Herzinsuffizienz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
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Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) beschreibt eine mangelhafte Kontraktionskraft des Herzens; der Blutkreislauf wird instabil. Gezielte Behandlungen und das Vermeiden von Risikofaktoren können dazu beitragen, Herzinsuffizienzen zu vermeiden oder zu verlangsamen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche)?

In der Medizin wird mit dem Ausdruck Herzinsuffizienz eine Herzschwäche bzw. Herzmuskelschwäche beschrieben.

Bei einer Herzinsuffizienz hat das Herz nicht ausreichend Kraft, um den Körperkreislauf mit genügend Blut zu versorgen. Darum wird die Herzinsuffizienz auch als sogenannte Funktionsstörung des Herzens bezeichnet.

Von Herzinsuffizienz sind vor allem ältere Menschen betroffen; in vielen Fällen entwickelt sich eine Herzinsuffizienz als Folge einer koronaren (die Herzkranzgefäße betreffend) Herzerkrankung.

Unterschieden wird beispielsweise zwischen akuter und chronischer Herzinsuffizienz: Während sich eine chronische Herzinsuffizienz über längere Zeiten entwickelt, folgt eine akute Herzinsuffizienz unmittelbar einer Herzerkrankung (z. B. einem Herzinfarkt).

Ursachen

Während hauptsächlich eine sogenannte Koronare Herzkrankheit (KHK), wie beispielsweise ein Herzinfarkt, die Ursache einer Herzinsuffizienz ist, kommen auch weitere Erkrankungen infrage, die eine Herzinsuffizienz nach sich ziehen können. Hierzu zählen beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Entzündungen des Herzmuskels, Herzklappenfehler, Lungenhochdruck oder auch Blutarmut (ein Mangel an roten Blutkörperchen).

Neben den genannten direkten Ursachen einer Herzinsuffizienz gibt es außerdem verschiedene Risikofaktoren, die das Risiko erhöhen, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken. Zu diesen zählen beispielsweise Bluthochdruck, aber auch Übergewicht oder Fettleibigkeit (auch als Adipositas bezeichnet).

Weitere Risikofaktoren sind der Missbrauch von Alkohol und/oder Nikotin und ein erhöhter Cholesterinspiegel. Und schließlich können auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöhen.

Symptome und Verlauf

Ein typisches Symptom für Herzinsuffizienz ist die Atemnot (auch als Dyspnoe bezeichnet). Liegt eine Herzinsuffizienz vor, so leiden Betroffene häufig auch ohne vorherige körperliche Anstrengung. Dieses Phänomen wird in der Medizin auch bezeichnet als Ruhedyspnoe.

Die Symptome von Herzinsuffizienz sind abhängig davon, wie fortgeschritten die Erkrankung bereits ist.

Stadium I: kaum Beschwerden bei normaler Belastung

Stadium II: Beschwerden bei mäßiger körperlicher Aktivität

Stadium III: Beschwerden bei geringer körperlicher Aktivität

Stadium IV: Beschwerden in Ruhe, starke Beschwerden schon bei geringster körperlicher Aktivität

Ist eine Herzinsuffizienz bereits fortgeschritten, so kann sie beim Betroffenen zu Wassereinlagerungen in der Lunge führen. Bei einer starken Ausprägung der Wassereinlagerungen kann es zu einem Lungenödem kommen. Die unzureichende Versorgung mit Blut kann außerdem zu Funktionsstörungen oder gar einem Versagen weiterer Organe führen.

