Herzrasen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2016
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Herzrasen oder Herzklopfen wird in der medizinischen Fachsprache als Tachykardie bezeichnet und beschreibt einen Puls von mehr als 100 Schlägen pro Minute. Dieser Pulsschlag wird von den Betroffenen häufig als gleichmäßig oder ungleichmäßig stark klopfendes bzw. pochendes Gefühl empfunden. Die Ursachen einer Tachykardie können psychische oder organische Ursachen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Herzrasen?

Herzrasen (Tachykardie), auch als Herzklopfen bezeichnet, beschreibt einen beschleunigten Puls, der das Herz im Brustraum rasend, klopfend und pochend anfühlen lässt.

Oft spüren Betroffene das unangenehme, pulsierende Gefühl bis in die Hals-Kopfregion. Man spricht von einem beschleunigten Pulsschlag ab einem Wert von 100 Schlägen/min und darüber.

Bei der ventrikulären Tachykardie rührt das Herzrasen direkt von den Herzkammern her und ist eine gefährliche Form der Erkrankung. Daneben gibt es auch die supraventrikuläre Tachykardie, die zwar unangenehm ist, aber nur in seltenen Fällen gefährlich wird.

Ihre Ursache liegt oberhalb der Herzkammern. Herzrasen kann als eigenständige Erkrankung auftreten, oftmals ist es jedoch ein Symptom einer Grunderkrankung. Außerdem kann Herzrasen häufig als Folge von Stress-, Freude-, Erregungs- oder Angstgefühlen auch psychische Ursachen haben.

Ursachen

Als Erkrankung tritt Herzrasen bei ventrikulären oder supraventrikulären Tachykardien (Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern) auf, die als solche behandelt werden. Darüber hinaus kann es Anzeichen verschiedener organischer Störungen sein.

Besonders oft tritt es bei Erkrankungen der Atemwege und des Kreislaufs (Bluthochdruck) auf. Herzrasen bekommt der Patient im Anfangsstadium bei leichter körperlicher Belastung, in den Endstadien kann es zum ständigen Begleiter in Ruheposition werden.

Auch die Einnahme bestimmter Arzneimittel oder der Konsum von Tabakwaren bzw. Drogen kann Unregelmäßigkeiten des Herzschlages (Herzrasen) verursachen.

Häufig begleitet Herzrasen auch psychische Probleme oder ist dasjenige Symptom, das die Betroffenen am deutlichsten zu spüren bekommen. Angststörungen, Panikattacken oder bipolare Störungen werden häufig von Herzrasen begleitet und der Patient kann zu der Annahme kommen, es handele sich nicht um ein psychisches, sondern um ein rein körperliches Problem.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Herzrasen tritt meist plötzlich auf und ist zu Anfang so leicht, dass die Betroffenen nicht genau genug darauf achten, um einen Beginn ausmachen zu können. Oft verspüren Betroffene ein beschleunigtes und verstärktes Klopfen und Pochen des Herzens. Häufig wird Herzrasen von Symptomen wie Kopfdruck, Schwindel, Schweißausbrüchen und Angst begleitet. Psychisch bedingtes Herzrasen tritt danach schubweise auf und kann sich verschlimmern - es wird jedenfalls von den Betroffenen als zunehmende Belastung empfunden.

Bei Erkrankungen der Atemwege und des Kreislaufs verschlimmert sich das Herzrasen beständig über einen längeren Zeitraum und wird oft erst einem Arzt vorgestellt, wenn es bereits zur starken Belastung geworden ist. Bei einer Tachykardie als hauptsächlicher Ursache bleibt das Herzrasen meist recht gleich. Von alleine gibt sich Herzrasen in den seltensten Fällen; bei organischen Auslösern können schwerwiegendere Probleme dazukommen und das Eingreifen eines Notarztes erforderlich machen, wenn nicht rechtzeitig behandelt wurde.

Diagnose

Tritt Herzrasen verstärkt auf, sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Im Patientengespräch interessiert den Arzt vor allem, seit wann, wie lange und wie oft die Beschwerden auftreten und ob möglicherweise bestimmte Situationen das Herzrasen auslösen (z.B. Prüfungsangst). Zudem verschafft sich der Arzt einen Überblick über die mögliche Begleitsymtome (z.B. Schwindel, Atemnot), frühere oder aktuelle Erkrankungen und die Einnahme von Arzneimitteln.

