Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Bei Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit), kurz HIT, hat der Körper Schwierigkeiten, einen Stoff zu kontrollieren, den er selbst produziert und der ihm eigentlich gute Dienste leistet – ganz im Gegensatz zu Allergien, bei denen Substanzen eine Reaktion auslösen, die dem Körper absichtlich oder unwissentlich zugeführt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Histaminintoleranz

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Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit) wird durch den körpereigenen Botenstoff Histamin verursacht, der zahlreiche Vorgänge im Körper kontrolliert und steuert. Diese Substanz sorgt beispielsweise für „Alarm“, wenn eine Infektion droht, löst Allergien aus, wenn etwas nicht verwertet werden kann, überwacht u. a. den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Produktion der Magensäure. Wenn jedoch das Gleichgewicht gestört wird, kommt es zu gesundheitlichen Problemen.

Biogene Amine, zu denen das Histamin zählt, werden durch den Stoffwechsel im menschlichen Körper aus den Aminosäuren gebildet, die er mit der Nahrung aufnimmt. Die Aminosäure Histidin wird zu Histamin „verstoffwechselt". Wenn der Körper den Botenstoff Histamin selbst nicht in der richtigen Balance halten kann und entsprechend auffällig reagiert, spricht man von Histaminunverträglichkeit.

Vermutlich sind zirka 3 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung betroffen. Die Dunkelziffer könnte jedoch höher sein, denn nicht jede Histaminunverträglichkeit wird sofort erkannt.

Ursachen von Histaminintoleranz

Für Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit) gibt es – unabhängig von den Symptomen – zwei Ursachen: Zum einen besteht die Möglichkeit, dass das aus der Nahrung gebildete Histamin im Dünndarm nicht ausreichend abgebaut wird. Dafür ist in diesem Zusammenhang das Enzym Diaminoxidase (DAO) verantwortlich.

Eine zweite entscheidene Ursache für die Erkrankung ist, dass das in den Körperzellen wirksame Enzym N-Methyl-Transferase (HNMT) arbeitet nicht aktiv genug, um das überschüssige Histamin dort abzubauen. In beiden Fällen ist das Ergebnis das gleiche: der Körper reagiert entsprechend und signalisiert eine „Histaminunverträglicheit“.

Symptome und Verlauf von Histaminintoleranz

Typische Symptome einer Histaminintoleranz:

Wer unter Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit) leidet, wird mit sehr unterschiedlichen Symptomen konfrontiert werden, die einer allergischen Reaktion sehr ähneln. Symptome können wenige Minuten oder einige Stunden nach der Aufnahme von Nahrungsmitteln auftreten, die entweder histaminfördernd oder DAO-blockierend wirken.

Eine „Histaminvergiftung“ kann Kopfschmerzen, Migräne, Herzrasen oder Schwindel verursachen, aber auch Kreislaufprobleme oder Müdigkeit sind nicht ausgeschlossen. Hautreaktionen wie plötzliche Rötung im Hals- und Gesichtsbereich, Ausschlag bis zu Quaddelbildung und Anzeichen einer Erkältung sind ebenso häufig wie Darmprobleme mit Bauchschmerzen und Durchfall. Seltener kommt es zu Schweißausbrüchen, Erbrechen, Ohrensausen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Atemnot oder Gliederschmerzen.

Diagnose von Histaminintoleranz

Die Liste ist lang, deswegen ist die Diagnose Histaminunverträglichkeit eine äußerst diffizile Angelegenheit, die der Patient eventuell durch das Führen eines Beschwerden-Tagebuchs unterstützen kann, schon bevor er einen Arzt konsultiert. Wenn der Arzt nach eingehender Untersuchung allergische Reaktionen und Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen kann, bringt möglicherweise ein Bluttest weitere Erkenntnisse über den Histamingehalt und die DAO-Aktivität.

Wenn der erste Bluttest bei normaler Ernährung durchgeführt wird und ein weiterer nach entsprechender Diät, wird die Tendenz klar. Die sicherste, aber auch langwierigste Methode, um Histaminunverträglichkeit festzustellen, ist jedoch die Eliminationsdiät, die über mehrere Wochen alle histaminfördernden Lebensmittel ausschließt und die der Patient durch ein entsprechendes Tagebuch dokumentiert. Wenn sich die Symptome während der Diät bessern, wird der Verdacht schnell zur Gewissheit und der Patient kann seine individuelle Belastungsgrenze austesten, indem Schritt für Schritt die gemiedenen Lebensmittel wieder verzehrt werden. Die Diät ist nicht nur eine gute Methode, um die Stoffwechselstörung zu erkennen, es ist auch der erste Schritt zur Therapie.

