Geschwollene Knöchel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Juli 2017
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Geschwollene Knöchel sind ein unangenehmes körperliches Symptom. Da es die Begleiterscheinung vieler Erkrankungen sein kann, ist eine genaue Diagnose wichtig. Die Grunderkrankung sollte aufgedeckt und gegebenenfalls behoben werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Geschwollene Knöchel?

Geschwollene Knöchel bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich eines oder beider Fußknöchel. Die Körperflüssigkeiten (Blut und Lymphe) können nicht ordnungsgemäß in den Körperkreislauf zurückgepumpt werden. Sie sammeln sich in der unteren Extremität (Beine) an. Medizinisch wird es als Lymphödem bezeichnet. Lymphe ist der Name der Flüssigkeit die im Lymphsystem für den Abtransport von Giftstoffen verantwortlich ist.

Eine Schwellung im Bereich der Fußgelenke nach Sturz oder Überdehnung fällt unter diesen Begriff. Angeschwollene Knöchel im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt oder Übergewicht kommen häufig vor. Wasseransammlungen im Knöchel kommt als Begleitsymptom einer hormonelle Umstellung ebenso wie als Zeichen einer Allergie oder einer Organschwäche vor. Geschwollene Knöchel bezeichnet auch eine zum Teil schmerzhafte Wasseransammlung im Knöchelgelenk.

Ursachen

Geschwollene Knöchel resultieren aus vielen verschiedenen Grunderkrankungen. Die Grundursachen können mannigfaltig sein. Eine der Ursache sind Stürze, Unfälle und Überdehnungen der Sehnen und Muskeln in diesem Bereich. Die geschwollenen Knöchel können physiologisch (normal) sein nach langen Reisen, längerem Stehen und extremer Müdigkeit. Bei Verstopfung entsteht oft gleichfalls eine Flüssigkeitsansammlung in den Beinen.

Weiter kommen hormonelle Gründe infrage. Frauen in den beginnenden Wechseljahren haben geschwollene Knöchel gegebenfalls als Symptom der hormonelle Umstellung. Desgleichen Frauen in den letzten Wochen der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes. Das Symptom geschwollene Knöchel könnte auch Begleiterscheinung einer ernst zu nehmenden Erkrankung sein. Hierfür kommen unter anderem Herz, Nieren und Leber infrage.

Ein geschwollener Knöchel links könnte auf eine Nierenerkrankung hinweisen. Der geschwollene rechte Knöchel könnte Ursache einer beginnenden Herzerkrankung sein. Das zurückfließende, venöse Blut kann nicht ausreichend in das Herz zurücktransportiert werden. Geschwollene Knöchel können auch das Resultat einer längeren Einnahme von Abführmittel sein. Eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Knöchels deutet oft auf eine Übersäuerung des Körpers hin. So kommt es als Begleitsymptom einer Gichterkrankung vor.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Sind geschwollene Knöchel die Folge eines Sturzes oder eines anderen Unfalls, muss der Arzt aufgesucht werden, damit eine ernsthafte Verletzung oder gar ein Knochenbruch ausgeschlossen werden kann. Allergiker, deren Knöchel nach einem Insektenstich stark anschwellen, benötigen ebenfalls ärztliche Hilfe.

Geschwollene Knöchel während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach einer Geburt sind zwar nicht ungewöhnlich, betroffene Frauen sollten aber spätestens dann einen Arzt konsultieren, wenn die Schwellungen stark zunehmen und mit Schmerzen einhergehen. Treten ähnliche Beschwerden bei Frauen in den Wechseljahren auf, sollte der Arzt den Hormonhaushalt überprüfen.

Besorgniserregend sind auch alle Fälle, in denen nur ein Knöchel betroffen ist. Schwillt regelmäßig nur der linke Knöchel an, sollte unbedingt ein Mediziner zugezogen werden, auch wenn der Leidensdruck nicht groß ist. Eine Schwellung des linken Knöchels kann auf eine ernsthafte Erkrankung der Nieren hindeuten. Schwillt regelmäßig nur der rechte Knöchel an, wird eventuell das zurückfließende, venöse Blut nicht ausreichend in das Herz zurücktransportiert. Ein mögliches Herzleiden, insbesondere eine Herzinsuffizienz, sollte zeitnah von einem Arzt abgeklärt werden.

