Atembeschwerden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Atembeschwerden (Luftnot, Atemnot) sind für viele Menschen ungewohnt und beängstigend. Bei vielen Menschen kann ein plötzlicher Sauerstoffmangel Panik und Todesangst auslösen. Die Ursachen, die zu Atembeschwerden können sehr vielfältig sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Atembeschwerden?

Atembeschwerden sind sehr unangenehm und auch ziemlich beängstigend. Dennoch sollte man diese Reaktion des Körpers nicht nur verteufeln, denn sie hat durchaus ihren tieferen Sinn. Es ist normal und auch sinnvoll, dass es in der Natur verschiedene Partikel oder Gase gibt, die nach Möglichkeit nicht tief in die Lungen eindringen sollen.

Aus diesem Grunde bescherte uns die Natur jenen Reflex, eine Verkrampfung des Muskelgewebes, das die Bronchien ummantelt. Die damit verbundene Verengung der Atemwege lässt deutlich weniger Schadstoffe und Gifte in unseren Körper eindringen. Das unangenehme Gefühl dabei veranlasst und motiviert Menschen und Tiere dazu, das gefährliche Areal schnellstens zu verlassen.

Umwelteinflüsse

Mit dem Aufkommen der Industrialisation ca. ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Atmosphäre lokal mit einem Cocktail von Giften und Schadstoffen beladen; in Deutschland verzeichnen wir einen Höhepunkt besonders im Ruhr- und Rhein/Maingebiet in den 1970er Jahren. Das war auch jene Zeit, in der es kaum noch Leben in deutschen Flüssen gab.

Heute wiederholt sich dieser Fehler besonders in den chinesischen Metropolen, wo Braunkohlekraftwerke und Stahlverhüttung zu wochenlangen, dichten, orange-gelbem Smog führen, dem die Menschen allein mit Papiermasken quasi schutzlos ausgesetzt sind.

In allen Fällen war und ist eine eindeutige Korrelation, wen wundert's, mit einer sprunghaften Zunahme von Atemwegserkrankungen und Atembeschwerden zu verzeichnen. So ist die Überempfindlichkeit des Bronchialsystems heute leider eine Volkskrankheit. Fast jeder starke Raucher ist übrigens früher oder später davon betroffen.

Ursachen

Neben den beschriebenen Umwelteinflüssen gibt eine ganze Reihe von weiteren Gründen, die Atembeschwerden hervorrufen können. Durch Sport oder Arbeit kann man bekanntlich ins Schwitzen kommen. Wer jetzt längere Zeit in kalter Zugluft steht, darf mit einer Bronchitis rechnen, die sogar in eine Lungenentzündung münden kann. Die Therapie besteht dann oft in der Verabreichung keimspezifischer Antibiotika, die erst einmal heraus gefunden werden müssen.

Wenn man eine Lungenentzündung verschleppt, kann sich die Entzündung auf den Herzmuskel und auf die Herzklappen ausdehnen und zu einer nicht reversiblen Schädigung derselben führen. Auch bei der so genannten Herzinsuffizienz tritt unangenehme und nachhaltige Atemnot auf, die in den meisten Fällen nur durch eine Operation in Verbindung mit einem Herzschrittmacher verbessert werden kann.

Die Mukoviszidose ist ein schwerwiegender genetischer Defekt, der zur totalen Verschleimung, Verhärtung und zum Absterben der Lungenbläschen führt. Früher starben die Betroffenen bereits im Kindesalter daran; die moderne Medizin kann heute Lebensverlängerung bis in die 40er Lebensjahre erreichen. Für die Lebensrettung ist schließlich eine Lungentransplatation erforderlich.

Krankheiten mit Atembeschwerden

Diagnose und Verlauf

Entzündliche Prozesse in den Atemwegen führen auch zu einer erhöhten Allergiebereitschaft, und umgekehrt führt die Konfrontation mit Allergenen zu einer Ausweitung der entzündlichen Prozesse in den Bronchien. In der Wissenschaft nennt man diese Art der gegenseitig rückkoppelnden Verstärkung auch manchmal treffend einen "selbstinduzierenden Dynamo". Typische, sich mit der Zeit steigernde Stufen bei allergischen Reaktionen sind Augen- und Halsjucken, trockener Husten, Atemnot, Asthma, chronisches Asthma.

Kinder können mit ihrem naturgemäß etwas empfindlicheren Bronchialsystem schneller und heftiger auf Allergene reagieren als Erwachsene. Bei Beginn der o.g. Symptome sollte so schnell wie möglich ein Allergietest durchgeführt werden. Im Ergebnis steht dann ostmals die Hausstaubmilbe bzw. deren Kot. Abhilfe erreicht man z. B. durch Entfernen der Teppiche; ein Ersatz durch Laminat oder Parkett wäre hier eine Empfehlung. Darüber hinaus bietet der Handel auch spezielle synthetische Stoffe für Kissen und Bettwäsche für Allergiker an. In vielen Fällen bemerken die Eltern beispielsweise, dass dieser Husten erst angefangen hat, nachdem dem Kind das Häschen, die Katze oder der Hund geschenkt wurde.

Behandlung und Therapie

In vielen Fällen wird der Arzt versuchen, z. B. mit cortisolhaltigem Spray, das erst einmal regelmäßig zu inhalieren ist, den Entzündungszustand und damit die Atembeschwerden einzudämmen. Hier darf man konstatieren, dass Kortison nicht grundsätzlich negativ zu bewerten ist.

Auch unser Körper produziert selbst Kortison, was aber meistens nachts/mogens zwischen 3 und 4 Uhr auf ein Minimum absackt. Daher wachen Menschen mit ihren Atembeschwerden oft genau zu dieser Zeit auf.

Gegen den akuten Anfall von Atemnot haben sich bronchialerweiternde Mittel sehr bewährt; die Dosierung und die Art des einzusetzenden Medikaments hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Diese Mittel wirken quasi sofort und bringen große Erleichterung, wenngleich sie die Ursache der Erkrankung nicht bekämpfen können.

Gerade auch Menschen mit einem überempfindlichen Bronchialsystem sollen Sport treiben. Allerdings kann gerade Jogging bei kalter Luft zur Verkrampfung der Bronchien und danach noch zum so genannten Anstrengungsasthma führen. Dem kann man weitgehend abhelfen mit einem ordentlichen Hub bronchialerweiternden Sprays vor der sportlichen Aktivität.



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