Tuberkulose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2015
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Tuberkulose (TBC) oder Schwindsucht gehört zu den chronischen Infektionskrankheiten, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Die Tuberkulose oder TBC gilt als hoch infektiöse Erkrankung und unterliegt einer deutschlandweiten Meldepflicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist eine chronische Erkrankung, die vorrangig die Lunge aber auch andere Organe befallen kann. Sie gehört weltweit zu den häufigsten tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten. Zu Beginn des Auftretens der Erkrankung erhielt die Tuberkulose aufgrund ihres kräftezehrenden Verlaufs die Bezeichnung Schwindsucht.

Tuberkulose ist aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und des langwierigen Krankheitsverlaufs eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Unbehandelt kann die Tuberkulose zum Tod führen.

Ursachen

Wenn Menschen an einer Tuberkulose erkrankt sind, dann wurde diese durch die Infektion mit dem Mykobakterium tuberkulosis durch Tröpfchenübertragung ausgelöst. Darüber hinaus kommen weitere äußere und innere Faktoren hinzu.

Neben einer Immunschwäche, die zwar ein innerer Faktor ist, jedoch durch äußere Faktoren hervorgerufen wird, ist die hohe Ansteckungsrate eine ebenfalls wichtige Ursache. Mangelhafte Ernährung, altersbedingte Schwäche des Organismus, Stress und vermehrter Konsum von Drogen und Alkohol sowie eine verschmutzte Umgebung stellen einige Ursachen für eine Tuberkulose dar.

Bestimmte Vorerkrankungen wie eine Infektion mit dem HIV, Tumore und Diabetes können die Abwehr des Organismus so weit schwächen, dass eine Tuberkulose entstehen kann. Darüber hinaus gelten ebenfalls Arzneistoffe, die eine Immunabwehr senken, als Gefährdung für eine Tuberkulose.

Symptome und Verlauf

Zu den Symptomen der Tuberkulose gehören typische Zeichen einer Erkältung. Neben vermehrtem Schwitzen in der Nacht kommen ein ständiger Hustenreiz, Atembeschwerden und atembedingten schmerzen sowie das Abhusten von Blut und infektiösem, eitrigem Sekret hinzu. Akut kann ein Blutsturz ein Symptom für eine Tuberkulose sein.

Die Tuberkulose verläuft in Abhängigkeit von den betroffenen Organen nicht gleichartig. In der Medizin werden sowohl die offene als auch die geschlossene Tuberkulose klassifiziert. Nicht immer sind beide Stadien nachweisbar.

Im Gegensatz zur offenen Tuberkulose treten nach der Inkubation verkapselte Entzündungszentren in der Lunge auf, welche die Tuberkelbakterien beinhalten. Bei der offenen Tuberkulose, die sich an die geschlossene Tuberkulose anschließen kann, werden eitrige Sekret aus der Lunge abgehustet.

Durch das Abhusten gelangen die Tuberkelbakterien nach außen. Der Husten ist mit schmerzhaften Beschwerden verbunden und kann auch mit dem Abhusten von Blut kombiniert sein. Im weiteren Verlauf der Tuberkulose führen die Bakterien zu weiteren entzündlichen Prozessen und können sich auch in der Wirbelsäule, den Nieren, der Leber im Gehirn und den Eileitern manifestieren.

Diagnose

Bei einer Tuberkulose kann die Diagnose schwierig sein, wenn typische Symptome fehlen. Besteht Verdacht, kann der Arzt den Patienten im Rahmen der Anamnese befragen und prüfen, ob Risikofaktoren vorliegen. Zu den Risikofaktoren gehören Fälle von TBC in der Umgebung des Patienten, Infektionen mit HIV, chronische Krankheiten oder Alkoholismus.

Um die Diagnose Tuberkulose sicher zu stellen, sind mehrere aufwendige Untersuchungsverfahren möglich. Dazu gehören Röntgen und CT. Röntgenaufnahmen zeigen Tuberkulose-Herde in der Lunge und das Stadium der Krankheit ist feststellbar. Die Art des Lungenbefalls gibt dem Arzt zudem Auskunft darüber, um welche Form der Tuberkulose es sich handelt.

Mithilfe eines Tuberkulin-Hauttests lässt sich feststellen, ob der Patient mit dem Erreger von TBC infiziert ist oder war. Durch den Tuberkulin-Hauttest kann der Arzt die Infektion diagnostizieren, bevor sich überhaupt Symptome zeigen. Sicher ist die Diagnose bei diesem Test aber nicht. Der Interferon-Gamma-Test reagiert nur, wenn bestimmte Bakterien vorliegen, auch dieses Testergebnis ist eher vage.

Um die Diagnose zu sichern, muss eine bakteriologische Untersuchung erfolgen, bei der Hustensekret auf TBC-Erreger analysiert wird. Das Verfahren ist jedoch langwierig, weil eine größere Menge Bakterien vorhanden sein muss, die erst künstlich gezüchtet werden muss.

