Durchfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. November 2016
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Unter Durchfall, in der Medizin auch als Diarrhö bzw. Diarrhoe bezeichnet, versteht man die häufige Entleerung (mehr als dreimal am Tag) breiigen oder wässrigen, meist vermehrten Stuhls. Je nach Ursache kann dieser auch mit Schleim, Eiter und Blut vermengt sein. Häufig sind Magen-Darm-Infekte, Lebensmittelvergiftungen oder –unverträglichkeiten Gründe für Durchfall sein. Hinzukommen können auch Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Durchfall?

In der Fachsprache wird Durchfall als (Diarrhö) bezeichnet. Der Mediziner spricht von Durchfall, wenn es zu einer Darmentleerung häufiger als 3-mal am Tag kommt.

Zudem ist der Stuhl überwiegend flüssig und entleert sich meist schwallartig. Unterschieden werden der akute Durchfall und der chronische Durchfall. Neben dem Durchfall können Fieber und Bauchschmerzen auftreten.

Unterschieden werden zudem der Dickdarm- sowie Dünndarmdurchfall. Bei der Dickdarmdiarrhö kommt es oft zu verhältnismäßig kleinen Mengen Stuhl, in der häufig Schleim und Blut enthalten ist. Anders ist dies beim Dünndarmdurchfall. Dabei enthält der Stuhl weder Schleim noch Blut, sondern ist vielemhr wässrig und voluminös. Teilweise können auch Nahrungsbestandteile unverdaut ausgeschieden werden.

Ursachen

Ursachen für Durchfall können z. B. Entzündungen der Darmschleimhaut, Arzneimittel, Nahrungsbestandteile, eine schnellere Darmpassage oder Verdauungsstörungen sein.

Häufig sind infektiöse Durchfallerkrankungen (durch Bakterien, Viren, Rotavirus oder Protozoen; Enteritis), die v. a. in den Entwicklungsländern eine gefährliche Erkrankung mit hoher Sterberate darstellen (Ruhr, Cholera, Typhus). An Durchfall erkranken häufig Touristen in südlichen Ländern. Ursachen sind kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser.

Lebensmittelvergiftungen werden häufig durch die Toxine von Bakterien (z. B. Staphylococcus aureus, Bacillus cereus oder Clostridium botulinum) in kontaminierten Speisen und Getränken ausgelöst.

Aber auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Crohn-Krankheit) oder Verdauungsstörungen (chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Sprue, Darmoperationen, Lactoseintoleranz durch Lactasemangel) gehören zu den Ursachen für Durchfall.

Eine Vielzahl von Arzneimitteln (z. B. Antibiotika, Abführmittel, Chemotherapeutika), aber auch Nahrungsmittelallergien (z. B. durch Erdbeeren, Möhren, Bananen) können Durchfall auslösen. Darmtumoren bewirken oft einen Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Auch hormonelle Ursachen (Schilddrüsenüberfunktion, Karzinoid) oder psychische Einflüsse können zu Durchfall führen.

Symptome und Verlauf

Von Durchfall spricht man, wenn der Stuhl wässrig und breiig ist sowie die Darmentleerung mehr als 3 mal täglich erfolgt. Zudem kann der Stuhl mit Eiter und Blut versetzt sein.

Der Verlauf und die Schwere von Durchfall kann stark variieren. In den meisten Fällen hat Durchfal einen leichten Verlauf und klingt nach einigen Tagen von allein wieder ab.

Schwerer Durchfall kann mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen bis hin zu Symptomen wie Austrocknung, Kreislaufversagen und Schockzuständen einhergehen.

Diagnose

Wird der Betroffene beim Arzt vorstellig geben Fragen nach Erkrankungsbeginn, Häufigkeit und Aussehen des Durchfalls wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache. Häufig ist bei unkompliziertem Durchfall keine spezifische Diagnostik notwendig. Zudem kann neben Stuhlkultur und Laboruntersuchungen vor alem bei chronischem Durchfall eine weitere Abklärung durch Ultraschalldiagnostik des Bauches sowie eine Magen- (Gastroskopie) oder Darmspiegelung (Koloskopie) notwendig werden.

Behandlung und Therapie

Insbesondere bei der Behandlung des akuten Durchfalls die Aufnahme von viel Flüssigkeit (z.B. Glukose- und Elektrolytlösungen), bei schweren Verläufen oder massivem Erbrechen auch als Infusion erforderlich. Stopfende Arzneimittel (z.B. Loperamid) haben ebenfalls eine günstige Wirkung. Außerdem ist die jeweilige Durchfallursache zu behandeln.

Bei Infektionen ist in der Regel keine antibiotische Therapie notwendig, bei komplizierten Verläufen, bestimmten Erregern oder Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung wird sie jedoch empfohlen.

Der Durchfall des Säuglings (früher Säuglingsdyspepsie) ist Hauptsymptom der akuten Ernährungsstörung und in leichter Form die häufigste Darmerkrankung des Säuglingsalters. Kennzeichen sind Unruhe, verminderte Nahrungsaufnahme, Fieber, dünnflüssiger, hellgelber oder grüner Stuhl sauren oder fauligen Geruchs.

Wenn der Durchfall nicht (wie es bei der ernährungsbedingten Form durch Nahrungskorrektur leicht gelingt) behoben wird, kann es schon in wenigen Stunden zu Wasser- und Elektrolytverarmung mit den Anzeichen blassgrauer, welker, trockener Haut, Pulsbeschleunigung, beginnender Acidose und Bluteindickung kommen (Prätoxikose).

Ausbleibende oder ungenügende Behandlung führt zur Toxikose mit Somnolenz, Koma und Tod. Besonders bedrohlich sind Durchfälle mit zusätzlichem Erbrechen (Brechdurchfall), weil eine ausgleichende Flüssigkeitszufuhr bei diesen Patienten ohne Infusion nicht gelingt.

Die Ursache für Durchfall und Brechdurchfall bei Säuglingen sind meist Infektionen des Verdauungskanals, aber auch allgemeine (z. B. Lungenentzündung) oder örtliche (z. B. Nabel- oder Mittelohrentzündung) Infekte. Die beste Vorbeugung ist eine Ernährung mit Muttermilch (Stillen).



Vorbeugung

Hygiene ist im Allgemeinen die beste Vorbeugungsmaßnahme gegen Durchfall. Lebensmittel, die mit Salmonellen versucht sein könnten, sollten bei einer Temperatur von unter 10 Grad getrennt von anderen Nahrungsmitteln aufbewahrt werden. Zu den potentiell gefährlichen Lebensmitteln gehören Wild, Geflügel, Krustentiere, Fisch sowie Weich- und Schalentiere. Sie sollten auch separat zubereitet werden.

Fisch, Fleisch und Geflügel sollten vor dem Verzehr gut durchgebraten werden, Hackfleisch sollte am Herstellungstag verbraucht werden. Speisen mit rohen Eiern, wie z.B. Tiramisu sollten unbedingt unmittelbar nach der Zubereitung verzehrt werden.

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