Entzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
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Entzündungen sind charakteristische Reaktionen des Körpers auf einen Reiz, mit dem Ziel diesen zu beseitigen bzw. einzudämmen und damit die Grundlage für die Regeneration des betroffenen Gewebes zu legen. Entzündungen können lokal (örtlich begrenzt) oder generalisiert (gesamter Körper) auftreten. Wer sich bei kleineren lokalen Entzündungen an entsprechende Regeln hält (Hygiene, sterile Wundversorgung), wird nur selten mit schweren Komplikationen zu tun haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Entzündung?

Eine Entzündung (lat. Inflammatio) ist eine örtlich begrenzte Reaktion des Immunsystems auf einen äußeren oder inneren Reiz, der dem Organismus Schaden zufügt beziehungsweise zufügen könnte. Durch die Entzündung soll dieser Reiz beseitigt werden, damit die Heilungsmechanismen des Körpers greifen können.

Immunsystem, Blutgefäße und Bindegewebe sind an der komplexen Reaktion beteiligt. In der Regel werden Entzündungen in der Fachsprache mit der Endung -itis gekennzeichnet, zum Beispiel "Dermatitis" für eine Entzündung der Haut.

Ursachen

Jeder extreme und übersteigerte Reiz kann eine Entzündungsreaktion auslösen. Allgemein werden die verschiedenen gefährlichen Reize in drei Gruppen eingeteilt:

Die erste Gruppe sind die physikalischen Reize. Da wären zum Einen mechanische Reize wie zum Beispiel Reibung, Druck, das Eindringen eines Fremdkörpers oder eine Verletzung.

Thermische Reize sind extreme Hitze (Verbrennungen) oder Kälte (Erfrierungen). Auch Strahlung, wie ionisierende, Infrarot- oder UV-Strahlung zählt zu den physikalischen Reizen.

Chemische Reize bilden die zweite Gruppe. Dazu zählen starke und ätzende Säuren und Laugen, Toxine, Allergene beziehungsweise Autoallergene sowie mutierte Enzyme.

Die dritte Gruppe umfasst biologische Reize, die durch Mikroorganismen wie Pilze, Viren, Bakterien und Parasiten ausgelöst werden.

Häufig entstehen Entzündungen, wenn zum Beispiel durch eine Verletzung Krankheitserreger in den Organismus gelangen. Auch während und nach Operationen kommt es daher oft zu Entzündungen. Über die Nahrung und die Atemluft können ebenfalls entzündungsauslösende Erreger in den Körper gelangen.

Symptome und Verlauf

Es gibt fünf typische Anzeichen für eine Entzündung.

Die entzündete Körperstelle ist oft:

  • und in ihrer Funktion eingeschränkt - (functio laesa).

Diese fünf Symptome müssen aber keineswegs immer gleichzeitig auftreten oder gleichermaßen erkennbar sein.

Erkennt der Körper eine extreme Reizauswirkung, setzt er sofort sogenannte "Entzündungsmediatoren" frei, Botenstoffe, die das Immunsystem benachrichtigen und aktivieren. Das betroffene Gebiet wird stärker durchblutet. Weiße Blutkörperchen werden zum Entzündungsherd geschickt, um die Ursache zu beseitigen. Ihre Aufgabe besteht darin, Fremdkörper und abgestorbene Zellen aufzunehmen und zu verdauen.

Besonders schwere Entzündungen können von Reaktionen des Gesamtorganismus begleitet werden, zum Beispiel Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl oder nächtliches Schwitzen.

Diagnose

Oft reichen die oben genannten fünf typischen Entzündungssymptome aus, um die Diagnose zu stellen. Durch einen Abstrich, der mikrobiologisch untersucht wird, kann der exakte Erreger festgestellt werden. Liegt der Entzündungsherd aber versteckt im Inneren des Körpers, können weitere Diagnosemittel nötig sein.

Bestimmte Parameter des Blutes verändern sich bei einer Entzündung: Die Blutsenkungsreaktion beschleunigt sich aufgrund einer veränderten Zusammensetzung des Blutplasmas. Das Blut enthält mehr Abwehrzellen und Antikörper.

Je nach Krankheit können gegebenenfalls bestimmte Antikörper nachgewiesen werden, die gegen einen bestimmten Erreger gerichtet sind. Spezielle Proteine, die an der Abwehrreaktion beteiligt sind, können ebenfalls im Blut nachgewiesen werden. Auch Untersuchungsmethoden wie das MRT, Ultraschall, Röntgenbilder und Endoskopie werden zur Diagnose herangezogen.

Behandlung und Therapie

Je nach Erreger, Ort und Schwere der Entzündung werden verschiedene Behandlungsmethoden angewendet.

Bei äußerlichen Entzündungen können desinfizierende, abschwellende, kühlende und entzündungshemmende Salben (Schmerzgel) aufgetragen sowie Flüssigkeitsverbände, Wickel, Umschläge und Coolpacks verwendet werden.

Der Patient sollte den betroffenen Bereich ruhig halten, eventuell hochlagern und auf körperlich anstrengende Aktivitäten verzichten, damit sich der Erreger nicht ausbreiten kann. Mit diesen einfachen Methoden wird das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützt, die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert.

Viele Schmerzmittel lindern nicht nur den Schmerz, sondern haben auch eine leichte entzündungshemmende Wirkung (Diclofenac). Fiebersenkende Mittel (Paracetamol, Ibuprofen) können ebenfalls unterstützend eingesetzt werden.

Auch Medikamente wie Antibiotika gegen Bakterien, Virustatika gegen Viren oder Antimykotika gegen Pilze zählen zu den Therapiemöglichkeiten.

In bestimmten Fällen kann ein operativer Eingriff nötig werden, zum Beispiel wenn sich abgekapselte Abszesse bilden. Gegen allergische und autoallergische Reaktionen können immunsupprimierende Medikamente eingesetzt werden.



Vorbeugung

Um Entzündungen vorzubeugen, ist eine ausgeprägte Hygiene von grundlegender Bedeutung, insbesondere bei kleineren Hautverletzungen. Kleine Wunden werden mit klarem Wasser gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert. Ein sauberes, frisches Pflaster schützt vor dem Eindringen weiterer Krankheitserreger.

Ein steriler Verband, der regelmäßig erneuert wird, schützt nach Operationen vor Entzündungen. Schon während der Operation können vorbeugend Antibiotika verabreicht werden. Der Kontakt zu infizierten Personen, Tieren oder Gegenständen sollte möglichst gemieden werden.

Allgemein sorgt ein starkes Immunsystem dafür, dass die meisten Entzündungen glimpflich und ohne Komplikationen verlaufen. Über viel Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst freut sich das Immunsystem.

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