Diagnose und Verlauf

Geschwollene Knöchel sind durch vermehrte Wasseransammlung und eventuelle Rötung und Wärme durch Betasten und Begutachten einfach zu diagnostizieren. Schwieriger mag die Diagnose der Grunderkrankung sein. Besonders eine längere und stärkere Schwellung sollte von einem Arzt diagnostiziert werden. Ist der geschwollene Knöchel nach einem Sturz oder einem Unfall entstanden, so sind Verstauchung, Knochenbruch etc. durch Röntgenbilder und eingehende Untersuchung zu diagnostizieren.

Ist der geschwollene Knöchel Folge eines Insektenstichs, ist die Einstichstelle zu diagnostizieren und zu behandeln. Im Zusammenhang mit einer beginnenden Nieren- oder Herzschwäche sind umfangreiche medizinische Tests notwendig. Unter Umständen kann der Nierenapparat ausscheidungspflichtige Substanzen nicht ausscheiden, sondern schickt sie in den Kreislauf zurück.

Natrium beispielsweise gehört zu den ausscheidungspflichtigen Substanzen. Normalerweise scheiden die Nieren das Natrium aus. Ist das durch eine Nierenerkrankung nicht möglich, so wird das Natrium zurückgehalten. Da es sich im ein Salz handelt, wird das Wasser auch zurückgehalten. Geschwollene Knöchel müssen nach Dauer und Schwere der Schwellung unterschieden werden.

Komplikationen

Geschwollene Knöchel lösen bei den Patienten diverse Komplikationen aus, die sich hauptsächlich nach dem jeweiligen Auslöser der Schwellungen richten. In harmloseren Fällen sind ein Mangel an Bewegung oder ein starker Sonnenbrand im Bereich der Knöchel für die Schwellungen verantwortlich. Dabei verschwinden die Beschwerden meist über Nacht oder nach einigen Tagen und verursachen auch ohne ärztliche Therapie kaum Komplikationen. Bei längere Zeit geschwollenen Knöcheln ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen. Durch den Bewegungsmangel sind jedoch weitere Beschwerden möglich, beispielsweise eine chronische Herzschwäche.

In manchen Fällen löst eine Herzinsuffizienz unmittelbar die geschwollenen Knöchel aus, sodass eine ausbleibende Behandlung der Grunderkrankung ernsthafte gesundheitliche Gefahren für den Patienten birgt. Denn ohne Therapie verschlimmert sich die Herzschwäche oftmals, sodass die betroffenen Personen womöglich weitere Erkrankungen des Herzens erleiden oder an einem Infarkt oder plötzlichem Herzversagen versterben. Eine Therapie der Herzschwäche verbessert die Beschwerden teilweise, sodass sich das Fortschreiten der Krankheit verzögert und Beschwerden wie die geschwollenen Knöchel manchmal nachlassen. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass Patienten an systemischen Nebenwirkungen der gegen die Herzschwäche verschriebenen Medikamente leiden. Daraus ergeben sich mitunter weitere chronische Krankheiten, die das Herz betreffen. Auch bei einer Therapie besteht also die Möglichkeit, dass Patienten vorzeitig an Komplikationen versterben.

Behandlung und Therapie

Hinsichtlich der Behandlung geschwollener Knöchel muss die Basiserkrankung behandelt werden. Steht die Schwellung im Zusammenhang mit einer Verstauchung, Röntgen, falls die Schwellung durch eine Verletzung kommt. Jetzt ist die Grunderkrankung zu richten, wobei die Schwellung oft erst nach einigen Tagen oder Wochen ganz abklingt. Bei einer allergiebedingten Schwellung erfolgt die Behandlung bezogen auf die Schwere der Allergie.

Bei einer pathologischen (krankheitsbedingten) Wasseransammlung wird der Arzt Entwässerungstabletten (Diuretika) verschreiben. Fasten unter medizinischer Aufsicht ist angeraten. Die Beine sollten etwas höher gelegt werden, damit die flüssigkeit zurückfließen kann. Hinsichtlich der Nahrung gibt es Nahrungsmittel, die helfen, Wasser aus dem Körper auszuscheiden. Als Beispiel seien Spargel genannt. Fußwickel mit Salz können eventuell helfen. Geschwollene Knöchel im Falle einer Schwangerschaft oder Geburt klingen normalerweise ca. 2 Wochen nach der Geburt wieder ab.



Aussicht und Prognose

Eine einheitliche und allgemein gültige Prognose für geschwollene Knöchel kann nicht gegeben werden. Die Heilungsaussichten richten sich nach der vorliegenden Grunderkrankung und sind individuell zu betrachten. Körperliche Überlastungen und Überanstrengungen können innerhalb kurzer Zeit vollständig genesen. Bei ausreichender Ruhe, Schonung und Kühlung des Knöchels kommt es innerhalb weniger Stunden oder Tage zu einer Heilung. Dies gilt ebenfalls, wenn der Betroffene ungesundes Schuhwerk trägt. Für eine dauerhafte Beschwerdefreiheit muss eine Optimierung des Schuhwerks stattfinden.

