Allergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. August 2016
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Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Pollen, Gräser, Tierhaare, Lebensmittel oder Wespenstiche - Eine Allergie liegt immer dann vor, wenn das Immunsystem besonders stark auf einige Stoffe (Allergene) reagiert. In den meisten Fällen sind die Auslöser einer Allergie Eiweißstoffe, die von Planzen oder Tieren stammen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Allergie?

Allergien sind weit verbreitet und die Tendenz ist eher steigend. Immerhin zwischen 30 und 50 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an Allergien. Zunehmend treten diese mittlerweile auch vermehrt bei Kindern auf.

Bekannt sind mittlerweile eine Vielzahl von Allergien, am häufigsten verbreitet sind der Heuschnupfen sowie Allergien gegen Tierhaare oder Hausstaub. Auch Nahrungsmittelallergien, Insektengift- und Kontaktallergien sind jedoch keine Seltenheit.

Ursachen

Es gibt zahlreiche Allergien, die ebenso vielfältige Ursachen haben. Hauptursache ist jedoch immer, dass das Immunsystem zu stark auf einen bestimmten Stoff reagiert und diesen dann abwehrt.

Dies sind in der Regel Stoffe, die für den menschlichen Körper kaum gefährlich sind, etwa Pollen, Tierhaare oder auch Hausstaubmilben. Schwach sensibilisierende Stoffe wie Pollen benötigen oftmals Kontakt über mehrere Jahre, bis eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Ebenso können Lebensmittel wie Nüsse, Früchte sowie Fisch und Getreide eine allergische Reaktion auslösen.

Die Auslöser von Allergien werden in der medizinischen Fachsprache in diesem Zusammenhang auch als Allergene bezeichnet. Doch auch die Gene spielen bei Allergien keine unbedeutende Rolle, immerhin sind viele der Allergien vererbbar. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an störenden Umweltfaktoren, welche Allergien auslösen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei einer Allergie sind gerötete und juckende Augen sowie typische Schnupfenbeschwerden wie Husten, Niesen und eine tropfende Nase. Auch diverse Hautreaktionen sowie ein empfindlicher Magen-Darmtrakt sind keine Seltenheit als Reaktion auf eine Allergie.

Die Reaktionszeit richtet sich ebenso nach der zugrunde liegenden Allergie. Bei manchen Allergien treten die typischen Symptome bereits nach einigen Minuten, bei anderen Allergien erst nach Stunden, auf.

Diagnose

Die genaue Diagnose bei einer Allergie ist sehr schwer. Insbesondere die enorme Vielfalt der möglichen Substanzen die eine Allergie auslösen sind dafür der Hauptgrund. Bekannt sind gegenwärtig etwa 20.000 Allergene.

Für den Arzt ist es bei der Diagnosefindung wichtig, den Betroffenen Fragen während des ärztlichen Gespräches (Anamnese) zu stellen, die auf erste Anhaltspunkte hinweisen. Dabei interessiert ihn insbesondere:

  • Wie äußern sich die Beschwerden?
  • Seit wann treten die Beschwerden auf?
  • In welchen Zusammenhang treten die Symptome auf?
  • Gibt es gewisse Situationen (Lebensmittel, Stoffe) auf die Sie allergisch reagieren?
  • Treten die Beschwerden unterschiedlich stark auf?
  • Sind Ihnen Allergien in Ihrer Familie bekannt, insbesondere von Angehörigen 1. Grades?

Nach dem Patientengespräch erfolgt die umfassende körperliche Untersuchung. In diesem Zusammenhang wird ein Allergietest durchgeführt.

Behandlung und Therapie

Um eine Allergie erfolgreich behandeln zu können, muss zunächst herausgefunden werden, gegen was genau der Körper allergisch reagiert. Dies geschieht mithilfe bestimmter Tests. Hat man die Ursache für die Allergie gefunden, folgt zunächst die sogenannte Allergenkarenz - dies bedeutet, dass die Allergene soweit es geht umgangen werden.

Gegen fast alle Arten von Allergien gibt es mittlerweile recht wirkungsvolle Medikamente. Diese bekämpfen jedoch nur die Symptome der Allergie, nicht aber deren Ursache. Die Medikamente sind dabei in den unterschiedlichsten Formen erhältlich - sei es als Tabletten, Nasentropfen oder Augenspray. Antihistaminika und Kortison sind die am häufigsten verabreichten Medikamente bei einer Allergie. Beide bekämpfen die Symptome einer Allergie erfolgreich.

Eine ebenfalls recht häufig angewandte Behandlung bei Allergien ist die Hyposensibilisierung, besonders bei Heuschnupfen wird diese erfolgreich angewandt. Bei dieser bekommt der Patient über einen längeren Zeitraum - in der Regel drei Jahre - das Allergen regelmäßig unter die Haut gespritzt. Dies soll bewirken, dass das Immunsystem seine Überempfindlichkeit gegen dieses Allergen ablegt.

Wer keine Spritzen verträgt, kann dieses Medikament auch als Tröpfchen unter die Zunge verordnet bekommen. Für diese Behandlung muss natürlich bekannt sein, gegen welches Allergen der Körper allergisch reagiert.

Doch auch alternative Heilmethoden wie die Akupunktur oder die Homöopathie haben bereits gute Erfolge gegen viele Arten der Allergien erzielt.



Vorbeugung

Allergien können vererbt werden. Sind also die Eltern Allergiker, ist das Risiko, dass das Kind ebenso an Allergien leidet, erhöht.

Vorbeugen kann man einer Allergie kaum, wohl aber kann man die allergieauslösenden Stoffe, die sogenannten Allergene, weitestgehend meiden. Dies ist zum Beispiel bei Tierhaaren meist problemlos möglich.

Pollen jedoch fliegen häufig kilometerweit, so dass man sich diesen kaum entziehen kann.

Dazu ist es allerdings wichtig, zu bestimmen, worauf der Körper überhaupt allergisch reagiert. Dies wird mithilfe spezieller Allergie-Tests überprüft.

Daraufhin kann die bereits beschriebene Hyposensibilisierung zur Vorbeugung von allergischen Reaktionen erfolgen.

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