Magenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
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Magenschmerzen sind leichte bis schwere Beschwerden im Bereich des Bauches bzw. Magens. Sie gehen meistens vom Magen selbst aus, gelegentlich aber auch von den umliegenden Organen. In der Fachsprache werden Magenschmerzen als Gastralgie bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Magenschmerzen (Gastralgie)?

Im Volksmund bezeichnen Magenschmerzen alle Schmerzen, die im Ober- bis Unterbauch sitzen und im Fall der Frau nicht vom Uterus ausgehen. Magenschmerzen allein sind meist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom für ein Problem im Bereich des Magens und der nahen Organe.

Es kann allerdings vorkommen, dass Magenschmerzen Anzeichen für psychische Probleme sind, sodass sie in diesen Fällen als Erkrankung behandelt werden, noch bevor das Grundproblem aufgehoben wird. Magenschmerzen lassen sich in körperlich und psychisch bedingte Formen aufteilen.

Ursachen

Oft ist die Magensäure für die Beschwerden verantwortlich und hat sich kurzzeitig in ihrer Zusammensetzung verändert, oder der Magen hat eine kurzfristig empfindliche Stelle entwickelt, an der die Magensäure schmerzend wirkt.

Magenschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom für die unterschiedlichsten Erkrankungen und gelten deswegen als sehr unspezifisch - für die Diagnose wird auf weitere Symptome geachtet, die begleitend mit ihnen einhergehen.

Psychisch bedingte Magenschmerzen sind meist stressbasiert. Sie treten beispielsweise kurz vor einem stressigen, aufregenden oder bedeutenden Ereignis auf und machen es teilweise sogar unmöglich, die alltäglichen Pflichten zu erfüllen.

Nicht nur körperlich bedingte, sondern auch psychisch verursachte Magenschmerzen können in extreme Schmerzen ausarten, die man eher einer ernsthaften Erkrankung zuschreiben würde.

Außerdem können Magenschmerzen verdorbenes Essen, eine Infektion nicht nur im Magen-Darm-Trakt, die Einnahme eines Medikamentes mit Nebenwirkung oder schlimmstenfalls sogar Geschwüre oder Krebs zugrunde liegen.

Diagnose und Verlauf

Magenschmerzen können sich verschiedene Weise äußern. Es kann sich um stechende, drückende bzw. ziehende Schmerzen, aber auch intervallartige Krämpfe handeln. Häufig klagen Betroffene über Beschwerden in der linken oberen Bauchregion. Treten Magenschmerzen mit anderen Begleitsymptomen, wie z.B. Durchfall, Erbrechen, Verstopfung etc. auf, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Magenschmerzen können auf eine ganze Reihe von Ursachen hindeuten. Der Arzt versucht bei der Diagnosestellung zunächst den Charakter der Beschwerden zu ergründen. Folgende Fragen könnten hierbei helfen:

  • Wann sind die Beschwerden erstmalig aufgetreten?
  • Wie und wo äußern sich die Schmerzen genau?
  • Wie häufig treten die Schmerzen auf?
  • Gibt es Situationen oder Umstände (schweres Essen, Stress), die die Magenschmerzen hervorrufen?

Außerdem interessiert den Arzt, ob bereits Vorerkrankungen bestehen und welche Medikamente eingenommen werden. Auch die Frage nach den allgemeinen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten können wichtige Hinweise liefern.

Zur weiterführenden Diagnose können unterschiedliche medizinische Untersuchungen zum Einsatz kommen. Dazu zählen neben einer Blutuntersuchung auch bildgebende Verfahren, wie Ultraschall oder die Gastroskopie (Magenspiegelung).

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R10.1 Schmerzen im Bereich des Oberbauches) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Magenschmerzen werden zunächst mit der Suche nach der genauen Ursache behandelt. Für die kurzfristige Beendigung der Beschwerden kann man Tropfen einnehmen, die die Wirkung der Magensäure reduzieren und dafür sorgen, dass sie potenziell empfindliche Magenteile nicht mehr angreift.

Langfristig aber besteht die Heilung in der Beseitigung der zugrundeliegenden Ursache. Handelt es sich etwa um Krebs oder ein Magengeschwür, bessern sich die Beschwerden, sobald es entfernt wurde; darauf folgt jedoch eine weitere Therapie.

Infektionskrankheiten werden meist mit Antibiotika behandelt, je nach Erkrankung auch mit anderen Medikamenten - die Magenschmerzen verschwinden mit dem Absterben der Mikroben im Körper. Je nach Auslöser muss man für die Behandlung aber mit einer Magenspiegelung rechnen, da alle Ursachen abgeklärt werden müssen und man diese nicht zwingend per Ultraschall erkennen würde.

Schwieriger wird hingegen die Behandlung psychisch basierter Probleme. Schmerzmittel sind eine kurzfristige Lösung, doch langfristig benötigt man die Hilfe eines Fachmanns, der sich auch auf die Psychosomatik versteht.



Vorbeugung

Magenschmerzen kann man am besten vorbeugen, indem man auf verdorbene Lebensmittel achtet und eine effektive Handhygiene praktiziert. Dadurch gelangen keine Erreger in den Körper und man kann sich vor Infektionskrankheiten und schlechtem Essen geschützt wissen.

Wer einen Hang zu psychosomatischen Magenschmerzen hat, sollte sich auf jeden Fall in die Therapie begeben und kann vorbeugend Abhilfe schaffen, indem er sich den stressigsten Situationen nach Möglichkeit nicht aussetzt.

Gerade persönliche Probleme lassen sich oftmals lösen, sodass immerhin der Anreiz für die Schmerzen verschwinden kann. Dadurch wird die Therapie zwar nicht unnötig, doch man beugt immer wieder neu auftretenden Magenbeschwerden effektiv vor und steigert das eigene Wohlbefinden.

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