Chronische Mandelentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2016
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Die chronische Mandelentzündung ist eine mehrfach im Jahr auftretende Mandelentzündung. Bei der chronischen Erkrankung wendet der Arzt im Regelfall die operative Behandlung an; es gibt auch konservative Behandlungsmethoden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine chronische Mandelentzündung?

Der Arzt spricht von einer chronische Mandelentzündung wenn der Patient über mehrmalige Mandelentzündungen im Jahr klagt. Bei einer akuten Tonsillitis (der klassischen Mandelentzündung) spricht man von einer Entzündung der Gaumenmandeln.

Die Mandeln sind zwei kleine Erhebungen, die am Übergang zwischen Mund und Rachen sind. In diesem Zusammenhang gehören die Mandeln zum Bestandteil des Immunsystems. Bezogen auf die Erkrankung sind vor allem Kinder häufig von der chronischen Mandelentzündung betroffen.

Ursachen

Die chronische Mandelentzündung überträgt sich auf Grund der Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass eine Ansteckungsgefahr durch Niesen oder der Austausch von Speichel ausgeht. Für die Infektion bzw. Entzündung sind Viren verantwortlich. Die Mandelentzündung lässt sich fast in jedem Fall auf die Streptokokken der Gruppe A zurückführen.

Es gibt auch andere Bakterien und Pilze, die eine Mandelentzündung auslösen. Darunter fallen Hämophilus influenzae und Pneumokokken. Eine weitere Ursache ist ein geschwächtes Immunsystem. Eine Mandelentzündung tritt auch immer wieder als Begleiterscheinung einer anderen Krankheit auf. Scharlach ist eine klassische Krankheit, bei welcher der Patient auch über eine Mandelentzündung klagt.

Gesunde und entzündete Mandeln (Angina tonsillaris).

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Häufigkeit der Mandelentzündung ist ein erstes Warnzeichen für eine chronische Erkrankung. Wenn der Patient öfter als drei Mal pro Jahr an einer Mandelentzündung leidet, spricht der Arzt von einer chronischen Erkrankung. Die Symptome sind mit jenen einer normalen Mandelentzündung identisch.

Der Patient klagt über plötzlich auftretende Halsschmerzen in Verbindung mit Schluckbeschwerden. Patienten haben hohes Fieber und ein vermindertes Allgemeinbefinden. Die Mandeln sind geschwollen und sehr rot. Der Belag der Mandeln ist durch einen gelblichen oder gräulichen Film überzogen. Der Belag ist streifenförmig, zusammenhängend oder punktförmig. Auch die Lymphknoten können während der Mandelentzündung anschwellen; auch die Sprechweise des Patienten ist oft verwaschen. Ein weiteres Symptom ist unangenehmer Mundgeruch.

Diagnose

Bei einer chronischen Mandelentzündung betrachtet der Arzt zuerst die Mandeln. Hier spielt die Größe, das Aussehen wie auch die Farbe des Belages eine wesentliche Rolle. Für den Arzt ist es hilfreich zu wissen, ob es sich um eine bakterielle oder virale Mandelentzündung handelt. Gerne wird von einer "eitrigen" Mandelentzündung bzw. der "eitrigen" Angina gesprochen.

Es gibt jedoch kein definiertes Krankheitsbild einer eitrigen Angina. Die einzigen Unterschiede gibt es im Bereich "viral" oder "bakteriell". Der Arzt stellt den Unterschied mittels eines Rachenabstriches fest. Auch Laborwerte (bzw. ein Blutbild) sorgt für eine Aufklärung. Bei der bakteriellen Infektion finden sich vermehrt weiße Blutkörperchen im Blut (Granulozyten). Auch der Entzündungswert (CRP) ist deutlich erhöht. Hat der Arzt den Verdacht einer Infektion durch Streptokokken der Gruppe A, führt er einen Schnelltest durch. Das Anlegen einer Bakterienkultur gibt dem Arzt ebenfalls einen Aufschluss darüber, ob und welche Bakterien die Mandelentzündung auslösten.

Behandlung und Therapie

Bei chronischer Mandelentzündung sowie Schluckbeschwerden oder starken Halsschmerzen ist es wichtig genügend Flüssigkeit zu trinken. Kinder leiden schnell unter einem Flüssigkeitsmangel, wenn sie das Trinken auf Grund der Schmerzen verweigern. Auch Mundspülungen wie Lutschtabletten helfen gegen eine Mandelentzündung. Medikamente sorgen für eine Linderung der Schmerzen und für das Senken des Fiebers.

Der Arzt verordnet bei chronischen Mandelentzündungen Acetylsalicylsäure (etwa Aspirin), Paracetamol oder auch Ibuprofen. Eine Entzündung durch Streptokokken wird mit Antibiotika behandelt. Durch die Einnahme von Antibiotika verhindert man weitere Erkrankungen - darunter fallen chronische Entzündungen der Nieren oder das rheumatische Fieber.

Bei chronischen Mandelentzündungen werden auch gerne Hausmittel angewandt. Darunter zählt der Umschlag mit angerührtem Topfen oder Heilerde. Auch Ingwertee mit Honig und Zitrone sowie das Gurgeln mit Kamillentee, Salzwasser oder Salbeitee sollen zur Linderung der Beschwerden führen.

Die konservative Behandlung ist bei der chronischen Mandelentzündung oftmals aber nur ein Hinauszögern der Operation. Wer innerhalb von zwei Jahren mehr als fünf Mandelentzündungen hat, wird im Regelfall operiert. Oftmals verstärken sich die Symptome pro Mandelentzündung, sodass Patienten über hohes Fieber klagen. Auch die Schmerzen werden größer und die Lymphknoten schwellen immer stärker an.

Bei der Mandeloperation entfernt der Arzt die Mandeln. Die Gefahr besteht beim Nachbluten. Das Nachbluten kann bis zu drei Wochen nach der Operation auftreten. Besteht ein Hinweis, dass der Patient nachblutet, muss man sofort das Krankenhaus aufsuchen.



Vorbeugung

Gegen eine chronische Mandelentzündung können nur bedingte Vorkehrungen und Vorbeugungen getroffen werden. Die chronische Entzündung tritt auf Grund der Häufigkeit der Mandelentzündung ein. Wichtig ist, dass das Immunsystem durch Vitamine gestärkt wird. Desto stärker das Immunsystem ist, umso schwieriger ist es für die Bakterien und Viren sich einzunisten und für Krankheitssymptome zu sorgen.

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