Magen-Darm-Infekt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Oktober 2016
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Ein Magen-Darm-Infekt ist eine akute Entzündung des Magen-Darm-Traktes die meist durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Die Erreger werden häufig durch unzureichende Hygienemaßnahmen (Reinigung der Hände) und eine falsche Lebensmittelerarbeitung (Salmonellen) übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Magen-Darm-Infekt?

Bei einem Magen-Darm-Infekt handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Verdauungsapparat hervorgerufen durch Viren oder Bakterien. Magen-Darm-Infektionen gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Mit einer richtigen Grippe, der Influenza, hat sie jedoch nichts gemeinsam, wie ihre Bezeichnung irrig vermuten lassen könnte.

Gemäß dem Infektionsschutzgesetz unterliegt der Magen-Darm-Infekt der Meldepflicht, wenn sie eine Person betrifft, die in der Lebensmittel verarbeitenden Branche tätig ist, beziehungsweise in Küchen, Großküchen oder Gastronomie arbeitet.

Ursachen

Ein Magen-Darm-Infekt kann verschieden Ursachen haben. So kann sie durch virale oder bakterielle Erreger, Parasiten, Toxine oder auch durch physikalische Ursachen bedingt sein.

Häufigste Ursache des Magen-Darm-Infektes sind Infektionskrankheiten durch Viren (zum Beispiel Rotaviren oder Noroviren), Bakterien (zum Beispiel Chambylobacter, Salmonellen) oder auch Protozoen (Amöben, Giardien).

In den meisten Fällen verursachen die Erreger die Zerstörung der Schleimhaut. Aufgenommene Nahrung können von Magen und Darm nicht mehr verdaut werden und die Nahrung bindet im Körper Wasser. Dadurch wird der Stuhlgang dünnflüssig.

Aber auch Giftstoffe können einen Magen-Darm-Infekt auslösen. Wenn sich beispielsweise in verdorbenen Lebensmitteln Bakteriengifte anreichern, können das Toxine (Gifte bestimmter Staphylokokken) nach dem Aufnehmen dieser Speisen zu einer Schleimhautentzündung führen, woraus die Lebensmittelvergiftung resultiert.

Aber auch Medikamente können zu einem toxisch bedingten Magen-Darm-Infekt führen. Ebenfalls als Ursache vom Magen-Darm-Infekt in Betracht kommen physikalische Ursachen wie ionisierende Strahlen (zum Beispiel Röntgenstrahlen oder radioaktive Strahlen). Häufig ist dies eine Folge von Strahlungsbehandlungen bei Krebserkrankungen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Magen-Darm-Infekts:

Häufigste Begleiterscheinungen des Magen-Darm-Infekt sind Erbrechen, Übelkeit und Durchfall. In diesem Zusammenhang treten Magenschmerzen, Bauchschmerzen sowie Appetitlosigkeit auf, die oft mit Fieber und einer allgemeinen Schwäche verbunden sind. Anhaltender Durchfall und Erbrechen können im weiteren Verlauf zu einem starkem Flüssigkeitsverlust im Körper führen.

Diagnose

Bei dem Verdacht auf eine Magen-Darm-Grippe wird der Hausarzt die vorliegenden Symptome klären. Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber treten für gewöhnlich bei einer Infektion auf, ebenso wie Übelkeit und Erbrechen. Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Krankheiten. Auch bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer Blindarmentzündung können ähnliche Symptome wie bei einer Gastroenteritis auftreten. Nach der Befragung des Patienten kann der Arzt bei der anschließenden körperlichen Untersuchung feststellen, ob ein Flüssigkeitsmangel (Dehydration) vorliegt.

Klassische Anzeichen dafür sind ausgetrocknete Schleimhäute, stehende Hautfalten und eingesunkene Augen. Ein Flüssigkeitsmangel muss insbesondere bei Kindern sofort behandelt werden, weil er lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Hat die Befragung des Patienten allerdings ergeben, dass auch Blut im Stuhl vorhanden ist oder vor kurzem ein Auslandsaufenthalt vorgelegen hat, müssen die Erreger für die Infektion genauer bestimmt werden, um die geeignete Therapie zu finden. Auslösend für eine Magen-Darm-Infektion sind Viren, Bakterien, Amöben als auch Cholerabakterien.

Die Untersuchung des Stuhls weist vorhandene Erreger wie Viren und Bakterien nach. Mit dem Lichtmikroskop wird ein Befall von Amöben oder Cholerabakterien festgestellt. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs ist eine Blutuntersuchung und eine Urinuntersuchung erforderlich. Im extremen Fall kann eine Ultraschalluntersuchung oder eine Endoskopie helfen, die Schwere der Erkrankung genauer einzuschätzen und die nötige Therapie anzupassen.

Behandlung und Therapie

Eine Behandlung des Magen-Darm-Infektes im Sinne der Ursachenbeseitigung ist in den meisten Fällen nicht möglich. Vielmehr beschränkt sich diese auf symptomatische Maßnahmen, also dem Ersatz von verlorenen Flüssigkeiten und Salzen. Dabei werden standardisierte Lösungen mit einem Gemisch aus Traubenzucker und Salz genutzt.

Wenn dies nicht zum Erfolg führt und die Austrocknung droht, was besonders bei Kindern oft der Fall ist, müssen Infusionen erfolgen. Außerdem muss die Erholung der durch den Magen-Darm-Infekt angegriffenen oder zerstörten Schleimhaut mit einem vorsichtigen Kostaufbau gefördert werden. Dies geschieht mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten (Weißbrot, Salzstangen oder Zwieback).

Möglicherweise können Probiotika die Dauer des Durchfalls um bis zu 24 Stunden verkürzen. Bei einem Magen-Darm-Infekt können auch unterstützend Medikamente verabreicht werden, welche eine Hemmung des Erbrechens bewirken, die Darmtätigkeit ändern oder lähmen. Dabei sind aber die jeweiligen Nebenwirkungen zu beachten. Es sollte hier eine Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.



Vorbeugung

Wichtigste Prophylaxe eines Magen-Darm-Infekts ist die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln, wie das Händewaschen vor dem Essen oder nach dem Gang zur Toilette. Erhöhte hygienische Vorgaben im Umgang mit kranken Menschen sowie in Krankenhäusern sind entsprechend zu beachten und zu befolgen.

Vorbeugende Maßnahmen bezüglich der Nahrung sind nur möglich, wenn man diese selbst zubereitet und auf ordentliches Säubern von Obst und Gemüse achtet und Fisch und Fleisch gut durchgart. In gastronomischen Einrichtungen kann man dies natürlich nur bedingt beeinflussen.

In einigen Fällen kann einer Magen-Darm-Grippe durch eine Impfung vorgebeugt werden. Beispielsweise gibt es seit dem Jahr 2006 die Möglichkeit, sich gegen Rotaviren impfen zu lassen.

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