Hämorrhoiden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Oktober 2016
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Hämorrhoiden sind geschwollene, gedehnte Venen im oder um den Anus und das Rektum (Mastdarm). Durch verschiedene Ursachen können sich die Hämorrhoiden in den Analbereich verlagern und somit ein Brennen und Schmerzen auslösen. Neben den Schmerzen sind Afterjucken und Blut im Stuhl typische Symptome für Hämorrhoiden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hämorrhoiden?

Im Grunde genommen haben alle Menschen Hämorrhoiden. Diese zur natürlichen Anatomie des menschlichen Körpers gehörenden Schwellkörper befinden sich zwischen Mastdarm und Enddarm und sind dem Schließmuskel vorgelagert.

Sie haben den Zweck, sich bei der Darmentleerung mit Blut zu füllen und den Darmausgang zu verschließen. Aufgrund dieser Funktion tragen die Hämorrhoiden zu einem unkomplizierten Stuhlgang bei.

Durch verschiedene Ursachen verlagern sich Hämorrhoiden in den Analbereich und lösen Schmerzen aus. Wenn sich in diesem Bereich also Blut anstaut, das nicht mehr zurück fließen kann, spricht man von einem so genannten Hämorrhoidalleiden, das umgangssprachlich auch als Hämorrhoiden bezeichnet wird.

Ursachen

Innere und äußere Hämorrhoiden.

Der Grund für ein Hämorrhoidenleiden, genauer gesagt, die Erweiterung bzw. das Absenken der Hämorrhoidalgefäße ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Hämorrhoiden können verschiedene Ursachen haben, wobei sie in den meisten Fällen bei Personen auftreten, die unter häufiger Verstopfung leiden. Die häufigste Ursache für ein Hämorrhoidalleiden ist längeres und verstärktes Pressen beim Stuhlgang.

Verstopfung kann beispielsweise bei falscher, ballaststoffarmer Ernährung, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme, aufgrund einer Bindegewebsschwäche, einer angeborenen Neigung zu Krampfadern, Übergewicht oder im Zuge einer Schwangerschaft auftreten.

Durch die Verstopfung pressen Betroffene stärker als Personen mit normalem Stuhlgang, was sich wiederum negativ auf die Hämorrhoiden auswirken kann.

Auch bei Personen, die viel sitzen und sich wenig bewegen, kann es rasch zu Hämorrhoiden kommen. Personen, die ihren Stuhldrang regelmäßig unterdrücken müssen, können ebenso an Hämorrhoiden erkranken.

Symptome und Verlauf

Grad der Hämorrhoiden-Erkrankung.

Typische Symptome bei Hämorrhoiden:

  • entzündete und nässende Afterregion
  • blutige Knötchen (Blutpolster) am After

Anfangs verursachen Hämorrhoiden bei den meisten Menschen kaum Beschwerden. Erste typische Symptome sind meist hellrotes Blut als Stuhlbeimengung oder auf dem Toilettenpapier. Weitere Symptome sind unangenehmer Juckreiz, Brennen, Nässen und Blutungen im Afterbereich.

In einem fortgeschrittenen Stadium können die knotenartigen Hämorrhoiden einen schleimigen Ausfluss und stechende Schmerzen verursachen.

Außerdem kann es zu Afterjucken, Brennen nach dem Stuhlgang und sogar Stuhlinkontinenz kommen. Zudem haben Betroffene meist das Gefühl als ob sie ihren Darm nicht mehr komplett entleeren könnten.

Hämorrhoiden werden, wenn sie nicht frühzeitig behandelt werden, immer größer und gehen oftmals mit starken Schmerzen einher. Ekzeme, Entzündungen oder Geschwüre am After können ebenso im Zusammenhang mit Hämorrhoiden auftreten.

Diagnose

Bei Verdacht auf Hämorrhoiden sollten Betroffene immer einen Arzt aufsuchen, selbst wenn sie sich über ihre Beschwerden schämen. Erste Anzeichen sind Blut im Stuhl und Juckreiz am After. Der Arzt stellt gezielt Fragen, die Essgewohnheiten, Toilettenbesuch, berufliche Tätigkeiten und sportliche Aktivitäten betreffen. Der Anamnese folgt dann die körperliche Untersuchung. Im Rahmen dieser tastet er den Bereich des Afters ab. Treten die Hämorrhoiden bereits aus dem After aus, sind sie besonders stark ausgeprägt und leicht zu diagnostizieren. Mithilfe der sogenannten Rektal-Palpation wird die Spannung von Schließmuskel und Muskulatur des Beckenbodens kontrolliert.

