Laktoseintoleranz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Februar 2017
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Laktoseintoleranz bezeichnet eine Milchzuckerunverträglichkeit, bei der die in der Milch enthaltene Laktose beim Betroffenen zu unterschiedlich stark ausgeprägten Beschwerden führt. Zu den typischen Symptomen gehören Verdauungsbeschwerden wie Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Laktoseintoleranz?

Michzucker (Laktose) setzt sich aus den Molekülen Laktose und Galaktose zusammen.

Eine Milchzuckerunverträglichkeit beruht auf einer Funktionsstörung des Laktase-Enzyms. Laktase ist ein wichtiges Enzym, das den Milchzucker (Laktose) in seine Einzelbestandteile (Laktose, Galaktose) zerlegt, um vom Dünndarm aufgenommen zu werden.

Geschieht dies nicht, müssen die Zuckermoleküle von Bakterien abgebaut werden, was zu den typischen Verdauungsproblemen führen kann. Wie stark die Beschwerden auftreten hängt davon ab, ob das Enzym Laktase, das den Milchzucker aufspaltet, noch in Spuren vorhanden ist oder völlig fehlt.

Eine Laktoseintoleranz darf nicht mit einer Milcheiweißallergie verwechselt werden. Bei einer Milcheiweißallergie ist das Immunsystem beteiligt und produziert Antikörper. Die Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz dagegen werden nur durch den in der Milch enthaltenen Bestandteil Laktose verursacht, das Immunsystem ist unbeteiligt.

Diagnostiziert wird eine Laktoseintoleranz über einen oralen Milchzuckerbelastungstest, bei dem der Betroffene 50 g Milchzucker erhält. Danach wird überprüft, inwieweit die Laktose im Dünndarm aufgenommen wurde. Zeigt dieser Test, dass eine Laktoseintoleranz vorliegt, wird das weitere Vorgehen mit einem Arzt besprochen.

Ursachen

Ursache für eine Laktoseintoleranz ist das Fehlen bzw. die zu wenig ausgeprägte Produktion von Laktase. Dieses Verdauungsenzym, das bei gesunden Menschen in der Dünndarmschleimhaut vorkommt, ist für die notwendige Spaltung des Milchzuckers in seine Bestandteile (Laktose, Galaktose) unentbehrlich.

Kann der Milchzucker aufgrund einer Laktoseintoleranz nicht gespalten werden, gelangt er in untere Darmabschnitte (Dickdarm), die von Bakterien besiedelt werden.

Diese Bakterien nehmen den Milchzucker auf, wodurch größere Gasmengen und organische Säuren freigesetzt werden. Dies hat zur Folge, dass bei einer Laktoseintoleranz Wasser in den Darm einströmt und vermehrte Darmbewegungen stattfinden, worunter der Betroffene leidet.

Betrachtet man die Ursachen einer Laktoseintoleranz näher, so müssen zwei Formen unterschieden werden. Man spricht hier von einem primären oder sekundären Laktasemangel.

Primärer Laktasemangel

Beim primären Laktasemangel gibt es zunächst eine erbliche, sehr selten auftretende Stoffwechselkrankheit und einen Laktasemangel, der erst nach dem Abstillen auftritt. Bei dieser weltweit verbreiteten Form der Laktoseintoleranz geht die Laktase-Aktivität im Laufe des Lebens komplett zurück.

Sekundärer Laktasemangel

Ein sekundärer Laktasemangel tritt als Begleiterscheinung von anderen Krankheiten (z. B. Zöliakie oder Morbus Crohn) auf und ist in jedem Alter möglich. Wird die Krankheit behandelt, verschwindet dadurch auch die Laktoseintoleranz wieder.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen einer Milchzuckerunverträglichkeit:

  • Verdauungsprobleme wenige Minuten bis einige Stunden nach dem Genuss von Michprodukten
  • vermehrter (teils schmerzhafter) Stuhldrang

Bei einer Laktoseintoleranz führt der Konsum von Milch oder Milchprodukten nach kurzer Zeit zu typischen Beschwerden des Verdauungsapparates. Häufig treten erste Beschwerden bereits innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Verzehr milchzuckerhaltiger Lebensmittel auf.

