Übelkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. November 2016
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Bei Übelkeit, in der Fachsprache auch als Nausea bezeichnet, handelt es sich um keine Krankheit im engeren Sinne, sondern eher um ein Missempfinden des Magen- bzw. Verdauungstraktes. Häufig klagen Betroffene über ein "flaues Gefühl" in der Magengegend. Weit verbreitet ist auch die Übelkeit auf Reisen (Reisekrankheit), besonders im Auto und im Bus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Übelkeit (Nausea)?

Spricht man von Übelkeit (Nausea), so handelt es sich um ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Übelkeit und Brechreiz sind häufig die Vorboten sich übergeben zu müssen. Allerdings muss es nicht zwangsläufig beim Vorhandensein von Übelkeit auch zum Erbrechen kommen.

Übelkeit kann mehr oder weniger ausgeprägt sein. Verantwortlich für die Entstehung eines Brechreizes ist das Brechzentrum im Hirnstamm. Übelkeit ist oft Ausdruck für einen ungewohnten Zustand oder für eine bestehende Krankheit.

Häufig kommt es auch zur so genannten Reisekrankheit. Der Grund: durch die schwankenden Bewegungen kommt der Gleichgewichtssinn durcheinander. Übelkeit ist zudem häufig die Folge bzw. das Begleitsymptom von Magen-Darm-Erkrankungen.

Ursachen

Übelkeit kann mehrere Ursachen haben. Am bekanntesten ist sicherlich die morgendliche Übelkeit bei einer schwangeren Frau. Sie wird durch die Schwangerschftshormone ausgelöst und verliert sich mit fortschreitender Dauer der Schwangerschaft.

Weiterhin kann Übelkeit bei Verdauungsbeschwerden auftreten. Auch bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich wie die Magen-Darm-Grippe ist die Übelkeit nicht selten ein Begleiter.

Neben Durchfall kommt es dabei oftmals auch zum Erbrechen. Anfangs helfen Ruhe und Medikamente. Ist das Erbrochene jedoch blutig oder kommt schwallartig, sollte ein Mediziner zu Rate gezogen werden. Ebenso, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung liegt.

Vergiftungen führen fast immer zu Übelkeit. Auch bei anderen Erkrankungen tritt Übelkeit oft begleitend auf. Migränepatienten werden zu ihren Kopfschmerzen häufig noch mit Übelkeit gequält. Und im Rahmen einer Krebsbehandlung ist Übelkeit beinahe gang und gäbe. In diesem Fall muss schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Übelkeit äußert sich auch häufig als Vorbote verschiedener Grunderkrankungen. Zu nennen sind u.a. Blinddarmentzündung, Herzinfarkt, Gehirntumor und Schlaganfall. Gefährlich ist Übelkeit, wenn sie nach einem Sturz auftritt. Dies kann auf eine Gehirnerschütterung hindeuten.

Diagnose und Verlauf

Übelkeit: Reisende überkommt häufig das "flaue Gefühl" im Magen

Übelkeit können eine ganze Reihe von Ursachen zu Grunde liegen. Bei länger anhaltenden Beschwerden oder bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Im Gespräch wird er sie fragen, wie lange die Beschwerden schon andauern und ob diese von weiteren Symptomen begleitet werden (z.B. Erbrechen, Fieber, Durchfall).

Weiterhin interessiert den Arzt, ob die Übelkeit möglicherweise durch bestimmte Faktoren (z.B. verdorbene Lebensmittel, Medikamente, Alkohol, Drogen) oder bestehende Erkrankungen hervorgerufen wurde.

Anschließend erfolgt die ärztliche Untersuchung des Patienten. Hierzu horcht (mit einem Stethoskop) und tastet der Arzt den Bauch- und Brustraum gründlich ab. In einigen Fällen kann eine rektale Untersuchung Hinweise bei der Ursachendiagnose liefern. Zur genaueren Diagnostik können folgende Untersuchungsmetoden eingesetzt werden:

Meist verschwindet die Übelkeit nach einiger Zeit wieder von selbst. Hält die Übelkeit mehrere Tage an oder geht sie mit weiteren Beschwerden (z.B. Erbrechen) einher, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R11 Übelkeit und Erbrechen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Übelkeit richtet sich nach der Ursache und nach dem Hintergrund der Übelkeit. Dennoch sollte stets ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden als stark eingestuft werden. Magenschonende Kost ist bei Übelkeit sehr zu empfehlen. Hierzu gehören u.a. Kartoffeln und zartes Fleisch. Blähende Lebensmittel wie Kohlsorten oder Eis und Süßigkeiten sollten für eine begrenzte Zeit vom Speiseplan gestrichen werden.

In der Regel genügt es, wenn mit einem Medikament (Antiemetika) gezielt gegen die Übelkeit vorgegangen wird. Auch pflanzliche Stoffe können schnell Linderung verschaffen. Als herausragend zu nennen seien hierbei Fenchel und Ingwer.

Behandlungen mit Nadeln der Akupunktur zeigen ebenfalls Wirkung bei Übelkeit. Stellt sich zur Übelkeit auch das Erbrechen ein, kann es schnell zum Flüssigkeitsverlust im Körper kommen. Dies betrifft besonders kleine Kinder. Handelt es sich um einen Magen-Darm-Virus, sollte auf die zusätzliche Gabe von Elektrolyten und Glucose geachtet werden. Es gibt sie in Form von Brausetabletten in der Apotheke oder in Onlineapotheken. Es kann auch helfen, wenn die von Übelkeit geplagte Person sich flach hinlegt.



Vorbeugung

So unangenehm Übelkeit auch ist - sie lässt sich nicht immer verhindern. Vorbeugen lässt sich auf jeden Fall die bekannte Übelkeit auf Reisen.

Für sie halten die Apotheken oder Onlineapotheken verschiedene Präparate bereit. Sie werden in der vorgeschriebenen Dosierung vor Reiseantritt eingenommen.

Sinnvoll ist auch, wenn die betreffende Person einen Sitzplatz in der ersten Reihe erhält. Der Blick aus dem Fenster beruhigt das Gleichgewichtsorgan. Übelkeit lässt sich mit dieser einfachen Maßnahme oft im Keim ersticken.

Übelkeit tritt oftmals auch in Verbindung mit schlechter und zu fettiger Ernährung auf. In diesem Zusammenhang sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Fatima kommentierte am 01.11.2015 um 19:38 Uhr

Ich leide seit ca. 3 Monaten an Übelkeit, nachts und tagsüber. Ich habe schon eine Magen-Darm-Spieglung machen lassen. Es war aber alles gut. Die Übelkeit will aber nicht weg gehen. Was kann das sein? Was kann ich tun?