Sind die Hämorrhoiden tief im After ansässig, nicht tast- oder sichtbar, veranlasst er eine Proktoskopie. Bei dieser Spiegelung des Enddarms untersucht er den Kanal des Afters und die Schleimhaut. Diese etwas unangenehme aber kaum Schmerzen verursachende Untersuchung dient dem Ausschluss von Karzinomen und der Absicherung der Diagnose. Mithilfe der Afterspiegelung kann der Arzt erkennen, wo sich Quellen der Blutungen befinden.

Behandlung und Therapie

Man sollte niemals versuchen Hämorrhoiden selbst zu behandeln. Wenn man die ersten Symptome von Hämorrhoiden an sich bemerkt, sollte man umgehend einen Arzt konsultieren.

Dieser kann, wenn sich die Hämorrhoiden noch im Anfangsstadium befinden, leichte Medikamente verschreiben, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken und den Juckreiz stillen. Zäpfchen und Salben, die man bei Hämorrhoiden einsetzen kann, gibt es darüber hinaus meist rezeptfrei in Online-Apotheken.

Wenn man weiß, dass man zu Hämorrhoiden neigt, sollte man vor allem seine Gewohnheiten überdenken und falsches Verhalten korrigieren. Sind die Hämorrhoiden bereits so ausgeprägt, dass eine medikamentöse Therapie nicht mehr anschlägt, muss der Arzt diese entfernen.

Eine Möglichkeit besteht darin, die Hämorrhoiden abbinden zu lassen – hierzu verwendet der Arzt einen Gummiring, der dazu führt, dass die Hämorrhoiden absterben. Außerdem kann man Hämorrhoiden veröden lassen – bei diesem Verfahren wird eine Flüssigkeit in die Hämorrhoiden gespritzt, durch welche diese verkleinert werden. In manchen Fällen müssen Hämorrhoiden jedoch auch durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt werden.



Vorbeugung

Hämorrhoiden können in vielen Fällen vermieden werden, wenn man sich an wenige Regeln hält. Zum einen sollte man auf eine ballaststoffreiche und gesunde Ernährung achten und immer genügend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees zu sich nehmen.

Viel Gemüse, Obst und reichlich Vollkornprodukte auf dem Speisezettel verhindern chronische Verstopfung. Zum anderen sollte man versuchen, so viel Bewegung wie möglich zu machen und lange Sitzphasen regelmäßig zu unterbrechen. So kommt die Verdauung besser in Schwung. Wenn man Hämorrhoiden vermeiden will, muss man außerdem auf Hygiene achten und sich vor allem nach dem Stuhlgang gründlich reinigen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Yasmin kommentierte am 09.03.2015 um 13:03 Uhr

Echt prima Ratschläge. Allerdings fehlt der Hinweis auf die natürliche Sitzposition „die Hocke“. In der Hocke ist es dem Darm wesentlich leichter und einfacher möglich sich vom Kot zu befreien, ohne dass man sich vor Schmerzen auf der Toilette krümmen muss. Bei schmerzhaften Hämorrhoiden führt die Hockposition zu einer spürbaren Verbesserung. Ich litt selbst lange Zeit darunter, aber seitdem ich den Toilettenhocker (Hoca) nutze, bin ich beschwerdefrei.

Ella kommentierte am 02.04.2016 um 13:39 Uhr

Das ist ja spannend. Die Methode des "Hockens" kannte ich noch nicht, wobei es mir auch aus anatomischer Sicht sinnvoll erscheint. In der Hocke ist der Darm sicherlich ohne Einschränkung, ohne Knick und so kann er sich gründlich und ohne das starke Pressen entleeren. Ich werde diese Methode ausprobieren, denn ein gereinigter Darm wird bestimmt nicht so anfällig sein für diverse Darmkrankheiten. Ich würde allerdings einen Toilettenhocker aus Holz präferieren. Vielleicht gibt es inzwischen einen praktischen Hocker aus wertvollem Holz. Bei Hämorrhoiden kann die optimierte Haltung auf unseren modernen Sitztoilette sicher einiges an Schmerzen lindern.

Julia kommentierte am 02.05.2016 um 02:47 Uhr

Ich habe meine Hämorrhoiden während und nach der Schwangerschaft bekommen - mein Mann nach einer langen Zeit mit Verdauungsproblemen. Was wirklich geholfen hat war die Änderung unserer Ernährung, so dass sich der Stuhlgang normalisiert hat und die Probleme durch zu starkes Pressen nicht mehr auftraten. Das war nur ein Tipp, den wir aus dem Ratgeber "Nie wieder Hämorrhoiden" von Pascal Linder gelernt haben, ein ehemaliger Hämorrhoiden-Patient und Autor. Die 2-1-H Formel, die in diesem Ratgeber beschrieben wird, kann ich jedem nur empfehlen. Es gibt einen guten Artikel darüber, er heißt "5 Schritte, um hämorrhoidenfrei zu werden - von Pascal Lindner". Ich glaube, dass es vielen weiterhilft.