Bauchschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Juli 2016
Gesundpedia.deSymptome Bauchschmerzen

Bauchschmerzen sind eines der häufigsten und dabei doch ungenauesten Symptome, die der menschliche Körper zeigen kann. Eine lange Liste verschiedenster harmloser und schwerer Befindungsstörungen oder Krankheitsbilder kann sich hinter dem Symptom Bauchschmerzen verbergen und im Falle eines sehr schmerzhaften oder langwierigen Auftretens umfangreiche technische Untersuchungen erforderlich machen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Bauchschmerzen?

Der Bauch (Abdomen) geht in der medizinischen Einteilung vom Rippenbogen bis zum Beckenkamm und beinhaltet diverse Organe. Neben den Bauchorganen Magen, Darm, Leber, Milz oder Bauchspeicheldrüse muss bei Bauchschmerzen auch immer an ausstrahlende Schmerzen, beispielsweise im Rahmen eines Herzinfarktes, gedacht werden.

Auch gynäkologische Erkrankungen oder Missempfindungen sind bei Frauen eine häufige Ursache für Unterbauchschmerzen.

Des Weiteren können Niere oder Blase eine Rolle spielen. Bei kleinen Kindern projizieren sich derweil beinah alle körperlichen Erkrankungen auf den Bauchraum; auch eine Mittelohrentzündung schlägt sich hier nicht selten primär in subjektiv empfundenen und den Eltern signalisierten Bauchschmerzen nieder.

Ursachen

Zu den Ursachen von Bauchschmerzen gibt es daher viel zu berichten. In den allermeisten Fällen sind Bauchschmerzen natürlich harmlos und Folge vorübergehender Stresserscheinungen oder Fehlernährung wie Überladung des Magens oder auch einfach Hunger.

Eine weitere häufige Ursache von Bauchschmerzen sind Magen-Darm-Infekte durch Salmonellen oder andere Bakterien oder Viren, welche direkt nach dem Essen oder am nächsten Tag auftreten und dann meist mit Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfen einhergehen.

Langwierigere Infekte können auch einmal eine ärztliche Diagnostik notwendig machen, bei länger andauernden Bauchbeschwerden insbesondere mit Gewichtsabnahme sollte zum Beispiel auch an ein Magengeschwür oder eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm gedacht werden. Weitere Parasiten kommen als Verursacher chronischer Bauchbeschwerden in Frage. Eine Stuhluntersuchung kann hier Aufklärung bringen, muss aber eventuell mehrfach durchgeführt werden.

Allgemeine und häufige Bauchschmerzen können auftreten bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Hier sollte möglichst schon vor dem Arztbesuch darauf geachtet werden, ob die Beschwerden mit der Nahrungsaufnahme und, wenn ja, mit bestimmten Nahrungsmitteln in zeitlichem Zusammenhang stehen. Bei der Laktoseintoleranz führen Milchprodukte zu krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.

Eine Reihe weiterer Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommt in Frage und sollte von einem Arzt näher abgegrenzt werden.

Auch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa gehört im Rahmen einer umfassenden Bauchdiagnostik ausgeschlossen.

Einige Bauchsymptome sind bestimmten Lokalisationen zugeordnet: Schmerzen im Oberbauch, vor allem mittig unter dem Rippenbogen, kommen oftmals vom Magen und können, wenn sie in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme stehen (Sodbrennen etc.) für eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sprechen.

Schmerzen im rechten Oberbauch oder unter dem Rippenbogen sollten in Sachen Leberbeteiligung ärztlicherseits abgeklärt werden. Am selben Ort können Gallensteine schwerste Koliken verursachen. Genauso kann auf der linken Oberbauchseite die Milz ursächlich sein.

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse äußert sich oft in gürtelförmigen Schmerzen, die auch den Rücken mit einbeziehen.

Schmerzen im rechten Unterbauch sprechen möglicherweise für eine Blinddarmentzündung, insbesondere wenn die Schmerzen vom Bauchnabel in die rechte Flanke wandern.

Bauchschmerzen im linken Unterbauch können eine sogenannte Divertikulitis, also eine Entzündung von Aussackungen der Dickdarmschleimhaut, anzeigen, welche unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollte.

Die Niere kann sich in Form von einseitigen Flankenschmerzen äußern, wenn beispielsweise eine Entzündung oder hochsitzende Nierensteine den Harnabfluss erschweren.

Zu guter Letzt sind etwa 50% aller von Zeit zu Zeit auftretenden Bauchschmerzerscheinungen nicht näher eingrenzbar und somit der psychosomatischen Diagnose "Reizdarmsyndrom" zuzuordnen. Dies bedeutet: die Schmerzen sind auf keine organische Ursache zurückzuführen und daher in der Regel harmlos.

Krankheiten

Diagnose

Aus der Vielzahl von möglichen Ursachen von Bauchschmerzen, ergeben sich auch die unterschiedlichsten Diagnoseverahren. Zunächst versucht der Arzt in einer Befragung (Anamnese) das genaue Krankheitsbild und die persönlichen Lebensgewohnheiten des Patienten zu erfassen. Dabei fragt der Arzt z.B. nach der Art und Dauer des Schmerzes, seit wann die Bauchschmerzen bestehen, ob die Schmerzen nur unter bestimmten Umständen (z.B. nach Aufnahmen fettreicher Kost) auftreten, nach den Essgewohnheiten, dem allgemeinen Gesundheitszustand (mögliche Vorerkrankungen) und ob die Bauchschmerzen mit weiteren Beschwerden einhergehen (z.B. Verstopfung, Übelkeit).

Des Weiteren folgt die körperliche Untersuchung des Patienten. Dazu gehört u.a. das 'Fieber messen', das Abklopfen und Abhören des Bauches sowie das Abtasten des Rektums (rektale Untersuchung). Abhängig vom Resultat der bisherigen Diagnostik können weitere Untersuchungsverfahren zum Einsatz kommen. Dazu gehören z.B. die Blut-, Urin- und Stuhlanalyse oder bildgebende Verfahren wie: Ultraschall, Röntgen, CT, MRT oder eine Magenspiegelung.

Behandlung und Therapie

Die Therapie richtet sich nach der jeweils zugrundeliegenden Erkrankung. Normalerweise muss bei Bauchschmerzen nichts unternommen werden, körperliche Schonung und vielleicht äußere Wärmeanwendung helfen über jede akute "Magen-Darm-Grippe" hinweg.

Ernsthafte Erkrankungen bei länger andauernden Bauchbeschwerden oder aber akute, sehr schmerzhafte Krankheitsbilder wie eine Blinddarmentzündung müssen natürlich anderweitig behandelt werden.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung kann an dieser Stelle nur das Übliche geraten werden: Gesunde, ausgewogene Ernährung, keine Völlerei, Lebensmittel vor dem Verzehr gut abwaschen und keine angefaulten oder verfallenen Milchprodukte essen. Alles andere lässt sich nur schwerlich verhindern.

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