Chronischer Stress

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Stress ist eine Reaktion des Körpers auf unterschiedliche Belastungen. Ab und zu ist dieser Stress hilfreich. Wenn der Stress jedoch über einen längeren Zeitraum anhält und zu chronischem Stress wird, kann er zur Erschöpfung führen und tiefe Krisen auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Chronischer Stress?

Durch äußere Reize werden im Körper sowohl physische als auch psychische Reaktionen hervorgerufen. Dabei wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, um die Situation zu bewältigen. Dies lässt den Blutdruck ansteigen und eine große Menge an Energie wird zur Verfügung gestellt. Früher haben Menschen durch Flucht oder Angriff die entstandene Energie wieder abbauen können. Heute ist es jedoch meist nicht möglich, aus einer stressigen Situation zu flüchten. Wenn der Stress dauerhaft auftritt und nicht mehr kompensiert werden kann, kann er chronisch werden.

Ursachen

Dadurch, dass die Anforderung in der heutigen Zeit stetig zunehmen, sind immer mehr Menschen von chronischem Stress betroffen. Durch diese ständigen Reize wird der Körper in einen "Dauerstress-Zustand" versetzt. Weitere Faktoren sind eine falsche Ernährung, Schlafmangel, zu wenig Bewegung, eine hohe Arbeitsintensität oder Belastungen in der Familie oder Partnerschaft. Auf der emotionalen Ebene führen oft psychische Belastungen wie Mobbing, nicht zu erfüllende Erwartungen oder auch Ängste zu Aufregungen.

Wenn diese Belastungen lange anhalten und an Intensität zunehmen, führen diese wie in einer Spirale zu der chronischen Form des Stress´. Der Körper kann mit diesem Spannungszustand nicht mehr umgehen und reagiert mit erneutem Stress, Angst oder Aggressivität. Eine genetische Veranlagung spielt dabei jedoch auch eine bedeutende, nicht zu vernachlässigende Rolle.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von chronischem Stress:

Die Symptome des chronischen Stress´ sind sehr vielfältig. Während akuter Stress dafür sorgt, dass sich der Körper besser gegen Krankheitserreger wehren kann, führt die chronische Form insgesamt zu einer Schwächung des Organismus des Menschen. Dadurch wird er anfälliger für Erkrankungen. Das Hormon Cortisol sorgt dabei für einen hohen Blutdruck und hartnäckige Muskelverspannungen. Weitere Beschwerden sind Müdigkeit, Magen- und Darmprobleme, Konzentrationsschwäche, innere Unruhe und Erschöpfungszustände.

Die Krankheitszeichen führen im Verlauf zu Angststörungen, Depressionen und zu einer erheblichen Schwächung des Immunsystems. Insgesamt nimmt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle zu. Diese Umwandlung von emotionalem Stress in chronische organische Erkrankungen sind zu erwartende Folgen.

Dazu zählen des Weiteren chronische Müdigkeit, Gewichtszunahme, Diabetes und gehäufte Infekte. Zusätzlich nimmt der Testosteronspiegel ab, wobei sexuelle Unlust und Unvermögen die Konsequenz sind. Die Denkleistung nimmt ab und es treten vermehrt Schlafstörungen auf. Diese Symptome verstärken zumeist die Stressanfälligkeit und es entsteht ein Teufelskreis.

Diagnose

Um die Diagnose stellen zu können, ist es vonnöten eine Speichelprobe analysieren zu lassen. Dabei wird festgestellt, wie hoch die Cortisolwerte innerhalb eines Tages sind. Es ist jedoch nicht immer so einfach, chronischen Stress zu ermitteln. Zunächst ist es jedoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Durch die subjektive Schilderung der Situation und die Beschreibung der auftretenden Symptome kann der Arzt die Lebenslage des betroffenen Menschen besser einschätzen. Wichtig ist zudem, organische Ursachen für die Leiden auszuschließen.

Behandlung und Therapie

Wenn sich erste Hinweise auf chronischen Stress bemerkbar machen, ist es wichtig, die Auslöser zu analysieren. Hat der Patient die Stressursachen herausgefunden, müssen diese weitgehend ausgeschaltet werden. Dies kann durch eine Verhaltens- oder Lebensveränderung herbeigeführt werden. Um sicher zu gehen, kann ein Arzt zu Rate gezogen werden. Sind die Stresssymptome schon sehr ausgeprägt, bietet sich zudem eine Psychotherapie oder eine psychologische Beratung an. Dort werden dem Patienten Schutzmechanismen beigebracht, um das Stressempfinden herabzusetzen.

Des Weiteren bieten viele Sportvereine, private Anbieter oder Volkshochschulen Kurse für Entspannungstechniken an. Dazu zählen beispielsweise Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Chi Gong. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Betroffenen lernen, mit Stress besser umzugehen. Eine andere Möglichkeit ist es, den Patienten mit bestimmten Aminosäuren zu versorgen. Wenn Serotonin vermindert im Körper vorhanden ist, wird eine Gabe von Vitamin B6, Magnesium und Tryptophan empfohlen.

Aber auch eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und gesunden Fetten trägt dazu bei, Stress abzubauen. Eine weitere, noch recht unbekannte neue Therapiemöglichkeit, bietet die intravenöse Infusion von Procain. Dieses Mittel enthält sowohl eine antientzündliche als auch eine stimmungsaufhellende Wirkung. Durch die Gabe von Procain wird der Sympathikus vorübergehend übererregt und das Nervensystem kann sich neu ordnen. Über das Eiweißhormon CRH kann das Mittel zusätzlich im limbischen System wirken. Die Wirkung hält nach einmaligem Impuls tagelang an.

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Vorbeugung

Sinnvoll ist es, dem chronischen Stress vorzubeugen. Durch regelmäßige Phasen der Entspannung, Pausen und Erholung ist der Körper in der Lage, besser mit Aufregung umzugehen. Vor allem die regelmäßige Ausübung von Sport ist äußerst wichtig. Durch die aktive Bewegung sinkt der Neurohormon-Spiegel stärker ab als bei untrainierten Menschen. Zudem spielt eine gesunde Ernährung und ausreichender Schlaf eine signifikante Rolle bei der Prävention von Stressbelastungen. Auf Genussmittel wie Alkohol oder Zigaretten sollte weitgehend verzichtet werden, um den Körper nicht noch zusätzlich zu belasten.

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