Betroffene leiden häufig unter Verdauungsproblemen, wie: Bauchschmerzen, Bauchkoliken, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Stuhldrang oder Magenknurren. Auch Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Depressionen und Akne sind als Begleiterscheinungen einer Laktoseintoleranz möglich.

Eine Laktoseintoleranz ist in der Regel chronisch und nicht heilbar. Abhängig vom Grad der Enzym-Aktivität (Laktase) sind auch die Beschwerden verschieden stark ausgeprägt. Bei eingeschränkter Laktase-Aktivität bemerken Betroffene mitunter kaum oder gar keine Symptome. Dagegen kann ein völliger Funktionsverlust des Enzyms, schon bei geringen Milchzucker, starke Beschwerden hervorrufen.

Die primäre Laktoseintoleranz ist grundsätzlich unbedenklich, da in der regel keine Folgeschäden auftreten. Im Gegensatz dazu, können bei der sekundären Michzuckerintoleranz, schwerwiegende Mangelerscheinungen (Eisenmangel, Kalziummangel, Vitaminmangel) auftreten.

Diagnose

Die Diagnosestellung, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt oder nicht, basiert auch auf der Mitarbeit des Patienten, weil der Arzt auf die Schilderungen der Beschwerden angewiesen ist. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind Grundlage für weitere Diagnoseverfahren, die durch einen Internisten oder Gastroenterologen durchgeführt werden können.

Der H2-Atemtest

Dieser Test, auch Wasserstofftest genannt, ist die favorisierte Diagnosemethode, um eine eventuell bestehende Laktoseintoleranz festzustellen. Die Patienten dürfen vor dem H2-Test, der ca. 2 Stunden dauert, nichts essen und nur wenig trinken. Maximal etwas Wasser.

Wie bei einem Alkoholtest wird für die H2-Messung in ein Messgerät gepustet. Anschließend muss eine Laktoselösung getrunken werden. Im Abstand von ca. 30 Minuten wird die Messung mehrmals wiederholt. Liegt der Wasserstoffgehalt jetzt über einen bestimmten Wert und treten gleichzeitig die typischen Beschwerden auf, kann mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Laktoseintoleranz ausgegangen werden.

Der Test gilt als zuverlässig, weil aufgrund des nicht mehr ausreichend produzierten Enzyms Laktase die Laktose aus der Nahrung ungespalten in den Dickdarm gelangt. Bei der dort einsetzenden Vergärung der Laktose durch lebende Bakterien entsteht neben den Gasen auch Wasserstoff, der über die Darmwand zusammen mit dem Blut zur Lunge transportiert und ausgeatmet wird. Ein gesunder Organismus bildet nüchtern keinen Wasserstoff. Kommt es also bei der H2-Messung zu einem Anstieg, ist der Verdacht einer primären oder sekundären Laktoseintoleranz bestätigt. Allerdings kann mit einem H2-Test keine Differenzierung zwischen diesen beiden Intoleranzen stattfinden.

Der Expositions- bzw. Provokationstest

Bei diesem Test wird auf leerem Magen ein Glas Milch getrunken. Treten kurzfristig die bekannten Symptome auf, erhärtet sich der Verdacht auf eine Laktoseintoleranz. Der Verdacht sollte mit weiteren Tests bestätigt werden.

Der Laktoseintoleranztest

Hierbei wird ein Glas Wasser mit 25 bis 50 Gramm aufgelöster Laktose getrunken. Ist im Dünndarm genügend Laktase enthalten, wird die Laktose in Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose) aufgespalten, was ungefähr in den nächsten 2 Stunden zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels (erhöhte Glukosewerte im Blut) führt. Dies passiert nicht bei einem Laktasemangel.

