Druck im Oberbauch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2017
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Druck im Oberbauch ist ein Symptom, das auf verschiedene Erkrankungen hinweisen kann. Dabei wird in der Region zwischen Rippenbögen und Bauchnabel (Epigastrum) ein unangenehmes Druckgefühl verspürt. Oft kommen auch noch andere Symptome wie Schmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Appetitlosigkeit hinzu. Die Kombination der Beschwerden liefert dann Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druck im Oberbauch?

Druck im Oberbauch beschreibt ein Druckgefühl, welches in der Region zwischen dem Bauchnabel und den Rippenbögen auftritt. Dabei kann der Druck auf eine bestimmte Stelle begrenzt sein oder flächig verspürt werden. Auch kann das Druckgefühl dauerhaft vorhanden sein oder nur zeitweise auftreten. Im Bereich des Oberbauches befinden sich der Magen und der Zwölffingerdarm sowie Teile des Dickdarms und des Dünndarms. Auch die Bauchspeicheldrüse sowie im rechten Bereich die Leber und die Gallenblase sind hier zu finden. Unter dem linken Rippenbogen liegt außerdem die Milz. Diese Vielzahl an Organen macht eine sorgfältige Diagnose bei einem Druckgefühl im Oberbauch besonders wichtig.

Ursachen

Die Ursachen für Druck im Oberbauch können von verschiedenen in diesem Bereich liegenden Organen ausgehen. Auch kann ein Druckgefühl im Oberbauch durch in der Nähe befindliche Organe ausgelöst werden. Tritt das Druckgefühl zusammen mit einem Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und Appetitlosigkeit auf, kann ein Reizmagen die Ursache sein. Hinzu kommen bei dieser Erkrankung zudem gelegentlich krampfartige Schmerzen, die unabhängig von den Mahlzeiten auftreten.

Auslösend für die Symptome ist bei den meisten Patienten ein überempfindliches Nervensystem im oberen Magen-Darm-Bereich. Auch eine Entzündung der Magenschleimhaut, unausgewogene Ernährung, eine Störung der Magenbeweglichkeit sowie eine verstärkte Empfindlichkeit gegenüber der Magensäure können einen Reizmagen verursachen. Bestimmte Krebsarten wie der Magenkrebs oder der Bauchspeicheldrüsenkrebs können sich durch Druck im Oberbauch bemerkbar machen. Hinzu kommen noch weitere Symptome wie ein Völlegfühl, Gewichtsabnahme, Appetitverlust und Abgeschlagenheit. Bei beiden Krebsformen treten zudem Schmerzen im mittleren und linken Oberbauch auf.

Eine Leberzirrhose kann sich ebenfalls durch ein Druck- und Völlegfühl im Oberbauch äußern. Dabei handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium einer Lebererkrankung, bei der sich das Lebergewebe in funktionsloses Bindegewebe umwandelt. Die Funktion der Leber ist immer stärker eingeschränkt. Ursachen für die Erkrankung sind der Missbrauch von Alkohol, Viren und Stoffwechselerkrankungen.

Neben dem Druckgefühl im Oberbauch treten bei der Leberzirrhose noch weitere Symptome wie Appetitlosigkeit, Leistungsabfall, psychische Labilität, Schlafstörungen und Gelbsucht auf. Neben den Organen im Oberbauch können auch das Herz und die Lunge bei bestimmten Erkrankungen als Symptom unter anderem Druck im Oberbauch verursachen. Dies kann bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), einem Herzinfarkt oder auch bei einer Lungenentzündung der Fall sein. Das Druckgefühl tritt dann jedoch meist in Kombination mit anderen Symptomen wie Atemnot, Schmerzen oder Fieber auf.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Wenn Menschen Druck im Oberbauch verspüren, der sich anders bemerkbar macht als sonst, ist ein Arztbesuch dringend erforderlich. Ein Druck im Oberbauch, der plötzlich beginnt und sich im Verlauf stetig verschlimmert, ist immer ein ernst zunehmendes Warnsignal. Der Betroffene nimmt in der Regel eine gekrümmte Haltung ein, um die Schmerzen ein wenig zu lindern. Diese Situation allein ist bereits ein triftiger Grund, sofort einen Arzt zu konsultieren.

Treten zusätzlich weitere Symptome wie ein harter und aufgeblähter Bauch auf, ist sogar ein Anruf beim Notarzt anzuraten. Das Gleiche gilt bei Druck im Oberbrauch, der von starkem Erbrechen, blutig oder schwarz gefärbtes Erbrochenes begleitet wird. Wenn ebenfalls Blut im Stuhlgang oder schwarzer Durchfall beobachtet wird, darf mit dem Notarzt nicht gezögert werden.

Bei Stuhlverhalt sowie Urinverhalt ist der Kontakt zum Notarzt zwingend anzuraten. Druck im Oberbauch mit weiteren Symptomen wie hohes Fieber, Blut im Urin oder starke, unerträgliche Rückenschmerzen müssen medizinisch behandelt werden. Die Situation wird lebensbedrohlich, wenn der Druck im Oberbauch von Ohnmacht, kaltem Schweiß oder einem Schockzustand begleitet wird.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose und der Verlauf der Symptomatik von Druck im Oberbauch richten sich immer nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Eine gründliche Befragung des Patienten nach der Art und Lokalisierung des Drucks sowie eine äußere Untersuchung liefern erste Hinweise auf beteiligte Organe. Eine Blutuntersuchung mit einem Blutbild, Leber-, Nieren-, Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenwerten ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Diagnostik bei Druck im Oberbauch. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sowie eine Röntgendiagnostik sind ebenfalls unerlässlich, um die Erkrankung von Organen zu diagnostizieren.

