Wasser in den Beinen

Letzte Aktualisierung am 16. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Wasser in den Beinen kann auf viele zugrunde liegende Ursachen hindeuten. Bei den Wassereinlagerungen handelt es sich um eine Ansammlung von Flüssigkeit im Körpergewebe. Diese führen zum Anschwellen (Ödem) der betroffenen Körperregion. Die Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung ist zunächst eine ausführliche Ursachendiagnostik.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Wasser in den Beinen?

Sind die Schwellungen eindrückbar? Treten die Symptome ein- oder beidseitig auf? Der Tastbefund liefert dem Arzt wichtige Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen.

Hat ein Patient Wasser in den Beinen, wird das auch als Ödem bezeichnet. Wasser in den Beinen zeigt sich meist durch Schwellungen des Beingewebes. Meist verursachen diese Schwellungen keine Schmerzen.

Wird auf die Hautstellen, an denen sich Wasser in den Beinen befindet, für eine längere Zeit mechanischer Druck von außen ausgeübt (beispielsweise durch den Bund von Strümpfen), sind die Druckstellen meist noch einige Zeit nach Nachlassen des mechanischen Drucks erkennbar.

Ödeme können nur kurzzeitig und lokal begrenzt auftreten. Treten die Wassereinlagerungen dauerhaft auf kann das Körpergewebe geschädigt werden. In diesem Fall ist eine Therapie ratsam.

Ursachen

Mehrere Ursachen kommen für eine Stauung von Wasser in den Beinen infrage. Beispielsweise können verschiedene Erkrankungen zu Wasser in den Beinen führen, zu denen auch eine Herzmuskelschwäche (im Besonderen die Rechtsherzschwäche) zählt.

Als Folge der Rechtsherzschwäche kommt es vor allem im Bereich von Knöcheln und Unterschenkeln zu Wasser in den Beinen. Auch bei Venenerkrankungen kann sich Wasser in den Beinen ansammeln. Und auch in Folge einer Beckenvenen- oder Beinvenenthrombose kann es nach einiger Zeit noch zu Wasser in den Beinen kommen.

Neben Erkrankungen kann unter anderem auch eine Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen in den Beinen führen; besonders häufig kann dies während heißer Sommermonate auftreten. Zudem kann es nach einer Schwangerschaft häufig zu Wassereinlagerungen in den Beinen kommen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Wasser in den Beinen kann aus unterschiedlichsten Gründen entstehen. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass die Ursache für Wasser in den Beinen schnell ermittelt wird. Besonders an warmen Sommertagen ist die Wahrscheinlichkeit für Wasseransammlungen höher. Wer sich bei einem solchen Symptom jedoch umgehend körperlich betätigt, kann diesem Krankheitsbild effektiv und schnell entgegenwirken.

Wenn regelmäßig und dauerhaft Wasser in den Beinen festgestellt wird, dann sollte definitiv ein Arzt aufgesucht werden. Spätestens wenn zu den Wasseransammlungen in den Beinen auch noch ein Taubheitsgefühl hinzukommt, dann darf ein Arztbesuch nicht auf die lange Bank geschoben werden. In so einem Fall liegt eventuell eine Venenkrankheit vor, wobei die vorhandene Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen lässt. Es kann bei einer Nichtbehandlung zu dauerhaften Gewebeschäden kommen, sodass auch hier ein Arztbesuch unerlässlich ist.

Somit gilt: Wasseransammlungen können auch bei völliger Gesundheit auftreten. Verschwinden diese jedoch nach kurzer Zeit nicht und treten zusätzlich Beinschmerzen auf, muss dringend ein Arzt konsultiert werden. Nur dann kann eine entsprechende Behandlung erfolgen, die Wasseransammlungen entgegenwirkt bzw. explizit bekämpft.

Diagnose und Verlauf

Liegt eine Ansammlung von Wasser in den Beinen über eine längere Zeit vor, so besteht die Gefahr, dass es aufgrund des erhöhten Drucks zu Gewebeschädigungen Funktionsstörungen kommen kann.

Sind Schwellungen aufgrund von Wasser in den Beinen stark ausgeprägt, kann das in einigen Fällen zu Missempfindungen bzw. Taubheitsgefühlen an den Beinen führen. Ist ein Betroffener durch die Wasseransammlungen sehr stark belastet, kann es auch zur Entwicklung depressiver Symptome kommen.

Um die Ursachen von Wasser in den Beinen diagnostizieren zu können, werden Betroffene zunächst über ihre bisherige Krankengeschichte (Anamnese) befragt. Wichtig ist hierbei insbesondere die Frage nach bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck).

