Eisenmangel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2017
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Eisenmangel ist eine Mangelerscheinung des essentiellen Spurenelements Eisen, die weltweit mehr als 30 Prozent der Menschen betrifft. Eisenmangel betrifft vorwiegend Frauen und Menschen, die kaum oder gar kein Fleisch oder Fisch essen. Der völlige Verzicht auf Fleisch- und Fischprodukte gefährdet die Versorgung mit diesem Spurenelement.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eisenmangel?

Das Spurenelement Eisen wird vom Körper nicht selbst produziert und muss über die Ernährung zugeführt werden. Eisen spielt eine wichtige Rolle für die Blutbildung.

Das Hämoglobin, wie der rote Blutfarbstoff bezeichnet wird, ist für den Transport von Sauerstoff im Körper zuständig. Eisenmangel wirkt sich auf die Zellernährung und die Enzymbildung im Körper aus.

Ein Eisenmangel besteht dann, wenn der normale tägliche Eisenverlust von bis zu 2 mg Eisen nicht wieder aufgefüllt wird. Ein Eisenmangel entsteht langsam, da der Körper bis zu 30 Prozent Eisenvorrat besitzt und bei knapper Eisenzufuhr zunächst diesen Vorrat aufbraucht.

Ursachen

Eisenmangel kann seine Ursachen in hohen Verlusten an Eisen durch Unfälle oder Operationen haben. Andere Ursachen sind starke Regelblutungen oder Blutungen, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Eisenmangel kann auch in Zusammenhang mit Tumoren entstehen.

Alkoholmissbrauch und Hämorrhoiden können ebenso zu Eisenmangel führen, wie verschiedene Medikamente den Eisenmangel begünstigen. Wer oft Blut spendet, kann an Eisenmangel leiden. In der Schwangerschaft und nach der Geburt ist Eisenmangel ebenfalls möglich.

Ein Eisenmangel tritt oft bei Säuglingen und Kleinkindern oder Vegetariern auf, wenn nicht genügend Eisen zugeführt wird. Eisen kann aus pflanzlichen Nahrungsmitteln schlecht aufgenommen werden.

Eisenmangel tritt deshalb oft auf, wenn strenge Diäten durchgeführt werden. Eisenmangel ist auch bei Sportlern und Heranwachsenden möglich, die wegen ihrem erhöhten Sauerstoffumsatz oder ihrem verstärkten Wachstum mehr Eisen benötigen als ein normaler Mensch.

Wann zum Arzt?

Bei dem Verdacht auf Eisenmangel, ist ein Arzt zu konsultieren. Stellen sich erste Warnhinweise ein, sollte ein Bluttest durchgeführt werden, der Aufschluss über den Mangel gibt. Ein niedriger Blutdruck, Kopfschmerzen, kalte Hände oder Füße sind Anzeichen eines bestehenden Eisenmangels. Der Betroffene fühlt sich häufig müde, abgeschlagen oder leidet an einer allgemeinen Schwäche. Die Fingernägel sind dünn oder verformen sich. Muskelkrämpfe treten ein, für die keine offensichtliche Ursache zu finden ist.

Stellen sich Zustände, wie eine nicht erklärbare Sehschwäche, Atemnot oder Herzprobleme ein, ist ein Arzt zu konsultieren. Ein Eisenmangel stellt sich schleichend ein. Die Begleiterscheinungen treten daher allmählich auf. Sie sind jedoch beständig und haben einen zunehmenden Charakter. Daher ist ein Arztbesuch vorzunehmen, sobald der erste Verdacht besteht.

Insbesondere Schwangere sollten einen Arzt aufsuchen, wenn sie das Gefühl haben, dass sie an einem Eisenmangel leiden. Es besteht das Risiko, dass Mutter und Kind an Mangelerscheinungen erkranken und bleibende Schäden davon tragen. Menschen, die grundsätzlich auf die Nahrungszufuhr von Fisch- und Fleischprodukten verzichten, sind gut beraten, wenn sie in regelmäßigen Abständen einen Arzt aufsuchen, um einen Kontrolltest auf Eisenmangel vorzunehmen.

Symptome und Verlauf

Symptome von Eisenmangel.

Eisenmangel zeigt sich an bestimmten Symptomen wie Müdigkeit, spröde Haare und Fingernägel, trockener Haut und an Schleimhautirritationen. Besteht ein Eisenmangel länger, so kommen starke Konzentrationsstörungen hinzu. Eisenmangel kann sich auch in einer blassen Gesichtshaut und kribbelnden Armen und Beinen zeigen.

Kopfschmerzen und Schwindel sind ebenfalls Anzeichen für einen Eisenmangel. Blutarmut, auch Anämie, entsteht durch Eisenmangel und schwächt das gesamte Immunsystem.

Eine brennende Zunge, Schluckbeschwerden und eingerissene Mundwinkel sind weitere Anzeichen für den Eisenmangel. Eisenmangel kann sich bei jungen Menschen auch in Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Diagnose

Ob beim Patienten ein Eisenmangel vorliegt, oder nicht, kann der Arzt durch eine Untersuchung des Blutes ermitteln. Hierbei werden verschiedene Blutbestandteile, wie z.B. die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) im Labor analysiert. Um zu klären, was den Eisenmangel überhaupt auslöst, kann zur weiterführenden Diagnostik eine Magen- oder Darmspiegelung erfolgen.

