Blut im Stuhl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Mai 2017
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Blut im Stuhl ist ein Symptom, das vielen Menschen Angst bereitet. Tatsächlich kann eine Blutbeimengung im Stuhl auf sehr viele Erkrankungen hindeuten, von denen einige auch bedrohlich sind. Meist sind die Ursachen aber eher harmlos. Oft sind Hämorrhoiden oder kleine Risse in der Afterregion der Grund für blutigen Stuhl. In einigen Fällen handelt es sich auch gar nicht um Blut, sondern um rote Nahrungsmittelfarbe, die wieder ausgeschieden wurde (z.B. rote Beete). Um bösartige Erkrankungen (Magenkrebs) auszuschließen sollte ein Arzt zur Diagnose konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blut im Stuhl?

Blut im Stuhl ist ein Symptom, keine eigenständige Erkrankung. Es beschreibt das Phänomen, dass sich in den Ausscheidungen Blut befindet. Dieses kann entweder hell- oder dunkelrot, aber noch flüssig sein, es kann aber auch den Stuhl einfärben und diesen komplett verdunkeln - man spricht dann von Teerstuhl.

Wenn das Blut im Stuhl noch frisch ist, ist davon auszugehen, dass es aus dem Darm stammt, vorrangig aus den Bereichen in Afternähe. Geronnenes Blut wie beim Teerstuhl hingegen bedeutet, dass das Blut im Stuhl aus höheren Regionen des Verdauungstraktes stammt.

Ursachen

Die Ursachen für Blut im Stuhl sind sehr vielschichtig. Ist das Blut sehr hellrot, ist meist von einem Hämorrhoidalleiden auszugehen. Hämorrhoiden sind blutgefüllte Gefäßpolster im Bereich des Enddarms. Sind Hämorrhoiden vergrößert können diese ungeschützt aus dem After ragen und durch den Stuhlgang verletzt werden und bluten.

Blut im Stuhl ist aber auch das Leitsymptom von Darmkrebs verschiedener Art. Handelt es sich um geronnenes Blut im Stuhl, könnte der Krebs im Magenbereich sitzen, denn auf dem Weg zum After hätte das Blut für die Gerinnung genug Zeit.

Es kommen aber auch weniger ernste Erkrankungen des Verdauungstraktes in Frage, etwa Analfissuren (Analriss), Analfisteln, Enddarmgeschwüre, Darmentzündungen, Infektionskrankheiten oder schwere Verstopfungen.

Dunkler Stuhl kann aber auch durch Nahrungsbestandteile wie rote Beete oder Heidelbeeren entstehen und wird gerne einmal mit echtem Blut im Stuhl verwechselt.

Entzündliche Reaktion im Analbereich (Analekzem).
Analabszess und Analfissur.

Krankheiten

Besonders hellrotes Blut im Stuhl kann ein Hinweis auf verletzte Hämorrhoiden sein.

Wann zum Arzt?

Betroffene von Hämorrhoiden wissen, dass diese sich durch Blutungen aus dem After bemerkbar machen können. Meist sind dies aber keine starken Blutungen und die geringen Blutmengen sollten dünn dem Stuhl aufgelagert sein. Ein Arzt sollte umgehend aufgesucht werden, wenn große Blutmengen sich im oder auf dem Stuhl zeigen. Dies gilt sowohl für dunkles, eher geronnenes als auch für frisch-hellrotes Blut.

Größere Blutmengen können in dem Fall Zeichen einer akuten Blutung im Magen-Darm-Trakt sein. Treten zum Blut im Stuhl auch Gefühle von Abgeschlagenheit und Blässe auf, ist umgehend ein Arzt zu kontaktieren. Dieser kann mit einer Ultraschalluntersuchung herausfinden, ob die Ursache für Blut im Stuhl tief im Bauchraum zu suchen ist oder ob es sich um eine harmlose Auflagerung bedingt durch kleine Fissuren am After handelt.

Treten Erscheinungen von Blut im Stuhl sehr regelmäßig auf, sollte dies vom Hausarzt abgeklärt werden. Blut im Stuhl, was sich immer wieder zeigt, kann völlig unabhängig von der Frage nach Schmerzen ein Warnsymptom für Darmkrebs oder andere tumoröse Geschehen im Bauchraum sein.

