Magengeschwür

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Dezember 2014
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Bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi), handelt es sich meist um eine punktuelle Schädigung der Magenschleimhaut. Häufig kann die Überproduktion von Magensäure, verschiedene Medikamente oder eine vorangegangene Magenschleimhautentzündung als Ursache für ein Magengeschwür in Frage kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Magengeschwür?

Ein Magengeschwür wird in der Fachsprache als Ulcus ventriculi bezeichnet. Es entsteht, wenn die Magenschleimhaut gegen die Magensäure nicht mehr ausreichend geschützt ist.

Grund für die durch ein Magengeschwür hervorgerufene Schädigung der Magenschleimhaut ist ein entzündlicher Prozess. Die eigentliche Schädigung ist aber in der Regel als gutartig zu bezeichnen. Dennoch sind bei einem Magengeschwür immer tiefere Schichten an Stellen an der Magenwand geschädigt.

Typische Symptome eines Magengeschwürs sind Schmerzen im Oberbauch. Bei regelmäßiger Einnahme von Schmerzmitteln kann das Schmerzempfinden unterdrückt werden und der Betroffene verspürt zunächst keinerlei Schmerzen. Weitere typische Anzeichen für ein Magengeschwürs können Appetitlosigkeit oderÜbelkeit sein.

Die Magengeschwüre entstehen in den meisten Fällen immer an ganz bestimmten Bereichen des menschlichen Magens, an der sogenannten kleinen Kurvatur. Die kleine Kurvatur ist die Innenkrümmung des Magens. An einem Magengeschwür erkranken jährlich 50 von 100 000 Menschen, in den meisten Fällen sind die von einem Magengeschwür Betroffenen älter als 50 Jahre.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von einem Magengeschwür sind unterschiedlicher Natur, dennoch kann in den meisten Fällen ein Ungleichgewicht zwischen aggressiven und schützenden Mechanismen der Magenschleimhaut diagnostiziert werden.

Des Weiteren kann auch eine Überproduktion der Magensäure eine Ursache für ein Magengeschwür sein, wie auch stark gestörte Magenbewegungen. Mediziner sprechen auch als Ursache für ein Magengeschwür, vom überhöhten Konsum von Nikotin und Alkohol. Das Bakterium Helicobacter pylori ist auch sehr häufig für die Bildung von einem Magengeschwür verantwortlich.

Wenn Patienten eine Unverträglichkeit für bestimmte Medikamente wie beispielsweise Kortisonpräparate aufweisen kann es ebenfalls zur Bildung von einem Magengeschwür kommen, wie auch durch stressige Phasen.

Weiterhin kann zu dieser Thematik angemerkt werden, dass sich ein Magengeschwür auch aus einer vorangegangenen Magenschleimhautentzündung entwickeln kann. Bei Menschen, die unter einer krankhaften Überproduktion des Hormons Gastrin leiden, sprechen die Mediziner vom sogenannten Zollinger-Ellison-Syndrom, welches ebenfalls zur Bildung eines Magengeschwürs führen kann.

Symptome und Verlauf

Ein Magengeschwür äußert sich für die Betroffenen sehr unangenehm in oft beinahe chronischen Schmerzen im Oberbauch oder Schmerzen nach dem Essen. Auch kommt es zu Erbrechen oder Übelkeit. Häufig nehmen die Betroffenen durch die Krankheit stark ab.

Verursacht wird ein Magengeschwür in der Regel durch das Vorhandensein von zuviel Magensäure. Ein weiterer Auslöser ist das Bakterium Helicobater pylori.

Die Entstehung wird begünstigt durch die Einnahme verschiedener Medikamente sowie durch den Missbrauch von Genussgiften wie Alkohol oder Nikotin. Auch Stress und falsche Ernährungsgewohnheiten können ein Magengeschwür verursachen.

Magengeschwüre heilen bei Umstellung des Lebenswandels häufig von alleine ab. Allerdings können sie bei schwerem Verlauf durchaus lebensbedrohlich werden, wenn es zu Blutungen oder einem Durchbruch des Geschwürs kommt.

Auch Magenkrebs kann durch die Geschwüre entstehen; zumindest ist das entsprechende Risiko erhöht. Zur Risikogruppe zählen hierbei vor allem männliche Personen in einem Alter von über 60 Jahren. Ein weiterer schwerer Verlauf führt zu einer Magenverengung durch das Magengeschwür, welche ebenfalls tödlich enden kann.

Querschnitt des Magens mit Magengeschwüren.

