Gelber Stuhl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Gelber Stuhl

Gelber Stuhl hat meist eine harmlose Ursache. In einigen Fällen kann er jedoch als begleitendes Symptom einer Erkrankung auftreten. Allerdings ist die gelbliche Farbe des Stuhls nie ein Leitsymptom, welches auf eine Grunderkrankung hindeutet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist gelber Stuhl?

Bei der Diagnose von Erkrankungen sollte man bei Stuhlveränderungen klar zwischen hellem und gelbem Stuhl unterscheiden. Während heller Stuhlgang häufig auf schwerwiegende Erkrankungen der Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse hindeutet, sagt allein die Gelbfärbung der Fäzes noch nichts aus und ist meist auch harmlos.

Es gibt jedoch Übergangsformen, die nicht klar beurteilen lassen, ob eine ernsthafte Störung zugrunde liegt. Dann sollte jedenfalls immer der Arzt konsultiert werden. Die gelbe Farbe gehört jedoch zum normalen Farbspektrum des Stuhlgangs. Dieses Spektrum reicht von gelblich bis braun. Nur im Zusammenhang mit anderen Symptomen, wie z. B. Durchfall, kann gelber Stuhlgang auch durch Erkrankungen bedingt sein.

Ursachen

Gelber Stuhl wird meist durch eine normale Farbvariation der Fäzes hervorgerufen. Tritt dieses Symptom allein ohne störende Begleitsymptome auf, kann man meist von einer harmlosen Ursache ausgehen. So kann die Gelbfärbung von der Art der Nahrungsmittel abhängen. Milchprodukte, Eier oder stärkehaltige Nahrungsmittel führen häufig zu gelblichen Stuhlgängen. Babys haben sogar sehr oft goldgelbe Stühle ohne Krankheitswert aufgrund ihrer Ernährung mit Muttermilch.

Allerdings werden auch Durchfälle von gelblichen oder gelbbraunen Stühlen begleitet. Sowohl die gelbliche als auch die braune Farbe der Fäzes werden durch ein Abbauprodukt des Hämoglobins hervorgerufen, welches als Sterkobilin bezeichnet wird. Sterkobilin ist ein Tetrapyrrol, das auch für die gelbe Farbe des Urins sorgt. Ob der Stuhl gelb, gelbbraun oder braun ist, wird durch die Konzentration des Sterkobilins bestimmt.

Tierische Nahrungsmittel enthalten von Natur aus bereits Hämoglobin, sodass bei einem verstärkten Fleischverzehr ein tiefbrauner Stuhl resultiert, während bei pflanzlicher Nahrung, Eiern und Milchprodukten weniger Sterkobilin produziert wird. Da bei Durchfällen die Stühle viel Wasser enthalten, wird der Farbstoff verdünnt. Als Ergebnis tritt bei Durchfall oft gelber Stuhl auf.

Diagnose und Verlauf

Wird gelber Stuhlgang von anderen Symptomen, wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder auch extremer Müdigkeit begleitet, sollte der Arzt konsultiert werden. Durchfälle können die verschiedensten Ursachen haben und sollten differenzialdiagnostisch abgeklärt werden.

Besonders bei extremer Müdigkeit kann sich aber auch eine Lebererkrankung hinter der Farbänderung des Stuhlgangs verstecken. So werden z. B. auch bei Verschluss der Gallengänge die Farbstoffe nicht mehr oder nur unvollständig in den Darm geleitet, woraus ein vollständig entfärbter oder manchmal auch ein gelblicher Stuhl resultiert. Die Grundlage der Diagnose bildet wie immer das Patienten-Arzt-Gespräch. Hier wird der Arzt die Krankengeschichte des Patienten aufnehmen.

Dazu zählen unter anderem bestehende Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, frühere Magen-Darm-Erkrankungen, eventuelle bekannte Erkrankungen der Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse. Eine bestehende Verdachtsdiagnose muss noch durch entsprechende Laboruntersuchungen (Stuhlproben und Blutuntersuchungen) abgesichert werden. Auch wenn ein dauerhaft auftretender gelber Stuhlgang ohne Begleitsymptome meist harmlos ist, sollten durch eine allgemeine Untersuchung ernsthafte Krankheiten ausgeschlossen werden.