Symptome und Verlauf

Da Blut im Stuhl selbst ein Symptom ist, bringt er lediglich Begleiterscheinungen mit sich und hat auch keinen spezifischen Verlauf. Meist setzen die Blutbeimischungen plötzlich und gering ein, sie können sich mit der Zeit intensivieren.

Manche Betroffene werden bemerken, dass das Blut im Stuhl durch allgemeines oder spezifisches, den Verdauungstrakt betreffendes Unwohlsein begleitet wird. Wenn die Erscheinung nicht behandelt wird, setzt sie sich fort und kann auch weitere Begleiterscheinungen mit sich bringen.

In seltenen Fällen kommt es zu einer starken Blutung, sodass das Blut im Stuhl nicht mehr zu übersehen ist und sich nicht nur auf den Stuhl beschränken muss: Dies kann auf einen Notfall hindeuten.

Diagnose

Wird Blut im Stuhl festgestellt, ist immer eine ärztliche Abklärung erforderlich. Am besten wendet man sich an den Hausarzt und lässt sich gründlich durch ihn sowie durch Fachärzte untersuchen. Jeder Behandlung muss eine ausreichende Diagnose vorausgehen, denn Blut im Stuhl ist nicht immer eindeutig das Symptom einer bestimmten Erkrankung - andere Möglichkeiten müssen ausgeschlossen werden. Patienten mit Hämorrhoiden müssen etwa sicher sein können, dass das Blut im Stuhl nicht doch von Darmkrebs herrührt und dieser durch die Diagnose Hämorrhoiden außen vor gelassen wird.

Komplikationen

Blutiger Stuhl kann je nach Ursache für dieses Phänomen ein Hinweis auf Komplikationen sein, die ärztlich abgeklärt werden müssen. Bestehen schon länger Verdauungsprobleme, die bisher noch nicht von einem Arzt untersucht worden sind, ist Blut im Stuhl als Alarmzeichen zu werten. Blutige Auflagen oder große Mengen an frischem Blut, die mit dem Stuhl ausgeschieden worden sind, können ein Hinweis auf einen Tumor im Bereich des Darms sein. Dieser kann zum einen umliegende Gewebe- und Organstrukturen durch Raumverdrängungen und Infiltration so reizen, dass es zu Blutungen kommt.

Andererseits kann auch der Tumor selbst als Komplikation der Krebserkrankung zu bluten beginnen. Innere Blutungen dieser Art können auch über einen längeren Zeitraum vom Patienten unbemerkt bleiben. Symptome wie Schwächegefühl, Blässe, werden nicht immer gleich als erste Hinweise auf eine Anämie gedeutet. Ist aber das Blut im Stuhl dann sichtbar, ist dies immer ein Hinweis auf Komplikationen im Verdauungstrakt. Starke Blutungen können auch plötzlich einsetzen. Hier droht dem Patienten Bewusstlosigkeit bis hin zum Herz-Kreislaufversagen. Bei Blutungen größerer Menge sollte entsprechend sofort ärztliche Hilfe gesucht werden, um die Blutung zu stoppen.

Behandlung und Therapie

Die typischsten Ursachen von Blut im Stuhl - Hämorrhoiden und Geschwüre des Verdauungstraktes, werden auf Basis eines individuellen Therapieplans behandelt. Ist der genaue Herd der Blutung lokalisiert, ist es wichtig im ersten Schritt die Blutung zu stoppen. Je nach Ursache kann ein sofortiger Eingriff lebenswichtig sein.

Hämorrhoiden werden nicht selten entfernt oder operativ zurückverlagert. Oft können diese mit Zäpfchen und Salben therapiert werden. Krebs setzt eine Chemotherapie und eine operative Entfernung des Tumors voraus.

Handelt es sich hingegen um Fissuren der Analhaut (Afterriss) durch zu harten Stuhl, Analfisteln oder andere Ursachen, ist meist nur eine sanfte medikamentöse Behandlung (Salben) sowie eine Umstellung der Lebensweise und der Ernährung erforderlich.



Aussicht und Prognose

Blut im Stuhl kann zu einer subakuten Anämie (leichten Blutarmut) führen. Prognostisch können ständige Müdigkeit, ein eingeschränktes Leistungsvermögen, kalte Hände und Füße sowie Kopfschmerzen auftreten. Diese Prognose gilt auch bei okkultem (nicht sichtbarem) Blut im Stuhl. Auch auf eine Hämatochezie (hellroter Blutstuhl) oder eine Meläna (dunkelrotes bis schwarzes Blut im Stuhl) trifft diese Prognose zu.