Diagnose

Erste Hinweise auf ein Magengeschwür bekommt der Arzt, wenn ein Patient seine Beschwerden schildert. Anschließend untersucht er den Oberbauchbereich durch Abtasten. Zusätzlich untersucht er das Blut und macht eine Sonografie. Erhärtet sich der Verdacht, kann eine Gastroskopie die Diagnose Magengeschwür bestätigen.

Mithilfe der Magenspiegelung bekommt der Mediziner Einblick auf die Magenschleimhaut und kann diese untersuchen. Während der Gastroskopie kann er Gewebeproben entnehmen, um diese zu untersuchen. Die Untersuchung gibt dem Arzt die Möglichkeit, die Diagnose Magengeschwür zu sichern, eine Magenschleimhautentzündung oder Magenkrebs festzustellen.

Vor der Einführung des Endoskops wird die Schleimhaut im Rachen mit einem Spray betäubt, um beim Patienten den Würgereiz zu unterdrücken. Darüber hinaus werden Sedativa zur Beruhigung verabreicht. Wurde ein Magengeschwür festgestellt, muss die Magenspiegelung drei Monate später wiederholt werden, um festzustellen, dass das Magengeschwür durch die Therapie abgeheilt ist.

Alternativ kann zur Diagnose eines Magengeschwürs auch eine Röntgenuntersuchung erfolgen, bei der Patienten vorab ein Kontrastmittel trinken müssen. Diese Diagnosemethode ist nicht so sicher, wie eine Gastroskopie, weil der Arzt keine Gewebeproben entnehmen kann und die Magenschleimhaut nicht direkt sieht. Deswegen kommt diese Diagnosemethode nur bei Patienten in Betracht, die eine Magenspiegelung ablehnen. Oder bei Patienten, bei denen keine Gastroskopie durchgeführt werden kann, um ein Magengeschwür zu diagnostizieren.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines Magengeschwürs richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Behandlung sehr wirksam und nachhaltig sein sollte.

Grundsätzlich gilt für eine Behandlung des Magengeschwürs auf alle Mittel, die zur Reizung der Magenschleimhaut führen, zu verzichten. Hierzu zählen der Genuss von Alkohol, fettigen und scharfen Speisen, Kaffee, bestimmte Schmerzmittel und auch das Rauchen. Man kann aber auch mit speziell auf dieses Krankheitsbild zugeschnittenen Medikamenten erfolgreich eine Behandlung durchführen.

Es werden in diesem Fall immer Medikamente verabreicht, die die Hemmung der Magensäureproduktion bewirken. Die verminderte Magensäureproduktion führt in der Regel zu einer Schmerzlinderung und die Magenschleimhaut der Patienten wird sich in kurzer Zeit erholen. Außerdem sind sogenannte Antazida zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um säurebindende Arzneimittel, die eine Neutralisation der abgesonderten Magensäure bewirken.

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Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen, um die Bildung eines Magengeschwürs zu verhindern, gibt es sehr viele. Man sollte aber schon mit den einfachen Dingen beginnen, hierzu zählen eine fettreduzierte und gesunde Kost.

Magengeschwüre entstehen auch bei den Patienten, die sehr stressanfällig sind. In diesem Fall sollten die Patienten schon im Vorfeld vermeiden, sich einem erhöhten Stressfaktor im alltäglichen Leben auszusetzen.

Auch der Faktor Rauchen, ist verantwortlich dafür, dass die Magenschleimhaut sehr oft angegriffen ist und es auch deshalb zu Magengeschwüren kommen kann. Alkohol und Rauchen sollte man grundsätzlich lassen oder auf ein Minimum reduzieren. Auch der häufige Medikamentengebrauch sollte unterlassen werden oder mit dem Hausarzt eine Medikation besprochen werden, die weniger die Magenschleimhaut angreifen kann.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Klaus kommentierte am 20.08.2016 um 19:33 Uhr

Habe jetzt schon zum 2. Mal einen dunklen Auswurf. Vor 5 Wochen hatte ich gebrochen. Anschließend bekam ich roten Auswurf, dieser dauerte 3 Tage, dann wurde der Auswurf beim Husten dunkel mit leicht rot gemischt. Dies dauerte etwa 2 Wochen. Dann war der Schleim wieder normal. War beim HNO, dort wurde nichts festgestellt. Ging dann zu meinen Internisten, dieser hat die Lunge geröntgt und keine Unterschiede feststellen können, gegenüber den Untersuchungen von 2015. Wurde 18.8.2015 in Augsburg untersucht, dort wurde festgestellt, dass es eine Mischform des Asthma Bronchiale (J 45,8 G) und chronischer obstr. Lungenkrankheit (FEV1 = 50-70 % des Sollwerts) ist. Seit 2 Tagen habe ich wieder dunklen Auswurf. Kann dies auch vom Magen kommen?