Blutiger Durchfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Blutiger Durchfall

Es tritt sofort ein unangenehmes Gefühl auf, wenn nach dem Toilettengang Blut im Stuhl zu erkennen ist. Vor allem blutiger Durchfall sorgt für Nervosität; der erste Gedanke ist Krebs. Doch es gibt durchaus einige andere (und harmlose) Erkrankungen, welche für einen blutigen Durchfall verantwortlich sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist blutiger Durchfall?

Mediziner unterscheiden in erster Linie zwischen der Meläna (dem schwarzen Stuhl bzw. Teerstuhl) und der Hämatochezie (helle Blutbeimengungen im Stuhl). Weiß der Patient nicht (auf Grund der schon bereits geklärten Ursache), warum er unter einem blutigen Durchfall leidet, sollte dies medizinisch abgeklärt werden. Bei der Hämatochezie ist frisches Blut im Stuhl.

Das Blut stammt oftmals vom unteren Darm bzw. auf Grund von Hämorrhoiden. Beim Teerstuhl (dem Meläna) liegt die Ursache im oberen Magen-Darm-Trakt. Dieser blutige Stuhl tritt oftmals mit blutigem Erbrechen (der Hämatemesis) auf. Nur in wenigen Fällen stammt das Blut des Teerstuhls aus den tieferen Darmabschnitten. Der rote Blutstuhl hingegen lässt darauf schließen, dass bereits im oberen Verdauungstrakt die Blutung entstanden ist.

Ursachen

Die Ursachen, weshalb der Patient unter blutigem Durchfall leidet, sind vielfältig. Im Regelfall handelt es sich jedoch um harmlose Erkrankungen; dennoch sollte jede Blutbeimengung im Stuhl medizinisch untersucht werden. Klassisch sind Hämorrhoiden. Diese gutartige Gefäßerweiterung, welche knotenförmig auftritt, ist oftmals der Grund, warum Blutbeimengungen im Stuhl (auch bei Durchfall) vorzufinden sind. Auch Verletzungen der Schleimhaut (Fissuren bzw. kleine Risse), können mitunter für den blutigen Stuhl verantwortlich sein.

Vor allem treten die Risse durch Verstopfung auf, wenn der Patient stark Pressen muss. Diese können durch starken Durchfall ebenfalls wieder verletzt werden. Auch Darmveränderungen (Darmdivertikel oder Darmpoylpen) wie auch Darmkrebs sind mitunter ein Grund, weshalb der Patient unter blutigem Durchfall leidet. Selbst Entzündungen der Gefäße und Blutkrankheiten können einen blutigen Durchfall verursachen.

Eine weitere Möglichkeit ist der klassische Darminfekt. Wird dieser durch Parasiten verursacht, ist ebenfalls blutiger Durchfall möglich. Ebenfalls nicht auszuschließen: der Zwerchfellbruch. Auch Ösophagusvarizen - die Krampfadern, die sich in der Speiseröhre befinden - können zu einem blutigen Stuhl führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

In erster Linie gilt, dass der blutige Stuhl immer vom Arzt untersucht werden muss. Doch der Mediziner behandelt nicht die Blutbeimengung im Stuhl, sondern muss zuerst abklären, woher das Blut stammt bzw. warum es überhaupt auftritt. Das bedeutet, dass zuerst die Stelle lokalisiert werden muss, aus welcher Region der Patient blutet bzw. welcher Teil im Magen-Darm-Trakt verletzt bzw. verändert ist.

Der Arzt erhält den ersten Hinweis durch die Blutfarbe. Handelt es sich um helles Blut, sind wohl Blutungen im unteren Bereich gegeben. Bei dunklem bzw. schwarzem Blut, muss der Mediziner den oberen Teil des Magen-Darm-Trakts untersuchen. Der Mediziner untersucht auch die Stuhlgewohnheiten. Wie oft muss der Patient auf die Toilette bzw. wie oft hat er blutigen Durchfall? Gibt es weitere Beschwerden wie etwa Magen- oder Bauchschmerzen bzw. liegen diverse Vorerkrankungen oder chronische Krankheiten vor? Ist in den letzten Wochen oder Monaten ein nicht geplanter Gewichtsverlust entstanden? All jene Faktoren sind entscheidend, damit der Mediziner die Diagnose stellen kann.

Auch eine körperliche Untersuchung ist notwendig. Der Arzt tastet den Bauch und hört diesen mit einem Stethoskop ab. Ebenfalls kann eine rektale Untersuchung (Abtasten des Enddarms) erfolgen. Im Labor werden des Weiteren die Stuhlproben untersucht. Auch eine Untersuchung der Blutwerte wird angeordnet. Des Weiteren können eine Magenspiegelung (eine Gastroskopie) oder auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) bzw. eine Enddarmspiegelung (die Rektosigmoidoskopie) einen Aufschluss darüber geben, woher die Blutung stammt bzw. warum der Patient unter blutigem Durchfall leidet.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind Röntgenaufnahmen des Bauchraums, der Baucharterien sowie eine Szintigraphie. Der Verlauf ist davon abhängig, welche Krankheit der Mediziner diagnostiziert. Während Hämorrhoiden einen positiven Verlauf nehmen, gibt es sehr wohl andere Erkrankungen (Darmkrebs), welche mitunter tödlich enden können.

Behandlung und Therapie

Nicht immer ist eine Therapie nötig, wenn es sich um blutigen Stuhl bzw. Durchfall handelt. Oftmals sind es verschiedene Kombinationen, welche für eine derartige Stuhlzusammensetzung sorgen (Hämorrhoiden in Verbindung mit einem Darminfekt). Liegen jedoch starke Blutungen vor, müssen diese gestoppt werden. Vor allem bei einem Magengeschwür, Krampfadern oder auch plötzlich stark auftretenden Blutungen, muss der zur Blutstoppung vornehmen kann.

Die Therapie bei Hämorrhoiden erfolgt mit Salben bzw. Zäpfchen. Auch ein Veröden bzw. Entfernen ist möglich. Dies jedoch nur, wenn es sich um eine ausgeprägte Art und Form handelt. Leidet der Patient unter Darmdivertikel oder Polypen, kann der Arzt diese mittels Endoskopie entfernen. Bei Krebs wird eine gezielte Krebsbehandlung verordnet; diese besteht aus einer Operation bzw. Chemo- sowie Strahlentherapie.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist möglich. Der Patient muss auf seine Ernährung achten, begünstigende Risikofaktoren wie etwa das Rauchen aufgeben bzw. dafür sorgen, dass er genügend ballaststoffreiche Nahrungsmittel zu sich nimmt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Chicco kommentierte am 28.02.2016 um 10:05 Uhr

Ich habe einen grippalen Infekt und plötzlich seit gestern starke Bauchschmerzen. Erst harter Stuhl, dann Durchfall wie Wasser, der sich dann hellrot gefärbt hat. Ich habe immer Krämpfe mit blutigem Durchfall. Ist das ein Magen-Darm-Infekt? Was sind das für Blutungen?

Keks kommentierte am 04.04.2016 um 19:19 Uhr

Ich musste für fünf Tage Antibiotika nehmen, weil ich eine Entzündung im Mund hatte und seit dem habe ich Durchfall. Am Anfang war es nicht so schlimm aber ich habe seit drei Tagen Magenkrämpfe vor dem Stuhlgang und seit zwei Tagen ist es blutig. Ich hatte auch am ersten Tag vom blutigen Stuhl ziemliche Schmerzen und habe mir deswegen gedacht, dass ich mir einfach was gerissen habe. Sorgen mache ich mir aber immer noch.