Wasser in den Beinen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Mai 2017
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Wasser in den Beinen kann auf viele zugrunde liegende Ursachen hindeuten. Bei den Wassereinlagerungen handelt es sich um eine Ansammlung von Flüssigkeit im Körpergewebe. Diese führen zum Anschwellen (Ödem) der betroffenen Körperregion. Die Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung ist zunächst eine ausführliche Ursachendiagnostik.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Wasser in den Beinen?

Hat ein Patient Wasser in den Beinen, wird das auch als Ödem bezeichnet. Wasser in den Beinen zeigt sich meist durch Schwellungen des Beingewebes. Meist verursachen diese Schwellungen keine Schmerzen.

Wird auf die Hautstellen, an denen sich Wasser in den Beinen befindet, für eine längere Zeit mechanischer Druck von außen ausgeübt (beispielsweise durch den Bund von Strümpfen), sind die Druckstellen meist noch einige Zeit nach Nachlassen des mechanischen Drucks erkennbar.

Ödeme können nur kurzzeitig und lokal begrenzt auftreten. Treten die Wassereinlagerungen dauerhaft auf kann das Körpergewebe geschädigt werden. In diesem Fall ist eine Therapie ratsam.

Ursachen

Mehrere Ursachen kommen für eine Stauung von Wasser in den Beinen infrage. Beispielsweise können verschiedene Erkrankungen zu Wasser in den Beinen führen, zu denen auch eine Herzmuskelschwäche (im Besonderen die Rechtsherzschwäche) zählt.

Als Folge der Rechtsherzschwäche kommt es vor allem im Bereich von Knöcheln und Unterschenkeln zu Wasser in den Beinen. Auch bei Venenerkrankungen kann sich Wasser in den Beinen ansammeln. Und auch in Folge einer Beckenvenen- oder Beinvenenthrombose kann es nach einiger Zeit noch zu Wasser in den Beinen kommen.

Neben Erkrankungen kann unter anderem auch eine Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen in den Beinen führen; besonders häufig kann dies während heißer Sommermonate auftreten. Zudem kann es nach einer Schwangerschaft häufig zu Wassereinlagerungen in den Beinen kommen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Wasser in den Beinen kann aus unterschiedlichsten Gründen entstehen. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass die Ursache für Wasser in den Beinen schnell ermittelt wird. Besonders an warmen Sommertagen ist die Wahrscheinlichkeit für Wasseransammlungen höher. Wer sich bei einem solchen Symptom jedoch umgehend körperlich betätigt, kann diesem Krankheitsbild effektiv und schnell entgegenwirken.

Wenn regelmäßig und dauerhaft Wasser in den Beinen festgestellt wird, dann sollte definitiv ein Arzt aufgesucht werden. Spätestens wenn zu den Wasseransammlungen in den Beinen auch noch ein Taubheitsgefühl hinzukommt, dann darf ein Arztbesuch nicht auf die lange Bank geschoben werden. In so einem Fall liegt eventuell eine Venenkrankheit vor, wobei die vorhandene Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen lässt. Es kann bei einer Nichtbehandlung zu dauerhaften Gewebeschäden kommen, sodass auch hier ein Arztbesuch unerlässlich ist.

Somit gilt: Wasseransammlungen können auch bei völliger Gesundheit auftreten. Verschwinden diese jedoch nach kurzer Zeit nicht und treten zusätzlich Beinschmerzen auf, muss dringend ein Arzt konsultiert werden. Nur dann kann eine entsprechende Behandlung erfolgen, die Wasseransammlungen entgegenwirkt bzw. explizit bekämpft.

Diagnose und Verlauf

Liegt eine Ansammlung von Wasser in den Beinen über eine längere Zeit vor, so besteht die Gefahr, dass es aufgrund des erhöhten Drucks zu Gewebeschädigungen Funktionsstörungen kommen kann.

Sind die Schwellungen eindrückbar? Treten die Symptome ein- oder beidseitig auf? Der Tastbefund liefert dem Arzt wichtige Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen.

Sind Schwellungen aufgrund von Wasser in den Beinen stark ausgeprägt, kann das in einigen Fällen zu Missempfindungen bzw. Taubheitsgefühlen an den Beinen führen. Ist ein Betroffener durch die Wasseransammlungen sehr stark belastet, kann es auch zur Entwicklung depressiver Symptome kommen.