Behandlung von Histaminintoleranz

Wurde eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit) festgestellt, hilft nur ein weiter Bogen um alle histaminfördernden Lebensmittel. Fast so schwierig wie die Diagnose ist jedoch die Klassifizierung dieser Stoffe. Zwar gibt es Listen, an denen man sich orientieren kann, aber der Histidin-Gehalt aller Nahrungsmittel hängt sehr stark von Lagerung, Konservierung und Frische ab, so dass in jeder Statistik sehr viel Spielraum bleibt.

Generell kann man festhalten, dass frische Lebensmittel am wenigsten Histamin provozieren. Lange Gelagertes, Vergorenes oder Gereiftes ist mit äußerster Vorsicht zu genießen. Das A und O für Menschen mit Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit): die Zubereitung der Mahlzeiten mit ausgesuchten, möglichst unbearbeiteten und nur kurz gelagerten Rohstoffen. Auf der roten Liste stehen Käse (vor allem Hartkäse), geräuchertes Fleisch, Schinken, Salami, Fischkonserven, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Sauerkraut, Fertiggerichte, alkoholische, insbesondere vergorene Getränke wie Wein und Bier, Schwarzer Tee, Schokolade, Kakao, Hefe.

Auch einige Obstsorten heizen die Histaminproduktion an. Dazu gehören Zitrusfrüchte, Papaya, Erdbeeren und Tomaten. Dagegen steht die Ampel auf grün bei Frischfleisch, fangfrischem Fisch und erntefrischem Gemüse sowie bei den meisten nicht oben genannten Obstsorten. Doch nicht jeder Mensch reagiert gleich auf die genannten Lebensmittel.

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Vorbeugung von Histaminintoleranz

Eine gewissenhafte Erforschung des eigenen Körpers ist extrem wichtig und kann helfen eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit). Neben einer angepassten Ernährung hilft eine gute körperliche und seelische Konstitution. Die Vermeidung von Stress und Umweltgiften kann helfen, ebenso die Absage an Tabakrauch und chemische Duftstoffe.

Extreme Temperaturwechsel oder große körperliche Anstrengungen können belastend sein. Dagegen bringen einige Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C Erleichterung, bei nachgewiesenem DAO-Mangel kann auch Vitamin B6 eingesetzt werden. Die Einnahme eines Antihistaminikums sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Laurin kommentierte am 03.09.2014 um 11:34 Uhr

Hallo, ich habe folgende Erfahrungen gemacht:

Leider hat es sehr lange gedauert bis mein Arzt feststellte, dass eine Histaminintoleranz vorliegt. Da ich oft starke Migräne-Attacken bekam, so schlimm, dass ich nicht einmal mehr zur Arbeit gehen konnte und zu Hause bleiben musste, schickte er mich als Erstes in eine Kopfschmerz-Klinik. Dort konnten die Ärzte jedoch auch nichts feststellen. Erst durch einen Bericht im Internet lernte ich die Histaminintoleranz kennen. Zuvor hatte ich noch nie etwas davon gehört. Am nächsten Tag rief ich bei meinem Arzt an und bat um einen Termin, sodass er mich auf die Intoleranz testen könne. Der Test war positiv. Da mein Arzt kaum etwas über diese Krankheit wusste, konnte er natürlich auch kein Medikament empfehlen, das endlich helfen würde. Deshalb setzte ich mich zu Hause wieder vor den PC und googelte. So stieß ich dann auf Daosin und Migrasolv, die beide von Sciotec hergestellt werden.

Ich verglich beide Präparate und entschied mich für Migrasolv (dieses Präparat gibt es noch nicht so lange). Migrasolv wurde explizit für Migräne-Attacken entwickelt. Ich habe es mir sofort im Internet bestellt.
Seit ich Migrasolv verwende, geht es mir deutlich besser und ich muss mich auch nicht mehr so oft krankschreiben lassen.
Ich nehme die Kapseln genauso, wie es in der Packungsbeilage beschrieben ist:
Jeweils zweimal täglich eine Kapseln vor einer histaminhaltigen Mahlzeit oder bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke.

Fazit:
Die Histaminintoleranz ist eine Intoleranz mit der man definitiv leben kann, wenn man die richtigen Präparate hat.