale Mittel einnehmen. Bei viralen Kinderkrankheiten werden dagegen ausschließlich die auftretenden Symptome behandelt.

Bei Masern, Windpocken und Röteln können zusätzlich Salben und Lotionen angewendet werden, die den Juckreiz lindern. Bei Ebola ist die Quarantäne der Patienten erforderlich. Jedoch kann nicht die Krankheit an sich behandelt werden, sondern ausschließlich die Symptome. So muss unter anderem die Wiederherstellung der Blutgerinnung mit entsprechenden Medikamenten erfolgen. Bisher wurde auch für SARS noch keine spezielle Therapiemethode entwickelt.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Behandlung der entsprechenden Symptome, eine Quarantäne ist ebenso erforderlich. Bei der bakteriell verursachten Lungenentzündung werden neben Antibiotika auch hustenstillende und hustenlösende Mittel eingesetzt.

Im Falle einer Erkrankung mit Scharlach helfen neben Penicillin fiebersenkende Medikamente sowie Gurgellösungen und Lutschpastillen, um Schluckbeschwerden zu lindern. Wird eine Meningitis durch Tröpfcheninfektion übertragen, ist eine sofortige Behandlung lebenswichtig. Unter anderem wird Penicillin G verabreicht. Bei allen durch Tröpfcheninfektion übertragenen Krankheiten sollte stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

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Vorbeugung

Ein einhundertprozentiger Schutz vor Tröpfcheninfektionen existiert kaum. Dennoch können vereinzelte Maßnahmen unternommen werden, um ein Ansteckungsrisiko zu verringern.

Tröpfcheninfektionen können zum Beispiel umgangen werden, indem ein ausreichender Abstand zu bereits Erkrankten eingehalten wird. Ferner sollte auf regelmäßiges Händewaschen geachtet werden. Eine weitere Möglichkeit, sich vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen, ist das Tragen eines Mundschutzes. Jedoch lässt sich dies im Alltag kaum realisieren.

Personen, die zum Beispiel an einer Erkältung erkrankt sind, sollten in jedem Fall darauf achten, Kontaktpersonen nicht anzuniesen oder anzuhusten. Ferner sollten Einmaltaschentücher verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit sind Impfungen, zum Beispiel gegen Influenza, Masern, Mumps und Röteln.

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