Nach einem Sturz oder Unfall kann ein Bruch oder eine Prellung des Knöchels vorliegen. Mit einer guten und frühzeitigen medizinischen Versorgung verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Wochen oder Monate. Der Knöchel wird stillgelegt, damit sich die betroffenen Knochen, Muskeln oder Sehnen regenerieren können. Bei einer Fehlstellung, einem Tumor oder einem Geschwür kommt es zu einer Zunahme der Beschwerden. Die Beseitigung der Schwellung kann nur über eine Korrektur der Knochen oder Gewebeentfernung innerhalb eines operativen Eingriffs erfolgen.

Leidet der Betroffene unter einer chronischen Erkrankung, nehmen die Beschwerden über mehrere Wochen oder Monate kontinuierlich zu. Aufgrund der Krankheitseigenschaften tritt eine Heilung mit den derzeitigen medizinischen Möglichkeiten nicht ein. Das Behandlungsziel ist die Verzögerung der Zunahme der Beschwerden. Um eine Beschwerdefreiheit zu erreichen, muss ein operativer Eingriff erfolgen.

Vorbeugung

Die Vorbeugung geschwollener Knöchel erfolgt über den Lebensstil und die Ernährung. Ein gesunder Lebensrhythmus ist die beste Vorbeugung. Der Betroffene muss auf regelmäßige Darmentleerung achten. Im Falle eines Übergewichts mag Mäßigung notwendig sein. Ist der geschwollene Knöchel Begleitsymptom einer Erschöpfung, so sollte auf Ausgewogenheit zwischen Aktivität und Ruhe geachtet werden.

Zu langes Stehen oder Sitzen vermeiden. Morgens ein Glas lauwarmes Wasser mit ½ Teelöffel Zitronensaft trinken. Auf basische Ernährung umstellen. Bei einer Gicht-Veranlagung sollte vegetarische Nahrung bevorzugt werden. Kräutertee ist im Falle eines geschwollenen Knöchels gesünder als Alkohol und Süßgetränke. Auf salz- und zuckerhaltige Nahrung sollte verzichtet werden. Kneippsche Anwendungen könnten bei einer Veranlagung zu geschwollenen Knöcheln helfen.

Bücher über geschwollene Knöchel

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

daniela kommentierte am 18.05.2017 um 23:59 Uhr

Ich bekomme im Sommer immer dicke Knöchel. Nehme seit September 2016 HCT zu meinen Blutdruck-Tabletten. Das Herz ist ohne Befund. Nierensteine wurden gefunden und Harnsäure ist minimal erhöht. Geh viel spazieren. Trinke täglich ein Glas Sauerkirschsaft. Und hatte heute trotzdem dicke Knöchel (beidseitig). Abführen ist durch meine Eisentabletten schwierig.

Marina kommentierte am 30.03.2016 um 09:37 Uhr

Ich werde bald 50. Seit einiger Zeit habe ich immer öfter einen geschwollenen Knöchel links innen. Zum ersten Mal ist es vor fast 2 Jahren nach einer langen Busreise passiert. Seit dem immer wieder, besonders nach langem Sitzen. Während einer Behandlung mit Voltaren Tabletten wegen Knochenhautentzündung (MRT wurde gemacht) war der Knöchel nicht angeschwollen. Nach der Beendigung der Therapie ist die Schwellung am Tag wieder da, geht aber über die Nacht zurück. Zu welchem Arzt soll ich gehen?

irmgard kommentierte am 03.03.2016 um 17:15 Uhr

Ich habe seit gestern, nach einem Gang mit meinem Rollator, plötzlich ein geschwollenes linkes Sprunggelenk. Es schmerzt sehr. Ich kann nur unter Schmerzen gehen und es ist auch bei Berührung von außen sehr schmerzhaft. Was soll ich machen? Ich bin 80 Jahre alt und bin Zuckerkrank auf Tabletten-Basis.

Konkret kommentierte am 19.02.2016 um 19:18 Uhr

Es könnte sich um einen Fersensporn handeln, ich empfehle Röntgen.

henry kommentierte am 10.09.2015 um 21:01 Uhr

Mein Knöchel ist seit ca. einem halben Jahr nach außen hin geschwollen. Mittlerweile schmerzt auch meine Ferse. Zu welchem Arzt muss ich gehen? Allgemeinmediziner oder Orthopäde?