Fettleber-Hepatitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Eine Steatohepatitis, umgangssprachlich auch Fettleber-Hepatitis genannt, ist die Entzündung einer verfetteten Leber. Es wird zwischen einer alkoholischen und einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis unterschieden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fettleber-Hepatitis?

Von einer Fettleber-Hepatitis spricht man bei einer Verfettung von weniger als 50 % der Leberzellen. Sind mehr als 50 % der Leberzellen verfettet, so handelt es sich um eine Fettleber. Die Fette werden in Form von Vakuolen in die Leberzellen (Hepatozyten) eingelagert. Entzündet sich die verfettete Leber, liegt eine Steatohepatitis vor. In den verfetteten Leberzellen kommt es zu einer Störung des Zellstoffwechsels mit Zelluntergängen. Weitere immunologische Faktoren führen dann zu einer entzündlichen Reaktion.

Ursachen

Für die Fettleber-Hepatitis gibt es zwei verschiedene Ursachen. Bei der alkoholischen Steatohepatitis wird die Fettleberhepatitis durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht. Eine Fettleberhepatitis wird bei einem Alkoholkonsum über 40 Gramm Ethanol bei Männern und über 20 Gramm Ethanol bei Frauen pro Tag wahrscheinlich. Die Leber spielt beim Alkoholabbau eine entscheidende Rolle.

Wird dem Körper Alkohol zugeführt, so kümmert sich die Leber vorrangig um den Abbau und vernachlässigt andere Aufgaben wie zum Beispiel ihren Fettstoffwechsel. Das Fett speichert die Leber zunächst, um es dann nach dem Abbau des Alkohols verwerten zu können. Wird nun weiter Alkohol konsumiert, so kommt die Leber nicht dazu auf ihre Fettreserven zuzugreifen und lagert immer mehr Fette ein.

Eine nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) ist deutlich seltener als eine alkoholinduzierte Fettleberentzündung. Ursachen einer NASH sind in der Regel Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Übergewicht oder erhöhte Blutfettwerte. Seltenere Ursachen sind die Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson), operative Entfernungen des Dünndarms, Sondenernährung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Auch Medikamente wie Corticosteroide oder Antiarrhythmika können eine Fettleberentzündung verursachen. In seltenen Fällen ist keine klare Ursache erkennbar oder aber mehrere Ursachen treten zusammen auf.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Fettleber-Hepatitis:

In Bezug auf den Schweregrad der Entzündung lassen sich zwei Formen unterscheiden. Die chronisch-persistierende Hepatitis ist die mildere Form. Sie bleibt oft symptomlos oder äußert sich nur in unspezifischen Beschwerden wie Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl oder Verdauungsstörungen. In 15 bis 20 Prozent aller Fälle kommt es zu einer chronisch-aktiven Hepatitis. Diese Form der Steatohepatitis verursacht deutlichere Beschwerden. Die Betroffenen leiden unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsabnahme. Die Haut färbt sich gelb (Ikterus). Auch Fieber kann auftreten.

Bei der chronisch-aktiven Hepatitis besteht das Risiko, dass sich die Entzündung zu einer Leberzirrhose entwickelt. Die Leberzirrhose ist das Endstadium vieler chronischer Lebererkrankungen. Sie ist im Gegensatz zur Fettleber nicht reversibel, da sich die Fettzellen bindegewebig umbauen und so narbige Areale entstehen. Im fortgeschrittenen Stadium führt die Leberzirrhose zum Tod.

Diagnose

Bei der Fettleber-Hepatitis sind die leberspezifischen Enzyme im Blut erhöht. So zeigen sich im Blut erhöhte Cholestase-Parameter, insbesondere Gamma-GT ist erhöht. Auch die Transaminasen sind vermehrt im Blut zu finden. Gegebenenfalls kommt es zu einer geringen Erhöhung der Leukozyten. Ebenfalls ist eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins denkbar. Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein unspezifischer Entzündungsmarker, das bedeutet, CRP steigt an, wenn im Körper eine Entzündung ist. Mit dem CRP lässt sich die Entzündung aber nicht genau lokalisieren.

Zur Routinediagnostik gehört auch eine Ultraschalluntersuchung. Gegebenenfalls wird die Diagnostik durch Sondenultraschall oder Magnetresonanztomografie ergänzt. Die histologische Sicherung der Diagnose erfolgt mittels Leberpunktion mit Entnahme einer Gewebeprobe. Eine Unterscheidung zwischen alkoholbedingter Fettleberentzündung und nicht-alkoholbedingter Fettleberentzündung kann so allerdings nicht getroffen werden. Dies geschieht eher anhand der Blutwerte.

Behandlung und Therapie

Bei der alkoholischen Fettleber-Hepatitis ist Alkohol absolut kontraindiziert. Der absolute Verzicht auf Alkohol ist die wichtigste Therapiesäule. Solange die Leberzellen nur verfettet und noch nicht zirrhotisch umgebaut sind, kann das Organ sich noch regenerieren. Bei der NASH wird zunächst die Grunderkrankung therapiert. Bei Patienten mit erhöhten Blutfettwerten sollte die Ernährung umgestellt werden. Gegebenenfalls muss medikamentös mit Lipidsenkern eingegriffen werden.

Diabetes-Patienten müssen besser eingestellt werden. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden in der Regel mit Kortison behandelt. Zudem sollten sie ihr Gewicht reduzieren. Selbes gilt für übergewichtige Patienten. Die Gewichtsreduktion ist oft der entscheidende Faktor bei der Therapie der NASH. Einige Studien berichten, dass sich die Gaben von Vitamin E und Melatonin positiv auf den Verlauf der Steatohepatitis auswirken.

Bei fortschreitender Leberzirrhose verbleibt oft nur eine Lebertransplantation als Therapie. Die Lebertransplantation bei Fettleberhepatitis hat allerdings eine deutlich schlechtere Prognose als Lebertransplantationen bei anderen Lebererkrankungen. So leben bei anderen Lebererkrankungen noch 89 % der Patienten fünf Jahre nach der Transplantation. Fünf Jahre nach einer Transplantation aufgrund einer Steatohepatitis leben hingegen nur noch 72 % der Patienten.



Vorbeugung

Einer alkoholbedingten Fettleber-Hepatitis lässt sich einfach durch Alkoholkarenz vorbeugen. Die toxische Grenze von täglich 40 Gramm Alkohol bei Männern und 20 Gramm Alkohol bei Frauen sollte keinesfalls überschritten werden. Einer ernährungsbedingten Fettleberhepatitis lässt sich mit ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung entgegenwirken. Diabetiker sollten darauf achten, dass ihre Blutzuckerwerte gut eingestellt sind.

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