Um die Ursachen von Wasser in den Beinen diagnostizieren zu können, werden Betroffene zunächst über ihre bisherige Krankengeschichte (Anamnese) befragt. Wichtig ist hierbei insbesondere die Frage nach bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck).

Auch der übermäßige Konsum von Alkohol und ein Medikamentenmissbrauch (z.B. Kortison) spielen bei der Abklärung möglicher Ursachen eine wichtige Rolle.

Im Anschluss an die Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung. Das Abtasten der Beine (Tastbefund) gibt dem Arzt wichtige Hinweise. Lassen sich Schwellungen beidbeinig eindrücken, kann dies auf venöse Durchblutungsstörungen, Herzschwäche oder Niereninsuffizienz hindeuten.

Bestehen die Schwellungen nur einseitig bzw. lassen sie sich nicht eindrücken, dann spricht dies eher für ein Venenleiden bzw. eine Abflussstörung der Lymphflüssigkeit (Lymphe). Auch verschiedene Laborwerte (Kreatinin, Proteinurie) können Auskunft über die mögliche Grunderkrankungen geben.

Komplikationen

Wasser in den Beinen tritt besonders an heißen Tagen auf, sodass ein Gang zum Arzt nicht immer erforderlich ist. Durch eine extreme Hitze kann Lymphflüssigkeit nicht richtig wieder zurückfließen, sodass es zu einer Wasseransammlung in den Beinen kommt. In der Regel sollte dieses Symptom jedoch innerhalb weniger Stunden von alleine verschwinden. Allerdings kann es in diesem Zusammenhang auch zu Komplikationen kommen, falls die Flüssigkeit nicht von alleine wieder zurückfließt. Unter Umständen liegt dann nämlich eine Venenerkrankung vor, sodass ein Gang zum Arzt unausweichlich ist. Jedoch lässt sich dieses Krankheitsbild mit entsprechenden Medikamenten sehr gut behandeln.

Weitere Komplikationen die im Zusammenhang mit Wasser in den Beinen auftreten können sind starke Kopfschmerzen und auch Kreislaufstörungen. Wird ein Arztbesuch auch bei diesen Symptomen auf die lange Bank geschoben, dann ist höchste Vorsicht geboten. Unter Umständen kann es sogar zu Ohnmachtsanfällen kann, da das Blut in den Beinen gestaut wird. Spätestens dann muss ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache für ein Ödem in den Beinen zu ermitteln. Nur auf diese Weise können ernste Grunderkrankungen und damit verbundene Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zudem lassen sich zahlreiche Komplikationen durch die Einnahme von entsprechenden Medikamenten lindern bzw. beseitigen.

Behandlung und Therapie

Je nach Ursache der Ansammlung von Wasser in den Beinen ist es Ziel einer Therapie, die entsprechende Ursache, also die Erkrankung oder Funktionsstörung, zu behandeln. Behandlungsmöglichkeiten gegen Wasser in den Beinen gibt es daneben aber auch auf der Ebene der Symptombekämpfung.

Eine Möglichkeit der medizinischen Symptombekämpfung von Wasser in den Beinen liegt in der Gabe von Medikamenten. Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Diuretika bei Wasseransammlungen, die bedingt sind durch starke Herzmuskelschwächen, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Eine weitere Möglichkeit der symptomatischen Behandlung von Wasser in den Beinen ist die physikalische Therapie; hierzu zählt beispielsweise das Anwenden von Lymphdrainagen oder Druckmassagen.

Auch das Kühlen der Beine oder das Verwenden von Kompressionsstrümpfen zählt zu den physikalischen Therapiemöglichkeiten. Eingesetzt werden physikalische Therapieansätze beispielsweise bei Wasser in den Beinen, das verursacht ist durch Entzündungen, Lymphsystemverletzungen, Venenerkrankungen oder einen Mangel an Bewegung.

Schließlich gibt es in der symptomatischen Therapie auch die Möglichkeit, eine physikalische Behandlung mit einer medikamentösen Behandlung zu verbinden. Unter anderem kann dies bei der Behandlung von Wasser in den Beinen während einer Schwangerschaft erfolgen.



