Muskelverspannung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Februar 2016
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Eine Muskelverspannung entsteht meist aufgrund von einer Fehlhaltung und einer daraus resultierenden Fehlbelastung von Muskeln. In den meisten Fällen können Muskelverspannungen gut behandelt und durch eine Veränderung des Lebensstils in Zukunft verhindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Muskelverspannung?

Bei einer Muskelverspannung kommt es zu einer Verhärtung des Muskelgewebes. Typischerweise sind Muskeln im Nacken- bzw. Schulterbereich von Muskelverspannungen betroffen. Eine Verspannung entsteht, wenn der Tonus, also die Muskelspannung, an einem Muskel dauerhaft erhöht ist.

Bleibt die Muskelverspannung bestehen, entwickelt sie sich zu einer Muskelverhärtung. Dabei werden die kleinen Blutgefäße im betroffenen Muskelgewebe gequetscht, wodurch die Durchblutung des jeweiligen Muskels vermindert wird. Durch die eingeschränkte Durchblutung wird ein entzündlicher Prozess in Gang gesetzt. Um das schmerzende Gewebe zu schonen, entwickeln Betroffene eine Schonhaltung, wodurch weitere Muskeln überbeansprucht werden und sich die Beschwerden verstärken.

Bei einer Muskelverspannung handelt es sich um eine lokal umgrenzte Verhärtung der betroffenen Muskulatur. Diese ist als Knoten oder Wulst tastbar und schmerzt bei Druck oder Bewegung.

Ursachen

Sehr häufig treten Verspannungen der Schulter- bzw. Nackenmuskulatur in Folge von einer Fehlhaltung auf. Besonders häufig davon betroffen sind Menschen, die täglich viele Stunden sitzend vor einem Computerbildschirm verbringen. Auch andere Menschen, welche viel Zeit in einer bestimmten ungünstigen Haltung verbringen, können von Muskelverspannungen betroffen sein.

Nicht selten treten Muskelverspannungen auch in Folge einer falschen Schlafposition ein. Menschen verbringen im Schnitt ein Drittel ihres Lebens schlafend, weswegen eine rückenschonende Schlafposition wichtig ist. Muskelverspannungen können auch bei der Ausübung von Sportarten auftreten, bei denen bestimmte Muskelgruppen einseitig belastet werden. In diesem Fall können auch andere Muskelgruppen wie die Schulter- und Nackenmuskulatur beteiligt werden.

Beim Joggen kann es zum Beispiel zu Muskelverspannungen in den Waden kommen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss der Psyche auf die Muskelspannung. Menschen, die unter großem Stress stehen oder sehr ängstlich sind, leiden häufig unter schmerzhaften Muskelverspannungen.

Symptome und Verlauf

Bei der Diagnosestellung erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine Anamnese. Dabei wird der Patient nach der Art der Schmerzen sowie der genauen Lokalisation gefragt. Darüber hinaus stellt der Arzt Fragen bezüglich der Dauer und Intensität der Schmerzen. Nach dem Patientengespräch folgt die körperliche Untersuchung. Dabei tastet der behandelnde Arzt die betroffene Körperstelle ab. Eine Muskelverspannung ist in den meisten Fällen deutlich als Knoten oder verhärtete Stelle tastbar.

Charakteristischerweise verstärken sich die Schmerzen, wenn auf den betroffenen Bereich Druck ausgeübt wird. Die Schmerzen können auch in die Arme, den unteren Rücken oder den Kopf ausstrahlen. Bei Verspannungen im Nackenbereich leiden Betroffene sehr häufig nicht nur unter Rückenschmerzen, sondern auch unter Spannungskopfschmerzen.

Ist die Muskelverspannung akut, können Bewegungseinschränkungen vorliegen. Anhand einer Elektromyografie kann die genaue Lokalisation des Schmerzes bestimmt werden. Besonders in einem frühen Stadium ist der Verlauf einer Muskelverspannung als sehr positiv einzuschätzen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Muskelverspannung bzw. Muskelverhärtung besteht im Prinzip aus einer Auflockerung des betroffenen Gewebes. Dies kann zum Beispiel im Rahmen einer professionellen Massage geschehen. Eine derartige Massage sollte jedoch ausschließlich von dafür ausgebildeten Menschen durchgeführt werden, da es sonst zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommen kann.

Handelt es sich um eine leichte Muskelverspannung, die noch nicht lange besteht, ist eine Therapie meist rasch erfolgreich und bringt eine vollständige Heilung. Bestehen die Probleme jedoch schon über einen längeren Zeitraum hinweg und sind die betroffenen Muskeln stark verhärtet, erweist sich die Behandlung nicht selten als langwierig und kompliziert.

Eine Akuttherapie besteht meist aus der Gabe von Schmerzmedikamenten. Damit die Entzündung rasch abheilt, können nichtsteroidale Antirheumatika eingesetzt werden. Bei besonders starken Schmerzen besteht die Möglichkeit einer Injektion von Schmerzmedikamenten direkt in den Muskel.

Gegen Entzündungen können auch Cortisonspritzen eingesetzt werden. Um eine Muskelverspannung langfristig zu heilen, muss jedoch der auslösende Faktor beseitigt werden. Dies kann unter anderem im Rahmen einer Physiotherapie oder im Rahmen von Gymnastikstunden geschehen. Dabei lernen die Patienten eine richtige Körperhaltung einzunehmen und Bewegungen rückenschonend durchzuführen.

Wärmebehandlungen werden schon seit Jahrhunderten bei Muskelverspannungen eingesetzt und sind äußerst erfolgversprechend. Bei psychischen Ursachen kann autogenes Training helfen, die Muskulatur nicht permanent unbewusst anzuspannen

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Vorbeugung

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, um Muskelverspannungen vorzubeugen. Wenn möglich sollte verhindert werden, dass der Körper zu lange in einer einseitigen Haltung verharrt. So sollten Menschen, welche am Computer arbeiten, regelmäßige Pausen einlegen, in denen sie sich bewegen. So wird verspanntes Muskelgewebe wieder aufgelockert und kann sich nicht verhärten. Bewegung ist allgemein die beste vorbeugende Maßnahme, um Muskelverspannungen zu verhindern. Menschen, die seelisch belastet sind bzw. unter Stress stehen, sollten darauf achten in regelmäßigen Abständen Erholungspausen in ihren Alltag einzubauen. Es lohnt sich auch ganz gezielt die obere Rückenmuskulatur zu entspannen und dabei ruhig zu atmen.

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