Darmpilz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2016
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Bei einem Darmpilz handelt es sich meist um den Hefepilz Candida Albicans. Der Pilz ist Bestandteil einer gesunden Darmflora und verursacht bei einem gesunden Menschen keine Beschwerden. Kommt es jedoch zu einer starken Vermehrung des Darmpilzes, können verschiedene Krankheitssymptome mit der Darmpilzinfektion auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Darmpilz?

Es gibt mehr als 150 verschiedene Darmpilze der Gattung Candida. Eine starke Vermehrung der Darmpilze kann zu einer Candidose führen, die die Haut im Genitalbereich, Schleimhäute in Mund und Rachen sowie die inneren Organe des Körpers befallen kann.

Ein gesundes Immunsystem hält die Besiedlung des Darms mit Hefepilzen in Schach. Bei einem geschwächten Immunsystem kann es zu einer explosionsartigen Vermehrung der Darmpilze und zu einer endogenen Pilzinfektion kommen. Hefepilze können durch Körperkontakt übertragen werden und geschwächte Personen infizieren.

Ursachen

Die Ursachen für die plötzlich eintretende starke Vermehrung des Darmpilzes sind vielfältig. Dazu zählt die Einnahme von Antibiotika, die u.a. Darmbakterien abtöten, die bei einer gesunden Darmflora als Gegenspieler der Darmpilze fungieren und diese an einer zu starken Vermehrung hindern. Kortison, Immunsupressiva nach einer Organtransplantation und Chemotherapeutika schwächen das Immunsystem und begünstigen die Vermehrung der Darmpilze ebenfalls.

Weitere Ursachen sind Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, AIDS und Krebs sowie hormonelle Umstellungen bei einer Schwangerschaft oder auch Stoffwechselstörungen. Eine ungesunde Lebensweise, Stress, Bewegungsmangel, Alkohol-, Nikotin- oder Drogenkonsum schwächen das Immunsystem ebenfalls und leisten der Vermehrung der Darmpilze Vorschub.

Risikogruppen für eine Kandidose sind ältere Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist und Babys, deren Immunsystem noch nicht voll funktionsfähig ist. Eine nicht zu unterschätzende Ursache für die Ausbreitung des Darmpilzes kann auch eine falsche Ernährung mit zuviel Zucker sein. Hefepilze ernähren sich von Zucker und tendieren zu einer starken Vermehrung bei einem erhöhten Zuckerangebot in der Nahrung.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei starker Vermehrung von Darmpilz:

So vielfältig wie die Ursachen sind auch die Symptome einer Kandidose. Bei einer starken Vermehrung der Darmpilze kann es zu unterschiedlichen Allergien, häufigen Erkältungen, Durchfall und Verstopfung, Blähungen, Bauschmerzen, Völlegefühl und Sodbrennen kommen. Juckreiz im Anal- und Vaginalbereich verbunden mit Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, aber auch Migräne, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, Gelenkschmerzen und Hautveränderungen werden dem Darmpilz zugeschrieben.

Darmpilze vergären den Zucker im Darm zu sogenannten Fuselalkoholen, die eine Leberschädigung und erhöhte Cholesterinwerte nach sich ziehen können. Der Darmpilz soll auch für häufig auftretende Heißhungerattacken auf Süßigkeiten verantwortlich sein. Durch die starke Vermehrung des Hefepilzes besteht ein erhöhter Zuckerbedarf, der schnell zur Unterzuckerung führen kann und mit einem erneuten Verzehr von Süßigkeiten beantwortet wird. Unbehandelt kann sich die Kandidose auf die inneren Organe ausbreiten, es kann zu einer Blutvergiftung und Schädigung der inneren Organe kommen.

Diagnose

Die Diagnose einer Darmpilzinfektion erfolgt mittels einer mikroskopischen Stuhluntersuchung, bei der die Keimzahl pro Gramm bestimmt wird. Da der Darmpilz auch in einer gesunden Darmflora vorhanden ist, gilt erst eine Keimzahl von mehr als 10.000 Keimen pro Gramm als erhöhter Wert und Hinweis auf eine mögliche Darmpilz-Infektion. Der Darmpilz Candida Albicans kann auch mittels eines Antikörpernachweises im Blutserum nachgewiesen werden. Ein sichtbarer Hinweis auf eine Hefepilz-Infektion ist auch die typisch weißlich belegte Zunge.

Behandlung

Die Therapie des Darmpilzes sollte systemisch bzw. ganzheitlich sein. Dazu gehört die Einnahme eines Antimykotikums wie Nystatin oder Fluconazol, das die Ausbreitung des Darmpilzes im gesamten Körper bekämpft. Ferner gehört zur Therapie eine Anti-Pilz-Diät bzw. eine Ernährungsumstellung auf eine zuckerarme oder zuckerfreie Ernährung, um dem Darmpilz die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Zur Behandlung gehört auch der Aufbau einer gesunden Darmflora sowie die Stimulierung des körpereigenen Immunsystems.

Die Anti-Pilz-Diät sollte für einen nachhaltigen Erfolg mindestens sechs bis acht Wochen durchgeführt werden. Während der Anti-Pilz-Diät muss auf Süßigkeiten, hefe- und zuckerhaltige Nahrungsmittel, Weißmehlprodukte, Obst und Alkohol gänzlich verzichtet werden. Stattdessen sollten Vollkornprodukte, ballaststoffreiches Gemüse und Salat verzehrt werden. Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an und reinigen gleichzeitig den Darm. Zusätzlich töten antimikrobiell wirkende sekundäre Pflanzenstoffe einen Teil der Darmpilze ab. Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer enthalten ätherische Öle mit antimykotischer Wirkung und sollten reichlich verzehrt werden.

Zur Unterstützung der Leberfunktion eignet sich die Einnahme von Mariendistel-Präparaten. Da eine Kandidose meist mit einem Zinkmangel einhergeht, ist auch die Einnahme von Zink empfehlenswert. Mit Naturjoghurt, Sauerkraut und Probiotika kann wieder eine gesunde Darmflora aufgebaut werden. Zur Unterstützung des Immunsystems bieten sich Präparate mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen an.

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Vorbeugung

Mit einer gesunden, abwechslungs- und vitaminreichen Vollwertkost kann man der krankhaften Vermehrung der Darmpilze nachhaltig entgegenwirken. Eine gesunde Lebensweise stärkt zudem das Immunsystem und beugt ebenfalls einer Candidose vor.

Um eine Ansteckung mit dem Darmpilz zu vermeiden, ist auf eine gründliche Hygiene zu achten. Dazu gehören eine gründliche Mundhygiene, der regelmäßige Austausch der Zahnbürste sowie die alleinige Benutzung von Handtüchern. Da die Darmpilze auch in der Genitalregion vorhanden sind, werden bei einer Darmpilz-Infektion immer beide Partner behandelt.

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