Vorbeugung

Um Wasser in den Beinen vorzubeugen, gilt es zunächst, den entsprechenden Ursachen vorzubeugen bzw. ihnen entgegenzuwirken. So kann beispielsweise eine geeignete Therapie von Erkrankungen oder Funktionsstörungen, die zu Wasser in den Beinen führen können, einem Entstehen oder Zunehmen von Wassereinlagerungen entgegen wirken. Wasser in den Beinen, das durch Bewegungsmangel begünstigt wird, ist beispielsweise durch regelmäßige körperliche Bewegung vorzubeugen.

Bücher über Venenleiden

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

angelika kommentierte am 12.04.2017 um 12:07 Uhr

Habe seit einigen Wochen, bei großer Hitze im letzten Sommer ziemlich dicke Knöchel (Beine). Habe auch genau seit dieser Zeit ein neues Blutdruckmittel zur Probe. Kann das damit zusammenhängen?

Maria kommentierte am 27.01.2017 um 21:08 Uhr

Das bekannteste Mittel ist sicherlich die Rosskastanie, die sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung kommt. Vor allem dem Wirkstoff Aescin, der aber nur in geringen Mengen enthalten ist, wird eine ödemhemmende Wirkung zugesprochen. Nun gibt es eine neue (seit 5000 Jahren in Asien bekannte) pflanzliche Wunderwaffe das Orthosiphon Aristatus Katzenbart Das thailändische Kraut Orthosiphon Aristatus Katzenbart vermag den Lymphfluss zu verbessern und regt den venösen Rückfluss an. Dadurch werden die Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen in den Beinen pflanzlich gelindert. Die Wirkung von Orthosiphon Aristatus Katzenbart beruht auch auf einer vermehrten Harnausscheidung und einer damit verbundenen Verminderung von Wasser in den Beinen.

obby kommentierte am 27.11.2016 um 09:11 Uhr

Ich habe bei einer Herzkatheteruntersuchung eine Schrumpfniere diagnostiziert bekommen, bin bei einem Nephrologen in Behandlung und möchte eventuelle Behandlungen durch mein eigenes Handeln unterstützen Kann mir jemand Ratschläge geben? Es würde mich freuen darüber mehr darüber zu erfahren.

Horst kommentierte am 03.02.2016 um 05:41 Uhr

Ich bin 81 Jahre alt, 4-fach Herzbypass, bin aber gesundheitlich stabil. Ich war immer sehr aktiv mit Wandern und Radfahren, jetzt machen die Knie und die Hüfte wegen Arthrose Probleme. Wie viel körperliche Bewegung würden Sie für unbedingt erforderlich halten um Wasser in den Beinen zu vermeiden?

Trigonie kommentierte am 22.12.2015 um 21:08 Uhr

Wasseransammlungen in den Beinen kann auch durch Blutdrucktabletten entstehen. Ob eine höhere Dosierung der Wassertabletten helfen kann? Seit ich Tonotec 10mg/10mg nehme (vorher 10mg/5mg) habe ich schmerzhaft geschwollene Unterschenkel und Knöchel.

schussel kommentierte am 26.05.2015 um 22:04 Uhr

Ich bin 43 Jahre alt und fühle mich überhaupt nicht so. Vor 3 Wochen ist festgestellt worden, dass ich eine Bakers Zyste in der Kniekehle hatte, die sich durch eine blöde Bewegung geöffnet hat und anschließend schmerzte. Es wurde zum Glück besser. Nun stelle ich fest, dass sich Wasser in den Füssen angesammelt hat! Ich lebe fürs Tanzen, da fällt der Bewegungsmangel als Ursache schon mal aus. Macht jemand das Gleiche mit?

Reinhard kommentierte am 26.02.2015 um 11:11 Uhr

Was können die Folgen von dauerhaften Wassereinlagerungen, die durch Medikamente hervorgerufen wurden, sein?

harry kommentierte am 17.01.2015 um 01:06 Uhr

Es ist erstaunlich und bedauerlich, dass die wissenschaftliche Medizin weder zur exakten Diagnostik, noch zur Therapie vernünftige Auskünfte und Angebote machen kann.