Ist die Ursache für Blut im Stuhl eine akute Proktitis (Enddarmentzündung) besteht die Gefahr eines chronischen Verlaufs, der nur noch operativ behandelt werden kann. Die Prognose für eine vollständige Heilung ist gut. Ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs besteht bei einer Proktitis meistens nicht. Ist Blut im Stuhl auf innere oder äußere Hämorrhoiden zurückzuführen, ist die Heilungschance maßgeblich vom Grad der Hämorrhoiden und dem Behandlungsstadium abhängig. Eine chronische Anämie mit ihren Begleiterscheinungen ist auch hier häufig zu beobachten.

Treten die Hämorrhoiden aus dem After heraus, können diese eingeklemmt werden. Die Symptomatik kann sehr schmerzhaft sein. Daraus kann durch einen Blutstau ein verlangsamter Blutfluss in den Gefäßen entstehen, wodurch es zu einer Thrombosebildung kommen kann. Sind im Stuhl größere Mengen Blut enthalten, ist ein lebensbedrohliches Kreislaufversagen möglich. Der zusätzliche Abgang von Blut in die Bauchhöhle gilt als extrem gefährlich.

Vorbeugung

Blut im Stuhl kann man vorbeugen, indem man auf die allgemeine Gesundheit des Verdauungstraktes achtet. Wichtig sind eine gesunde und ausgewogene Ernährung, möglichst wenige Schadstoffe sowie regelmäßiger Sport, um überschüssige Pfunde zu verbrennen. Je nach Art der Erkranung gibt es sehr spezifische Möglichkeiten der Vorbeugung, sodass man mit verringerter Wahrscheinlichkeit eines Tages durch Blut im Stuhl überrascht wird.

Bücher über Magen-Darm-Erkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

VickyG kommentierte am 02.05.2017 um 19:29 Uhr

Es sind jetzt 2 Wochen seit meinem schrecklichen Erlebnis vergangen. Absolut keine Beschwerden (bzw. Darmverstimmung) und nicht die geringste Menge Blut im Stuhl. Ernährung gleich von Anfang an normal, keine Schonkost. Ich fühle mich pudelwohl und denke, dass der Grund für die Darmbeschwerden und das Blut im Stuhl einzig und allein an der grossen Menge Nüsse waren, die ich unvernünftigerweise in mich reingestopft habe. Gleich vom zweiten Tag an hatte mein Stuhl wieder normale Farbe und die übliche gesunde Konsistenz. Ich hake das ganze ab als lehrreiche Erfahrung und beschränke meine Aufnahme von Nüssen auf geriebene, zum Backen.

