Analfissur (Afterriss)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. Mai 2017
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Eine Analfissur (Afterriss) ist eine Verletzung des Enddarms im Bereich des Afters. Einem Afterfissur können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Bei angemessener medizinischer Behandlung zeigt ein Afterriss gute Heilungsprognosen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Analfissur (Analriss)?

Bei einer Analfissur, die auch als Afterriss bezeichnet werden kann, liegt ein Längsriss in der Schleimhaut des Afters vor. In der Medizin wird die Analfissur den Enddarmerkrankungen zugeordnet. Unterscheiden kann man zwischen einer akuten Analfissur und einer chronischen Analfissur.

Eine Analfissur kann sich zusätzlich entzünden, was dem Afterriss gelegentlich auch die Bezeichnung des Geschwürs durch Mediziner einbringt.

Ein Afterriss ist eine gutartige Erkrankung. Wie viele Menschen im Laufe ihres Lebens eine Analfissur erleiden, muss zu einem guten Teil geschätzt werden, da eine solche Verletzung häufig schambesetzt ist. Dies wiederum hindert einige Betroffene daran, einen Arzt aufzusuchen.

Ursachen

Einer Analfissur können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Etwaige Ursachen können ein zu harter Stuhlgang sein oder ein übermäßiges Pressen während des Ausscheidens von Stuhlgang.

Ein Afterriss kann außerdem verursacht werden durch das Vorliegen eines Hämorrhoidenleidens oder durch eine langwierige Durchfallerkrankung. Und auch die Sexualpraktik des Analverkehrs kann das Risiko steigern, eine Analfissur zu erleiden.

Eine chronische Analfissur (also eine Analfissur, die über eine längere Zeitspanne hinweg fortbesteht) wird unter anderem dadurch begünstigt, dass Verletzungen der Analschleimhaut recht langsam heilen; dies wiederum ist dadurch bedingt, dass der Schließmuskel des Afters grundsätzlich eine erhöhte Muskelspannung aufweist.

Schmerzen, die durch eine Analfissur während des Stuhlgangs auftreten, führen zu einer weiteren Anspannung des Muskels, was wiederum die Heilung verlangsamt.

Aus einer Analfissur kann sich eine Analfistel oder ein Analabszess bilden.

Wann zum Arzt?

Wiederholte oder regelmäßige Schmerzen beim Stuhlgang geben Anlass, um einen Arzt aufzusuchen. Werden durch den Stuhlgang Blutungen ausgelöst, ist die Haut am After beschädigt. Da Keime durch die Hautbeschädigung in den Organismus gelangen und zu weiteren Erkrankungen führen können, ist ein Arztbesuch notwendig. Treten die Beschwerden beim Sitzen oder bei einer Berührung des Afters auf, muss ein Arzt konsultiert werden. Unbehandelt kommt es bei der Analfissur zu einer Ausbildung eines Abszesses oder Fisteln. Daher empfiehlt es sich, rechtzeitig bei Beschwerden einen Arzt zu konsultieren.

Ein Arzt muss im Normalfall nicht aufgesucht werden, wenn es zu einem Riss des Afters durch sexuelle Aktivitäten kam. Die Region ist zu schonen und innerhalb weniger Tage kommt es zu einer vollständigen Heilung. Zukünftig sollte jedoch mehr Achtsamkeit stattfinden, damit ein Riss vermieden wird.

Ein sehr geringer Flüssigkeitshaushalt kann zu einem sehr trockenen Kot führen. Dadurch wird der Stuhlgang als sehr anstrengend und mühsam erlebt, bei dem es zu Verletzungen der Haut am After kommt. Der Betroffene kann selbständig auf eine ausreichende Zufuhr der Flüssigkeiten achten. Verschwinden dadurch die Beschwerden beim Stuhlgang innerhalb der kommenden Tage, muss kein Arzt konsultiert werden. Halten sie an, ist es nötig, weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen.

Symptome und Verlauf

Symptome, die typischerweise mit einer Analfissur einhergehen, sind beispielsweise starke Schmerzen während des Stuhlgangs. Diese Schmerzen können auch noch für einige Zeit nach dem Toilettengang fortbestehen. Außerdem kann es durch eine Analfissur zu einem Juckreiz an der verletzten Stelle des Afters kommen. Zu beobachten ist bei einer Analfissur gelegentlich auch ein Nässen und ein leichtes Bluten des verletzten Bereichs; das entsprechende Blut kann beispielsweise auf dem genutzten Toilettenpapier sichtbar werden.

Wird eine Analfissur ausreichend behandelt, ist die Prognose in der Regel gut. Bei nicht erfolgender Behandlung kann sich eine Analfissur entzünden, was dann zur Bildung von Analfisteln oder einem Analabszess führen kann.

Behandlung und Therapie

Eine geeignete Therapie einer Analfissur hängt unter anderem ab von der Form der entsprechenden Analfissur. Ist eine Analfissur akut, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die bei Notwendigkeit auch miteinander kombiniert werden können: Spezielle Zäpfchen oder Salben können sich zunächst schmerzlindernd und abschwellend auf eine Analfissur auswirken. In Einzelfällen kann der Bereich, in dem die Analfissur vorliegt, außerdem durch eine Injektion lokal betäubt werden.

Auch warme Sitzbäder können den Heilungsprozess beschleunigen und Verstopfungen vorbeugen. Spezielle Analdehner können bei einer Analfissur die Muskelspannung des Schließmuskels reduzieren. Empfohlen wird außerdem eine ballaststoffreiche Ernährung, um eine zu harte Stuhlkonsistenz zu vermeiden. Abführmittel sollten nach Experteneinschätzungen vornehmlich nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden; denn auch ein vermehrter Stuhlgang kann einen Afterriss zusätzlich reizen.



Vorbeugung

Liegt eine chronische Analfissur vor (dauert die Analfissur also bereits seit mehreren Wochen an), die nicht mehr von selbst heilt, können chirurgische Maßnahmen erforderlich werden. Im Rahmen einer sogenannten Fissurektomie wird eine Analfissur hierbei beispielsweise entfernt.

Vorzubeugen ist einem Analriss vornehmlich durch eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen ist und durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Beide Faktoren verhindern einen harten Stuhl, der zu einer Analfissur führen kann.

Wird die Sexualpraktik des Analverkehrs durchgeführt, so sollte vorsichtig vorgegangen werden und möglichst für den Einsatz risikohemmender Hilfsmittel (wie beispielsweise Gleitgels) gesorgt werden, um einem Afterriss vorzubeugen.

Bücher über Analfissur

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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