Schleim im Stuhl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Schleim im Stuhl

Die Angst vor schwerwiegenden Erkrankungen wie Darmkrebs hat die Menschen mittlerweile dazu gebracht, auf Alarmsignale des Körpers zu achten. Dies gilt vor allem im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Dazu gehören auch Symptome wie Schleim im Stuhl, die medizinisch abgeklärt werden sollten. Die Ursachen hierfür können weniger ernsthaft, aber auch in Krebserkrankungen begründet sein. Die Behandlung richtet sich grundsätzlich nach dem Auslöser.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schleim im Stuhl?

Schleim im Stuhl kann in einer unterschiedlichen Farbe und Stärke auftreten. Bei manchen Betroffenen sind große Schleimmengen möglich. Manchmal scheint der Stuhl gänzlich umschlossen zu sein. In anderen Fällen wiederum tritt der Schleim nur vereinzelt als Auflagerung auf. In Bezug auf die Farbe kann der Schleim im Stuhl weißlich-grau, grün oder gelb sein.

Die Farbe kann hinsichtlich der Diagnosestellung gute Hinweise liefern. Ein gelber Schleim deutet beispielsweise auf Eiter hin und eine grünliche Verfärbung ist ein mögliches Anzeichen, dass eine bakterielle Infektion durch Salmonellen vorliegt. Der Arzt wird daher nach der Farbe des Schleims fragen, um geeignete Maßnahmen zur weiteren Diagnose einleiten zu können, zum Beispiel ein Stuhltest, eine Darm- oder Magenspiegelung etc. Damit können Erkrankungen wie Morbus Crohn oder im schlimmsten Fall Darmkrebs erkannt oder ausgeschlossen werden.

Ursachen

Die Ursachen für Schleim im Stuhl können sehr verschieden sein. Es ist stets wichtig, die Ursache hierfür zu ermitteln, da grundsätzlich die Gefahr besteht, dass eine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt, beispielsweise Darmkrebs. Allerdings sind auch viele weitere Ursachen möglich, zum Beispiel eine chronisch-entzündliche Erkrankung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektionen usw. Daher sollte die Entwicklung einige Tage lang beobachtet werden, um zu überprüfen, ob sich die Konsistenz des Stuhls wieder verbessert und der Schleim im Stuhl verschwindet. Ist dem nicht so, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Der Schleim im Stuhl ist allein noch kein Symptom, das aussagekräftig ist. Der Arzt wird daher nach weiteren Anzeichen fragen, beispielsweise Magen-Darm-Schmerzen, Gewichtsverlust etc. Im Bereich der Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist eine Laktoseintoleranz möglich. Hier treten neben dem Schleim im Stuhl oftmals auch Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen auf. Bei der entzündlichen Darmerkrankung Glutenunverträglichkeit sind die Symptome neben dem Schleim ein starker Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und eine Abgeschlagenheit. Zu den entzündlichen Darmerkrankungen, die zum Schleim führen können, gehört Morbus Crohn mit den Symptomen Schleim und Blut im Stuhl, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Bei einem Reizdarm kommt es zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, einer gesteigerten Gasbildung im Darm sowie hörbaren Darmgeräuschen. Bei der Erkrankung Colitis ulcerosa, bei der die Darmschleimhaut verletzt ist, kann es zu Schleim und Blut im Stuhl, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Auch bei Hämorrhoiden und Darmpolypen sind lokale Schleimabsonderungen und Stuhlschmieren möglich. Die schwerwiegende Erkrankung Darmkrebs führt zum okkulten Blut im Stuhl, einem unregelmäßigen Stuhlgang, Blähungen, einer Gewichtsabnahme sowie zum Teil zu starken Schmerzen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wer sich rechtzeitig in eine ärztliche Behandlung begibt, erhöht grundsätzlich seine Heilungschancen ganz erheblich. Dies ist vor allem dann sehr wichtig, falls eine schwere Krankheit wie Darmkrebs für den Schleim im Stuhl verantwortlich ist. Bei Krebserkrankungen ist es zum Teil überlebenswichtig, dass sie möglichst im Anfangsstadium entdeckt und behandelt werden. Zunächst einmal wird der Arzt nach den Beschwerden fragen und im Anschluss die Entnahme einer Stuhlprobe veranlassen, um die Zusammensetzung zu analysieren. Dabei sagen die Konsistenz, Farbe sowie der Geruch des Stuhls viel über die Gesundheit aus.