Bei der Diagnose einer Tuberkulose muss der Arzt die Krankheit dem Gesundheitsamt melden.

Behandlung und Therapie

Grundsätzlich sind gegenwärtig die Heilungschancen für eine Tuberkulose optimal. Inwieweit diese jedoch erfolgreich sind, hängt von der Widerstandsfähigkeit des Erregers ab. Die medikamentöse Therapie der Tuberkulose basiert auf antituberkulösen Antibiotika, die in gewissen Behandlungsabständen verabreicht werden.

In der Medizin werden in diesem Zusammenhang in der Regel über 6 Monate sowohl die sogenannten Medikamente der ersten als auch der zweiten Wahl eingesetzt. Die letztgenannte Medikation ist nur in seltenen Fällen angebracht.

Lediglich, wenn die Bakterien gegenüber mehr als 5 Medikamentenarten unempfindlich sind, werden die überaus starken Arzneistoffe der zweiten Wahl verordnet.

Eine alternative Behandlung, die jedoch in ihrer Ausprägung durch hervorragend wirkende Medikamente weitgehend abgelöst wurde, ist die operative Entfernung betroffener Organe und Gewebsteile.

Darüber hinaus werden Operationen nur bei Patienten vorgenommen, bei denen keine Medikamente eine Heilung versprechen. Es handelt sich in diesem Zusammenhang um sogenannte resistente Tuberkulosefälle.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen die Tuberkulose ist die Schutzimpfung. Darüber hinaus tragen eine gesunde Lebensweise, eine wirksame Bekämpfung der Tuberkulose und umfassende hygienische Maßnahmen dazu bei, vorbeugend gegen die Tuberkulose zu handeln. Eine besondere Bedeutung trägt in diesem Bezug die DOTS-Strategie (Directly Observed Treatment Short-Course). Diese Variante soll im Rahmen eines tuberkulosespezifischen Gesundheitsmanagements zur Früherkennung und resistenzreduzierten Therapie von Tuberkulose beitragen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

unfassbar-8 kommentierte am 09.04.2016 um 16:39 Uhr

Keiner meiner behandelnden Ärzte stellte die richtige Diagnose. Erst als ich aufgrund von permanenten Magenschmerzen und Schwäche eine Magenspiegelung verordnet bekam, stellte man beim Quick-Test eine Leukämie (AML) fest. Bevor die Stammzelltransplantation gemacht werden konnte, wurden bei den Voruntersuchungen Tumore in der Lunge festgestellt und einer davon chirurgisch entfernt. Dieser enthielt Tuberkelbazillen. Der Tumor war verkapselt. Nun habe ich zwar die Stammzelltransplantation und Chemotherapie "überstanden" - einmal beinahe durch Organversagen über den "Jordan gegangen" - muss aber 1/2 Jahr aggressive Tabletten schlucken. Es geht mir nicht gut, ich habe 25 kg Gewicht verloren und kann noch immer nicht essen, bekomme nur künstliche Ernährung. Es ist mir schleierhaft, wo und wann ich mir diese TBC eingehandelt habe. Ob die jemals eliminiert werden kann?

Ursula kommentierte am 11.09.2016 um 10:26 Uhr

Als Kind, mit 6 Jahren, hatte ich eine Hilusspitzen-Tbc. Jetzt, mit 76 Jahren, habe ich angeblich eine COPD. Ich beobachte aber einen anderen Verlauf verglichen mit anderen COPD-Patienten. Ich schwitze nachts stark, besonders stark im Brustbereich. Ich huste nicht immer, aber wenn, dann pro Anfall sehr stark. Ich fühle mich schwach, obwohl ich versuche, dagegen anzugehen und seit gestern habe ich Blut im Auswurf, nach einem schweren Hustenanfall, und dumpfe Schmerzen im Rücken. Fieber habe ich nicht - aktuell 36.0°. Die COPD-Medikamente, SalbuHEXAL N-Dosieraerosol, FOSTER NEXThaler und Salbutamol STADA zum Inhalieren helfen überhaupt nicht.

Anna kommentierte am 06.11.2016 um 09:18 Uhr

Ich selber liege seit sechs Wochen stationär im Krankenhaus aufgrund einer offenen Lungen-TBC.
Diese Zeit ist sehr schwierig. Mein Besuch darf nur mit Schutzkleidung mein Zimmer betreten und die fehlende Nähe meines Partners macht mich sehr traurig.
Aber in erster Linie gehts ja darum gesund zu werden und niemandem diese Krankheit zu übertragen. Morgen kommt der Resistenz-Test. Eventuell kann ich dann bald gehen, weil schon sieben Sputum-Proben negativ auf Mycobacterium waren. Drückt mir die Daumen.
Und an alle anderen Kopf hoch. Denkt daran: Gesundheit ist das A und O.

Gruß Anna