Migräne

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Juni 2015
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Bei Migräne handelt es sich um pochende oder stechende Kopfschmerzen, die plötzlich und anfallsartig auftreten. Häufig werden diese Schmerzen von Übelkeit, Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit begleitet. Die bei einer Migräne typischen Kopfschmerzanfälle können zwischen fünf Stunden und drei Tage lang anhalten und wiederholen sich in unterschiedlichen Abständen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Migräne?

Die Migräne gilt mittlerweile schon als eine Volkskrankheit, denn jeder zehnte Erwachsene ist schon davon betroffen. Insbesondere häufige Migräneanfälle können für Betroffene zur Qual werden und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Migränearten. Die zwei häufigsten Formen sind die 'Gewöhnliche Migräne' und die 'Klassische Migräne'.

Migräne erkennt man an Symptomen wie einseitigen oder beidseitigen Kopfschmerzen, erhöhter Lärm- und Lichtsensibilität, Übelkeit bis hin zum Erbrechen, fehlendem Hungergefühl und in manchen Fällen auch neurologischen Störungen, wie Sprach- und Sehstörungen sowie Taubheitsgefühlen. Ein Migräne-Anfall kann etwa drei Stunden bis hin zu drei Tagen anhalten. Migräneanfälle treten meist schubweise auf.

Über 10 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter regelmäßigen Migräneanfällen. Dabei können die akuten Migränattacken wenige Male im Jahr oder sogar täglich auftreten. Bei Frauen kommt Migräne darüber hinaus weit häufiger vor als bei Männern, die schwersten Anfälle treten meist im Alter zwischen 35 und 45 Jahren auf.

So genannte Migräneanfälle treten meist in Schüben auf und können von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen andauern.

Ursachen

Menschen, in deren familiärem Umfeld mehrere Fälle von Migräne bekannt sind, sind in vielen Fällen selbst von der Erkrankung betroffen. Neben genetischen Faktoren spielen jedoch auch andere Aspekte eine Rolle bei der Entstehung von Migräne.

Obwohl die Ursachen von Migräne noch nicht komplett erforscht sind, gehen Wissenschafter davon aus, dass bei Betroffenen bestimmte Teile des Gehirns stärker durchblutet sind und sensibler auf verschiedene Einflüsse reagieren.

Die häufigste Ursache bei Frauen sind Hormonschwankungen. Oft ist auch starker Stress der Auslöser. Schon eine leichte Änderung des normalen, gewohnten Lebens kann einen Migräne-Anfall zur Folge haben.

Oft wird ein Migräne-Anfall im Allgemeinen durch Überanstrengung oder Erschöpfung, aber auch durch verschiedene Nahrungsmittel hervorgerufen. Selbst Gerüche oder Gewürze können eine Migräne-Attacke auslösen.

Ein akuter Migräneanfall wird jedoch meist nur dann ausgelöst, wenn verschiedene Umstände eintreten, welche sich von Person zu Person unterscheiden können. Zu diesen auslösenden Faktoren gehören unter anderem physischer oder psychischer Stress, Schlafprobleme oder Änderungen im Schlafrhythmus, Veränderungen im Hormonhaushalt, Wetterfühligkeit, Umwelteinflüsse und starke, unterdrückte Gefühle.

Migräne: geschwollene Blutgefäße drücken auf die Nervenfasern, die Schmerzsignale aussenden.

Symptome und Verlauf

Typischen Symptome von Migräne:

Wenn es im Schädel klopft und pulsiert, passiert das in der Regel nur auf einer Seite des Kopfes. Häufig klagen die Betroffenen auch über Übelkeit. Hinzu kommt auch, dass Licht- und Geruchs-Empfindlichkeit auftritt.

Der Migräne-Anfall kündigt sich schon Tage vorher mit Ruhelosigkeit, Heißhunger-Attacken und großem Durst an. Ebenso können Schlaf- und Verdauungsstörungen auftreten. Jeder zehnte Migräne-Geplagte sieht vor der Migräne-Attacke grelle Lichtblitze und bunte, gezackte Flecke.

Die Migräne zeichnet sich durch plötzlich und unvermittelt auftretende Anfälle aus, die zu starken Kopfschmerzen führen. Die Art und die Stelle, an der die Kopfschmerzen auftreten, können dabei von Anfall zu Anfall wechseln. Auch die Begleitsymptome variieren und reichen von Übelkeit und Erbrechen über Licht- und Lärmempfindlichkeit bis hin zu Lähmungserscheinungen und Seh- und Gleichgewichtsstörungen. Ein wirklicher Krankheitsverlauf existiert so gesehen aber nicht, da die Anfälle nicht unbedingt schlimmer werden und sich die Migräne, im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten, nicht weiter ausbreitet.

