Übelkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Mai 2017
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Bei Übelkeit, in der Fachsprache auch als Nausea bezeichnet, handelt es sich um keine Krankheit im engeren Sinne, sondern eher um ein Missempfinden des Magen- bzw. Verdauungstraktes. Häufig klagen Betroffene über ein "flaues Gefühl" in der Magengegend. Weit verbreitet ist auch die Übelkeit auf Reisen (Reisekrankheit), besonders im Auto und im Bus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Übelkeit (Nausea)?

Spricht man von Übelkeit (Nausea), so handelt es sich um ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Übelkeit und Brechreiz sind häufig die Vorboten sich übergeben zu müssen. Allerdings muss es nicht zwangsläufig beim Vorhandensein von Übelkeit auch zum Erbrechen kommen.

Übelkeit kann mehr oder weniger ausgeprägt sein. Verantwortlich für die Entstehung eines Brechreizes ist das Brechzentrum im Hirnstamm. Übelkeit ist oft Ausdruck für einen ungewohnten Zustand oder für eine bestehende Krankheit.

Häufig kommt es auch zur so genannten Reisekrankheit. Der Grund: durch die schwankenden Bewegungen kommt der Gleichgewichtssinn durcheinander. Übelkeit ist zudem häufig die Folge bzw. das Begleitsymptom von Magen-Darm-Erkrankungen.

Ursachen

Übelkeit kann mehrere Ursachen haben. Am bekanntesten ist sicherlich die morgendliche Übelkeit bei einer schwangeren Frau. Sie wird durch die Schwangerschftshormone ausgelöst und verliert sich mit fortschreitender Dauer der Schwangerschaft.

Weiterhin kann Übelkeit bei Verdauungsbeschwerden auftreten. Auch bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich wie die Magen-Darm-Grippe ist die Übelkeit nicht selten ein Begleiter.

Neben Durchfall kommt es dabei oftmals auch zum Erbrechen. Anfangs helfen Ruhe und Medikamente. Ist das Erbrochene jedoch blutig oder kommt schwallartig, sollte ein Mediziner zu Rate gezogen werden. Ebenso, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung liegt.

Vergiftungen führen fast immer zu Übelkeit. Auch bei anderen Erkrankungen tritt Übelkeit oft begleitend auf. Migränepatienten werden zu ihren Kopfschmerzen häufig noch mit Übelkeit gequält. Und im Rahmen einer Krebsbehandlung ist Übelkeit beinahe gang und gäbe. In diesem Fall muss schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Übelkeit äußert sich auch häufig als Vorbote verschiedener Grunderkrankungen. Zu nennen sind u.a. Blinddarmentzündung, Herzinfarkt, Gehirntumor und Schlaganfall. Gefährlich ist Übelkeit, wenn sie nach einem Sturz auftritt. Dies kann auf eine Gehirnerschütterung hindeuten.

Wann zum Arzt?

Bei einer Übelkeit muss nicht zwingend ein Arzt aufgesucht werden. Eine Übelkeit kann aus vielen verschiedenen Gründen auftreten und ist in der Regel eine Begleiterscheinung bei einer Grippe, einer Erkältung oder bei Infekten des Magens und des Darms. In diesen Fällen verschwindet die Übelkeit in den meisten Fällen wieder von alleine und muss nicht von einem Arzt behandelt werden. Sie ist oft mit Erbrechen und Durchfall verbunden, was ebenso zu den gewöhnlichen Symptomen gehört.

Die Übelkeit kann vor allem durch Bettruhe und Erholung behandelt werden. Nicht selten tritt die Übelkeit aufgrund von bestimmten Lebensmitteln auf. Sie verschwindet allerdings wieder, wenn der Inhaltsstoff aus dem Körper abgebaut wurde.

Sollte die Übelkeit relativ stark sein und nicht von alleine nach mehreren Tagen verschwinden, so sollte ein Arzt konsultiert werden. Hierbei kann es sich um einen schweren Infekt handeln, welcher der Arzt behandeln muss. Eine kurzzeitige Übelkeit muss nicht behandelt werden, falls sie nicht häufig auftritt. Viele Menschen leiden an einer Übelkeit bei stressigen oder unangenehmen Situationen, was ebenso einen gewöhnlichen Zustand darstellt.

Diagnose und Verlauf

Übelkeit: Reisende überkommt häufig das "flaue Gefühl" im Magen

Übelkeit können eine ganze Reihe von Ursachen zu Grunde liegen. Bei länger anhaltenden Beschwerden oder bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Im Gespräch wird er sie fragen, wie lange die Beschwerden schon andauern und ob diese von weiteren Symptomen begleitet werden (z.B. Erbrechen, Fieber, Durchfall).

Weiterhin interessiert den Arzt, ob die Übelkeit möglicherweise durch bestimmte Faktoren (z.B. verdorbene Lebensmittel, Medikamente, Alkohol, Drogen) oder bestehende Erkrankungen hervorgerufen wurde.