Behandlung

Bei gelbem Stuhlgang ist nur eine Therapie nötig, wenn er auch wirklich durch eine Krankheit mit verursacht wird. Meist ist dieses Symptom jedoch unbedenklich. Nach einer Veränderung der Essgewohnheiten ändert sich meist auch die Farbe des Stuhls wieder.

Ansonsten richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Das sind meist Durchfälle. Durchfälle werden durch die unterschiedlichsten Ursachen ausgelöst. Meist sind sie harmlos und klingen schnell wieder ab. Gegebenenfalls kann Aktivkohle helfen, dünnflüssige Durchfälle zu stoppen.

Es gibt jedoch auch Fälle, wo ein Flüssigkeits- und Elektrolytersatz notwendig wird. Dazu stehen Elektrolytlösungen mit Kochsalz und Glukose zur Verfügung. Bei bakteriellen Infektionen werden mit Ausnahme von EHEC Antibiotika eingesetzt. Liegen den Verdauungsstörungen Nahrungsmittelunverträglichkeiten zugrunde, müssen die betreffenden Nahrungsmittel gemieden werden.

Komplizierter wird es, wenn Leber-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen bestehen. So kann bei Gallensteinen eine Operation indiziert sein, wenn die Gallengänge verstopft sind und deshalb eine Anflussstörung der Galle vorliegt. Die Behandlung von Hepatitis wiederum richtet sich danach, um welche Hepatitisform es sich handelt. So heilen Hepatitis A, Hepatitis D und Hepatitis E von alleine wieder aus.

Chronische Hepatitis B und Hepatitis C werden mit Virostatika behandelt, um den Verlauf der Infektion zu stoppen. Allerdings ist bei diesen Erkrankungen der Stuhl meist farblos oder lehmfarben. Gelber Stuhl ist hier nur ausnahmsweise ein Symptom.



Vorbeugung

Da gelber Stuhl in der Regel keinen Krankheitswert besitzt, gibt es auch keine Empfehlungen zu seiner Vorbeugung. Die Ernährung hat maßgeblichen Einfluss auf die Farbe des Stuhls. Wichtiger ist es jedoch, durch eine ausgewogene Ernährung die Gesundheit des Darms zu fördern. Der Darm kann jedoch auch bei einem gelben Stuhl völlig gesund sein.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

roxy 88 kommentierte am 30.08.2014 um 17:39 Uhr

Ich habe seit 2 Tagen sehr starken Durchfall mit Bauchkrämpfen. Der Durchfall ist hellgelb und wässrich. Ich trinke seitdem nur noch Kamillentee und esse Zwieback. Außerdem habe ich gegen die Schmerzen ein Heizkissen auf meinem Bauch. Zudem nehme ich Kohletabletten ein. All dies hilft bisher leider nicht.

EAGG kommentierte am 02.11.2014 um 03:55 Uhr

Kurz und knapp, gut geschrieben. Danke.

Kara kommentierte am 03.12.2014 um 05:03 Uhr

Seit 2 Tagen leide ich unter flüssigem, gelben Durchfall. Ich habe keinen Appetit, sehr starke Bauchkrämpfe und leide unter Übelkeit.

Müller kommentierte am 05.08.2016 um 13:06 Uhr

Gelber Stuhl trat bei mir bei einer seltenen Form von Pankreatitis mit MPNI Tumoren und Konkrementen auf - als erstes Warnzeichen. Die anschließende Pankreasresektion, Milz-und Gallenblasenentfernung nach Roux-Y mit Cholangitis als Komplikation und einer billiodegistiven Anastamose brachte keine Besserung. Der Stuhlgang ist nach wie vor gelb und dünnflüssig. Deshalb kann ich nur empfehlen den Arzt zu konsultieren.