VickyG kommentierte am 18.04.2017 um 03:58 Uhr

Ich bin weiblich (60). Keine Medikamente, höchstens mal ein Aspro bei extremem Wetterwechsel alle paar Monate, oder Hustenmedizin wenn mich einmal pro Jahr die Grippe erwischt. Ich ernähre mich gesund - 170cm/62kg, esse alles was mir schmeckt, mache viel Bewegung im Freien mit meinem Hund (ca. 2 1/2 Stunden/Tag, im Sommer auch mehr). Vor zwei Tagen aß ich abends ich weiß eine Menge Nüsse. Und das nach einem guten Abendessen. Weiss nicht, warum, es gelüstete mich einfach danach, und ich esse nicht sehr oft Nüsse. Es war auf alle Fälle mehr als eine Hand voll. Ca. 3-4 Stunden, nachdem ich zu Bett ging, wachte ich auf mit schrecklichen Bauchschmerzen, zitterte, fing an kalt zu schwitzen, und wurde fast bewusstlos, als ich für lange Zeit auf der Toilette saß. Die Schmerzen waren unerträglich, dann fing der Durchfall an. Und sehr viel hellrotes Blut kam. Schleimiges Blut. Die Schmerzen liessen nach, der Durchfall auch. Ich trank Kamillentee und ging wieder ins Bett. Rülpsen roch nach Nüssen. Nach ca. 3 Stunden wachte ich auf, etwas Durchfall wieder, aber nur wenig hellroter Schleim. Ich machte einen Spaziergang mit meinem Hund, drank mehr Tee und machte Haferschleimsuppe. Himmlisch. Dann wieder 2-3 Stunden schlaf. Mehr Haferschleimsuppe und Toastbroat mit Rührei. Abends aß ich dann ziemlich normal (Ravioli), auch ein Stück Apfelkuchen, mehr Kamillentee. Die Nacht über war ohne Unterbrechungen, auch Luft lassen gelang, ohne Material. In der Früh war ich hungrig, aß ein Streichkäsebrot und ein Marmeladebrot mit Schwarztee. Dann fing es ein wenig an zu ziehen im Bäuchlein, auf der Toilette setzten etwas Schmerzen ein, ein ganz wenig blutiger Schleim kam, dann wenig normalfarbiger, weicher Stuhl. Ich bilde mir nicht ein, dass das meist aus Nuß-Stücken zusammengesetzt war. Viel getrunken, meistens verdünnten Orangensaft mit etwas geraspeltem Ingwer. Ganzer Tag heute keine Probleme, Hunger wie gewohnt, auch die Gesichtsfarbe ist schon seit gestern wie üblich strahlend. Heute nachmittags war mein Hunger so groß, ich konnte nicht umhin und aß eine volle Mahlzeit. Gebratene Knackwurst, eine gekochte Kartoffel, gedünstetes Gemüse und ein Spiegelei. Ich wollte es einfach wissen. Es sind jetzt schon mehr als 5 Stunden vergangen und ich fühle mich pudelwohl. Kein Zwicken, kein Ziehen, kein Schwitzen. Gestern hatte ich im WWW irgendwo gelesen, dass der Genuß von zu vielen Nüssen Probleme bei der Verdauung machen kann. Möglicherweise habe ich die Nüsse nicht genug klein-gekaut und auf die volle Mahlzeit dann noch eine ganze Handvoll Nüsse. das könnte sogar MEINE Gedärme aufregen. Während der ersten Kolik, oder was es war, dachte ich schon daran, den Notarzt zu rufen, aber als die Schmerzen nachliessen, ach was! Also, nach 2 Tagen und Normaler Aktivität im Darmbereich, und generellem Wohlbefinden, soll ich doch einen Arzt aufsuchen? Mein Verlangen nach Nüssen ist verschwunden, wahrscheinlich gut so. Und wenn sich alles ´normal´ verhält innerhalb der nächsten Woche, sollte ich doch ok sein.

ossi kommentierte am 18.03.2017 um 13:23 Uhr

Hallo, ich (männlich, 65) habe nach einem Sturz im eigenen Hause und nach Spitalsbehandlung (Naht am Kopf) wegen nebenbei auftretender Hüftschmerzen Voltaren 100 retard eingenommen. Vorgestern Abend eine Tablette und gestern am Nachmittag eine. Gestern am Abend (ca. 21 - 22 Uhr) bekam ich starke Bauchschmerzen und gegen 23 Uhr blutigen Durchfall (hellrot, für mich erschreckend viel rotes Blut). Heute Vormittag dann kam rosarotes Wasser, da ich nichts mehr seit dem gestrigen Abend aß und nur Wasser oder Magen-/Darmtee in kleinen Mengen trank. Der Blutdurchfall scheint auf dem Voltaren-Beipacktext als seltene Nebenwirkung auf! Die Symptome werden nun schwächer, es ist Wochenende und im Krankenhaus wie üblich nur Notdienst. Soll ich warten und beobachten bis Montag oder doch lieber gleich ins Spital, obwohl erfahrungsgemäß nicht viel gemacht wird an Wochenenden, außer in der Unfallabteilung. Ergänzung: Ich hatte bisher 10 Hüftoperationen wegen eines Spitalskeimes und bin somit wahrscheinlich Risikopatient. Habe viele schlechte Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht (kein Wunder bei 9 "unnötigen" Revisionsoperationen, lernte auch etliche unfähige "Mediziner" kennen und bin bei Gott kein Anhänger der sogenannten Götter in Weiß mehr!) und möchte nur als letzte Alternative wieder in eine solche Krankenanstalt, wenn es geht. Zumal die Symptome ziemlich eindeutig für eine Folgeerscheinung von diesem Voltaren 100 retard sprechen!