Anschließend erfolgt die ärztliche Untersuchung des Patienten. Hierzu horcht (mit einem Stethoskop) und tastet der Arzt den Bauch- und Brustraum gründlich ab. In einigen Fällen kann eine rektale Untersuchung Hinweise bei der Ursachendiagnose liefern. Zur genaueren Diagnostik können folgende Untersuchungsmetoden eingesetzt werden:

Meist verschwindet die Übelkeit nach einiger Zeit wieder von selbst. Hält die Übelkeit mehrere Tage an oder geht sie mit weiteren Beschwerden (z.B. Erbrechen) einher, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R11 Übelkeit und Erbrechen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Übelkeit kann vielgestaltige Komplikationen hervorrufen. Zunächst besteht die Gefahr, dass es durch die Übelkeit zu einer weiteren Reizung des Magen-Darm-Traktes und in der Folge zu Verstopfung oder Durchfall kommt. Auch die Gefahr von Magenkrämpfen, Schüttelfrost und Schmerzattacken besteht. Bei starkem Erbrechen kann es in der Folge außerdem zu symptomatischer Dehydrierung und einem Elektrolytmangel kommen. Aus einem Mangel an Elektrolyten kann sich eine metabolische Alkalose mit Hypokaliämie entwickeln. Selten kommt es außerdem zu einem teilweisen oder vollständigen Riss der Speiseröhre, aus welcher das Mallory-Weiss- oder das Boerhaave-Syndrom resultieren kann.

Chronisches Erbrechen geht mit Unterernährung, Gewichtsverlust und Stoffwechselstörungen einher. Außerdem werden Mund- und Rachenraum überreizt, wodurch es zu Zahnproblemen, Infektionen, Blutungen und weiteren Beschwerden kommen kann. Akut kann eine Übelkeit mit Erbrechen zur Aspiration führen. In der Folge kann sich daraus eine respiratorische Insuffizienz (chronischer Sauerstoffmangel) entwickeln. Bei der Behandlung von Übelkeit kann es durch die verordneten Medikamente und Hausmittel zu Allergien und Unverträglichkeiten kommen. Ist eine Operation vonnöten, bestehen je nach ursächlicher Erkrankung weitere Risiken, die im Einzelnen von einem Arzt abgeklärt werden müssen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Übelkeit richtet sich nach der Ursache und nach dem Hintergrund der Übelkeit. Dennoch sollte stets ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden als stark eingestuft werden. Magenschonende Kost ist bei Übelkeit sehr zu empfehlen. Hierzu gehören u.a. Kartoffeln und zartes Fleisch. Blähende Lebensmittel wie Kohlsorten oder Eis und Süßigkeiten sollten für eine begrenzte Zeit vom Speiseplan gestrichen werden.

In der Regel genügt es, wenn mit einem Medikament (Antiemetika) gezielt gegen die Übelkeit vorgegangen wird. Auch pflanzliche Stoffe können schnell Linderung verschaffen. Als herausragend zu nennen seien hierbei Fenchel und Ingwer.

Behandlungen mit Nadeln der Akupunktur zeigen ebenfalls Wirkung bei Übelkeit. Stellt sich zur Übelkeit auch das Erbrechen ein, kann es schnell zum Flüssigkeitsverlust im Körper kommen. Dies betrifft besonders kleine Kinder. Handelt es sich um einen Magen-Darm-Virus, sollte auf die zusätzliche Gabe von Elektrolyten und Glucose geachtet werden. Es gibt sie in Form von Brausetabletten in der Apotheke oder in Onlineapotheken. Es kann auch helfen, wenn die von Übelkeit geplagte Person sich flach hinlegt.



Vorbeugung

So unangenehm Übelkeit auch ist - sie lässt sich nicht immer verhindern. Vorbeugen lässt sich auf jeden Fall die bekannte Übelkeit auf Reisen.

Für sie halten die Apotheken oder Onlineapotheken verschiedene Präparate bereit. Sie werden in der vorgeschriebenen Dosierung vor Reiseantritt eingenommen.

Sinnvoll ist auch, wenn die betreffende Person einen Sitzplatz in der ersten Reihe erhält. Der Blick aus dem Fenster beruhigt das Gleichgewichtsorgan. Übelkeit lässt sich mit dieser einfachen Maßnahme oft im Keim ersticken.

Übelkeit tritt oftmals auch in Verbindung mit schlechter und zu fettiger Ernährung auf. In diesem Zusammenhang sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden.

Bücher über Übelkeit

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Fatima kommentierte am 01.11.2015 um 19:38 Uhr

Ich leide seit ca. 3 Monaten an Übelkeit, nachts und tagsüber. Ich habe schon eine Magen-Darm-Spieglung machen lassen. Es war aber alles gut. Die Übelkeit will aber nicht weg gehen. Was kann das sein? Was kann ich tun?