Liegt eine schwere Herzinsuffizienz vor, so kann diese zu Herzversagen führen. Der Verlauf einer Herzinsuffizienz hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab; so beispielsweise von bestehenden Begleiterkrankungen, oben genannten, vorhandenen Risikofaktoren und auch dem Alter eines Patienten.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose einer Herzinsuffizienz kann bereits im ärztlichen Anamnesegespräch gestellt werden, durch die Symptomschilderung des Patienten. Die Beschwerden, wie beispielsweise Atemnot oder Jugularvenenstau, können bereits einen entscheidenden Hinweis auf das Ausmaß einer Herzmuskelschwäche geben. Es muss bei der Diagnostik zwischen der sogenannten Rechtsherzinsuffizienz, Linksherzinsuffizienz oder Globalinsuffizienz des Herzens unterschieden werden. Bei der Globalinsuffizienz ist der Herzmuskel in seiner Gesamtheit von einer Leistungsschwäche betroffen, entsprechend stark ausgeprägt sind dann auch die Symptome. Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auch auf Wassereinlagerungen in den Beinen. Neben der Messung des Blutdrucks gehören auch Auskultation und Perkussion des Brustkorbes zu einer umfänglichen körperlichen Untersuchung. Diese Diagnosetechniken vermitteln dem Arzt einen ersten Eindruck von Herzgröße, Rhythmus, Lungenfunktion und eventuellen pathologischen Strömungsgeräuschen.

Sobald der Verdacht auf eine Herzleistungsschwäche vorliegt, kann eine erweiterte Differentialdiagnostik zum Einsatz kommen, um Ausmaß und Folgeschäden einer Herzmuskelschwäche genauer eingrenzen zu können. Herzform und Herzgröße können durch eine Röntgenaufnahme des Thorax dargestellt werden. Das Elektrokardiogramm gibt Hinweise auf mögliche Rhythmusstörungen des Herzmuskels, denn auch die Reizweiterleitung kann bei einer Herzleistungsschwäche gestört sein. Inwieweit die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt ist, kann durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzmuskels analysiert werden. Erkrankungen der Herzkranzgefäße als Ursache für eine Herzinsuffizienz werden durch eine sogenannte Koronarangiographie dargestellt. Auch bestimmte Blutuntersuchungen können den Verdacht auf eine Herzmuskelschwäche schließlich erhärten.

Behandlung und Therapie

Die erfolgreiche Behandlung einer Herzinsuffizienz hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei ist keine vollständige Heilung möglich, aber eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs.

Zunächst orientiert sich ein Behandlungsplan an der Schwere der Herzinsuffizienz. Die Schwere kann dabei beispielsweise bestimmt werden anhand einer Skala wie die der New-York-Heart-Association.

Laut dieser Skala bedürfen Patienten ab Herzinsuffizienzstufe III in der Regel einer Behandlung im Krankenhaus. Stufe III liegt vor, wenn es auch nach nur geringer körperlicher Belastung zu Beschwerden kommt.

Neben der Behandlung der Herzinsuffizienz erfolgt auch eine gezielte Therapie der damit einhergehenden Symptome: So können Wassereinlagerungen beispielsweise bekämpft werden durch gezielte Ernährung, die vor allem kochsalzarm ist. Auch das Abbauen von Übergewicht ist ein möglicher Therapiebaustein.

Chronische Herzinsuffizienzen werden häufig auch medikamentös behandelt: Entsprechende Medikamente sind beispielsweise entwässernd (sogenannte Diuretika).

Auch sogenannte Betablocker (zur Stärkung der Kontraktionskraft des Herzens) und ACE-Hemmer (begünstigt bzw. verlangsamt den krankhaften Umbau der Herzmuskelgefäße und -zellen) können zum Einsatz kommen. ACE-Hemmer können unter anderem nach 1-2 Monaten Therapie zu einer Verbesserung der Atemnot beitragen, die mit der Herzinsuffizienz einhergeht.



Vorbeugung

Um einer Herzinsuffizienz vorzubeugen, ist es unter anderem wichtig, Beschwerden und Erkrankungen des Herzens frühzeitig und gezielt ärztlich behandeln zu lassen. Außerdem ist es sinnvoll, Blutdruck und Cholesterinwerte regelmäßig zu kontrollieren. Und auch mit dem Vermeiden verschiedener Risikofaktoren (Übergewicht, Nikotin, Alkohol, wenig Bewegung etc.), die eine Herzinsuffizienz begünstigen können, kann der Herzinsuffizienz vorgebeugt werden.

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