Der Gentest

Dieser ist geeignet, um eine erblich bedingte Laktoseintoleranz zu diagnostizieren. Dabei wird ein Wangenabstrich labortechnisch auf spezifische Veränderungen im Erbgut untersucht. Dieser Test kann beim Arzt aber auch zu Hause durchgeführt werden. Privat durchgeführt ist der Abstrich für die Auswertung an ein Labor zu senden.

Die Dünndarmbiopsie

Eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm kann eine herabgesetzte Laktaseaktivität nachweisen. Diese Untersuchung gehört nicht zu den Routineuntersuchungen.

Behandlung und Therapie

Als Behandlung einer Laktoseintoleranz wird grundsätzlich der Verzicht bzw. ein reduzierter Verzehr von Milch und Milchprodukten empfohlen. Das Ausmaß der Laktoseintoleranz ist individuell ausgeprägt. Manche Betroffenen müssen ganz auf Milchzucker verzichten, damit sie unter keinerlei Beschwerden leiden. Andere vertragen Laktose, wenn sie in geringen Mengen zugeführt wird.

Eine Alternative zu den herkömmlichen Milchprodukten können laktosereduzierte Produkte sein, die in vielfältigen Formen existieren (Milch, Käse, Joghurt, Quark, Sahne).

Eine medikamentöse Behandlung der Laktoseintoleranz ist durch laktasehaltige Kautabletten oder Kapseln möglich, die in Drogerien oder Apotheken erhältlich sind. Die Dosierung ist schwer einzuschätzen, da sie auf den Laktosegehalt der entsprechenden Lebensmittel und die Schwere der Laktoseintoleranz abgestimmt werden muss.



Vorbeugung

Da es sich bei der Laktoseintoleranz nicht um eine Allergie oder eine Krankheit, sondern um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt, ist eine Verbeugung nicht möglich. Trotzdem kann man die mit einer Laktoseintoleranz verbundenen Beschwerden vermeiden, indem man auf milchhaltige Nahrungsmittel verzichtet.

Neben den typischen Milchprodukten wie Milch, Butter, Joghurt, Käse, Quark oder Margarine enthalten auch Brot und Backwaren, Schokolade und viele Fertiggerichte Laktose. Selbst in einigen Fleisch- und Wurstwaren und sogar in manchen Medikamenten ist Milchzucker enthalten.

Eine Vorbeugung einer Laktoseintoleranz ist also nur in der Form möglich, dass man bei Beschwerden all diese Lebensmittel reduziert oder meidet. Zudem kann eine gezielte Ernährungsberatung helfen, gut mit einer Laktoseintoleranz zu leben.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Heike kommentierte am 03.09.2014 um 11:43 Uhr

Hallo,

ich habe eigentlich ganz gute Erfahrungen mit diesem Thema gemacht.

Ich hatte einen sehr guten Arzt der sofort feststellen konnte, wodurch meine Beschwerden ausgelöst wurden. Er erklärte mir alles Wichtige über Laktoseintoleranz, sagte mir welche Lebensmittel viel Laktose enthalten und welche eher weniger. Ich bekam sogar eine kleine Liste mit diesen Angaben, die von der Praxis selbst angefertigt wurde. Am Ende meines Arztbesuches gab er mir noch einen Tipp, welches Präparat ich einnehmen kann, damit ich laktosehaltige Lebensmittel zu mir nehmen kann.

Ich besorgte mir das Präparat namens Lactosolv gleich aus der Apotheke nebenan. Dort beriet mich die Angestellte auch noch einmal sehr fachmännisch, sodass ich mich von beiden Seiten sehr gut beraten fühlte.
Ich verwende Lactosolv nun schon seit langer Zeit und bin wirklich zufrieden damit. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Wirkung einmal versagt hätte.

Ich kann mit meiner Intoleranz sehr gut leben, sie schränkt mich kaum ein. Das habe ich wahrscheinlich auch meinem Arzt zu verdanken, der mir gleich ein sehr gutes Präparat empfehlen konnte.