Zusätzliche Analysen im Labor liefern exakte Werte. Zudem wird ein gesamtheitlicher Gesundheitscheck durchgeführt und Blut entnommen. Auch eine Ultraschalluntersuchung des Magen-Darm-Traktes und Blutuntersuchungen können Hinweise liefern. Das Abtasten des Darms ist ebenso eine übliche Untersuchungsmethode, um den Grund zu ermitteln. Bei bestehenden Unklarheiten, woraus der Schleim im Stuhl resultiert, können nur eine Darm- oder Magenspiegelung Aufschluss darüber geben, ob eine ernsthafte Erkrankung die Ursache für den Schleim im Stuhl ist. Manchmal sind auch beide Untersuchungen erforderlich. Durch eine Kombination der Untersuchungsmethoden kann meist die Ursache der Schleimbeimengung gefunden werden.

Behandlung und Therapie

Da der Verdauungstrakt ein empfindliches Gleichgewicht ist, kann dieser nicht nur durch Erkrankungen, sondern auch durch äußere Reize gestört werden, zum Beispiel Stress. Wenn der Schleim im Stuhl erkannt wird, sollte in den ersten Tagen daher eine beobachtende Haltung eingenommen werden. Tritt keine Verbesserung ein oder die Beimengung des Schleims verschlimmert sich, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Das Gleiche gilt, wenn weitere gesundheitliche Probleme hinzukommen, beispielsweise Magen- oder Darmschmerzen, Krämpfe, Erbrechen und stärkere Einblutungen.

Da der Schleim im Stuhl viele Ursachen haben kann, muss zunächst einmal der Auslöser gefunden werden, um eine geeignete Behandlung einleiten zu können. Die Grunderkrankung muss behandelt werden, denn nur dann ist es möglich, den Schleim im Stuhl dauerhaft zu beseitigen. Je nach ermittelter Ursache ist nicht unbedingt immer eine medikamentöse Therapie erforderlich. Stellt sich als Auslöser zum Beispiel eine Nahrungsmittelunverträglichkeit heraus, muss die Ernährung umgestellt werden. Werden die auslösenden Inhaltsstoffe vermieden, geht meistens ebenso die Produktion des Schleims im Stuhl wieder zurück.



Vorbeugung

Da in vielen Fällen die Ernährung die Ursache für den Schleim im Stuhl ist, ist eine Umstellung unumgänglich. Unverträglichkeiten führen zu Störungen der Darmflora. Zu viele fettige Speisen, vor allem Milchspeisen, können ebenso der Auslöser sein. Es ist empfehlenswert, vorübergehend als Vorbeugung auf Milchprodukte zu verzichten. Wenn die Ernährungsumstellung erfolgreich war, sollten die veränderten Essgewohnheiten beibehalten werden.

Der Darm benötigt für einen gesunden Stuhlgang zudem Ruhe. Wer im gestressten Zustand auf die Toilette geht, tut seiner Verdauung keinen Gefallen. Das Gleiche gilt, wenn der Drang aufgrund von Hektik zu lange unterdrückt wird. Daher ist es wichtig, dass genügend Zeit für einen entspannten Stuhlgang vorhanden ist. Ausreichend Bewegung ist ebenso wichtig, denn diese hält den Darm in Schwung und kann dazu beitragen, Schleim im Stuhl aufgrund von Erkrankungen zu vermeiden.

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