Weiterhin können auch eine Endoskopie (Spiegelung) sowie eine Computertomographie bei unklaren Druckbeschwerden im Oberbauch Klarheit bringen. Der Verlauf der Symptomatik kann ebenfalls zur Diagnose beitragen. Tritt der Druck im Oberbauch nur zeitweise auf, etwa in akuten Stresssituationen, kann dies ein Hinweise auf einen Reizmagen sein. Steigert sich das Druckgefühl jedoch immer mehr und kommen Schmerzen hinzu, können auch andere Organe betroffen sein. Zusätzliche Symptome wie Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Gewichtsverlust oder Fieber können im Verlauf ebenfalls auftreten.

Komplikationen

Der Druck im Oberbauch führt einem unangenehmen Gefühl der Körperenge. Das Gefühl kann verbunden sein mit Blähungen, Schmerzen bei der Bewegung oder einem Völlegefühl. Übelkeit und Appetitlosigkeit können ebenfalls auftreten. Der Betroffene fühlt sich unwohl, ist geschwächt und möchte sich schonen. Ist der Druck im Oberbauch durch die Nahrungsaufnahme entstanden, so sollte ein Allergietest durchgeführt werden. Dieser kann Klarheit darüber bringen, ob eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegt. Besteht eine allergische Reaktion, so wird die Nahrung umgestellt. Dies kann zu Komplikationen im Tagesablauf und zu Störungen innerhalb bestehender Abläufe bei Familien führen.

Dauert die Appetitlosigkeit an, so kommt es oftmals zu einer ungewollten Gewichtsabnahme. In schweren Fällen droht eine Essstörung. Bei einem entzündlichen Prozess werden Medikamente verschrieben, deren Nebenwirkungen beachtet werden müssen. Sie können ein Körpergefühl von Abgeschlagenheit und Energielosigkeit erzeugen. Der Betroffene sollte in der Zeit der Beschwerden keine körperlich anstrengenden Aufgaben verrichten. Der Oberbauch braucht eine Entlastung, bis die Ursache geklärt ist oder die Beschwerden sich minimieren. Treten Blähungen auf, kommt es im Umgang mit anderen Menschen oftmals zu einem weiteren Gefühl des Unwohlseins. Werden sie unterdrückt, steigt der Druck im Körper insgesamt an. Wird ihnen in einer ungestörten Umgebung nachgegeben, so kann das zu einem erleichternden und befreiendem Körpergefühl führen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung und Therapie bei einem Druckgefühl im Oberbauch richten sich nach der jeweiligen Grunderkrankung. Bei einem Reizmagen reicht oft schon eine Ernährungsumstellung für eine deutliche Besserung der Symptomatik. Stressvermeidung und eine gesunde Lebensweise sind in einem solchen Fall ebenfalls sinnvoll. Wenn Krebs als Ursache für die Beschwerden diagnostiziert wurde, spielen die Art der Krebszellen sowie ihre Ausbreitung eine wesentliche Rolle für die Behandlung.

Eine Operation ist vor allem bei lokal begrenzten Tumoren das erste Mittel der Wahl. So wird versucht, das von Krebszellen befallene Gewebe möglichst vollständig zu entfernen. Chemotherapie und Bestrahlung können bei der Therapie unterstützend zum Einsatz kommen. Sie werden auch eingesetzt, wenn sich der Krebs schon auf andere Organe ausgebreitet hat und eine Operation nicht mehr möglich ist.

Bei einer Leberzirrhose als Auslöser für den Druck im Oberbauch ist eine medikamentöse Behandlung der Bildung von Bindegewebe in der der Leber derzeit noch nicht möglich. Die Zerstörung des Organs lässt sich jedoch verlangsamen, wenn die Grunderkrankung bekannt ist. Bei Alkoholismus ist in einem solchen Fall ein konsequenter Verzicht nötig, auch ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Bei schweren Fällen und einem fortgeschrittenen Stadium der Leberzirrhose ist eine Transplantation die einzige Möglichkeit für eine Heilung.

Werden eine Herzinsuffizienz oder ein Herzinfarkt als Ursache für den Druck im Oberbauch festgestellt, ist eine schnelle medikamentöse Behandlung wichtig. Bei einem Herzinfarkt müssen zudem die verstopften Herzkranzgefäße geweitet werden. Dies geschieht entweder operativ oder medikamentös. Bei einer Lungenentzündung, die ebenfalls symptomatisch in den Oberbauch ausstrahlen kann, erfolgt eine medikamentöse Behandlung. Diese richtet sich nach den auslösenden Krankheitserregern.



Vorbeugung

Die Vorbeugung gegen Erkrankungen, die mit Druck im Oberbauch einhergehen, besteht grundsätzlich in einer gesunden Lebensweise. Dazu gehören eine ausgewogene, fettarme Ernährung, wenig Alkoholkonsum und der Verzicht auf Tabak. Auch regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Stress sind wichtige Säulen der Vorbeugung. Neben der Vorbeugung durch eine bewusste Lebensführung sind auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups beim Arzt sinnvoll. So lassen sich Erkrankungen oft schon in einem frühen Stadium diagnostizieren, was die Heilungschance erheblich verbessert.

Bücher über Magenerkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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