Verstopfung

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)

Von einer Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn die Stuhlentleerung deutlich weniger als dreimal wöchentlich gelingt und womöglich nur unter Schmerzen und heftigem Pressen überhaupt erst möglich wird, wobei viele kleinere und harte Portionen von Kot ausgeschieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Verstopfung (Obstipation)

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Fast jeder Mensch kennt das Problem einer vorübergehenden und meist harmlosen Verstopfung oder zumindest erschwerten Darmentleerung. Kurzzeitige Probleme mit dem Stuhlgang machen in der Regel keine ärztliche Therapie notwendig.

Der "normale" Stuhlgang kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Dabei kann der Gang zur Toilette dreimal pro Tag ebenso normal sein, wie dreimal pro Woche. Bei anhaltenden Beschwerden (weniger als drei Darmentleerungen pro Woche) spricht der Arzt von einer Verstopfung.

Häufig treten diese Beschwerden bei Reisen oder in anderer ungewohnter Umgebung, wenn der Tagesablauf verändert ist oder ungewohnte Speisen die Verdauung durcheinander bringen, auf.

Ursachen von Verstopfung

Die Ursachen für eine Verstopfung sind vielfältig und bei jedem betroffenen Menschen führen andere Faktoren zu einem trägen Darm.

Zu einer akuten Verstopfung kommt es oft situationsbedingt im Zusammenhang mit entsprechender Ernährungsumstellung, z.B. auf Reisen, im Urlaub, bei Krankenhausaufenthalten oder Schichtarbeit.

Auch üppige Speisen an Festtagen verbunden mit Mangel an Bewegung führen häufig zu einer Belastung der Verdauung mit anschließender Verstopfung. Diese akuten Probleme dürften jedoch nach Normalisierung der Gewohnheiten, also mit dem normalen Tagesablauf, wieder behoben sein.

Unsere moderne Lebensweise mit dem Verzehr von Fertiggerichten und ballaststoffarmen Fastfood-Gerichten, mangelnder Flüssigkeitszufuhr, Bewegungsmangel, Hektik und Stress am Arbeitsplatz dürfte jedoch eine große Rolle bei der Entstehung einer chronischen Verstopfung spielen.

Frauen leiden in der Regel häufiger unter einer Verstopfung als Männer. Auch ältere Menschen sind eher als junge Erwachsene von solchen Beschwerden betroffen, da auch die Verdauungsorgane dem natürlichen Alterungsprozess unterliegen und in ihren Funktionen träger werden. Eine Verstopfung tritt häufig auch in einer Schwangerschaft auf.

Organische Ursachen mit Krankheit und Bettlägerigkeit und/oder die Einnahme von Medikamenten können ebenfalls zu Darmträgheit und Verstopfung führen. Besteht ein Reizdarmsyndrom, wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab. Schmerzen, Erbrechen und ein aufgetriebener Bauch in Verbindung mit akuter Verstopfung können selten auch einmal Hinweise auf einen lebensgefährlichen Darmverschluss sein.

Diagnose und Verlauf von Verstopfung

In einem ersten Gespräch (Anamnese) macht sich der Arzt einen genaueren Eindruck vom Krankheitsbild sowie den Lebens- und Essgewohnheiten des Patienten. Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Hierzu zählen in der Regel das Abtasten und Abhorchen des Bauches sowie eine rektale Untersuchung. Bringen diese Verfahren nicht den gewünschten Erfolg, kann eine Blutuntersuchung, eine Darmspiegelung oder eine Röntgen- bzw. Ultraschallaufnahme Aufschluss über mögliche Grunderkrankungen geben.

Bei der Verstopfung besteht darüber hinaus meist das Gefühl einer unzureichenden Darmentleerung. Weitere Symptome wie Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, Bauchkrämpfe, manchmal auch Kopfschmerzen, können hinzu kommen. Hält die Verstopfung länger als drei Monate an, liegt ein chronisches Beschwerdebild vor.

Behandlung von Verstopfung

Die Behandlung einer Verstopfung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen und richtet sich nach der Ursache. Zugrunde liegende Krankheiten müssen zunächst abgeklärt und Medikamente möglicherweise umgestellt werden.

Das Angebot an wirksamen Abführmitteln (Laxanzien) zur Überwindung einer Verstopfung ist groß. Zu beachten ist, dass ein Abführmittel jeweils in einer solchen Dosierung eingenommen werden sollte, dass der Stuhl in zwar weicher, jedoch noch geformter Konsistenz bleibt, denn wässrige Stühle führen zu übermäßigem Flüssigkeitsverlust sowie einem gestörtem Elektrolythaushalt im Körper. Dies würde unter Umständen die Trägheit des Darms und die Verstopfung noch begünstigen.

Gut geeignet für einen kurzfristigen Gebrauch und mit guter Wirkung gegen die Verstopfung innerhalb weniger Stunden sind beispielsweise Präparate mit Sennesfrüchten oder -blättern, Natriumpicosulfat oder auch Bisacodyl in Form von Tropfen, Dragees, Kauwürfeln, Tropfen oder Tee.

Schnelle Abhilfe bei akuter Verstopfung schaffen auch beispielsweise Zäpfchen mit Glycerol und kleine Klistiere.

Für einen längerfristigen Einsatz gegen Verstopfung eignen sich beispielsweise Macrogol in Verbindung mit Elektrolyten, Ballaststoffe, wie Indische Flohsamen - in Wasser eingerührt oder auch Sirupe mit Lactulose.

Diese Mittel sollten jedoch nur nach ärztlicher Empfehlung und Überwachung eingenommen werden. Stuhlgangsregulierende Ballaststoffe wie Leinsamen quellen auf und erfordern immer eine hohe gleichzeitige Flüssigkeitszufuhr. Außerdem wirken sie oftmals anfangs stark blähend.

Grundsätzlich bedarf jede länger andauernde Verstopfung der ärztlichen Abklärung und Behandlung, um zu prüfen, ob keine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt. Eine akute Verstopfung mit anschließendem Blut im Stuhl oder Gewichtsverlust sollte dringend medizinisch abgeklärt werden.

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Vorbeugung von Verstopfung

Da in den meisten Fällen eine ungesunde Lebensweise für eine Verstopfung verantwortlich ist, ist es sinnvoll, die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu überprüfen und gegebenenfalls umzustellen. Zu einer gesunden Ernährung und Vorbeugung gegen Verstopfung gehören u.a. ausreichend Ballaststoffe.

Empfehlenswert sind täglich etwa 30 Gramm. Vollkornprodukte, Müsli, viel frisches Obst und rohes Gemüse sind gute Ballaststofflieferanten und sollten auf keinem Speiseplan fehlen.

Mindestens zwei Liter Flüssigkeitszufuhr sorgen mit für eine weiche Konsistenz des Stuhls und somit leichtere Darmpassage. Geeignet sind Mineralwasser, Obst- und Gemüsesäfte oder auch Buttermilch.

Bei körperlicher Trägheit tritt nicht selten auch der Darm auf die Bremse mit der Folge einer Verstopfung. Aus diesem Grund gehört ausreichende Bewegung, z.B. ein Spaziergang an der frischen Luft und/oder Sport, zu einem sinnvollen Tagesablauf und kann helfen, einer Verstopfung entgegenzuwirken.

Im stressigen Berufsalltag gerät der Stuhlgang manchmal in Vergessenheit oder wird unterdrückt, deshalb ist es wichtig, sich an einen möglichst regelmäßigen Gang zur Toilette, beispielsweise morgens nach dem Frühstück, zu gewöhnen und sich dabei Zeit für die Darmentleerung zu nehmen.

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