Diagnose

Da die genauen Ursachen für eine Migräne nach wie vor nicht endgültig geklärt sind, ist auch eine genaue Diagnose schwierig. Grundsätzlich ist die Methode der Wahl ein Gespräch des Arztes mit dem Patienten, in welchem dieser ihm die genauen Symptome seiner Kopfschmerzen schildert. Dabei werden z.B. Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migräneattacken festgestellt und auf dieser Grundlage eine Diagnose gestellt. Weitergehende Untersuchungen können unter Umständen noch zusätzlich durchgeführt werden, um andere Erkrankungen wie Tumore oder Entzündungen als Ursache für die Kopfschmerzen auszuschließen.

Bleiben nach dem Gespräch Zweifel oder kann der Patient seine Beschwerden nicht genau beschreiben, wird häufig das Anlegen eines Kopfschmerz-Tagebuchs empfohlen, in dem die Attacken und ihre Ausformungen niedergeschrieben und dann vom Arzt ausgewertet werden können.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung eines akut auftretenden Migräneanfalls werden meist Medikamente eingesetzt. Die Auswahl des passenden Medikaments hängt von der Häufigkeit der Anfälle, der Schmerzintensität und der individuellen Verträglichkeit ab und ist somit nicht einheitlich. Traditionell setzt man Medikamente ein, die eine der folgenden Substanzen enthält: Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen.

Junge Frau leidet an Kopfschmerzen
Wenn Kopfschmerzen das Leben belasten. Vor allem Frauen leiden unter Migräne.

Triptane, wie Riza-, Nara-, oder Sumatriptan, haben sich ebenso in der Therapie von Migräne bewährt. Patienten, bei denen im Zuge einer Attacke auch Übelkeit und Erbrechen auftritt, können Medikamente einnehmen, die sich positiv auf das Verdauungssystem auswirken. Darüber hinaus wird empfohlen sich Ruhe zu gönnen, sich in einem dunklen, geräuscharmen Zimmer aufzuhalten und wenn möglich viel zu schlafen.

Außerdem kann man sich zur Linderung der Kopfschmerzen eine kalte Kompresse auf Stirn oder Schläfen legen. Darüber hinaus sollte man auch während einem Anfall von Migräne versuchen, genügend zu essen, um den Blutzuckerspiegel auf einem gesunden Niveau zu halten, da Unterzuckerung die Symptome noch verschlechtern kann.

Neben Tabletten gegen Migräne, die je nach Art der Schmerzen vom Arzt verschrieben werden, kann man selber auch viel tun, um den nächsten Migräne-Anfall zu mildern oder zu vermeiden. Starke Schmerztabletten haben allerdings oft gravierende Nebenwirkungen. Leberschäden und Magen-Darmprobleme können auftreten.

Man sollte auf jeden Fall auf Genussmittel verzichten. Alkohol und Nicotin sind zu vermeiden. Übermäßiger Genuss von Süßigkeiten und Schokolade sollte ebenfalls vermieden werden. Auf dem täglichen Speiseplan darf frisches Obst, vor allen Dingen Äpfel, nicht fehlen.

Empfehlenswert ist es auch, reichlich Wasser zu trinken. Für das seelische Gleichgewicht sorgen autogenes Training, Yoga und Musik. Schwimmen und Laufen sind gut für den körperlichen Ausgleich, genau wie das allgemeine Bewegen in der Natur. Auch schöne Hobbies können dazu beitragen, Stress zu lindern.

Auch Kinder und Jugendliche leiden oft schon unter Migräne-Attacken. Hier ist es ratsam, mit einem Arzt einen Plan auszuarbeiten, wie am besten vorzugehen ist. Die Behandlung der Migräne-Attacken für Erwachsene, gilt dabei im Prinzip auch für Kinder und Jugendliche.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung eines Migräneanfalls stehen viele wirksame Maßnahmen zur Verfügung. Wenn man öfter als drei Mal pro Monat an Migräne leidet, kann ein Beta-Rezeptorenblocker vom behandelnden Arzt verschrieben werden.

Zusätzlich haben Ausdauersportarten, Entspannungsübungen, Autogenes Training, Yoga, Akupunktur und Akupressur einen positiven Einfluss.

Darüber hinaus ist es für Betroffene wichtig, dass sie Techniken erlernen, mit denen sie Stress und Schmerzen leichter bewältigen können. Genügend Schlaf spielt ebenso eine Rolle wie eine gesunde, ausgewogene Ernährung und eine regelmäßige Nahrungsaufnahme.

Grundsätzlich sollte man beobachten, unter welchen Umständen die Symptome am stärksten sind und diese Auslöser strikt meiden. Diese Maßnahmen können dazu beitragen, dass akute Attacken seltener auftreten und können bewirken, dass die Intensität der Symptome niedrig gehalten wird.

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