Nach der ausführlichen Befragung erfolgt die körperliche Untersuchung des Patienten. Hierzu werden u.a. der Blutdruck und Pulsschlag des Patienten bestimmt. Außerdem kann eine Blutuntersuchung und ein Elektrokardiogramm (EKG) Aufschluss über die Aktivität des Herzmuskels liefern.

Weitere Diagnosemethoden sind u.a.:

  • Langzeit-EKG: Aktivitätsmessung des Herzmuskels (meist über 24 Std.)
  • Belastungs-EKG: Herz-Aktivitätsmessung bei körperlicher Anstrengung (Fahrrad-Ergometer)

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: I47 Paroxysmale Tachykardie) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich bei Herzrasen nach der Ursache. Psychisch bedingtes Herzrasen bedarf einer Ausschlussdiagnose aller körperlichen Auslöser, danach kann der Psychotherapeut Hilfe leisten und Medikamente verschreiben. Üblicherweise wird man Benzodiazepine einnehmen, die zur inneren Ruhe beitragen und das Herzrasen zumindest kurzfristig und therapiebegleitend beenden.

Bei einer ventrikulären Tachykardie handelt es sich um einen klinischen Notfall, der auf der Intensivstation mit intravenöser Medikamentgabe und langfristig mit operativen Verfahren behandelt werden kann.

Eine supraventrikuläre Tachykardie dagegen wird oft ignoriert, solange die Symptome keine Belastung darstellen; häufig bemerken Betroffene gar nicht, dass sie erkrankt sind, und brauchen aus klinischer Sicht auch keine Behandlung.

Betablocker sind Medikamente, die üblicherweise zur Behandlung von Herzrasen eingesetzt werden - unabhängig von der Ursache. Sie helfen dabei, den plötzlichen Herztod zu verhindern, der bei schweren Erkrankungen mit Herzrasen auftreten kann, und sie stellen leichte Tachykardien ab, damit sie den Patienten nicht weiter belasten.



Vorbeugung

Herzrasen kann man nicht vorbeugen, da es sich um eine Begleiterscheinung organischer Erkrankungen handelt, gegen die man in den meisten Fällen nichts vorbeugend ausrichten kann. Hilfreich ist es, auf eine gesunde Ernährung und Lebensweise zu achten, damit es nicht langfristig zu Problemen mit dem Kreislauf oder der Atmung kommt. Wer sich zudem regelmäßig bewegt, hält den Herzmuskel gesund und wirkt sich immerhin positiv auf seine allgemeine Prognose aus.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Annette kommentierte am 29.08.2016 um 09:51 Uhr

Ich wache an diesem Herzrasen auf oder wenn ich in Ruhe sitze beginnt es. Ich bin dann selbst unruhig und versuche mich durch atmen wieder in den Schlaf zu bringen, was lange dauert. Dann war ich beim Arzt der hat ein Belastungs-EKG gemacht. Laut EKG ist alles super, er sieht psychisch mein Problem. Ich wüsste von nichts was mich schwer belasten würde, ich habe auch vor nichts Angst. Es begann als ich die Tabletten Tyroxin (Schilddrüse) eingenommen habe, dann habe ich sie wieder abgesetzt aber das Herzrasen blieb. Ich kann einfach nicht schlafen und wenn ich arbeite sind 4 Stunden Schlaf einfach zu wenig. Was könnte mir helfen?

QueenyManu kommentierte am 11.10.2016 um 21:08 Uhr

An Annette: Hallo Annette. Hast Du schon mal mit deinem Hausarzt gesprochen? Es gibt nämlich sehr viele verschiedene Medikamente bei Schilddrüsenfehlfunktionen. Vielleicht hattest du einfach die falsche Dosis oder sogar auch die falsche Sorte von Medikament. Ansonsten solltest du mal ein Langzeit EKG machen. Da kann auch viel herausgefunden werden. Hab das auch eine zeit lang gemacht. Immer wenn ich zur Ruhe gekommen bin, habe ich Herzrasen bekommen. Nach dem LZ EKG musste ich dann 3 Wochen Betablocker nehmen und seitdem geht es mit wieder super. Und das ist mittlerweile 5 Jahre her. Liebe Grüße, Manu