Soor (Candidose)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. Juni 2015
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Pilze und Bakterien sind auf unserer Haut weit verbreitet. Durch verschiedene Auslöser kann es jedoch zu einem Ungleichgewicht kommen, welche zu Erkrankung der Haut und des Organismus führen. Eine dieser Erkrankung ist die Soor (Candidose).

Inhaltsverzeichnis

Was ist Soor (Candidose)?

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Auf unsere Haut sowie in unserem Organismus befinden sich unzählige Bakterien und Pilze. Bei einem ausgewogenen Verhältnis und einem intakten Immunsystem stellen diese keine Bedrohung für den Menschen dar.

Die Soor ist eine Erkrankung der Haut, hervorgerufen durch spezielle Pilze. Sie wird häufig auch als Candidose bezeichnet. Der Name ist zurückzuführen auf den Erreger der Pilze, der zur Gattung der Candida gehört. Bei Befall von Gewebe und Organen handelt es sich um eine systemische Candidose.

Ursachen

Als Ursache für die Soor werden verschiedene Candida Pilze gesehen. Sie gehören zu den Hefepilzen. Diese kommen bei Menschen, Tieren und Pflanzen vor. Beim Menschen besiedeln sie Haut und Organe, sind jedoch bei einem intakten Immunsystem und in geringer Zahl keine Gefahr. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich stark vermehren und zu einer Entzündung auf der Haut bzw. in Organen und Gewebe führen.

Als Auslöser gilt unter anderem ein geschwächtes Immunsystem. Häufig wird dies bedingt durch Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, bei AIDS oder auch Alkoholismus so stark geschwächt, dass die Pilze sich unkontrolliert vermehren können. Auch eine gestörte Abwehr in Folge einer hormonellen Umstellung in der Schwangerschaft erhöht die Gefahr einer Soor.

Die häufigste Ursache für eine geschwächte Immunabwehr wird in der langfristigen Therapie mit bestimmten Medikamenten gesehen. Hierzu zählen Kortison, Immunsuppressiva und Chemotherapeutika. Neben einer von innen kommenden Infektion, kann die Ansteckung durchaus auch von außen, durch Kontakt mit einem infizierten Menschen (Schmierinfektion) erfolgen.

Symptome und Verlauf

Die Soor (Candidose) ist örtlich begrenzt und weist nur in diesem Gebiet Symptome auf. Betroffen sind meist Hautfalten (Achseln, Oberschenkel). An diesen Stellen kommt es zu Hautrötungen und Juckreiz. Auf Schleimhäuten tritt zudem ein weißer Belag auf. Bei der Genital- Soor, die beim Mann wie der Frau gleichermaßen auftreten kann, erscheinen Rötungen, Schwellungen, weißlicher, krümeliger Ausfluss bis hin zu Pusteln und Papeln.

Der Verlauf ist bei sorgfältiger und frühzeitiger Behandlung meist ohne Komplikationen. Leider kann auch nach erfolgreicher Behandlung die Soor wieder auftreten. Anders als die Soor kann die systemische Candidose schwere Komplikationen bergen, die mitunter bis zum Tod führen können.

Diagose

Bei der Soor wird die Diagnose häufig anhand von einem Oberflächenabstrich gestellt. Hierbei wird von den betroffenen Hautstellen oder der Schleimhaut ein Abstrich entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Die Mundsoor hingegen ist bereits anhand der typischen Symptome durch bloßes Betrachten feststellbar.

Bei Verdacht auf eine systemische Candidose ist eine Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Aus dieser wird anschließend eine Kultur gezüchtet, durch die der Erreger nachweisbar wird. Bei einer Soor im Bereich der Nieren und des Darms kann eine Urin- bzw. Stuhlprobe Aufschluss geben.

Behandlung und Therapie

Soor sowie eine systemische Candidose können wirksam mit Antimykotika behandelt werden. Je nach Art des Befalls kann die Behandlung mit Salbe, Creme oder in Tablettenform erfolgen. Da die Soor örtlich begrenzt auftritt, beschränkt sich die Therapie nur auf das betroffene Gebiet. Bei der Mundsoor werden Mundspülungen eingesetzt.

Anders gestaltet sich die Therapie der systematischen Candiose. Da sie sich im gesamten Körper ausbreitet, ist nur eine Behandlung mit einem Antimykotikum, welches durch Tabletten oder in Einzelfällen Infusionen verabreicht wird, möglich. Erfolgreich zeigte sich die Therapie mit den Antipilzmitteln Nystatin, Natamycin, Ketoconazol und Fluconazol. Da es bei diesen Antimykotika häufig zu Nebenwirkungen kommt, kann auf Miconazol oder Clotrimazol zurückgegriffen werden. Letzteres findet sich in den Salben zur Behandlung von Scheidensoor.

Bei dieser zeigten sind Kombipräparate, die aus Scheidenzäpfchen, sowie einem Antimykotikum in Form einer Salbe bestehen, als äußerst wirksam. Zwar behandeln die Kombipräparate schnell und erfolgreich die Ursachen der Soor, belasten jedoch empfindlich die Scheidenflora. Milchsäurepräparate bauen diese wieder auf und minimieren zugleich die Gefahr einer neuen Infektion.

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Vorbeugung

Bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben Prophylaxemaßnahmen gegen Soor (Candidose) höchste Priorität. Bei Mundsoor empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle durch Blick in den Mund. Bei Zweifel oder Fragen umgehend den Arzt konsultieren. Mit seiner Hilfe können bereits im Anfangsstadium geeignete Mittel verordnet, und so ein Ausbrechen der Mundsoor verhindert werden.

Auch Magen-Darm-Beschwerden und Durchfälle können unter Umständen Anzeichen für eine Soor sein. Um Soor an den Geschlechtsorganen vorzubeugen, ist auf eine gute Intimhygiene zu achten. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sind Wäsche und Handtücher bei 90 Grad auszukochen. Da Soor bereits durch Schmierinfektion verbreitet wird, empfiehlt es sich während des gesamten Geschlechtsaktes Kondome zu verwenden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Arps kommentierte am 22.09.2016 um 08:11 Uhr

Mein Sohn hatte nach der Einnahme von Antibiotika Unterleibschmerzen. Die Untersuchungen waren ohne Befund. Jetzt hat man bei ihm Candida globriata festgestellt. Wir brauchen einen Rat zu Diäten und zusätzlicher Behandlung. Einen Facharzt kann man dafür kaum finden.