Muskeln

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. November 2014
Gesundpedia.deFitness Muskeln

Muskeln sind Bestandteil des Organsystems und Teil des aktiven Stütz – und Bewegungsapparates. Durch das Zusammenziehen (Kontraktion) und Erschlaffen (Dehnen) des Muskels kommen Bewegungen im Verbund mit Knochen und Sehnen zustande. Das Zusammenspiel der Muskeln ermöglicht lebensnotwendige Atmungsbewegungen, Körperhaltung, räumliche Fortbewegungen, und komplizierte Bewegungsabfolgen (z.B.im Sport.) Ein gezieltes und Herz-Kreislauf-Training kann dazu beitragen, das Risiko von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Inhaltsverzeichnis

Warum brauchen wir Muskeln?

Eine gut ausgebildete Skelettmuskulatur ist nicht nur für sportliche Aktivitäten von Nutzen, sondern sie spielt im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle für die Gesunderhaltung.

Die Muskulatur ist das größte Stoffwechselorgan, da sie 40 % der Körpermasse einnimmt. Sie gewährleistet unsere Alltagsmobilität, stützt den passiven Bewegungsapparat und ist verantwortlich für ganz normale Körperfunktionen (z. B. Atembewegungen, Sprechen, Schreiben, Transport des Blutes und der Nahrung (durch Peristaltik), räumliche Fortbewegung bis hin zu komplizierten sportlichen Bewegungsabläufen). Muskeln garantieren aber auch die ständig im gleichen Takt ablaufende Tätigkeit des Herzens und der Atmungsorgane.

Bau und Funktionsweise

Der Muskel ist ein lebenswichtiges Organ. Die kleinsten Bausteine des Muskels sind Muskelzellen. Sie haben eine spindelförmige Struktur. Ihr Zellplasma ist in Längsrichtung angeordnet (Myofibrillen bzw. Muskelfibrillen). Die Myofibrillen besitzen die Fähigkeit sich zusammenzuziehen. Ein Muskel wiederum ist aus vielen Muskelfasern zusammengesetzt und von einer festen Muskelhaut umgeben, deren Enden in straffe Sehnen übergehen und am Knochen ansetzen.

Die Muskelzelle

Die Muskelzelle ist die kleinste Einheit des Muskels. Sie ist spindelförmig, langgestreckt und sehr spezialisiert. Das Zellplasma ist in Längsrichtung angeordnet (Myofibrillen bzw. Muskelfibrillen). Diese Myofibrillen sind kontraktile Organellen, sie besitzen die Fähigkeit zur reversiblen Kontraktion. Das heißt, sie können sich zusammenziehen und anschließend erschlaffen durch aktive Dehnung eines anderen Muskels (Antagonist = Gegenspieler). Eine Selbstdehnung hingegen ist nicht möglich.

Myofibrillen

Myofibrillen sind Eiweißmoleküle (Proteine). Sie bestehen aus zugfesten Z- Streifen und Sarkomeren, die eigentlichen kontraktilen Einheiten. Diese Sarkomeren wiederum enthalten Myofilamente, bestehend aus dem Actin- und dem Myosinfilament (beide kompliziert gebaute Proteine). Die Actinfilamente sind mit den Z- Streifen fest verankert.

Actinfilamente

Die Actinfilamente (Actin) sind dünne fädige Strukturen, die aus kugelförmigen Proteinen bestehen und wie Perlenketten aneinandergereiht sind Zwei Perlenketten sind wie eine Doppelhelix umeinander gewunden.

Myosinfilamente

Die Myosinfilamente (Myosin) sind dickere Fäden in langgestreckter Molekül- (Form wie Golfschläger mit Stiel und Köpfchen). Rund 100 Paare dieser Köpfchen sind in einem Myosinfilament angeordnet.

Eine Muskelkontraktion kommt durch das Zusammenspiel dieser beiden Filamente zustande. Die Z- Streifen wandern aufeinander zu, da sich das Actin- und Myosinfilament ineinander verschiebt und somit das Sarkomer verkürzt wird.

Muskelarten

Entsprechend dem Bau und Funktion der Myofibrillen unterscheidet man zwei verschiedene Muskelarten – die glatte und die quergestreifte Muskulatur. Durch diese Merkmale ist die Skelettmuskulatur (quergestreift) eindeutig von der Herzmuskulatur (glatte Muskulatur) zu unterscheiden.

Die Herzmuskulatur setzt sich zwar aus einzelnen quergestreiften Herzmuskelfasern zusammen, bildet jedoch keine lang gestreckten Muskelfasern aus. Gleiches gilt für die glatte Muskulatur der Gefäßwände und des Magen-Darm-Trakts. Nachfolgend werden Lage, Arbeitsweise und Bau der unterschiedlichen Muskelarten zusammengefasst.

Glatte Muskulatur

Die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, der Blutgefäßwände, der Atemwege, der Harnwege, oder der Gallenblase besteht aus glatten Muskelfasern. Diese Fasern sind langgestreckte, spindelförmige Einzelzellen. Die Arbeitsweise glatter Muskeln ist unwillkürlich, langsam (nicht sehr kräftige Kontraktion) und ausdauernd. Sie ermöglichen eine hohe Dauerbelastung ohne zeitig zu ermüden. Diese Muskulatur ist nicht durch den Willen des Menschen beeinflussbar.

Quergestreifte Muskulatur

Skelettmuskeln wie zum Beispiel der Armbeuger bzw. Armstrecker (Bizeps) bestehen aus quergestreiften Muskelfasern. Die Muskelfasern wiederum bestehen aus vielen Muskelfibrillen. Die Arbeitsweise ist willkürlich, schnell und leicht ermüdend. Die schnellen kräftigen Kontraktionen sind daher nur von kurzer Dauer. Im Gegensatz zu den glatten Muskelfasern können die quergestreiften Muskelfasern weitestgehend vom Willen des Menschen beeinflusst werden.

Herzmuskulatur

Die Herzmuskulatur (Herzkammern) besitzt große Ähnlichkeit zu der Skelettmuskulatur, da sie sich ebenfalls aus quergestreiften Muskelzellen zusammensetzt. Sie weist gut erkennbare Zellgrenzen auf (Zellen miteinander netzartig verbunden). Allerdings sind in der Herzmuskulatur keine langgestreckten Muskelfasern vorhanden. Die Arbeitsweise der Herzmuskulatur ist sehr ausdauernd (immer aktiv), unwillkürlich und autonom (schnelle, rhythmische Kontraktion und hohe Dauerbelastung).

Bücher über Muskeln und Muskulatur

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Muskeln?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?