Auch der übermäßige Konsum von Alkohol und ein Medikamentenmissbrauch (z.B. Kortison) spielen bei der Abklärung möglicher Ursachen eine wichtige Rolle.

Im Anschluss an die Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung. Das Abtasten der Beine (Tastbefund) gibt dem Arzt wichtige Hinweise. Lassen sich Schwellungen beidbeinig eindrücken, kann dies auf venöse Durchblutungsstörungen, Herzschwäche oder Niereninsuffizienz hindeuten.

Bestehen die Schwellungen nur einseitig bzw. lassen sie sich nicht eindrücken, dann spricht dies eher für ein Venenleiden bzw. eine Abflussstörung der Lymphflüssigkeit (Lymphe). Auch verschiedene Laborwerte (Kreatinin, Proteinurie) können Auskunft über die mögliche Grunderkrankungen geben.

Komplikationen

Wasser in den Beinen tritt besonders an heißen Tagen auf, sodass ein Gang zum Arzt nicht immer erforderlich ist. Durch eine extreme Hitze kann Lymphflüssigkeit nicht richtig wieder zurückfließen, sodass es zu einer Wasseransammlung in den Beinen kommt. In der Regel sollte dieses Symptom jedoch innerhalb weniger Stunden von alleine verschwinden. Allerdings kann es in diesem Zusammenhang auch zu Komplikationen kommen, falls die Flüssigkeit nicht von alleine wieder zurückfließt. Unter Umständen liegt dann nämlich eine Venenerkrankung vor, sodass ein Gang zum Arzt unausweichlich ist. Jedoch lässt sich dieses Krankheitsbild mit entsprechenden Medikamenten sehr gut behandeln.

Weitere Komplikationen die im Zusammenhang mit Wasser in den Beinen auftreten können sind starke Kopfschmerzen und auch Kreislaufstörungen. Wird ein Arztbesuch auch bei diesen Symptomen auf die lange Bank geschoben, dann ist höchste Vorsicht geboten. Unter Umständen kann es sogar zu Ohnmachtsanfällen kann, da das Blut in den Beinen gestaut wird. Spätestens dann muss ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache für ein Ödem in den Beinen zu ermitteln. Nur auf diese Weise können ernste Grunderkrankungen und damit verbundene Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zudem lassen sich zahlreiche Komplikationen durch die Einnahme von entsprechenden Medikamenten lindern bzw. beseitigen.

Behandlung und Therapie

Je nach Ursache der Ansammlung von Wasser in den Beinen ist es Ziel einer Therapie, die entsprechende Ursache, also die Erkrankung oder Funktionsstörung, zu behandeln. Behandlungsmöglichkeiten gegen Wasser in den Beinen gibt es daneben aber auch auf der Ebene der Symptombekämpfung.

Eine Möglichkeit der medizinischen Symptombekämpfung von Wasser in den Beinen liegt in der Gabe von Medikamenten. Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Diuretika bei Wasseransammlungen, die bedingt sind durch starke Herzmuskelschwächen, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Eine weitere Möglichkeit der symptomatischen Behandlung von Wasser in den Beinen ist die physikalische Therapie; hierzu zählt beispielsweise das Anwenden von Lymphdrainagen oder Druckmassagen.

Auch das Kühlen der Beine oder das Verwenden von Kompressionsstrümpfen zählt zu den physikalischen Therapiemöglichkeiten. Eingesetzt werden physikalische Therapieansätze beispielsweise bei Wasser in den Beinen, das verursacht ist durch Entzündungen, Lymphsystemverletzungen, Venenerkrankungen oder einen Mangel an Bewegung.

Schließlich gibt es in der symptomatischen Therapie auch die Möglichkeit, eine physikalische Behandlung mit einer medikamentösen Behandlung zu verbinden. Unter anderem kann dies bei der Behandlung von Wasser in den Beinen während einer Schwangerschaft erfolgen.

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Vorbeugung

Um Wasser in den Beinen vorzubeugen, gilt es zunächst, den entsprechenden Ursachen vorzubeugen bzw. ihnen entgegenzuwirken. So kann beispielsweise eine geeignete Therapie von Erkrankungen oder Funktionsstörungen, die zu Wasser in den Beinen führen können, einem Entstehen oder Zunehmen von Wassereinlagerungen entgegen wirken. Wasser in den Beinen, das durch Bewegungsmangel begünstigt wird, ist beispielsweise durch regelmäßige körperliche Bewegung vorzubeugen.

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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