Komplikationen

Im Zusammenhang mit Eisenmangel kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Starke Eisenverluste können eine Blutarmut, eine sogenannte Eisenmangelanämie, hervorrufen. Sie entwickelt sich in der Regel langsam, da es oftmals einige Monate dauert bis die Eisenspeicher im Körper leer sind. Nehmen die Eisenreserven im Körper immer mehr ab, produziert das Knochenmark nur noch wenige rote Blutkörperchen. Zudem verringert sich die Größe der Blutkörperchen. Infolge kann es zu Kopfschmerzen, starker Müdigkeit, Herzklopfen, brüchigen Fingernägeln und Hautveränderungen, z.B. zu eingerissenen Mundwinkeln kommen.

Schwere Blutarmut kann Ohrgeräusche, Atemnot, Sehprobleme, Benommenheit, Brustschmerzen, Herzschwäche und Herzrasen sowie Ausbleiben der Menstruation verursachen. In seltenen Fällen können sich im Zusammenhang mit Eisenmangel auch membranartigen Gefüge in der Speiseröhre bilden und so Schluckbeschwerden bewirken. Eisenmangel kann zudem das sogenannte [Pica-Syndrom]], eine seltene Essstörung, auslösen. Die Fingernägel werden dabei dünn und verformen sich. Zudem können nächtliche Muskelkrämpfe in den Beinen auftreten. Menschen mit Pica-Syndrom haben oftmals ein starkes Verlangen nach Dingen, die nicht für den menschlichen Verzehr gedacht sind, z.B. Erde, Lehm oder Papier.

Behandlung und Vorbeugung

Die Behandlung von Eisenmangel geschieht über die Zufuhr von Eisen. Bei Eisenmangel hilft Kräuterblutsaft sehr gut und auch Schüssler Salze und Eisenpräparate eignen sich für die Behandlung. Zur Vorbeugung gegen Eisenmangel hilft eine richtige Ernährung mit ausreichend Eisen. Mageres Fleisch 3-4 Mal in der Woche oder Linsen, weiße Bohnen und Vollkornprodukte sind wertvolle Eisenlieferanten.

Bei Eisenmangel helfen auch Gemüsearten, die reich an Vitamin C sind, wie Paprika oder Sauerkraut, Rosenkohl oder Kartoffeln oder frische Orangen. Da schwarzer Tee und Kaffee dem Körper Eisen entziehen, sollte grundsätzlich mit dem Konsum von beidem nach den Mahlzeiten bis zu einer halben Stunde gewartet werden.

Kräuterblut-Säfte oder –Dragees sind für eine kurmäßige Anwendung geeignet, um zweimal im Jahr den Eisenvorrat aufzufrischen. Viele dieser Präparate eignen sich auch sehr gut für Kinder und Schwangere, wenn sie ohne Alkohol und Zucker hergestellt sind.

Für Sportler ist es sinnvoll, einmal im Jahr den Arzt zu konsultieren, damit bei Eisenmangel eine sinnvolle Therapie eingeleitet werden kann. Fehlt ihnen mal die Zeit für eine gesunde und ausgewogene Ernährung, dann hält der Markt eine Reihe von preiswerten und hochkonzentrierten Ersatzstoffen bzw. Nahrungsergänzungsmitteln bereit.

Eisen-Präparate sind als Tabletten oder Kapseln ohne Rezept bei großen und seriösen Online-Shops frei verkäuflich. Auch Internet-Versandapotheken bieten mittlerweile diese Produkte von verschiedenen Herstellern an.



Aussicht und Prognose

Ein Eisenmangel kann sich sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirken und dabei zu verschiedenen Beschwerden oder Komplikationen führen. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen an einer Abgeschlagenheit und an einer Müdigkeit. Die Lebensqualität wird durch den Eisenmangel deutlich verringert. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt in diesem Fall ab. Sollte es weiterhin nicht zu einer Behandlung kommen, so kann es auch zu einem Bewusstseinsverlust des Patienten kommen. Dabei kann es bei einem Sturz auch zu einer Verletzung kommen.

Weiterhin treten nicht selten eingerissene Mundwinkel auf und der Betroffene leidet an einer Atemnot. Die Atembeschwerden können dabei auch zu einer Unterversorgung der inneren Organe mit Sauerstoff führen. Im schlimmsten Falle werden dabei die inneren Organe und auch das Gehirn irreversibel geschädigt. Die Behandlung des Eisenmangels kann mit Hilfe einer gesunden Ernährung oder durch verschiedene Ergänzungsmittel relativ einfach durchgeführt werden. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen oder Beschwerden. Schon nach einigen Tagen verschwinden die Symptome und treten in der Regel auch nicht wieder auf. Die Lebenserwartung wird bei einer richtigen Behandlung nicht verringert.

Bücher über Eisenmangel

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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